CDU-Generalsekretär Stefan Evers.
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BerlinDer Berliner CDU-Generalsekretär Stefan Evers verlegt seine politische Heimat und wechselt von Wilmersdorf nach Treptow-Köpenick. Der Wechsel wird vom CDU-Vorsitzenden Kai Wegner unterstützt und als Signal an den Ostteil Berlins verstanden, dass die Partei die Hochburgen von Linken und AfD dort nicht länger zulassen wolle und sich um den Osten kümmere.

Evers, seit 2011 Mitglied des Abgeordnetenhauses, wohnt seit 14 Jahren kurz vor der Bezirksgrenze in Friedrichshain. Der neue Kreisverband des 40-Jährigen gehört nach Angaben der CDU zu den am stärksten wachsenden in Berlin. Seit Anfang 2019 zählte der Kreisvorsitzende Maik Penn 133 Neuaufnahmen. Insgesamt hat Treptow-Köpenick jetzt 550 der 12.000 Berliner CDU-Mitglieder.

Als Stadtentwicklungsexperte der CDU-Fraktion will sich Evers um entsprechende Themen im Bezirk kümmern. Er nennt als Beispiele die Bewältigung des Verkehrs vom und zum Flughafen BER, der Treptow-Köpenick und namentlich das Adlergestell stark belasten werde: „Ich glaube nicht wie der Senat, dass die Autobahn 113 den Verkehr allein bewältigen kann.“

Druck machen will er bei der „Tangentialen Verbindung Ost“ (TVO), einer Schnellstraße vom nördlichen Berliner Ring zur A113, die Stadtstraßen entlasten soll. Ihre ersten Planungen entstanden bereits 1969 in der DDR, doch bis heute ist sie nicht durchgehend fertiggestellt. Evers: „Es könnte nach dem gegenwärtigen Stand 2035 werden.“ Es fehlt der mittlere Abschnitt zwischen Wuhlheide und Märkische Allee.

Besonderes Augenmerk müsse auch dem Kosmosviertel in Altglienicke gelten, das laut Penn seit dem Kauf durch die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land 2019 trotz eines rührigen Quartiersmanagements weiter heruntergekommen sei. Das müsse sich ändern, schon deshalb, weil bei der letzten Abgeordnetenhauswahl 2016 der AfD-Kandidat Frank Scholtysek im Wahlkreis des Plattenbauviertels ohne erkennbaren Wahlkampf das Direktmandat geholt hatte.

Bei der Kandidatenaufstellung für die Wahl 2021 will Evers einen aussichtsreichen Listenplatz erreichen und voraussichtlich auch als Direktkandidat antreten, darüber muss aber der Kreisparteitag entscheiden.