Unmittelbar vor den diesjährigen Grundschulanmeldungen hat der Bezirk Mitte die Einschulungsbereiche deutlich verändert. Aus ursprünglich 11 sind nun 20 Schulsprengel geworden. Die dort wohnenden schulpflichtigen Kinder sind grundsätzlich zum Besuch der in ihrem Bereich liegenden Schule verpflichtet.

Jetzt versucht Schulstadtrat Carsten Spallek (CDU) die Änderungen noch schnell durch die Gremien zu bringen, damit Eltern ihre Kinder ab dem 4. Oktober für das kommende Schuljahr korrekt anmelden können. Kritik wegen der hektisch wirkenden Planung kommt bereits von Elternvertretern. „Die Eltern dürfen nicht überrumpelt werden und brauchen Planungssicherheit“, sagte Jan Krebs, Mitglied des Bezirkselternausschusses von Mitte.

Klagenden Eltern wurde meist stattgegeben

Mit dem Neuzuschnitt der Einschulungsbereiche beendet der Bezirk eine jahrelang rechtswidrige Praxis. Denn vor einigen Jahren hatte Mitte elf teils sehr große Einzugsbereiche geschaffen. Einer dieser Schulsprengel reichte sogar vom Gesundbrunnen-Center über den Rosenthaler Platz bis hinter den Alexanderplatz.

Dahinter stand auch der Gedanke, migrantische Kinder aus Gesundbrunnen mit den Kindern der Biomarkt-Eltern aus Mitte zu vermischen. In vielen Fällen klagten Eltern. Immer wieder stellten Verwaltungsrichter fest, dass Einzugsbereiche zu groß seien, kleinen Kindern die langen Wege nicht zuzumuten sind.

Zwei Schulen bilden oft einen Bereich

Bereits im Frühjahr hatte Mitte die Einschulungssprengel verändert und 23 Bereiche geschaffen, aber die wurden nicht durchgesetzt. Nun erfolgte wieder eine Veränderung. Jetzt sollen die Wege für die Schüler maximal 1,5 Kilometer lang sein. „Hier wurde darauf geachtet, dass die Wege altersangemessen sind“, heißt es in einem Rundschreiben. Meist gehe eine offene mit einer gebundenen Ganztagsschule, an der sich Unterricht und Freizeitangebote abwechseln, zusammen.

Oft bilden nun zwei Schulen einen Bereich, etwa die Erika-Mann- und die Gottfried-Röhl-Grundschule in Wedding, die Arkonaplatz- und die Papageno-Grundschule in Mitte oder die Gustav-Falke und die Vineta-Grundschule in Gesundbrunnen. Einige wie die Grundschule am Koppenplatz in Mitte oder die Allegro-Grundschule in Tiergarten bilden allein einen Einzugsbereich. So wie das in den anderen Bezirken üblich ist.