Berlin - Der AfD-Politiker Nicolas Seifert tritt nach sieben erfolglosen Wahlgängen nicht mehr als Kandidat für den Stadtratsposten an. „Er sieht keine Erfolgsaussichten mehr“, bestätigte der Bezirksverbandssprecher Ronald Gläser gegenüber dem rbb. Einen neuen Kandidaten gebe es noch nicht, so Gläser.

Seifert stieß vor allem wegen einer Auseinandersetzung mit dem ZDF-„heute Show“-Reporter Ralf Kabelka auf Ablehnung in der BVV Pankow. Auf einer AfD-Demo im Jahr 2015 hatte Kabelka sich als Clown verkleidet und mit Demonstranten gesprochen. Seifert ging daraufhin auf den Reporter zu und riss ihm die Perücke vom Kopf. Als Kabelka diese wieder haben wollte, wurde er von dem AfD-Politiker geschubst.

Beim zweiten Wahlversuch im November tauchten dann auch Mitglieder der Satirepartei Die Partei in der Bezirksverordnetenversammlung auf, um gegen Seifert zu demonstrieren. Sie waren dabei als Clowns verkleidet.

Ursprünglich wollte die AfD die Wahl anfechten und einen Anspruch auf einen Stadtratsposten gerichtlich durchsetzen. Entsprechende Schritte wurden aber letztlich nicht eingeleitet. In einem ähnlichen Fall in Tempelhof-Schöneberg gab der  Verfassungsgerichtshof einem Antrag der AfD auf eine einstweilige Verfügung nicht statt. (BLZ)