Termine wie diesen hatte Michael Müller in seiner Zeit als Stadtentwicklungssenator viele. „Schön, mal wieder auf einer Baustelle zu sein. Ich hatte schon ein bisschen Entzugserscheinungen“, sagte der seit sechs Wochen amtierende Regierende Bürgermeister am Mittwoch beim Richtfest des OP-Neubaus der Charité in Mitte.

Erst vor fünf Monaten war der Grundstein für den fünfgeschossigen Kubus an der Rückseite des Bettenhochhauses gelegt worden. Ende 2016 soll der zentrale Operationsbereich mit 15 Sälen und 70 Intensivbetten in Betrieb genommen werden. Ins Erdgeschoss soll die Rettungsstelle ziehen, die über die Philippstraße angefahren werden kann. Das Investitionsvolumen beträgt 70 Millionen Euro. Es ist Teil des Budgets in Höhe von knapp 203 Millionen Euro, die der Senat für die Modernisierung des Bettenhochhauskomplexes zur Verfügung stellt.

Müller hatte Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres zum Richtfest mitgebracht. Auch ihr Amtsvorgänger Jürgen Zöllner (alle SPD), inzwischen Chef der Stiftung Charité, nahm an der Feier teil. Er war bis 2011 im Senat für das Uniklinikum zuständig. „Der Masterplan hat mich viele schlaflose Nächte gekostet“, sagte er am Rande. Damals hatte Zöllner nach langem Streit 330 Millionen Euro für Sanierungsmaßnahmen an allen Charité-Standorten bewilligt, inzwischen ist die Summe um 50 Millionen Euro aufgestockt worden. Charité-Chef Karl Max Einhäupl erinnerte Müller daran, „nach der Restaurierung in Mitte für Steglitz etwas zu tun“. Denn das Uniklinikum Benjamin Franklin muss grundlegend saniert werden. Auch am Virchow-Klinikum in Wedding gibt es Bedarf. Müller sagte eine „Weiterentwicklung“ der Standorte zu.

Diskutiert wird noch darüber, ob die Charité 300 ihrer rund 3 000 Betten abgeben muss. Das sieht der Krankenhausplan von Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) vor. Doch Scheeres und Einhäupl lehnen angesichts der wachsenden Stadt einen Abbau ab. Auch im Hauptausschuss des Parlaments war die Bettenplanung am Mittwochabend Thema.