Berlin - Forderungen von Berlins Innensenator Frank Henkel und einiger anderer Landesinnenminister der Union nach einem Burka-Verbot zielen aus Sicht des Berliner Linken-Chefs Klaus Lederer in die falsche Richtung. „Das ist doch genau das Gegenteil von dem, was man braucht”, sagte Lederer am Samstag im RBB Inforadio.

Verbot von Vollverschleierung sei "Integrationsbremse"

Ein Burka-Verbot und die Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft bezeichnete der Politiker als „Integrationsbremsen”. Das Wichtigste sei, „jetzt nicht wieder denselben Fehler machen, der jahrzehntelang hier gemacht worden ist: nicht zu begreifen, dass unser Land ein Einwanderungsland ist”.

Mazyek wettet um einen Kasten Ayran

Unterdessen hat sich auch der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, zu Wort gemeldet. Dem RBB sagte Mazyek, dass es in Deutschland kaum Frauen gibt, die in Vollverschleierung auf die Straße gehen. Er kritisierte die Debatte der Union und sprach von einer „Burkaisierung der Innenpolitik“. Gleichzeitig ließ er sich auf eine Wette ein: "Einen Kasten Ayran, dass niemand hier in Deutschland mehr als fünf Burkaträgerinnen insgesamt auffindet", so Mayzek wörtlich gegenüber dem RBB. Ein Ayran ist ein beliebtes Erfrischungsgetränk, das aus Molkereiprodukten und Salz besteht.

Zuletzt hatten sich Unions-Innenminister aus einigen Ländern für ein Verbot der Vollverschleierung ausgesprochen. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) dringt auf ein solches Verbot - Kritiker werfen ihm Populismus und Wahlkampftaktik vor. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hält ein Verbot der Vollverschleierung indes aus verfassungsrechtlicher Sicht für problematisch. (BLZ mit dpa)