Schönefeld - So viel steht fest: Die Nacht vom 6. auf den 7. Juni wird für die Anwohner des Flughafens Schönefeld ziemlich laut werden. Das Finalspiel der Champions League wird dem Airport 80 bis 100 Flüge zu nächtlicher Stunde bescheren. Weil der FC Bayern aus dem Wettbewerb ausgeschieden ist, werden am ersten Sonnabend im Juni zwei ausländische Mannschaften um 20.45 Uhr im Berliner Olympiastadion gegeneinander antreten. Das bedeutet: Viele tausend ausländische Fußball-Fans fliegen danach nach Hause. „Es wird praktisch die ganze Nacht hindurch geflogen werden“, sagte Gerhard Steintjes, Vorsitzender der Fluglärmkommission.

Derzeit gelten auch für Schönefeld Nachtflugbeschränkungen. Denn weil dort die Start- und Landebahn saniert wird, nutzen die Flugzeuge die Südbahn des BER – für die bereits die Regelungen des neuen Airports beachtet werden müssen. Diese Beschränkungen bestehen weiter, hieß es. Doch die Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlin Brandenburg hat bereits zugesichert, dass sie Airlines auf Antrag Ausnahmegenehmigungen für den Fan-Verkehr erteilen wird.

Das sei in Fällen besonderen öffentlichen Interesses möglich, und die Innenverwaltung habe ein solches Interesse in diesem Fall bestätigt – wegen der „Bedeutung des Finalspiels für Berlin als Bundeshauptstadt“, wie es im Senat hieß. Außerdem sollen die Fans so schnell wie möglich wieder abtransportiert werden, um Streit und Gefahren durch umherstreifende gegnerische Fangruppen zu verhindern.

Bis zu 100 Maschinen in der Nacht

Errechnet wurde, dass nach dem Finale am 6. Juni bis zu 30 000 Fans mit dem Flugzeug abreisen werden, wenn zwei ausländische Mannschaften gegeneinander antreten. Bei einer deutschen Beteiligung wären es rund halb so viele gewesen, weil dann viele Besucher mit der Bahn oder dem Bus kommen würden, so die Fluglärmkommission. Nun aber sei das „Worst Case Szenario“ eingetreten: Es würden in der Nacht bis zu 100 Maschinen starten. „Bei den Gemeinden ist das auf großen Unmut gestoßen“, sagte Gerhard Steintjes. „Sie haben Angst, dass das in Zukunft öfter passiert.“

Der Senat teilte mit, dass die Flüge „fast ausschließlich über Schönefeld abgewickelt“ werden sollen. Dort gebe es anders als in Tegel genug Stellplätze für Flugzeuge – rund 80 Abstellpositionen würden nach dem jetzigen Stand benötigt. „Uns wurde mitgeteilt, dass es in Tegel nur während der regulären Betriebszeiten Fan-Verkehr geben soll – also bis 23 Uhr“, sagte Rolf-Roland Bley von der Bürgerinitiative gegen das Luftkreuz auf Stadtflughäfen. Er gehe davon aus, dass diese Zusage eingehalten wird und die Tegel-Anwohner von nächtlichem Fluglärm verschont werden.