Berlin - Mobilität ist ein Grundrecht, so viel steht fest. Ein Grundrecht für alle – auch für Behinderte, Kranke, Gebrechliche. Und für alle, die sich mit Kinderwagen, Einkaufstrolley oder Rollator bewegen wollen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) machen ihre Ankündigung aus dem vergangenen Jahr wahr: Die Busse, die als Nächstes gekauft werden, gehen nur noch bei Bedarf in die Knie.

Was auf den ersten Blick wie eine unwesentliche Anpassung anmutet, ist tatsächlich eine tiefgreifende Änderung. Denn die Automatik macht es möglich, dass sich ein Behinderter, ein alter Mensch oder jemand mit Kinderwagen nicht bemerkbar machen muss, um einsteigen zu können. Keine Fragen, kein Bitten, kein Warten, bis das Gedränge vorbei ist – einfach in den Bus und los geht’s. Das erleichtert den ohnehin oft mühseligen Alltag. Künftig fallen die Betroffenen wieder in die Bittstellerrolle zurück. Sie bekommen zu spüren, dass die vom Senat unterfinanzierte BVG sparen muss.

Es ist nicht der einzige Rückschritt. So musste der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg seinen hoch gelobten Begleitservice einschränken, weil es für 60 Helfer keine öffentliche Förderung mehr gibt. Abends und am Wochenende wurde dieser Service eingespart.

Um es klar zu sagen: In Berlin ist das Angebot an Rampen, Aufzügen und barrierefreien Fahrzeugen vergleichsweise gut. In den meisten anderen Städten senken sich die Busse auch nur bei Bedarf ab. Aber das heißt nicht, dass Berlin hinter das, was hier an Gutem erkämpft worden ist, zurückfallen sollte.