Busse in Berlin: BVG erprobt umweltfreundliche Antriebe

Berlin - Die Vorderseite leuchtet im vertrauten Sonnengelb der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Doch der Bus, den das Landesunternehmen auf der Linie 140 erprobt, ist etwas Besonderes. Das zeigt der Buckel auf dem Dach – er enthält Gastanks. Der Citaro NGT von Mercedes fährt mit Erdgas. Er ist der erste von mehreren Testbussen mit so einem Antrieb, die zwischen dem Ostbahnhof sowie dem U- und S-Bahnhof Tempelhof unterwegs sind.

Die mehr als 1300 Busse der BVG bilden einen gewichtigen Teil des Berliner Verkehrs. Jahr für Jahr legen sie insgesamt rund 90 Millionen Kilometer zurück. Dabei wird viel Kraftstoff verbrannt. Immerhin: Ein Großteil  hat ein  Filtersystem, das den Stickoxid-Ausstoß um bis zu 80 Prozent verringert.  In diesem Jahr werden weitere 100 Doppelstockbusse ausgerüstet. Zudem plant  die BVG den Kauf neuer Doppeldecker. Doch sie plant schon für die weitere Zukunft.

Volltanken mit Stromabnehmer

„2050 soll Berlin klimaneutral sein. Für die BVG heißt das, dass wir den Einsatz alternativer Technologien weiter vorantreiben werden“, sagte Chefin Sigrid Evelyn Nikutta.  Wie berichtet beginnt 2017 die Erprobung  eines Elektrobusses, der seine Batterie an Haltestellen mit Hilfe eines ausfahrbaren Stromabnehmers, Pantograph genannt, auflädt.

Doch bis der Elektrobusbetrieb wirtschaftlich ist, werde noch Zeit vergehen, so die Planer. Darum halten sie Ausschau nach einer Technik für die Übergangszeit und erproben umweltfreundliche Antriebe  – derzeit CNG: Compressed Natural Gas oder Erdgas. „Bei den Tests geht es um die Frage, ob der CNG-Antrieb eine geeignete Brückentechnologie bis zur Elektrifizierung der Flotte sein kann“, sagt Bus-Chef Torsten Mareck. Auf der Linie 140 fahren die zwölf Meter langen  Erdgasbusse in Konkurrenz zu  Dieselbussen, die ebenfalls die  Euro-6-Abgasnorm erfüllen. 2008 bis 2013 hatte die BVG bereits Erdgasbusse erprobt. Doch die Betankung dauerte viel zu lang.

„Die Gastechnik hat sich enorm verbessert. Gasbusse sind ein wichtiges Thema für uns“, so Nikutta. „Wir schauen da zum Beispiel zu den Augsburger Stadtwerken, deren Busse zu 100 Prozent mit Bio-Erdgas fahren.“ Am 23. Februar sprechen Experten über die Umstellung von Busflotten auf Erdgas und Biomethan. Der Senat und die Deutsche Energieagentur laden ein.