CCS-Pilotprojekt: Vattenfall stoppt sein CCS-Pläne

Potsdam - Grund ist nach Worten des Unternehmens vom Montag die „fortwährende Hängepartie um das deutsche CCS-Gesetz.“ Auch die Aktivitäten zur Erkundung unterirdischer Speicher in Ostbrandenburg werden eingestellt. Die CCS-Pilotanlage in Schwarze Pumpe bleibt bestehen.

Die Bundesregierung habe es nicht verstanden, dem Unternehmen langfristige Planungssicherheit zu geben, sagte Vattenfall-Vorstandschef Tuomo Hatakka. Der Konzern weise seit Monaten darauf hin, dass der vorliegende CCS-Gesetzentwurf ohne substanzielle Änderungen nicht geeignet sei, milliardenschwere Investitionen in die Entwicklung zu befördern, sagte der Chef der Braunkohle-Sparte von Vattenfall, Hartmuth Zeiß.

Im September war das CCS-Gesetz im Bundesrat gestoppt worden. Ein Streitpunkt ist die Klausel, wonach einzelne Länder aus der Speicherung aussteigen können. Mit dem Projekt hätte Deutschland die weltweite Führung bei Erforschung und Entwicklung der Technologie ausbauen können, so Zeiß.

Das Kraftwerk war eines der wichtigsten Projekte von Vattenfall. In Jänschwalde sollte die CCS-Technik erstmals im Kraftwerksmaßstab umgesetzt werden. Dabei geht es um die Abscheidung und unterirdische Speicherung von klimaschädlichem Kohlendioxid. Das 1,5-Milliarden-Euro-Projekt mit einer Leistung von 300 Megawatt sollte 2016 in Betrieb genommen werden.
Brandenburgs Landesregierung bedauerte das Aus. Ministerpräsident Platzeck (SPD) begrüßte zugleich, dass Vattenfall jedoch am Konzept eines Kraftwerkneubaus mit CCS-Technologie für den Zeitraum nach 2025 festhält. Die Braunkohleverstromung als Brückentechnologie werde gebraucht. (dapd)