BVG Busse Berlin: Bei gelbem Warnlicht rechts ’ran

Die Anweisung an die Busfahrer wirkt sehr eindringlich. Sie gilt unbedingt und ab sofort, heißt es darin. Wenn in ihrem Doppeldecker plötzlich die gelbe Warnleuchte des Antiblockiersystems aufscheint, müssen die Fahrer den Bus „an geeigneter Stelle zum Stillstand bringen“ – und zwar schnellstmöglich. Dann hat das Fahrpersonal umgehend die Betriebsleitstelle zu informieren und deren Anweisungen zu befolgen.

Die Mitarbeiterinformation der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die seit Kurzem gilt, hat einen ernsten Anlass. Nachdem in Berlin bisher nur die S-Bahn mit Bremsproblemen kämpfen musste, sind nun auch rund 310 Doppeldeckerbusse der BVG davon betroffen – rund ein Viertel der gesamten Busflotte. Bei ihnen besteht die Gefahr, dass Bremsen heiß laufen und dann nicht mehr richtig wirken. Das teilten das Landesunternehmen und Fahrzeughersteller MAN mit.

Die Warnleuchte des Antiblockiersystems zeigt an, dass sich in mindestens einer der Bremsanlagen Hitze entwickelt. „In einem solchen Fall müssen die Fahrgäste den Doppeldecker an der nächsten Haltestelle verlassen und in einen nachfolgenden Bus umsteigen“, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. Seit dem 13. Februar, als die Mitarbeiterinformation zum ersten Mal in den Betriebshöfen ausgehängt wurde, sei dies 17 Mal passiert. Stets traf es dreiachsige Doppeldecker, die zu den jüngsten BVG-Bussen gehören.

Zulieferteil mit Fehlern

Worin die Bremsprobleme wurzeln, ist nun ermittelt worden. „Ursache ist ein fehlerhaftes Zulieferteil“, sagte MAN-Sprecher Detlef Matthias Hug. Es könne in seltenen Fällen dazu führen, dass die Bremse zuspannt. Ein Heißlaufen sei dann eine mögliche Folge. Inzwischen ist auch das Kraftfahrt-Bundesamt mit dem Fall befasst. Der Bushersteller MAN hat der Aufsichtsbehörde zugesichert, dass er die Bremsen überprüft und die Zulieferteile austauscht, was nun auch passiert.

Eine Vorsichtsmaßnahme, wie Petra Reetz betonte: „Die Wahrscheinlichkeit, das wegen dieses Problems Unfälle geschehen, ist verschwindend gering. Dafür müssten die Doppeldecker Tempo 180 fahren – dazu sind sie gar nicht in der Lage. Außerdem hat jeder dieser Busse drei Bremsanlagen.“ Trotzdem: Jede Gefahr soll nun ausgeschlossen werden. Die Kosten des Austauschs trägt der Hersteller.