Weil es erneut Probleme mit Verspätungen gab, haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) die Strecke des TXL-Busses zum Flughafen Tegel verkürzt. Ab sofort beginnen und enden täglich ab fünf Uhr alle Fahrten am Hauptbahnhof, teilte die BVG am Donnerstag mit.

Der Abschnitt zwischen Alexanderplatz und Hauptbahnhof wird nun nur noch bis kurz vor fünf Uhr befahren. Ab Alexanderplatz fänden lediglich die Fahrten zwischen 3.39 und 4.49 Uhr statt, hieß es. Auf diesem Teilstück müssen die Fahrgäste auf die S-Bahn umsteigen. Auch die Linie 245 fährt nun auf einer kürzeren Strecke.

Schon in den vergangenen Tagen hatte die BVG die stark genutzte Flughafenlinie immer wieder gekürzt. Nur so sei es möglich, die Flughafenanbindung mit der Linie TXL in einem verlässlichen Takt anbieten zu können, so das Landesunternehmen.

Folgen eines Wasserrohrbruchs

Anlass für die Einschränkungen sind Bauarbeiten der Berliner Wasserbetriebe in der Invalidenstraße, die zu Staus führen, teilte die BVG weiter mit. Ein Teilstück der Straße in Richtung Alt-Moabit ist gesperrt, weil dort die Folgen eines Wasserrohrbruchs beseitigt werden müssen. Das werde voraussichtlich bis Mitte Juni dauern.

Beobachter berichten aber auch von anderen Problemen, die den Busbetrieb behindern und verzögern. Eines davon sei die Pflicht, in BVG-Bussen vorn einzusteigen, hieß es. Am Hauptbahnhof würden die TXL-Busse von vielen Fahrgästen mit großem Gepäck erwartet, das Ein- und Aussteigen dauert lange.

Eine flexible Regelung und mobile Fahrkartenverkäufer könnten die Haltezeiten verkürzen und die Pünktlichkeit verbessern. Vom 15. bis 21. Mai waren nur 61 Prozent der TXL-Busse pünktlich, berichtete Jens Wieseke vom Fahrgastverband IGEB. Die Senatsvorgabe laute, dass die BVG-Busse zu 87 Prozent pünktlich verkehren sollten. 

„Der Busverkehr steht vor dem Kollaps“

Die Situation auf der Flughafenlinie werfe ein Schlaglicht auf die Situation im gesamten   Berliner Busverkehr. Vielerorts gebe es Probleme: „Der Busverkehr steht vor dem Kollaps“, so Wieseke. Doch die Fahrgäste hätten das Gefühl, dass sich der Senat vorrangig um die Radfahrer zu kümmert.

„Nichts gegen Radfahrer: Aber der Busverkehr, der allein im vergangenen Jahr für mehr als 430 Millionen Fahrten genutzt wurde, ist wichtiger. Er muss funktionieren.“ Wieseke forderte, einen Senatsbeauftragten für den öffentlichen Nahverkehr zu berufen. 

2016 hatte die BVG die Linie TXL bereits verkürzt. Daraufhin hatte der Senat die „Taskforce TXL“ ins Leben gerufen, die einige Verbesserungen umsetzte. Doch sie reichten offenbar nicht aus, so Wieseke.