BVG: Die Fahrpreise sollen steigen - aber frühestens im Sommer 2012

Berlin - Eine Fahrt durch Berlin kostet 2,30 Euro, eine Monatskarte 74 Euro. Dabei soll es länger als erwartet bleiben. Denn es zeichnet sich ab, dass sich die nächste Erhöhung der Nahverkehrstarife weiter verschiebt. Nach Informationen der Berliner Zeitung ist dafür inzwischen nicht mehr das Frühjahr 2012, sondern frühestens der Sommer des kommenden Jahres im Gespräch. "Denkbar wäre jetzt eine Fahrpreisanhebung zu Beginn der Sommerferien", hieß es am Freitag in Nahverkehrskreisen. 2012 fangen die großen Ferien Ende Juni an.

Dabei sehen die wirtschaftlichen Daten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), des größten Bus- und Bahnbetreibers der Region, auf den ersten Blick nicht gut aus. Das Landesunternehmen bestätigte, dass es für dieses Jahr einen Fehlbetrag von fast 74 Millionen Euro erwartet - etwas weniger als im vergangenen Jahr, als das Konzerndefizit 77,9 Millionen Euro betrug. Die Verschuldung wird den Vorhersagen zufolge in diesem Jahr auf den höchsten Stand seit 2005 steigen: um 108 Millionen auf 838,4 Millionen Euro.

Trotzdem sind die Manager zufrieden, teilte BVG-Sprecherin Petra Reetz mit. Zum einen lägen das Defizit und die Kreditverbindlichkeiten im Plan. Wenn viel investiert werde, stiegen die Schulden nun mal an. Zum anderen sähen andere wichtige BVG-Daten sehr gut aus.

49 Millionen Liter Diesel pro Jahr

"Wir erwarten eine deutliche Steigerung der Fahrgastzahlen", so Reetz. Im vergangenen Jahr wurden Busse und Bahnen für insgesamt 922 Millionen Fahrten genutzt, in diesem Jahr werden es mehr sein - genaue Angaben machte die Sprecherin noch nicht. Mehr Kunden bedeuten auch mehr Fahrgeld: Die Einnahmen werden sich in diesem Jahr voraussichtlich auf 548 Millionen Euro summieren - 20 Millionen mehr als 2010. Die Ertragssteigerung ist damit prozentual höher als die jüngste Fahrpreiserhöhung im vergangenen Januar. Die Schwarzfahrerquote ist bei 4,9 Prozent geblieben.

Dafür sinken die Ausgaben für Strom und Kraftstoff - die BVG verbraucht pro Jahr 49 Millionen Liter Diesel. Für die Energie sind nun 105 Millionen Euro eingeplant, vier Millionen weniger als 2010. In Verhandlungen konnte die BVG erreichen, dass Preisforderungen eingefroren wurden. Reetz: "So konnten wir uns von den Steigerungen abkoppeln."