Es ist ein interessantes Experiment, das im Südwesten stattfindet: Vordergründig geht es nur darum, wer neuer Chef in Steglitz-Zehlendorf wird, dem mächtigsten Kreisverband der CDU. Aber eigentlich geht es darum, wie modern und offen die CDU unter Frank Henkel ist. Oder ob es sich um das alte Machtsystem handelt, das seit eh und je das mittelprächtigste Personal nach oben bringt. Es treten an: Karl-Georg Wellmann, seit 40 Jahren bei der CDU, ein politischer Fummler, und Thomas Heilmann, Justizsenator, Quereinsteiger, ein politischer Spieler.

Normalerweise gewinnt in der Union immer derjenige, der weiß, männlich, heterosexuell, Jurist oder Betriebswirt ist und die meisten Freunde hat. Ausnahmen für Frauen, Schwule oder Quereinsteiger (wie Werbe-Agenturbesitzer) gestattet die Partei in Situationen, in denen es keine anderen halbwegs geeigneten Kandidaten gibt, auf die die oben genannten Kriterien zutreffen. Dies scheint in diesem Derby um den Südwesten aber nicht der Fall zu sein.

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