Bald senken sich wieder alle Busse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) an jeder Haltestelle automatisch ab, um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern. Das sagte Petra Reetz, die Sprecherin des Landesunternehmens, am Dienstag. „Die Umstellung wird in Kürze in Angriff genommen und soll innerhalb von drei Wochen abgeschlossen werden.“ Damit reagiert die BVG auf Kritik. Alle Fraktionen im Abgeordnetenhaus sowie Behinderten- und Fahrgastverbände hatten bemängelt, dass sich alle Busse nur noch bei Bedarf nach Knopfdruck absenken sollen. Mehr als 500 Busse waren bereits umgerüstet worden.

Es geht um das „Kneeling“ – nach dem englischen Wort für „in die Knie gehen“. Die BVG wollte, dass sich ihre Busse nicht mehr automatisch an jeder Haltestelle absenken oder zur Seite neigen. Weil das häufige Kneeling unnötig Kraftstoff verbrauche und die Technik verschleiße, entstünden Kosten von 1,9 Millionen Euro pro Jahr. Auch als das Abgeordnetenhaus beschloss, dass die Technik wieder eingeschaltet werden sollte, blieb die BVG hart. Sie forderte weitere Gespräche. Erst nachdem sie sich mit dem Senat dem Vernehmen nach auf einen Ausgleich geeinigt hatte, lenkte sie ein. Reetz wollte dazu nichts sagen.

Jens Wieseke vom Fahrgastverband IGEB begrüßte den Meinungswechsel. „Gegen eine so große Mehrheit von Kritikern konnte die BVG nichts ausrichten.“