In Ihrer Nähe wartet immer ein Car 2go auf Sie! wirbt das gleichnamige Carsharing-Unternehmen, das für seine 90.000 registrierten Kunden 1.200 weißblaue Smarts in Berlin zur Miete bereitstellt. Diese Werbung gilt ab dem 17. August nur noch für den erweiterten Innenstadtbereich. Die Firma, die zu Daimler-Benz gehört, wird ab diesem Stichtag das Gebiet, in dem ihre Smarts gemietet und abgestellt werden können, erheblich verkleinern.

Aus dem Geschäftsbereich fallen dann unter anderem große Teile Zehlendorfs, Teile von Marienfelde und weitere Teile des Berliner Südens, die Siemensstadt im Westen und im Osten Teile von Friedrichsfelde und Oberschöneweide heraus.

Ausgespart ist auch der Saatwinkler Damm am Flughafen Tegel, wo abfliegende Smart-Nutzer gern den Wagen abstellen. Dort gebe es in der Nähe aber eine Tankstelle, wo die Kleinwagen weiter gemietet und abgestellt werden könnten, sagte Car to go-Sprecher Andreas Leo. Er bezeichnete die Schrumpfung als „Optimierung“.

Außenbereiche: nur zwei oder dreimal am Tag

In den Außenbezirken funktioniere Carsharing nicht gut, „die Nachfrage ist dort besonders groß, wo auch der Öffentliche Nahverkehr gut läuft“, sagte er, nämlich in den zentralen Bereichen der Stadt. Dort würden laut Statistik des Unternehmens die Smarts acht bis zehnmal am Tag gemietet, in den Außenbereichen nur zwei oder dreimal. Deshalb konzentriere man nun das Angebot entsprechend der Nachfrage dort, wo die Kunden die Kleinwagen häufig in Anspruch nehmen und viele einen Wagen per Smartphone suchten, aber wegen Überbuchung keinen mehr finden.

Die Maßnahme betreffe nur rund fünf Prozent der Kunden in den Außenbereichen, 95 Prozent der Nutzer im Zentrum hätten ab August dagegen mehr Fahrzeuge zur Verfügung, sagte der Sprecher: rechnerisch sechs statt jetzt vier pro Quadratkilometer. Andere Carsharing-Firmen wie Drive Now (BMW, Mini) bieten teils größere oder anders geschnittene Mietgebiete an. Als privates Unternehmen müsse Car2go betriebswirtschaftlich handeln, sagte Leo. Man sei nicht Teil des öffentlichen Nahverkehrsangebots, sondern „nur eine Ergänzung“.