Die U-Bahn der BVG: Auch dieses Verkehrsmittel kommt bald nicht mehr so häufig.
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BerlinWeil immer weniger Fahrgäste mitfahren, schränken die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) in Absprache mit dem Senat ihr Fahrtenangebot deutlich ein.  Das teilte die Senatsverkehrsverwaltung am Dienstag mit. Die ersten Einschränkungen treten bereits am Mittwochmorgen zum Betriebsbeginn in Kraft.

Dies gilt für den gesamten Bus- und Straßenbahnverkehr, der deutlich ausgedünnt wird. Verstärkerfahrten, die für den Schülerverkehr eingeplant worden waren, fallen aus. Darüber hinaus gilt als Grundsatz, dass auf keiner Linie öfter als alle zehn Minuten gefahren werden soll, bekräftigte BVG-Sprecherin Petra Nelken. Ebenfalls von Mittwoch an werden die Straßenbahnlinien 16, 18, 37 und 67 bis auf Weiteres komplett eingestellt. Diese Routen verlaufen parallel zu anderen Straßenbahnlinien, die als Ersatz genutzt werden können. "Weiterhin werden alle Haltestellen bedient", hieß es.

Die U-Bahn-Linie U55 zwischen Hauptbahnhof und Brandenburger Tor wird ebenfalls nicht mehr befahren. Weil Touristen ausbleiben, ist es auf der von vielen Auswärtigen genutzten Strecke leer geworden.

Zu Montag (23. März) werden dann auch auf den anderen U-Bahn-Linien Einschränkungen spürbar. Zwar bleiben diese Strecken in Betrieb, allerdings wird auch dort das Fahrtenangebot auf einen Zehn-Minuten-Takt ausgedünnt, hieß es. "Ein solcher Takt ist leicht zu merken", sagte Nelken. Anders als erwogen soll es bei der Berliner U-Bahn in Schwachlastzeiten aber keine weiteren Einschränkungen geben. Zuletzt war ein 15-Minuten-Takt diskutiert worden.

In dem Landesunternehmen wird aber nicht ausgeschlossen, dass es zu weiteren Einschränkungen kommt - zum Beispiel, wenn die Fahrgastnachfrage noch weiter zurückgeht, hieß es.

Bislang zwei BVG-Beschäftigte positiv getestet

Bei der BVG, deren Verkehrsmittel normalerweise täglich im Schnitt für drei Millionen Fahrten genutzt wurden, ist die Zahl der Fahrgäste im Zeichen von Corona um 40 bis 50 Prozent gesunken. Viele Busse fahren fast leer durch die Stadt. Deshalb ist die BVG in solchen Fällen bestrebt, Doppeldecker durch einstöckige Busse zu ersetzen.

Aus dem Unternehmen war am Dienstag zu erfahren, dass bislang zwei BVG-Beschäftigte positiv getestet wurden. Einer/eine arbeitet im Bereich Straßenbahn, der/die andere in der Verwaltung, hieß es. Bei der BVG sind fast 15000 Menschen tätig. Während es Berichte über vermehrte Krankmeldungen gab, war der Gewerkschaft  Verdi am Dienstagnachmittag nichts dergleichen bekannt. "Es könnte aber sein, dass sich die Zahl der Ausfälle erhöht, weil Kitas und Schulen geschlossen sind und die Kollegen Kinderbetreuung organisieren müsen", sagte Verdi-Sekretär Jeremy Arndt. 

Auch bei der S-Bahn Berlin wird das Fahrtenangebot reduziert - "geringfügig", wie es bei der Senatsverwaltung hieß. In Absprache mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) sollen von Donnerstag an die Verstärkerfahrten in den Hauptverkehrszeiten auf den Linien S1, S3 und S5 wegfallen. Der sonstige Takt bleibt erhalten.