Anders als in den vergangenen Jahren werden in diesem Winter offenbar doch keine U-Bahnhöfe nachts für Obdachlose geöffnet. Das teilte Petra Reetz, die Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), nun überraschend mit. „Klassische Kältebahnhöfe wird es nicht mehr geben“, sagte Petra Reetz gegenüber RBB 24 am Freitag. „Der Senat hat keine Regelung gefunden. Ich kann Ihnen ganz offen sagen, dass wir darüber enttäuscht sind.“ Die BVG fühle sich im Stich gelassen.

Bereits seit Monaten wird in Berlin über die „Kältebahnhöfe“ gestritten, offenbar prüft die Sozialverwaltung immer noch geeignete Standorte und ist somit noch zu keiner Einigung mit der BVG gelangt. 

Die BVG hatte zunächst im September angekündigt, aus Sicherheitsgründen keine Menschen mehr in Bahnhöfen übernachten zu lassen. Die Zahl der häufig stark angetrunkenen Übernachtungsgäste, vielen davon aus Osteuropa, hatte zuletzt stark zugenommen.

Keine Kältebahnhöfe mehr: BVG fühlt sich von Senat im Stich gelassen 

Sozialsenatorin Elke Breitenbach forderte aber, dass weiterhin Bahnhöfe zur Verfügung gestellt werden sollten. Im Oktober vereinbarte sie mit der BVG, dass doch Übernachtungsmöglichkeiten für Obdachlose geschaffen werde sollten. Allerdings sollten dafür zum Beispiel Toiletten vor den Bahnhöfen aufgestellt und ungenutzte Räume abseits der Bahnsteige ausfindig gemacht werden.

Sicherheitsbedenken gibt es, wenn Obdachlose auf dem Bahnsteig selbst schlafen. Nun gestaltet es sich offenbar schwieriger als gedacht, geeignete Räume zu finden. In der Vergangenheit waren etwa die U-Bahnhöfe Schillingstraße oder Südstern für Obdachlose offen gehalten worden. (BLZ)