In einem Kiosk im Bundeswehrkrankenhaus in der Scharnhorststraße in Mitte sind offenbar über einen längeren Zeitraum Devotionalien verkauft worden, die in der rechten Szene beliebt sind.

Schlüsselanhänger mit solch markigen Aufschriften in Frakturschrift wie „Lernen durch Schmerz“, „Klagt nicht, kämpft!“ oder „Hart und zäh“ fanden auch bei Bundeswehrsoldaten und deren Angehörigen Interesse.

Nach Angaben einer Angestellten des Kioskes, in dem vor allem Zeitungen, Getränke und Nahrungsmittel verkauft werden, soll die Nachfrage jedenfalls sehr groß gewesen sein. Inzwischen hat der private Pächter des Imbisses die Produkte, darunter auch Feuerzeuge mit Slogans wie auf den Schlüsselanhängern, aus seinen Auslagen entfernt.

Bei der Bundeswehr, dem obersten Dienstherren für das Krankenhaus, war man erst durch Presseveröffentlichungen auf den Fall aufmerksam geworden. Daraufhin habe es ein Gespräch mit der Krankenhausleitung gegeben, sagte Matthias Frank, Sprecher des Sanitätsdienstes der Bundeswehr. Diese wiederum sei dann mit dem Kioskbetreiber übereingekommen, diese Dinge sofort aus dem Sortiment zu nehmen.

Keine juristische Handhabe für ein Verbot

Eine juristische Handhabe, den Verkauf derartiger Devotionalien zu unterbinden, gibt es nicht. Das bestätigte am Donnerstag eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums. „Diese Sprüche stehen nicht auf dem Index, sind also nicht verboten.“

Trotzdem lösen Sprüche wie „hart und zäh“ natürlich sofort Assoziationen zum Slogan der Hitlerjugend aus, deren Mitglieder „flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl“ sein sollten, wie es Hitler in einer Rede im Jahr 1935 formuliert hatte.

Auch der Satz „Klagt nicht, kämpft!“ ist durchaus belastetet. Er soll schon im Zweiten Weltkrieg bei den Fallschirmjägern der Deutschen Wehrmacht Verwendung gefunden haben.