Berlin - üWie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bestätigten, brannte im U-7-Tunnel ein Stromkabel. Der Brand konnte aber mit einem Kohlendioxidlöscher zügig bekämpft werden, so die Feuerwehr.

Schwerer waren die Folgen des Vorfalls, der sich am Freitagabend im U-9-Tunnel in Steglitz ereignete. Dort stieg aus einem stromführenden Kabel dichter, beißender Qualm auf, der mehrere U-Bahnhöfe einnebelte. Wie jetzt bekannt wurde, hatten BVG-Mitarbeiter bereits drei Stunden zuvor im selben Tunnelbereich an einem Zug Brandgeruch bemerkt. Sie sagten der Feuerwehr aber wieder ab. Das bestätigte BVG-Sprecherin Petra Reetz auf Anfrage.

Laut BVG hatten die Mitarbeiter vermutet, dass die U-Bahn schadhaft war. Eine Untersuchung habe dies aber nicht bestätigt, berichtete Reetz. Dagegen berichteten Feuerwehrleute am Sonntag, dass es an derselben Stelle, an der am späten Freitagabend tatsächlich ein Brand ausbrach, etwa eine Dreiviertelstunde zuvor eine „Fast-Alarmierung“ der Feuerwehr gegeben habe, weil es in einer Elektroanlage schmorte. Die BVG habe die Feuerwehr jedoch wieder abbestellt, weil sie das Problem noch selbst in den Griff bekommen hatte, hieß es.

Züge der U9 werden untersucht

Gegen 22.30 Uhr wurde es aber ernst. Im U-Bahn-Tunnel zwischen der Endstation Rathaus Steglitz und dem U-Bahnhof Schloßstraße stieg Rauch auf. Nach Angaben der Feuerwehr stand ein Einspeisekabel der Stromschiene in Flammen. Möglicherweise hatte es an der betroffenen Stelle – 150 Meter hinter der Ausfahrt aus dem U-Bahnhof Rathaus Steglitz – zuvor einen Schwelbrand gegeben, der unentdeckt blieb, sagte Reetz. „Das kann schon am Nachmittag passiert sein.“

Die Feuerwehr erschien mit neun Staffeln – etwa 80 Mann. Weil Tunnel und Bahnhöfe stark verraucht waren, mussten die Männer Atemschutzgeräte tragen. Bevor die Männer eintrafen, hatte die BVG den Verkehr auf der stark frequentierten U 9 unterbrochen und mit der Räumung der Bahnsteige begonnen. Die Feuerwehr setzte die Evakuierung fort und kontrollierte vorsorglich den Bahnhof Walther-Schreiber-Platz. In den Tunneln und Stationen stellte sie vier Drucklüfter auf, um den Rauch wegzublasen.

Die BVG geht davon aus, dass ein schadhafter Stromabnehmer den Steglitzer Brand ausgelöst hat. Von ihm könnte ein Funken auf die Kabelbrücke übergesprungen sein. „Wir haben damit begonnen, alle Züge zu untersuchen, die auf der U 9 unterwegs waren,“ sagte Reetz. Erste Ergebnisse werden für den heutigen Montag erwartet. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein defekter Stromabnehmer ein Feuer verursacht hat – zuletzt war dies am 17. Oktober beim U-Bahnhof Kleistpark der Fall. Von einer Häufung wollte die BVG aber nicht sprechen.