Nach dem Debakel bei der Landtagswahl am 1. September hat sich die CDU in Brandenburg nun entschlossen, doch noch als seriöse Partei aufzutreten. Der offene und sehr laute parteiinterne Putschversuch von sechs konservativen Abgeordneten, der seit dem Wahlabend läuft, endete am Dienstag ziemlich überraschend mit der einstimmigen Wahl des Kandidaten des liberalen Flügels zum neuen Fraktionsvorsitzenden.

Die Konservativen gaben nach und verzichteten auf eine Kampfabstimmung. Nun kann die CDU doch noch weiter mit SPD und Grünen über eine Regierungsbeteiligung in Potsdam verhandeln.

Zwischenstopp auf dem Weg zur Regierungsbeteiligung in Brandenburg

Doch dieses für die Christdemokraten überaus positive Ergebnis ist nur ein Zwischenstopp auf dem langen Weg zu einer Regierungsbeteiligung. Denn obwohl die CDU in einer möglichen Koalition mit der siegreichen SPD und den Grünen die nominell zweitstärkste Kraft darstellt, ist sie in der schwächsten Position.

Denn die CDU ist darauf angewiesen, dass die beiden anderen Parteien sie als seriösen Partner anerkennen, mit dem sie eine solide und vor allem tragfähige Regierung für die nächsten fünf Jahre bilden können. Die anderen müssen überzeugt sein, dass die sechs konservativen Abweichler, die nun verstummt sind, auch weiterhin zu einer möglichen schwarz-grünen Koalition stehen. Denn diese Regierungsoption hat im Parlament genau sechs Stimmen Mehrheit – genauso viele wie es bislang konservative Kritiker in der CDU gab.

Die CDU muss in den kommenden Verhandlungstagen oder gar -wochen nun weiter Seriosität beweisen, denn die anderen beiden könnten zur Not immer noch eine rot-grün-rote Regierung mit der Linkspartei schmieden.