Berlin - Seit zwei Jahren gehören die Elektroautos von WeShare zum Straßenbild in Berlin. Nun zieht der Carsharing-Anbieter, der zur Volkswagen-Gruppe gehört, Bilanz. „Wir sind, was die Nachfrage in Berlin anbelangt, sehr glücklich. Die Stadt funktioniert kundenseitig gut für uns“, so Geschäftsführer Philipp Reth. Doch er macht auch klar, dass sowohl die Zahl der Fahrzeuge als auch das Bediengebiet in Berlin nach jetzigem Stand nicht wachsen werden. „Für uns ist klar, dass wir nur dort weitere Wachstumsschritte gehen und unseren Teil zur nötigen Mobilitätswende leisten können, wo Sharing-Anbieter willkommen sind“, mahnt Reth. Berlin gehöre nicht dazu, stattdessen sei hier eine „Drohkulisse“ zu spüren: „In keiner anderen Stadt haben wir es mit einer so herausfordernden Situation zu tun. Dagegen wird zum Beispiel in Hamburg eine ganz andere Art des Diskurses gepflegt.“

Es ist unverkennbar: Die Lage zwischen der Sharing-Branche und dem Senat ist angespannt. Die Auto-Anbieter stören sich vor allem an einer Berliner Besonderheit: „Anders als in anderen Städten müssen wir in Berlin permanent die vollen Parkgebühren zahlen“, klagt Philipp Reth. „Die Beträge summieren sich für uns auf eine signifikante siebenstellige Millionensumme pro Jahr. Für uns und die anderen Anbieter von Free-Floating-Carsharing in Berlin gibt es keine Parkausweise wie für Anwohner“ – die pro Jahr gerade mal 10,20 Euro kosten. Für die Unternehmen gebe es auch keine Vignettenlösung wie zum Beispiel in München oder Hamburg, so Reth.

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