Zu heiß? Petra Reetz hat einen Tipp. „Straßenbahn fahren!“, sagt die Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Dort sind die Bedingungen so, dass die Klimaanlagen besser zur Geltung kommen. Weil die Haltestellen meist weiter auseinander liegen als beim Bus, gehen die Türen seltener auf, und die kühle Luft bleibt in den Bahnen.

Die mehr als 1.300 Busse der BVG sind ebenfalls klimatisiert. Doch oft gibt es Ärger, weil Klappfenster verbotenerweise geöffnet wurden. Auch die besten Klimageräte können die Hitze, die dann hineinweht, nicht ausgleichen. Sie haben ohnehin einen harten Dauerjob. Wenn die 25-Grad-Marke überschritten wird, sollen die Anlagen anspringen. Ziel ist es, dass es in Bussen vier Grad kühler ist als draußen, sagte Reetz.

Stadtautobahn gesperrt

Es gibt aber auch andere Schilderungen. „In den Scania-Bussen werden die Anlagen auf vier Grad unter Außentemperatur eingestellt, um Kraftstoff zu sparen. Der Fahrer hat keinen Einfluss mehr auf die Temperaturen im Bus“, wurde der Berliner Zeitung mitgeteilt. Die Fahrer könnten die Temperatur einstellen, wie sie es für sinnvoll halten, so Reetz. Technisch sei nicht mehr als vier Grad drin.

Ein Fahrgast berichtete, dass aus einem Lüftungsgitter an der Treppe zum Oberdeck eines Doppeldeckers warme Luft gedrungen sei. „Der Motor strahlt Hitze ab“, erklärte Reetz. Der Luftaustausch, den jedes Klimagerät vornehme, könne ebenfalls zu dem Effekt geführt haben: „Wir wollen die Fahrgäste nicht quälen.“

Dass Klimageräte Luft tauschen, sei auch der Grund, dass Berlins U-Bahnen keine Klimaanlage haben. Bei der Erzeugung von Kälte entsteht warme Luft, die in die Bahnhöfe und Tunnel abgegeben werden müsste. „Dann würde der Aufenthalt dort unerträglich“, sagte Reetz. Um Wagen mit Klimageräten nachzurüsten, fehle in den Tunneln meist der Platz.

Hamburger U-Bahn-Fahrgäste haben es besser: Dort sind die neuen DT 5-Züge klimatisiert – was mit Unterschieden im Tunnelsystem zusammenhängt, wie Reetz sagte. Auch die neue Hamburger S-Bahn ET 490 hat Klimaanlagen. Darauf müssen Berlins S-Bahn-Fahrgäste bis 2021 warten: Dann kommen auch hier neue Züge in den Einsatz.

Auch Autofahrer bleiben von Hitzefolgen nicht verschont. Am Dienstag musste die A 100 am Funkturm kurzfristig gesperrt werden. Fahrbahnplatten waren aufgeplatzt