Berlin - Um den Verkehr sicherzustellen, haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) nicht nur 60 Jahre alte U-Bahn-Wagen reaktiviert – sie setzen auch Rentner als Busfahrer ein.

Im aktuellen KCO-Newsletter, einem BVG-internen Schreiben, heißt es: „Die BVG wird ab sofort Busfahrer, die sich im Ruhestand befinden, auf 450 Euro-Basis wieder einstellen.“ Sie sollen die 2900 übrigen Fahrer entlasten. Damit will das Landesunternehmen einen größeren Fahrermangel ausgleichen.

Gehalt zu gering für qualifiziertes Personal

Dass Busfahrer fehlen, findet Jeremy Arndt von der Gewerkschaft Verdi wenig verwunderlich. Bei dem derzeitigen Einstiegsgehalt von rund 2000 Euro brutto findet die BVG nur schwer ausreichend qualifiziertes Personal, sagte er. „Eine potenzielle Bewerberin, die in Wechselschicht arbeiten soll und dann am normalen Familienleben nur noch schwer teilnehmen kann, muss es sich genau überlegen, ob sie einen Job als Busfahrerin bei der BVG annimmt“, so Jeremy Arndt.

Auch die BVG-eigene Tochter Berlin Transport (BT) mit 1600 Fahrern könne kein neues Fahrpersonal rekrutieren. Sie zahlen zwar die gleichen Einstiegsgehälter wie bei der BVG, stelle aber in der Regel nur befristet ein. 88 Fahrer sollen BT in diesem Jahr verlassen haben. Nun müssen also die Rentner ran. In der BVG-internen App heißt es: „Von kleinen Einsätzen bis zum kompletten Turnus. Die BVG ist da komplett offen und spricht mit jedem Interessenten alle Wünsche und Vorstellungen zu den Einsatzzeiten durch.“