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Was tun im Verdachtsfall? Bitte das zuständige Gesundheitsamt (www.service.berlin.de) oder den Hausarzt telefonisch benachrichtigen. Ein Anruf bei der Corona-Hotline des Senats (Tel. 9028 2828, von 8-20 Uhr) hat wegen Überlastung meist wenig Erfolg. Lange Wartezeiten gibt es auch bei der KV-Hotline (Tel. 116117).

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+++ 29. März +++

Charité mahnt Herzpatienten zu Untersuchungen

Krankenwagen der Berliner Feuerwehr

Die Berliner Universitätsklinik Charité hat Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten gemahnt, beim Auftreten von Symptomen den Notruf zu wählen oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Seit Beginn der Corona-Krise sei die Zahl dieser Patienten deutlich zurückgegangen, teilte die Charité am Sonntag in Berlin mit. Dies gelte offensichtlich bundesweit. Die Klinik befürchtet, dass der Grund dafür Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus sei.

"Die Vermutung liegt nahe, dass bei den betroffenen Personen eine Verunsicherung herrscht, ob sie in der aktuellen Situation eine Klinik aufsuchen sollten", erklärte die Klinik. Dies gelte gerade für Angehörige von Corona-Risikogruppen. Bei Herzinfarkten und Schlaganfällen zähle jedoch oft jede Minute und unbehandelte Erkrankungen könnten zu schweren Folgen wie Lähmungen oder Herzrhythmusstörungen führen, im schlimmsten Fall zum Tod.

Die Charité versicherte vor diesem Hintergrund, dass ungeachtet der Corona-Pandemie auch die Versorgung von Notfall-Patienten mit anderen Krankheitsbildern in den Krankenhäusern sichergestellt sei. Auch würden diese sowie Corona-Patienten auf getrennten Stationen behandelt. (AFP)

Sechs Corona-Patienten aus Frankreich in Berlin angekommen 

Sechs schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich werden nun in der Berliner Charité intensivmedizinisch behandelt. Sie seien am Samstag mit zwei Flugzeugen aus Straßburg nach Berlin geflogen worden, teilten Senatskanzlei und Charité am Sonntag mit. Kurz vor Mitternacht kam demnach der letzte Patient an. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte die Hilfsaktion am Samstagmorgen angekündigt. «Solidarität hört nicht an der Stadtgrenze auf», hatte er erklärt. Berlin will auch noch fünf Corona-Patienten aus Italien aufnehmen. (dpa)

Investitionsbank Brandenburg: Rund 45.000 Anträge auf Corona-Soforthilfe 

Bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) sind bislang rund 45.000 Anträge auf Soforthilfe in der Corona-Krise eingegangen. «So viele wie noch bei keinem Programm in der Geschichte unserer Bank», teilte der ILB-Vorstandsvorsitzende Tillmann Stenger am Sonntag auf Anfrage in Potsdam mit.

Rund 150 Mitarbeiter arbeiteten seit Mittwoch von 6 bis 22 Uhr die Anträge ab, auch am Samstag, berichtete Stenger. «Inzwischen haben die ersten Antragsteller ihr Geld auf dem Konto», sagte er. «Ausgezahlt sind inzwischen rund 7,5 Millionen Euro.»

Alle noch Wartenden bat der ILB-Chef um Geduld und darum, von telefonischen Nachfragen abzusehen, «damit die Antragsbearbeitung weiter zügig vonstatten gehen kann». Zu Fragen rund um die Antragstellung bietet die Bank auf ihrer Internetseite Webinare an, die bislang rund 2500 Menschen genutzt hätten.

Einen Antrag auf Soforthilfe können Klein-und Kleinstbetriebe mit bis zu 100 Mitarbeitern oder Freiberufler stellen. (dpa)

Mehr Familien erhalten Anspruch auf Kindernotbetreuung 

In Brandenburg sollen in der Corona-Krise mehr Eltern Anspruch auf eine Notbetreuung für ihre Kinder in Schulen und Kitas bekommen. Das Sozialministerium teilte am Samstag mit, dass von nun an zum Beispiel auch Kinder in die Betreuung könnten, bei denen nur ein Elternteil im Gesundheits- oder Pflegebereich arbeitet. Bislang hatten nur Familien ein Anrecht auf die Betreuung, wenn beide Eltern in den Bereichen arbeiten.

«Wir brauchen in dieser Situation alle verfügbaren Beschäftigten im medizinischen und pflegerischen Bereich», erklärte Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Deshalb habe die Landesregierung die bestehenden Regeln noch einmal verändert. Die neuen Regeln gelten unter anderem für Menschen, die im medizinischen oder gesundheitstechnischen Bereich arbeiten, aber etwa auch für Berufstätige, die sich um die Versorgung psychisch Erkrankter kümmern. (dpa)

Tegel schließen? Flughafen-Eigentümer beraten über Corona-Folgen

Eine Entscheidung über eine mögliche vorübergehende Schließung des Berliner Flughafens Tegel könnte an diesem Montag fallen. Der starke Passagierrückgang in der Corona-Krise ist nach Regierungsangaben ein Thema der Gesellschafterversammlung der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg. Um den Flughafen zeitweise vom Netz zu nehmen, müssten die Flughafen-Eigentümer einen Antrag bei der Luftfahrtbehörde stellen.

Bei der Telefonkonferenz mit Vertretern Berlins, Brandenburgs und des Bundes dürfte es daher auch um mögliche Finanzhilfen für die Flughafengesellschaft gehen. Sie hat erhebliche Einnahmeausfälle, weil kaum noch geflogen wird. Der Aufsichtsrat hat schon zugestimmt, Hilfen zu beantragen. (dpa)

Appell an Kranke: Notwendige Behandlungen nicht aufschieben 

Angesichts der Coronakrise und überlasteter Krankenhäuser scheuen sich offenbar Menschen mit anderen ernsten Gesundheitsproblemen, den Notarzt zu rufen oder anderweitig medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. «Berliner Krankenhäuser, in denen Schlaganfall-Patienten versorgt werden, verzeichnen zurzeit einen deutlichen Rückgang von Schlaganfall-Patienten», erklärte die Gesundheitsverwaltung am Sonntag. «Es ist davon auszugehen, dass viele Patienten mit leichten Schlaganfällen oder auch Herzinfarkten aus Angst vor einer Infizierung mit dem Coronavirus zu Hause bleiben.» Dies dürfe nicht sein.

Senat, Kassenärztliche Vereinigung (KV), Krankenhausgesellschaft (BKG) und Ärztekammer riefen die Berliner gemeinsam dazu auf, im Ernstfall keine Scheu vor der Inanspruchnahme der Notfallversorgung zu zeigen. Bei notwendigen medizinischen Behandlungen - zum Beispiel bei der Einstellung von Diabetes oder bei Bluthochdruck - solle jeder seinen behandelnden Arzt konsultieren oder im Ernstfall Rettungsstellen der Krankenhäuser, KV-Notdienstpraxen oder die Notfallnummern 112 und 116117 kontaktieren.

«Für diese Menschen ist die ausbleibende Behandlung möglicherweise gefährlicher als die verhältnismäßig geringe Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Coronavirus bei einem Besuch einer Praxis oder Rettungsstelle zu infizieren», hieß es. Wichtige Behandlungen dürften nicht aufgeschoben werden. (dpa)

Hotline für einsame Senioren in Corona-Krise nachgefragt 

In der Corona-Krise hat sich die Nachfrage bei einer Berliner Hotline für einsame Senioren erhöht. Das Anrufaufkommen sei zuletzt stark angewachsen, sagte die Initiatorin des sogenannten Silbertelefons, Elke Schilling, der Deutschen Presse-Agentur. An einzelnen Tagen hätten fünfmal mehr Menschen angerufen als zuvor, mehr als 160 statt 36. Man sei dabei, die Kapazitäten aufzustocken.

Im Vergleich zur Zeit vor der Krise riefen nun etwas jüngere Menschen an, die noch keine lange Zeit der Einsamkeit hinter sich haben, so Schilling. Es handle sich um eigentlich noch fitte und bewegliche Senioren. Angesichts der Einschränkungen im öffentlichen Leben und der Aufrufe, soziale Kontakte einzuschränken, machten sie nun aber die Erfahrung, allein zu sein. Hinzu komme die Unberechenbarkeit der weiteren Entwicklung. Es gebe bei Anrufern auch Ängste, selbst mit dem Coronavirus infiziert zu sein, so Schilling. «Haben Sie Fieber?», fragten die Hotline-Mitarbeiter dann sicherheitshalber.

Schilling bemerkt auch, dass nun mehr Männer anrufen als bisher. Die Krise mache sie offenbar zugänglicher dafür, sich mit der eigenen Besorgnis auseinanderzusetzen. Es gebe aber genauso Männer, bei denen sie ein Bedürfnis nach Rückkehr zur Normalität sehe: Diese Anrufer sperrten sich, über die Corona-Krise zu sprechen. «Die sagen dann, sie wollen bitte mal über was anderes reden.»

Das Silbertelefon-Team schlägt je nach Situation auch Brücken zu Hilfsnetzwerken, um zum Beispiel Unterstützung fürs Einkaufen zu organisieren. Man arbeite mit den Portalen nebenan.de und gemeinschaft.online, so Schilling. Dort bieten jüngere Leute, die nicht zur Risikogruppe für schwere Verläufe von Covid-19 zählen, Hilfe für ältere Nachbarn an. Auch das Silbertelefon erfahre viel Unterstützung, etwa durch Spenden. «Es ist eine Zeit der Geschenke.»

Seit rund eineinhalb Wochen ist das kostenlose Angebot für Menschen, die einfach mal reden wollen, auch bundesweit erreichbar. Förderer hatten angesichts der besonderen Situation die Ausweitung der Hotline ermöglicht. Die Nummer ist: 0800 4708090. Die Hotline ist den Angaben zufolge zwischen 8  und 22 Uhr erreichbar. Dahinter stehen der Verein Silbernetz und der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg. (dpa)

+++ 28. März +++

Lebensgefährte von Berlins Ex-Bürgermeister Klaus Wowereit gestorben

Klaus Wowereit (links) und Jörn Kubicki (Archivbild, 2017).
Foto: Imago Images/APP Ühoto

Jörn Kubicki, der Lebensgefährte von Berlins ehemaligem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, ist tot. Das bestätigte Wowereits Anwalt Christian Schertz am Samstagabend der Deutschen Presse-Agentur. «Ich kann Ihnen als Anwalt von Klaus Wowereit bestätigen, dass Jörn Kubicki heute verstorben ist», sagte Anwalt Christian Schertz am Samstagabend der Deutschen Presse-Agentur. «Weitere Erklärungen werden hierzu nicht erfolgen und wir bitten, die Privatsphäre von Herrn Wowereit zu respektieren.»

Die «Bild am Sonntag» berichtet, Kubicki sei nach einer langjährigen Lungenkrankheit und einer Infektion mit Coronaviren an Herzversagen gestorben.

Der Neurologe Kubicki (geboren 1965) und Wowereit (66) waren laut «Bild am Sonntag» fast 30 Jahre lang ein Paar. Wowereit war von 2001 bis 2014 Regierender Bürgermeister von Berlin und von 2009 bis 2013 einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD. Mit seiner Homosexualität ging er offen um. 2001 sagte er vor seiner Nominierung zum Kandidaten als Regierender Bürgermeister: «Ich bin schwul und das ist auch gut so.»

Zahl steigt: 2337 Corona-Infizierte in Berlin

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Berlin ist am Samstag auf 2337 gestiegen. Damit sind 185 Fälle mehr bekannt als am Vortag. Das geht aus der jüngsten Statistik der Senatsgesundheitsverwaltung hervor. Die meisten Infizierten gibt es in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen. Hier wurden 602 Fälle registriert. Neun Patienten sind nach der durch das Virus ausgelösten Krankheit Covid-19 gestorben.

300 Patienten werden im Krankenhaus behandelt. Davon werden 64 Menschen auf der Intensivstation betreut. Von den Infizierten sind 1243 männlich, 1088 weiblich. Bei sechs Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Den höchsten Anteil an Corona-Infizierten hat der Bezirk Mitte mit 367 registrierten Fällen. Dahinter folgt Charlottenburg-Wilmersdorf mit 300 Fällen. Im Bezirk Marzahn-Hellersdorf haben sich bislang die wenigsten Menschen angesteckt. Dort liegt die Zahl bei 78. (dpa)

Amtsarzt: Berlins Infektionszahlen sind unterschätzt

Der Reinickendorfer Amtsarzt Patrick Larscheid hält die aktuellen Infektionszahlen in der Coronavirus-Pandemie für die Hauptstadt für unterschätzt. «Der Fallzahlanstieg kann ja nur so groß sein wie die Testkapazität ist», sagte er am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist der Knackpunkt. Die Tests in Berlin sind weiter auf 2000 am Tag limitiert. Der Bedarf geht aber darüber hinaus.» Für eine Abschätzung, ob Schutzmaßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen wirkten, ist es nach Larscheids Meinung allein wegen dieser unsicheren Datenlage noch viel zu früh.

In Berlin waren mit Stand vom Freitagabend offiziell 2152 bestätigte Coronavirus-Infektionen registriert - darunter acht Todesfälle. 261 Covid-19-Patienten wurden im Krankenhaus behandelt, davon 53 Menschen auf einer Intensivstation. 645 Erkrankte seien wieder genesen. (dpa)

Berliner Senat rechnet mit längerer Gültigkeit der Corona-Regeln

Der Berliner Senat erwartet, dass die Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie auch noch nach Ostern gelten werden. «Ob weitere Maßnahmen nötig sind und wann und ob welche Regeln gelockert werden können oder angepasst werden müssen, ist aktuell nicht abzusehen», teilte eine Senatssprecherin am Samstag auf Anfrage mit. «Man muss allerdings damit rechnen, dass die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie bis nach Ostern andauern werden.» Der Senat überprüfe die Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung fortlaufend und sei dazu im ständigen Austausch mit Experten, den Bundesländern und der Bundesregierung. (dpa)

Covid-19-Patient stirbt in Potsdam - Vierter Todesfall in Brandenburg

In Potsdam ist in der Nacht zu Samstag ein weiterer Patient nach einer Coronavirus-Infektion gestorben. Der Mann sei 78 Jahre alt und vorerkrankt gewesen, teilte die Stadtverwaltung mit. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle erhöhte sich damit in Brandenburg auf vier.

Den ersten Toten in Brandenburg hatte der Landkreis Oberhavel am Freitag der vergangenen Woche gemeldet: Dort starb ein 81 Jahre alter Mann nach einer Infektion mit dem neuartigen Virus. Zwei weitere Todesfälle folgten in Potsdam, wo am Donnerstag ein 88 Jahre alter Mann und am Freitag ein 80-Jähriger starben.

Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, Mike Schubert (SPD), appellierte, die Regelungen zur Eindämmung ernstzunehmen. «Dieses Virus ist gefährlich und wir sind weit von einer Entwarnung entfernt», sagte er. «Höchste Priorität muss weiterhin die Reduzierung der persönlichen sozialen Kontakte haben sowie der Schutz der vorerkrankten und älteren Menschen.» (dpa)

Polizei kontrolliert Aufenthaltsbeschränkung im Freien

Die Menschen in der Hauptstadt müssen sich an diesem Wochenende darauf einstellen, dass die Polizei angesichts des Sonnenscheins verstärkt die Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise kontrolliert. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) kündigte an, Polizisten seien weiterhin unterwegs, um die Menschen an die Regeln zu erinnern. Gegen hartnäckige Verweigerer werde man konsequent vorgehen.

Geisel forderte die Menschen auf, sich auch bei schönem Wetter an die Abstandsregeln zu halten und auf längere Aufenthalte draußen zu verzichten. Auch die Polizei hatte am Freitag gewittert, dass die Berliner bei ihren kurzen Spaziergängen oder sportlichen Aktivitäten bereits gefüllte Parks und Grünflächen meiden sollen. In Berlin war es unter anderem in Parks zu Verstößen gegen die Kontaktverbote gekommen.

Angesichts des Ausflugswetters kontrollieren auch Polizei und Ordnungsamt in Brandenburg verstärkt Picknickplätze auf die Einhaltung der Kontaktregeln.

Wegen der Corona-Krise gilt ein Abstandsgebot: Bei jedem Aufenthalt außerhalb der eigenen Wohnung ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen einzuhalten. Man darf zudem nur allein oder zu zweit unterwegs sein. Ausnahmen gelten für Familien und Bewohner gemeinsamer Wohnungen.

Die Polizei will wegen der Ansteckungsgefahr gut gefüllte Parks verhindern. Sie verweist darauf, dass zwar Bewegung und Sport draußen erlaubt seien, ebenso ein kurzes Ausruhen und Verweilen an einer Stelle. Aber das Niederlassen auf Decken, das Sonnen und längere Sitzen an einer Stelle draußen seien verboten, hatte Polizeipräsidentin Barbara Slowik gesagt. (dpa)

Berlin nimmt sechs Corona-Patienten aus Frankreich auf

Berlin nimmt sechs schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich auf. Sie sollen an diesem Samstag in die Charité kommen, teilte eine Sprecherin des Senats am Samstag mit. Die Infizierten werden den Angaben zufolge per Flugzeug von der Uniklinik Straßburg nach Berlin gebracht, um im Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt zu werden. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte sich am Mittwoch mit dem Chef der Charité, Professor Heyo K. Kroemer, darauf verständigt, Corona-Patienten aufzunehmen.

Auch aus Italien werde aktuell ein Transport vorbereitet. Die Charité hat angeboten, in ausgewählten Einzelfällen zu helfen und schwererkrankte Corona-Patienten aus anderen Ländern aufnehmen zu können. Müller sagte dazu: „Solidarität hört nicht an der Stadtgrenze auf. Wir haben die Kapazitäten und können und wollen in Einzelfällen auch helfen und Unterstützung anbieten.“ In dieser akuten Krisensituation sei das selbstverständlich.

Der Senat hatte am Mittwoch angekündigt, dem Beispiel anderer Bundesländer folgen und schwer kranke Corona-Patienten aufnehmen zu wollen. Zunächst war dabei von Erkrankten aus Italien die Rede gewesen. (dpa)

Gewaltschutzambulanz befürchtet mehr Kindesmisshandlungen in Familien

Die Berliner Gewaltschutzambulanz befürchtet durch die Coronakrise einen starken Anstieg von Kindesmisshandlungen. «Die soziale Kontrolle ist derzeit nicht da - der Bereich, in dem sonst häusliche Gewalt gegen Kinder auffällt, also in Schulen, Kitas oder bei Tagesmüttern, ist ja gerade weggefallen», sagte die Vizechefin der Ambulanz, Saskia Etzold, der Deutschen Presse-Agentur. Bei eingeschränkter Öffentlichkeit würden Verletzungen jetzt weniger bemerkt. «Wir müssen wohl davon ausgehen, dass innerfamiliäre Gewalt in den nächsten Wochen deutlich ansteigt.»

Die vor sechs Jahren gegründete Ambulanz gehört zur Berliner Charité. Opfer - sowohl Kinder als auch Erwachsene - können ihre Verletzungen dort von Rechtsmedizinern vertraulich und kostenlos dokumentieren lassen. Sie müssen nicht sofort entscheiden, ob sie den Täter anzeigen. Die Dokumentation zählt auch später bei einer Verhandlung vor Gericht. Rund 6500 Gewaltfälle wurden bislang untersucht.

Drei Viertel der erwachsenen Gewaltopfer in der Ambulanz sind Frauen, rund ein Fünftel aller Betroffenen Kinder. Gefördert wird die Ambulanz in diesem Jahr mit knapp 1,2 Millionen Euro aus dem Haushalt der Senatsjustizverwaltung. (dpa)

Handel: Supermarktkunden sollten Mundschutz tragen

In der Corona-Krise ruft der Einzelhandel in Berlin und Brandenburg die Kunden von Supermärkten dazu auf, beim Einkaufen einen Mundschutz zu tragen. «Je mehr Leute ihn freiwillig tragen, desto mehr schützen sie andere», sagte Verbands-Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen. «Wir freuen uns auch über ein Lächeln hinterm Mundschutz.»

Für immer mehr Verkäufer gebe es Plexiglas-Scheiben über den Kassen zum Schutz vor möglichen Infektionen, erklärte der Branchenvertreter. Zudem regelten Händler den Zugang zu ihren Geschäften, etwa über die Zahl der Einkaufswagen. Dann würden nur Kunden mit Wagen eingelassen. (dpa)

Finanzsenator: Corona-Hilfe für Unternehmen wird aufgestockt 

Der Berliner Senat stockt seine Millionenhilfen für mittlere und kleinere Unternehmen in der Coronakrise angesichts des riesigen Bedarfs auf. Wenn es nötig sei, könne das bisher geplante Volumen von 600 Millionen Euro auf bis zu einer Größenordnung von einer Milliarde Euro erhöht werden, sagte Finanzsenator Matthias Kollatz der Deutschen Presse-Agentur. «Die erste Welle werden wir abarbeiten, auch wenn es zu deutlich höheren Haushaltsbelastungen führt, als wir ursprünglich gedacht haben», versicherte der SPD- Politiker. «Weil wir den Unternehmen helfen wollen und wissen, dass es hier mitunter um Tage geht.»

Gleichzeitig machte Kollatz klar, dass Berlin für die Hilfen nicht endlos Geld zur Verfügung habe. Daher müssten früher oder später verstärkt Programme des Bundes in Anspruch genommen werden. Berlin hatte zwei Soforthilfe-Programme für Firmen aufgelegt, die wegen der Ausbreitung des Corona-Virus und den Gegenmaßnahmen in ihrer Existenz bedroht sind. (dpa)

Städtebundpräsident regt Hilfen für Kommunen in Corona-Krise an 

Der Präsident des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg, Oliver Hermann, hat wegen der Corona-Krise mögliche Hilfen für Kommunen ins Spiel gebracht. «Viele Städte und Gemeinden kommen auch finanziell in eine schwierige Lage», sagte der parteilose Bürgermeister von Wittenberge der Deutschen Presse-Agentur. «Die Gewerbesteuer geht runter, die Zuweisungen von Bund und Land werden extrem sinken. Daher ist es auch notwendig, dass über eine Art "Rettungsschirm", insbesondere Liquiditätshilfen für Städte und Gemeinden, nachgedacht wird.» Die Kenia-Koalition plant im Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise einen Rettungsschirm von bis zu zwei Milliarden Euro. Der Landtag entscheidet nächste Woche darüber. (dpa)

Corona-Krise: Brandenburgs Hochschulen stellen auf digitale Lehre um

Viele Hochschulen in Brandenburg starten wegen der Corona-Krise ohne echte Vorlesungen und Seminare ins neue Sommersemester. Stattdessen setzen sie verstärkt auf digitale Wissensvermittlung, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Die Studenten würden mit entsprechenden Online-Angeboten der Dozenten und Professoren versorgt, sagt Johanna Köhle, Sprecherin der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE). Dort begann das Sommersemester bereits am 16. März. Die Umstellung auf das Lehren im virtuellen Raum bedeute für viele Hochschullehrer aber auch Studenten eine Herausforderung.

An der Fachhochschule Potsdam richtet man sich derzeit darauf ein, dass das gesamte Sommersemester ohne Präsenzveranstaltungen mit allen Möglichkeiten eines Fernstudiums umgesetzt wird, wie Sprecherin Steffi Brune sagt. Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) sieht laut einer Sprecherin die Krise als Chance zur digitalen Umstellung des Lehrbetriebs. (dpa)

+++ 27. März +++

Coronavirus: Derzeit 2152 bestätigte Fälle in Berlin

In Berlin gibt es derzeit 2152 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus -215 mehr als noch am Vortag. Das teilte die Sematsverwaltung für Gesundheit am Abend mit. Die Kontaktpersonen werden weiterhin im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert.

1156 Personen sind männlich, 991 weiblich. Bei fünf Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 261 Personen, davon werden 53 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Acht an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patient*innen sind bislang verstorben. (BLZ)

Große Nachfrage nach Corona-Soforthilfe für Unternehmen

Die Corona-Soforthilfen haben am Freitag einen Ansturm von Unternehmern ausgelöst. Nach Freischaltung der Online-Anträge steuerten mehrere Zehntausend Interessenten die Website der Investitionsbank Berlin an. Nutzer mussten mehr als eine Stunde warten, um die Formulare ausfüllen zu können. Am frühen Nachmittag waren mehr als 60.000 Nutzer in der Warteschlange. (dpa)

Corona-Rettungsschirm soll über 30 Jahre zurückgezahlt werden

Der geplante Brandenburger Corona-Rettungsschirm in Höhe von zwei Milliarden Euro könnte finanzielle Auswirkungen für die nächsten Jahrzehnte haben. Der Kredit solle «binnen der nächsten 30 Jahre zurückgezahlt werden», sagte CDU-Fraktionschef Jan Redmann am Freitag in Potsdam. «Das bedeutet für jedes Haushaltsjahr eine zusätzliche Belastung in Höhe von 66 Millionen Euro.»

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Erik Stohn betonte, das Land habe gerade eine Vollbremsung gemacht. «Wir wissen, dass wir jetzt stützen müssen.» Die Höhe des Schirms klinge nach einer schwindelerregenden Summe. Aber: «Wir müssen uns das leisten, um jetzt Beschäftigung, um jetzt Unternehmen, um jetzt Familien zu unterstützen», sagte Stohn. Der erneut verdoppelte Rettungsschirm ist nach Angaben von Grünen-Fraktionschefin Petra Budke nötig, etwa weil die Nachfrage nach Hilfen für kleine Unternehmen so groß sei. Krankenhäuser bräuchten mehr Beatmungsgeräte, und Eltern, die ihre Kinder nicht zur Kita bringen können, bräuchten keine Beiträge zahlen. (dpa)

Wegen Corona: Semesterticket bis Ende April als Fahrausweis gültig

Wegen der Corona-Krise können Studierende in Berlin und Brandenburg ihr aktuelles VBB-Semesterticket zunächst bis zum 30. April weiter als Fahrausweis im ÖPNV nutzen. Voraussetzung ist, dass eine Immatrikulationsbescheinigung für das Sommersemester 2020 im Original vorgelegt werden kann, wie der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg am Freitag mitteilte. Dies gelte auch für das Zusatzticket zum Semesterticket Berlin.

Für Studienanfänger im Sommersemester 2020, die noch kein Semesterticket haben, wird den Angaben zufolge die Immatrikulationsbescheinigung für das Sommersemester in Verbindung mit dem Personalausweis als Fahrtberechtigung anerkannt. Dies gelte ebenfalls befristet bis zum 30. April. Weil viele Hochschulen momentan geschlossen sind, können die Studierenden ihre Semestertickets nicht für das Sommersemester verlängern. Die Tickets für das Wintersemester laufen am 31. März aus. (dpa)

Coronakrise könnte Ausbildungsstart für viele Jugendliche erschweren

Der Start in die Ausbildung könnte für viele Schulabgänger in diesem Jahr schwieriger werden. Nach Einschätzung der Senatsverwaltung für Bildung stehen die Chancen gut, dass die Jugendlichen ihre Prüfungen trotz der Corona-Pandemie früh genug abschließen, um eine Ausbildung beginnen zu können. «Nach dem derzeitigen Stand werden die Prüfungen rechtzeitig abgenommen und das Schuljahr fristgerecht beendet», sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung der dpa.

Allerdings bestehe angesichts der Corona-Krise die Sorge, dass einige Betriebe nicht in der Lage sein könnten, die in Aussicht gestellten Ausbildungsplätze tatsächlich anzubieten. Das schätzt die Berliner die Industrie- und Handelskammer (IHK) ähnlich ein:  «Viel schwerwiegender wird sein, dass viele der ausbildenden Unternehmen vor existentiellen Herausforderungen stehen. Nur wenn diese überwunden werden, werden sie überhaupt ausbilden können.» (dpa)

Polizei hat bei Corona-Kontrollen Picknickplätze verstärkt im Blick

Angesichts des Ausflugswetters kontrollieren Polizei und Ordnungsamt in Brandenburg auch verstärkt Picknickplätze auf Einhaltung der Kontaktregeln. «Natürlich haben die Kollegen die einschlägigen Orte im Blick und auch die versteckten, kleinen Plätze auf dem Schirm», sagte ein Polizeisprecher in Potsdam. Insgesamt lautete das Fazit der Polizei aber auch für die Kontrollen zur Eindämmung der Coronavirus-Infektionen am Freitag: «unaufgeregt».

Ähnliches berichtete die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, wo die Schlösser und die Pfaueninsel derzeit zwar geschlossen, die Schlossgärten aber geöffnet sind. Die Besucher hätten sich in den vergangenen Tagen weithin an die Vorgaben gehalten, teilte Stiftungssprecher Frank Kallensee mit. «Ein größerer Andrang war in den Potsdamer Anlagen nicht zu verzeichnen. Wir gehen davon aus, dass dies so bleibt und raten unseren Gästen dringend dazu, diesen Empfehlungen auch am Wochenende zu folgen.» (dpa)

Bäcker melden Brot-Hamsterkäufe, Kuchen geht schlechter

Brot ist in Berlins Bäckereifilialien in Zeiten der Coronakrise gefragt wie selten. Auch Brötchen würden deutlich mehr verkauft, sagte Johannes Kamm, Geschäftsführer der Bäcker-Innung Berlin der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Beim Brot habe es zuletzt zum Teil regelrechte Hamsterkäufe gegeben, einzelne Kunden hätten gleich zehn Kilogramm gekauft - zum Einfrieren.

Das Einkaufsverhalten der Kunden habe sich insgesamt deutlich verändert, sagte Kamm. «Die Nachfrage bei Kuchen hat nachgelassen. Kuchen zu essen, ist immer etwas Geselliges, die Gelegenheit dazu fällt nun oft weg.» (dpa)

Verdi irritiert über Müller-Vorstoß für «Helden»-Bonus

Die Gewerkschaft Verdi hat den Vorstoß von Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD), den «Helden des Alltags» in der Coronakrise einen Bonus zu zahlen, als unausgegoren kritisiert. «Geldgeschenke nach dem Füllhornprinzip zu verteilen, halten wir nicht für einen gangbaren Weg», sagte Verdi-Sprecher Andreas Splanemann der dpa. Neben dem von Müller als Adressaten der Zuwendung genannten Gesundheitswesen, der Polizei oder Feuerwehr gebe es auch andere Bereiche, in denen die Belastungen für die Beschäftigten hoch seien, die aber nicht so im Fokus stünden. «Hier Gerechtigkeit hinzubekommen, ist sehr schwer.»

Müller hatte am Donnerstag vorgeschlagen, die ab November geplante Berlin-Zulage von monatlich 150 Euro für alle Landesbedienstete noch einmal zu überarbeiten. (dpa)

Brandenburg will Corona-Rettungsschirm auf zwei Milliarden verdoppeln

Der Rettungsschirm in Brandenburg für die Folgen der Corona-Krise soll auf zwei Milliarden Euro verdoppelt werden. Darauf hätten sich die Landesregierung und die Koalitionsfraktionen verständigt, erklärte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag. Der Landtag soll nächste Woche darüber entscheiden. (dpa)

Investitionsbank Brandenburg: Bereits fast 37.000 Anträge auf Soforthilfe

Bei der Investitionsbank Brandenburg sind bislang fast 37.000 Anträge auf Soforthilfe des Landes eingegangen. «Alle Antragsteller, die einen korrekten Antrag eingereicht haben und berechtigt sind, werden Soforthilfe erhalten», betone der Vorstandsvorsitzende der Investitionsbank Brandenburg, Tillman Stenger, am Freitag auf Anfrage. Die ersten Gelder seien bewilligt. Rund 2,5 Millionen Euro stünden zur Auszahlung an. Einen Antrag auf Soforthilfe können Klein-und Kleinstbetriebe mit bis zu 100 Mitarbeitern oder Freiberufler stellen. (dpa)

Dritter Toter nach Coronavirus-Infektion in Brandenburg

Nach zwei Covid-19-Todesfällen in Potsdam hat sich die Zahl der Toten mit nachgewiesener Coronavirus-Infektion in Brandenburg auf drei erhöht. In der Landeshauptstadt sei am Freitagmorgen ein 80 Jahre alter Mann daran gestorben, sagte Oberbürgermeister Mike Schubert auf einer Pressekonferenz. Am Vorabend war ebenfalls im Ernst-von-Bergmann-Klinikum der erste Todesfall in Potsdam gemeldet worden, dabei handelte es sich um einen 88-Jährigen. Der erste Brandenburger, der nachweislich nach einer Erkrankung an dem neuartigen Virus gestorben ist, war in der vergangen Woche aus dem Landkreis Oberhavel gemeldet worden. (dpa)

Berliner Programmkinos starten Spendenaufruf

Weil Kinos wegen der Coronakrise geschlossen sind, hoffen mehrere Häuser auf Spenden. Auf der Internetplattform Startnext haben Berliner Programmkinos einen entsprechenden Aufruf gestartet. Durch die aktuelle Kreativpause sei die Berliner Kinolandschaft in ihrer Existenz bedroht, schreiben die Initiatoren. «Wir möchten auch in Zukunft diese Vielfalt für Euch erhalten & dafür brauchen wir Eure Unterstützung.» Das Geld soll rund 30 Kinos zugute kommen, zum Beispiel dem Moviemento, Il Kino und Delphi Filmpalast. Einige setzen auch auf den Gutscheinverkauf zur Unterstützung. (dpa)

Bühnenverein fürchtet um private Theater

Wegen der Coronakrise stehen die Theater still. Nach Einschätzung des Deutschen Bühnenvereins trifft das vor allem private Häuser hart. Weil die Vorstellungen ausfallen, brechen Einnahmen weg. «Das macht in den Privattheatern einen maßgeblichen Anteil des Budgets aus», sagte der geschäftsführende Direktor Marc Grandmontagne der Deutschen Presse-Agentur.

Um nicht in die Insolvenz zu rutschen oder um Personalabbau vorzubeugen, sei die Einführung von Kurzarbeit eine Möglichkeit. Da würden sie Häuser beraten, sagte Grandmontagne. Für viele sei das eine Existenzfrage. Rechtlich möglich sei Kurzarbeit bei Privattheatern und privatrechtlich organisierten Häusern.

Sollte der Zustand länger gehen, könne dies dazu führen, dass man einen großen Teil der privaten Kulturlandschaft verliere, sagte Grandmontagne. Deswegen richteten sich Bemühungen von Politik und Verbänden darauf, diesen Häusern schnellstmöglich zu helfen. Kurzarbeit beantragt hat etwa die Berliner Komödie am Kurfürstendamm.

Manche Berufsgruppen am Theater würden nun an anderer Stelle mithelfen. «Wir haben von einigen Häusern gehört, dass die Kostümabteilungen sich jetzt aktiv am Nähen von Schutzausrüstung, von Schutzmasken auch betätigen», sagte Grandmontagne. Zum Teil würden Kommunikationsleute in Krisenstäben der Kommunen mitarbeiten. Das finde er toll, dass die Menschen etwas tun könnten um zu helfen. (dpa)

Aufruf: Unternehmen sollen Schutzausrüstung spenden

Wirtschaftsverbände und der Berliner Senat haben Unternehmen dazu aufgerufen, Schutzausrüstung für Krankenhäuser, Arztpraxen, Polizei und Feuerwehr zu spenden. Dazu gehören Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken. Mit Unterstützung der Polizei wurde für Spendenangebote die Hotline 030 4664 616161 eingerichtet, wie die Unternehmensverbände Berlin- Brandenburg am Freitag mitteilten. Sie ist werktags von 8 bis 16 Uhr zu erreichen. Für die Abgabe der Spende stehen nach telefonischer Absprache ab Montag zwei Lager zur Verfügung. Größere Bestände werden auch abgeholt.

Die Aktion läuft vorerst bis 3. April. Für die Verteilung der Spenden ist die Senatsverwaltung für Gesundheit zuständig. Schutzbekleidung ist derzeit selbst im medizinischen Bereich Mangelware, weil es Probleme bei der Beschaffung neuer Materialen gibt. (dpa)

Infiziertenzahl in Brandenburg erhöht sich auf 632 - 84 neue Fälle 

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Brandenburger wächst weiter. Mit Stand Freitag (8.00 Uhr) wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums offiziell 632 Infizierte in Brandenburg gemeldet. Das sei ein Zuwachs von 84 Fällen innerhalb der vergangenen 24 Stunden. 47 Menschen sind demnach in Behandlung in Krankenhäusern, davon werden elf künstlich beatmet. Zudem ist eine zweite Person an COVID-19 gestorben. Es handelt sich um einen 88-Jährigen aus Potsdam. Der Mann hatte demnach schwere Vorerkrankungen.

Die meisten Infizierten gibt es in den Landkreisen Märkisch-Oderland und Oberhavel mit jeweils 69 Fällen, gefolgt von der Stadt Potsdam mit 63 Infizierten. Der Landkreis Barnim registrierte 60 Fälle. Die wenigsten Infizierten meldeten der Kreis Prignitz und die Stadt Frankfurt (Oder) mit jeweils sechs Fällen und der Kreis Uckermark mit acht Infizierten. (dpa)

Kleinunternehmer können jetzt Corona-Hilfen beantragen

Kleinunternehmer in Berlin können von heute (Freitag) an Bundes- und Landeshilfe gegen die Folgen der Coronavirus-Pandemie beantragen. Die Investitionsbank Berlin schaltet das Formular um 12.00 Uhr auf ihrer Website frei. Soloselbstständige, Freiberufler und Kleinstunternehmer mit höchstens fünf Mitarbeitern können 5000 Euro Soforthilfe vom Land bekommen, außerdem bis zu 9000 Euro vom Bund. Für Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten gibt es aus Bundesmitteln bis zu 15.000 Euro.

Die Bundesmittel können nur für laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten und Ähnliches beantragt werden, wie die Förderbank erklärte. Anträge, die schon vor Fristbeginn eingereicht wurden, werden nicht berücksichtigt.

Die IBB bietet außerdem zinslose Überbrückungskredite von bis zu 500.000 Euro mit einer Laufzeit von zwei Jahren, die Liquiditätshilfen Berlin. Die Nachfrage danach sei groß, hieß es bei der Bank. Unternehmer wurden gebeten, die Anträge auch früh morgens oder spät abends einzureichen, um das Kundenportal nicht zu überlasten.

Lesen Sie auch den Ratgeber zu staatlichen Corona-Hilfen >>>

Unternehmer können auch von der Förderbank des Bundes, der KfW, Kredite erhalten. Diese werden über die Hausbanken beantragt. Über alle Programme informieren die IBB, die Fördergesellschaft Berlin Partner und die Berliner Tourismus- und Kongressgesellschaft (Visit Berlin) auch telefonisch. (dpa)

Landwirt vermittelt online Arbeitskräfte

Der Landwirt Frederik Henn aus Frankfurt (Oder) bietet jetzt eine Vermittlungsplattform für Arbeitskräfte und Landwirte an. Auf der Seite www.land-arbeit.com können Landwirte ihren Bedarf und Arbeitsuchende ihre Verfügbarkeit angeben. Bereits in den ersten Stunden nach dem Start habe es über 100 Meldungen von Arbeitsuchenden gegeben, berichtet Henn. Normalerweise bewältigen viele Landwirte die Ernte mit Hilfe von Helfern aus Osteuropa. Doch wegen der aktuellen Einreisebeschränkungen fehlen nun viele Helfer.

Auch der Bundesverband der Maschinenringe und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft haben eine Online-Plattform gestartet. Die Plattform www.daslandhilft.de stellt ebenfalls den Kontakt zwischen Landwirten und Bürgern her, um sie für Pflanz- und Erntearbeiten in der Landwirtschaft zu vermitteln. (dpa)

Katrin Lange: Brandenburg bemüht um Ausnahmen für polnische Pendler

Die brandenburgische Landesregierung bemüht sich um eine Ausnahmeregelung mit Polen für Berufspendler. «Wir sind aber im ständigen Kontakt und hoffen natürlich, dass wir eine ähnliche Regelung, wie sie in Tschechien ja erlassen wurde, auch für Brandenburg erreichen können», sagte Finanz- und Europaministerin Katrin Lange (SPD) dem rbb-Inforadio am Freitagmorgen laut einer Mitteilung. (dpa)

Woidke kritisiert Touristenverbot in Ostprignitz-Ruppin

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat sich gegen das Einreiseverbot für Touristen im Kreis Ostprignitz-Ruppin ausgesprochen. «Ich halte es rechtlich für fragwürdig und ich halte auch den Alleingang nicht für gut», sagte Woidke am Donnerstagabend im rbb-Fernsehen. Er habe zwar ein gewisses Verständnis von Sorgen bei Bürgermeistern in der Region. Das Verbot sei aber nicht genug abgewogen worden. «Die Maßnahme selber halte ich erstens für schwer durchsetzbar und zweitens auch für eine Maßnahme, die uns nicht wirklich hilft, dieses Ziel zu erreichen.» Es gehe darum, Kontakte einzudämmen.

In dem Landkreis mit den Besuchermagneten Rheinsberg und Neuruppin sind seit Donnerstag touristische Reisen aus privatem Anlass verboten. Der Kreis reagierte nach eigenen Angaben mit dem Verbot vor allem auf viele Touristen, die seit den Autokontrollen an wichtigen Zufahrtsstraßen zum Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern in der Region gestrandet seien. Am Donnerstag ruderte der Kreis teilweise zurück und präzisierte: Denjenigen, die schon länger im Landkreis seien, solle ein Bleiberecht im Zweitwohnsitz möglich sein, Einreisen sollten entsprechend bis mindestens 19. April eingedämmt werden. «Dabei geht es vor allem um die Menschen, die hier im Zweitwohnsitz leben und arbeiten. Auch soll der Besuch von Familienmitgliedern weiterhin möglich sein.» (dpa)

Berlins Zootiere langweilen sich ohne Besucher

Im Berliner Zoo verstehen die Affen die Welt nicht mehr: Vor ihren Gehegen herrscht seit fast zwei Wochen Totenstille. «Manche Tiere vermissen die Besucher ein bisschen», sagt Sprecherin Philine Hachmeister. Weitaus schlimmer aber trifft die Coronakrise Zoo und Tierpark wirtschaftlich. «Besucher sind unsere Haupteinnahmequelle», ergänzt Hachmeister. Das Wirtschaftliche sei deshalb nun die größte Sorge und Herausforderung. In Zoo, Tierpark und Aquarium leben rund 30.000 Tiere. (dpa)


+++ 26. März +++

1937 bestätigte Coronavirus-Fälle in Berlin

In Berlin gibt es derzeit 1937 bestätigte Coronavirus-Fälle. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Donnerstagabend mit. Die Zahl der Infizierten in der Hauptstadt ist somit um 292 gestiegen. 235 der infizierten Personen werden im Krankenhaus isoliert und behandelt, 46 davon intensivmedizinisch. Alle anderen Personen befinden sich in häuslicher Isolation. Acht Personen seien bislang am neuartigen Coronavirus verstorben, heißt es weiter. (BLZ)

88-jähriger Potsdamer nach Coronavirus-Infektion gestorben

In Potsdam ist ein 88 Jahre alter Mann, der mit dem Coronavirus infiziert war, nach Angaben eines Stadtsprechers am Donnerstagabend in einem Krankenhaus gestorben. Es handele sich um den ersten Toten in der Landeshauptstadt, der mit dem Virus infiziert war, wie es weiter hieß. Der Mann hatte demnach schwere Vorerkrankungen. Nach der offiziellen Statistik des Gesundheitsministeriums von Donnerstagnachmittag gab es bis dahin in Brandenburg erst einen Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus. (dpa)

Berlin: Längeres Verweilen in der Sonne nicht erlaubt

Kurz vor zwei weiteren sonnigen Tagen am Freitag und Samstag hat die Polizei mit Blick auf das Coronavirus vor zu viel Freizeitaktivitäten gewarnt. Man beobachte, dass das Wetter besser werde und es die Menschen in die Parks ziehe, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Donnerstag. Die meisten seien regelkonform unterwegs, aber es seien eben sehr viele Menschen.

Die von Juristen als kompliziert bezeichnete 2780 Wörter lange Verordnung, die vorschreibt, dass man die Wohnung nicht verlassen darf, gestattet zwar Bewegung an frischer Luft. Sie erlaube auch ein kurzes Verweilen an einer Stelle, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Donnerstag. „Alles was aber dem längeren Aufenthalt dienen soll, wie das Ausbreiten eines Handtuchs, ist nicht zulässig und wird von den Einsatzkräften angesprochen und als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.“ Wegen der Ansteckungsgefahr will die Polizei auf diese Weise Menschenansammlungen in Parks verhindern.

Passanten genießen die tief stehende Sonne am späten Nachmittag im Park am Gleisdreieck.
Foto: imago images/Kay Nietfeld

Es gelte die Anordnung, die Menschen sollten sich zu Hause aufhalten. „Das ist sicher außerordentlich bedauerlich bei diesem wunderbaren Wetter, aber es entspricht so der Eindämmungsverordnung.“ Die Polizei werde auch in den nächsten Tagen wieder mit 300 zusätzlichen Polizisten, Zivilstreifen Fahrradstaffeln und den üblichen Streifenwagen unterwegs sein. (BLZ)

Berliner Clubs zufrieden mit Livestream - Ausweitung geplant

Der tägliche Livestream mit DJ-Sets aus den wegen der Corona-Krise geschlossenen Berliner Clubs soll angesichts des Erfolges über die Hauptstadt hinaus ausgeweitet werden. Von der kommenden Woche an wollen sich auch Clubs etwa aus Hamburg, München, Leipzig, Wien oder Amsterdam an #UnitedWeStream beteiligen, wie der Sprecher der Clubcommission, Lutz Leichsenring, der dpa am Donnerstag sagte.

Nach der ersten Woche der Streams sprach Leichsenring von mehr als drei Millionen Unique Usern auf der Seite. Das Feedback sei sehr groß gewesen, es gebe Nachrichten aus der ganzen Welt. An der Geldsammlung beteiligten sich bisher knapp zehntausend Menschen, die bisher mehr als eine viertel Million Euro für die Clubs spendeten. Ein Teil davon ist auch als Flüchtlingshilfe vorgesehen.

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An den ersten Tagen beteiligten sich zahlreiche DJs mit ihren Sets aus Clubs wie «Watergate», «Tresor», «Alte Münze», «Kater Blau», «Griesmühle» oder «Wilde Renate» an den Übertragungen, die täglich um 19.00 Uhr beginnen. Das international gefeierte Szene-Flaggschiff «Berghain» hat ebenfalls seine Mitwirkung angekündigt. (dpa)

Berlin: 22 Polizisten infiziert, 446 in Quarantäne

Bei der Berliner Polizei sind inzwischen 468 Beamte wegen einer möglichen Coronavirus-Ansteckung betroffen und können nicht arbeiten. 22 Polizisten sind infiziert, 80 in einer vom Amtsarzt angeordneten Quarantäne und 366 in einer freiwilligen Quarantäne. Das sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Donnerstag. An den vergangenen Tagen seien aber auch jeweils zwischen 30 und 65 Kollegen aus der Quarantäne zurückgekehrt.

Die Polizei hat inzwischen eine eigene Virus-Teststrecke eingerichtet. Bislang seien 60 Polizisten getestet worden, 3 davon seien infiziert. „Wir testen nur Kollegen mit Symptomen“, sagte Slowik. Für bis zu 40 Kollegen soll das künftig pro Tag möglich sein. Menschen ohne Symptome zu testen sei nicht sinnvoll, weil es zu viele falsche Ergebnisse gebe. (dpa)

Spargelbauer: Nur 50 Prozent der Erntehelfer da

Trotz fehlender Erntehelfer läuft auf den Beelitzer Spargelfeldern die Ernte an. Stangen werden gestochen und für den Verkauf vorbereitet. Doch es seien zu wenige Erntehelfer aufgrund von Reisebeschränkungen wegen der Gefahr vor Corona aus Polen und Rumänien angereist, sagte Spargelbauer Ernst-August Winkelmann, Geschäftsführer Spargelhof Klaistow (Potsdam-Mittelmark) am Donnerstag. In seinem Betrieb wie insgesamt bei den Spargelbauern in Beelitz fehlten etwa die Hälfte der Erntehelfer aus Osteuropa.

«Es ist schon derzeit genug zu tun», sagte Winkelmann. Da werde jede Hand gebraucht. «Wenn Mitte April der Spargel richtig gut wächst, dann wird es richtig schlimm», sagte er und fügte besorgt hinzu: «Wer soll ihn dann stechen?» (dpa)

Fünfter Corona-Toter in Berlin

Die Senatsverwaltung für Gesundheit teilte auf Nachfrage dieser Zeitung mit, dass inzwischen fünf Corona-Infizierte in Berlin gestorben sind. Am Mittwoch sei ein 81-jähriger Covid-19-Erkrankter verstorben. (ann.)

Corona-Fälle in Brandenburg steigen auf 579

Die Zahl der vom Land bestätigten Coronavirus-Infektionen ist in Brandenburg am Donnerstag (Stand: 15.00 Uhr) auf 579 gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium in Potsdam mitteilte, kamen innerhalb von 24 Stunden 74 neue Fälle hinzu. 34 Patienten würden wegen des neuartigen Erregers stationär behandelt, fünf von ihnen erhielten eine künstliche Beatmung. Nach wie vor ist ein Todesfall im Zusammenhang mit der Viruserkrankung gemeldet. (dpa)

Post: Zustellung von Briefen und Paketen sichergestellt

Briefe und Pakete können nach Angaben der Deutschen Post in Berlin und Brandenburg trotz Corona-Krise ohne wesentliche Einschränkungen zugestellt werden. Die Post sei nach wie vor flächendeckend an sechs Tagen in der Woche im Einsatz, berichtete das Unternehmen am Donnerstag. Auch der überwiegende Teil der Partner-Filialen und DHL-Paketshops sei geöffnet. In Einzelfällen könne es aber aufgrund von Krankheit oder fehlender Kinderbetreuung zu geänderten Öffnungszeiten oder vorübergehenden Schließungen kommen. (dpa)

Corona-Eindämmung: Weniger Diebstähle, mehr Gewalt in Familien 

Seit Beginn der Coronakrise ist die Kriminalität in Berlin in einigen Bereichen deutlich zurückgegangen. Seit dem 1. März wurden bei der Polizei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weniger Diebstähle, Einbrüche in Geschäfte, Sexualdelikte und Gewalttaten angezeigt. Das sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Donnerstag zu ganz aktuellen Zahlen. Gründe seien die geschlossenen Geschäfte und das weitgehend ruhig gestellte öffentliche Leben.

Gleichzeitig wurden mehr Einbrüche in Keller und mehr Gewalttaten in Familien registriert. Slowik betonte, das sei ein erster Trend vom 1. bis zum 24. März, der aber noch wenig belastbar und aussagekräftig sei, weil der Zeitraum sehr kurz sei.

Slowik sprach von einem Rückgang aller Straftaten von 5,4 Prozent. Die Zahl der angezeigten Diebstähle sei um 7,5 Prozent gesunken. Darunter sei ein Rückgang bei den Fahrraddiebstählen von knapp 28 Prozent und bei den Taschendiebstählen um knapp 10 Prozent. Es habe 23 Prozent weniger Geschäftseinbrüche gegeben, 19 Prozent weniger Sexualdelikte und knapp 4 Prozent weniger Gewaltdelikte.

Die Gewalttaten in Familien, oft von Männern gegen Frauen und Kinder gerichtet, stiegen demnach um knapp 11 Prozent. Auch bei den Einbrüchen in Keller und Dachböden gab es einen Zuwachs um knapp 30 Prozent. Hierzu meinte die Polizei allerdings, es könnte auch sein, dass ein Teil der Fälle erst jetzt entdeckt werde, weil die Menschen mehr Zeit hätten und nach Wochen oder Monaten mal wieder den Keller aufräumen wollten. (dpa)

Bund gegen vorübergehende Tegel-Schließung

Im Bundesverkehrsministerium gibt es starke Vorbehalte gegen eine vorübergehende Schließung des Flughafens Tegel. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Regierungskreisen erfuhr, drängt der Bund darauf, beide Berliner Flughäfen offen zu halten. Grund sei, grundsätzlich die Infrastruktur funktionsfähig zu halten - vor allem auch für Frachtflüge und Urlaubsrückkehrer. Der Bund hält Anteile an der Flughafengesellschaft und ist im Aufsichtsrat vertreten.

Im Berliner Senat gibt es Überlegungen, den Flughafen Tegel vorübergehend zu schließen. Hintergrund sind die massiven Einbrüche bei den Passagierzahlen um mehr als 90 Prozent an den Berliner Flughäfen aufgrund von Sars-CoV-2.

Das Land Berlin ist zu mehr als einem Drittel an den Hauptstadt-Flughäfen Schönefeld und Tegel beteiligt. Der Flughafen Tegel soll mit der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER Ende Oktober ohnehin komplett geschlossen werden. (dpa)

Vivantes-Kliniken: Dutzende Mediziner in Quarantäne

Bei den landeseigenen Berliner Vivantes-Kliniken müssen bereits am Anfang der Coronavirus-Pandemie mehrere Dutzend Ärztinnen und Ärzte in Quarantäne bleiben. An allen Standorten seien zusätzlich zu den Abklärungsstellen für Patienten Abstrichstellen für Mitarbeiter eingerichtet worden, berichtete Sprecherin Astrid Steuber. Bei den ersten Krankheitssymptomen erfolge dort ein Test zum Ausschluss von Covid-19 und je nach Ergebnis auch eine 14-tägige Quarantäne.

Aktuell gelte, dass Mitarbeiter nach Kontakt mit einem infizierten Menschen weiter arbeiteten, solange sie ohne Symptome seien - allerdings mit entsprechender Schutzausrüstung und engem Monitoring der eigenen Gesundheit. (dpa)

Bezirksbürgermeister Igel begibt sich in häusliche Quarantäne

Der Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, Oliver Igel (SPD), wurde am Mittwochnachmittag darüber informiert, dass es in seinem engsten Familienkreis ein positiv auf das Coronavirus getestetes Familienmitglied gibt. Unmittelbar nach dieser Information hat sich der Bezirksbürgermeister in häusliche Quarantäne begeben. Igel wird auf das Coronavirus getestet. Er zeigt keinerlei Symptome. Seinen Dienstgeschäften wird er weiterhin aus der häuslichen Quarantäne heraus nachgehen. (BLZ)

Wegen Corona: 207 Demonstrationen in Berlin bis 19. April verboten

Wegen der Verbote zur Bekämpfung des Coronavirus sind insgesamt 207 bereits angemeldete Demonstrationen verboten worden. Das teilte die Polizei auf eine Anfrage mit. Das gelte für die Zeit für die Geltungsdauer der Verordnung zur Eindämmung des Virus vom 23. März bis zum 19. April 2020. Betroffen sind 45 Demonstrationen, die durch Teile der Stadt ziehen wollten, und 162 Kundgebungen an bestimmten Orten.

Wenn die Regelungen über den 19. April hinaus verlängert werden, sind auch die vielen Demonstrationen rund um den 1. Mai betroffen und dürften wohl nicht stattfinden. Die großen Kundgebungen der Gewerkschaften und auch die übliche linksradikale Demonstration am Abend in Kreuzberg oder zuletzt in Friedrichshain werden jährlich von so vielen tausend Teilnehmern besucht, dass ein wirksamer Gesundheitsschutz kaum möglich sein dürfte. Das große Straßenfest Myfest am 1. Mai in Kreuzberg hatte der Senat bereits abgesagt. (dpa)

Polizei: 582 Verstöße gegen Corona-Gesetze seit 14. März 

Seit dem 14. März hat die Berliner Polizei 582 Verstöße gegen die Coronaschutz-Gesetze festgestellt. Mehr als 1700 Geschäfte, Kneipen, Restaurants, Imbisse und Bäckereien seien überprüft und 774 davon geschlossen worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Außerdem gab es auch 255 Überprüfungen im Freien, also von Menschen, die sich nicht alle an die Abstandsgebote hielten.

Am Mittwoch war die Polizei wegen des Sonnenscheins besonders in Parks unterwegs. «Polizeikräfte sprachen Personen, die sich nicht an die Vorgaben hielten, gezielt an und sensibilisierten sie bezüglich der Einhaltung der Abstandsregeln.» Tagsüber gab es zudem 20 Anzeigen gegen Imbisse und Lokale, nachts weitere 19 Strafanzeigen sowie 44 Ordnungswidrigkeitsanzeigen. (dpa)

Scheeres: Abi-Prüfungen auch bei weiter geschlossenen Schulen machbar

Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) geht davon aus, dass Abiturprüfungen auch dann organisiert werden können, wenn die Schulen wegen der Corona-Pandemie weiter geschlossen bleiben. Die Entscheidung der Kultusministerkonferenz, die Prüfungen nicht ausfallen zu lassen, «ist der richtige Weg, damit unsere Schülerinnen und Schüler Planungssicherheit haben», sagte die Politikerin am Donnerstag im rbb-Inforadio.

Wegen der Anerkennung der Abschlüsse brauche es eine deutschlandweite Lösung. Angesichts der Coronavirus-Krise müssten aber besondere Vorkehrungen getroffen werden, um die Gesundheit von Schülern und Lehrern zu gewährleisten. Scheeres sprach sich im Inforadio auch dafür aus, die für kurz nach den Osterferien angesetzten Prüfungen nach hinten zu verschieben. (dpa)

Polizei bittet: Fragen zu Verboten nicht über Notruf 110 

Die Berliner Polizei hat dringend darum gebeten, mit Fragen zu den Verboten während der Corona-Krise nicht die Notrufnummer 110 zu wählen. Es sei zu verstehen, dass die Menschen viele Antworten bräuchten, twitterte die Polizei. «Aber das darf nicht dazu führen, dass Menschen in Not keine Chance mehr haben, in unserer Notrufzentrale durchzukommen.»

Ständig würden Menschen anrufen und Fragen stellen, die mit «Darf ich...» beginnen würden. Entsprechende Sätze «fluten derzeit unseren #Notruf». Als Beispiele nannte die Polizei unter anderem: «Darf ich mit meinen Kumpels zuhause chillen?» und «Darf ich mit meinen Freunden draußen abhängen?». Die Antworten jeweils: Nein.

Die Polizei empfahl den Anrufern, vor der Wahl der 110 zu überlegen, ob man die Informationen wirklich nicht woanders findet, ob das Vorhaben tatsächlich so dringend ist und ob man nicht eigentlich nur nach einem Schlupfloch sucht. (dpa)

Müller gibt im Abgeordnetenhaus Regierungserklärung zu Corona ab 

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) gibt an diesem Donnerstag (10 Uhr) im Abgeordnetenhaus eine Regierungserklärung zur Coronavirus-Krise ab. Mit Spannung wird erwartet, was Müller zur Lage in Krankenhäusern und Arztpraxen, zu den drastischen Ausgangsbeschränkungen, Hilfen für die Wirtschaft und anderen Aspekten der Krise sagt. Dazu sprechen auch Vertreter der Fraktionen. Zum Abschluss der stark verkürzten Plenarsitzung ist eine Fragestunde geplant, bei der Abgeordnete mehr oder weniger spontan Fragen an die anwesenden Senatoren stellen können.

Aus Gründen des Gesundheitsschutzes werden nicht alle Parlamentarier im Plenum vertreten sein. Die Beschlussfähigkeit des Abgeordnetenhauses sei aber sichergestellt, hieß es. (dpa)

Oppositionsführer Dregger fordert Zeichen der Führung von Müller 

Vor der Sitzung des Berliner Abgeordnetenhauses am Donnerstag fordert die CDU vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) Führungsstärke in der Coronakrise. «Ich erhoffe mir von Müllers Regierungserklärung, dass er Führungsstärke demonstriert, genau wie es Kanzlerin Angela Merkel zeigt», sagte CDU-Fraktionschef Burkard Dregger der Deutschen Presse-Agentur. Müller müsse den Menschen in der Stadt mit einem überzeugenden Auftritt das Gefühl geben, dass der Senat «die Dinge im Griff habe».

Zudem erwarte er die Botschaft: «Wir stehen in der Krise zusammen, wir lassen niemanden zurück», sagte Dregger. Oberstes Gebot gemeinsamen politischen Handelns müssen der Schutz der Menschen vor den Gefahren durch das Coronavirus sein. «Es ist jetzt nicht die Zeit für ideologische Auseinandersetzungen, das sollte Müller auch deutlich machen», sagte Dregger. «Vielleicht ist diese Krise auch eine Chance, den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zu stärken.» (dpa)

Chebli appelliert in Coronakrise an Gemeinsinn

Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD) hat in der Coronakrise zur Unterstützung von Schwächeren aufgerufen und die bisherige Hilfsbereitschaft gelobt. «Wichtig ist, dass Menschen spüren, da sind Mitmenschen, die sich kümmern, Menschen, die zuhören», sagte Chebli der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe um Menschen in Not, um Einsame, Ältere, Menschen mit Behinderung, Betroffene, die finanziell am Limit lebten oder Obdachlose. «Sie alle brauchen jetzt unsere Solidarität», betonte die Staatssekretärin für Bürgerliches Engagement und Internationales. Und sie sei dankbar, dass es in Berlin, aber auch in ganz Deutschland, so viele Menschen gebe, die bereit seien, mit anzupacken. (dpa)

Gerichte arbeiten wegen Coronakrise eingeschränkt

In Brandenburg hemmt das Coronavirus auch die Justiz bei ihrer Arbeit. Ein Großteil der Verfahren am Oberlandesgericht sowie den Land- und Amtsgerichten sei mit Blick auf die Ansteckungsgefahr aufgehoben oder verlegt worden, teilte das Brandenburgische Oberlandesgericht (OLG) mit. Es gebe jedoch keinen Grund zur Besorgnis, dass die Gerichte ihre Aufgaben nicht mehr wahrnehmen und die Rechte der Bürger nicht mehr in ausreichender Weise schützen könnten. Auch am Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg ist man in den Notbetrieb gefahren. Eilverfahren finden statt, normale Verfahren sind erst einmal bis Ende April aufgehoben worden, wie das Gericht mitteilte. «Wir sind nach wie vor erreichbar», sagte Gerichtspräsidentin Ursula Hantl-Unthan. (dpa)


+++ 25. März +++

1645 bestätigte Coronavirus-Fälle in Berlin

In Berlin gibt es derzeit 1645 bestätigte Coronavirus-Fälle. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Mittwochabend mit. Die Zahl der Infizierten in der Hauptstadt ist somit um 220 gestiegen. 208 der infizierten Personen werden im Krankenhaus isoliert und behandelt, 38 davon intensivmedizinisch. Alle anderen Personen befinden sich in häuslicher Isolation.

Am Mittwoch sei zudem ein vierter Corona-Patient in Berlin verstorben, heißt es weiter. Es handle sich hierbei um einen 83-jährigen Mann, der unter Vorerkrankungen litt. (BLZ)

Senat denkt über vorübergehende Tegel-Schließung nach 

Für den Flughafen Tegel zeichnet sich eine vorübergehende Schließung aufgrund des neuartigen Coronavirus ab. „Also ich werde hier nicht das Versprechen abgeben, dass zum Beispiel Tegel oder eine andere Betriebsstätte des Flughafens nicht temporär geschlossen wird“, sagte Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Mittwoch im Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Zuvor hatte der rbb berichtet. Aus Fraktionskreisen hieß es, derzeit werde geprüft, wie schnell die Flughafengesellschaft von der sogenannten Betreiberpflicht entbunden werden könne. Das Land Berlin ist zu mehr als einem Drittel an den Hauptstadt-Flughäfen Schönefeld und Tegel beteiligt.

Der restliche Flugverkehr würde im Falle einer Schließung auf den zweiten Standort Schönefeld umgeleitet werden. Unklar war zunächst, ob sich der Bund als weiterer Gesellschafter von einem Betriebsstopp in Tegel überzeugen lässt. Schließlich starten von dort die Regierungsflieger. Hintergrund sind die massiven Einbrüche bei den Passagierzahlen um mehr als 90 Prozent an den Berliner Flughäfen aufgrund von Sars-CoV-2. Kollatz sprach von zweistelligen Millionenverlusten, die derzeit eingefahren würden. (dpa)

Coronavirus: Berlin erweitert auf zwei Straßen vorübergehend Radwege

Zwei viel befahrene Berliner Straßen haben für die Dauer der Corona-Krise vorübergehend erweiterte Radwege bekommen. Das Pilotprojekt in Kreuzberg solle bei Interesse auch auf andere Bezirke ausgeweitet werden, teilten die Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr und das zuständige Bezirksamt am Mittwoch mit. „Mit dem Rad zu fahren, ist gerade in der Corona-Krise gut, um Ansteckungsrisiken zu vermeiden, zwingend nötige Wege zurückzulegen und sich an der frischen Luft sportlich zu betätigen“, hieß es. „Damit tragen die Maßnahmen auch dazu bei, den öffentlichen Personennahverkehr zu entlasten und in S- und U-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen das Abstandsgebot leichter einzuhalten.“

Neu eingerichtet wurde zunächst ein Radfahrstreifen entlang des Halleschen Ufers vom Halleschen Tor bis zum Mendelssohn-Bartholdy-Park. Außerdem wurde an der Ecke Zossener Straße / Gitschiner Straße ein bestehender Streifen auf der Fahrbahn zu Lasten der Autospur verbreitert. (dpa)

Statt Bus oder Bahn: Das Fahrrad ist in Corona-Zeiten das bessere Fortbewegungsmittel.
Foto: dpa-Zentralbild/dpa-tmn/Paul Zinken

Brandenburg übernimmt Kita-Beiträge für Eltern ohne Notbetreuung

Die Eltern in Brandenburg, die ihre Kinder wegen der Schließung der Kitas nicht in eine Notbetreuung geben können, sollen ab April vorerst keine Beiträge zahlen müssen. Sie würden für die Dauer der Schließung der Kitas und Kinderpflegestellen von Beiträgen freigestellt, kündigte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Mittwoch in Potsdam nach Gesprächen mit den Kommunen an. Das Ministerium schätzt das voraussichtliche Fördervolumen auf rund 14 Millionen Euro pro Monat. Seit einer Woche sind Kitas geschlossen, es gibt aber eine Notbetreuung für Kinder von Eltern wichtiger Berufe, etwa im Gesundheitswesen, bei der Polizei oder im Einzelhandel.

In Brandenburg werden nach Ministeriumsangaben rund 187 000 Kinder in Kindertagesstätten und Kinderpflegestellen betreut, davon sind derzeit rund sieben Prozent in Notbetreuung. Das Geld soll an die Kreise und kreisfreien Städte fließen, die im Land für die Betreuung zuständig sind. Öffentliche und freie Träger von Kitas können bei den Kreisen und kreisfreien Städten die Zuwendung für den Ausfall von Elternbeiträgen ab 1. April beantragen. Pro Kind und Monat sollen 160 Euro für die Krippe, 125 Euro für den Kindergarten und 80 Euro für den Hort gezahlt werden. Wer Transferleistungen erhält, Geringverdiener ist und Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung hat, braucht bereits keine Beiträge zahlen. (dpa)

Abgeordnetenhaussitzung findet trotz Coronafällen statt 

Trotz erster Coronafälle in den Reihen der Abgeordneten findet die Plenarsitzung des Berliner Landesparlaments am Donnerstag wie geplant statt. Das teilte die Verwaltung des Abgeordnetenhauses am Mittwoch nach einer Sitzung des Ältestenrates mit. Aus den Fraktionen hieß es, dass aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht alle Parlamentarier im Plenum vertreten sein werden. Die Beschlussfähigkeit des Abgeordnetenhauses sei aber sichergestellt.

In der wegen der aktuellen Lage verkürzten Sitzung will der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) eine Regierungserklärung zur Coronakrise abgeben. Dazu sprechen dann auch Vertreter der Fraktionen. Zudem ist eine Fragestunde geplant, bei der Abgeordnete mehr oder weniger spontan Fragen an die anwesenden Senatoren stellen können. (dpa)

505 bestätigte Corona-Fälle in Brandenburg - 62 neue Fälle 

Die Zahl der in Brandenburg nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen hat sich bis Mittwochnachmittag auf 505 erhöht (Stand: 15.00 Uhr). Das teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam mit. Innerhalb der zurückliegenden 24 Stunden seien 62 neue Erkrankungen registriert worden. Derzeit liegen 40 Betroffene im Krankenhaus, drei davon werden künstlich beatmet. Weiterhin ist ein Todesfall im Zusammenhang mit der Viruserkrankung gemeldet. (dpa)

Berlin nimmt fünf Corona-Patienten aus Italien auf

Berlin nimmt in den kommenden Tagen fünf schwer kranke Corona-Patienten aus Italien auf. Sie sollen in der Charité intensivmedizinisch betreut werden, wie die Senatskanzlei am Mittwoch mitteilte. Dazu gehört auch eine Beatmung. Wann die Menschen in Berlin eintreffen, ist noch nicht klar. Die Charité habe mit der deutschen Botschaft in Rom Kontakt aufgenommen, hieß es.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte die Hilfsaktion am Dienstagabend in einer TV-Talkshow angekündigt, aber noch keine Details genannt. „Solidarität macht nicht an der Stadtgrenze halt“, sagte er. „Wir wollen helfen und Patienten aus Italien aufnehmen.“ (dpa)

Profis vom 1. FC Union Berlin verzichten auf ihr Gehalt

Die Profis von Fußball-Bundesligist 1. FC Union Berlin verzichten wie das Trainerteam und Mitarbeiter im Zuge der Coronavirus-Krise auf Gehalt. Das teilten die Köpenicker am Mittwoch mit. „Diese Bereitschaft kann man allen Beteiligten gar nicht hoch genug anrechnen“, sagte Präsident Dirk Zingler. „Wir werden die Herausforderungen der nächsten Monate als Verein meistern und am besten gelingt das, wenn wir uns in der Unionfamilie solidarisch verhalten.“

Das Team der Lizenzspielerabteilung erklärte sich dabei zu einem Gehaltsverzicht bereit. Führungskräfte und Mitarbeiter stimmten Kurzarbeitsregelungen zu, was ebenfalls verminderte Einnahmen bedeutet. „Der Mannschaftsrat hatte vom ersten Tag an eine sehr gute Kommunikation mit dem Verein. Jeder ist bereit, dem Verein zu helfen. Anders geht es nicht“, sagte Kapitän Christopher Trimmel im Rahmen einer Skype-Videokonferenz mit Medienvertretern. (dpa)

Rafal Gikiewicz und Christopher Trimmel vom 1. FC Union Berlin.
Foto: imago images/Sportfoto Rudel

Drogenparty, geöffnete Bars: Etliche Corona-Verstöße in Berlin

Bei Kontrollen gegen die Ausbreitung des Coronavirus sind Berliner Polizisten in der Nacht zum Mittwoch wieder auf Zusammenkünfte im Freien gestoßen. Diese seien aufgelöst worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Stadtweit waren von 18.00 Uhr (Dienstag) bis 06.00 Uhr 230 Beamte in der ganzen Stadt unterwegs. Überprüft worden seien nicht nur Ansammlungen unter freiem Himmel, sondern auch 25 Objekte. Insgesamt seien 63 Verstöße gegen die Corona-Eindämmungs-Verordnung festgestellt worden.

In einer Wohnung wurde eine Drogenparty aufgelöst. Auch noch geöffnete Bars mussten dichtmachen. 38 Strafanzeigen wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz seien geschrieben worden. Am Dienstagabend hatte die Polizei im Kampf gegen Kontaktverstöße auch einen Hubschrauber eingesetzt. Beamte überflogen nach Hinweisen zu vollen Grünanlagen den Gleisdreieck-Park, die Hasenheide in Neukölln und den Volkspark Friedrichshain. Ob solche Übersichts-Flüge auch für die nächsten Tage vorgesehen sind, blieb zunächst offen. (dpa)

Offener Brief der Kassenärzte: Schutzausrüstung fehlt immer noch

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin hat ein Maßnahmenpaket zur Schadensbegrenzung in der Coronakrise gefordert. Nötig seien mehr Schutzausrüstung, ein Ausbau spezieller Versorgungsstrukturen für Infizierte sowie ein finanzieller Ausgleich für das Verschieben nicht dringlicher Eingriffe, schreibt die KV in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD).

Darin mahnt die Interessenvertretung von unter anderem etwa 6800 niedergelassenen Ärzten: «Die Überforderung unseres Gesundheitssystems lässt sich nach heutigem Stand bereits nicht mehr abwenden.» Hochrechnungen zufolge komme das Gesundheitssystem in Berlin «spätestens zu Ostern» an seine Grenzen. Dann seien die Intensiv-und Beatmungskapazitäten bereits überbelegt und es würden weitere gebraucht.

Wie in den vergangenen Wochen beklagt die KV, dass Materialien wie Handschuhe, Gesichtsmasken, Schutzanzüge und Desinfektionsmittel fehlten. Trotz der von Bund und Ländern angekündigten Beschaffung werde nicht oder zu wenig geliefert. Der Politik wirft die KV vor, nur die Krankenhäuser zu unterstützen. «Wir Niedergelassene fühlen uns zurzeit an der vordersten Front alleine gelassen, obwohl wir die ersten Kontaktpersonen für die Patienten sind.» (dpa)

RKI räumt unberechtigte Verwendung seines Twitter-Accounts ein

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat eine unberechtigte Verwendung seines Twitter-Accounts eingeräumt. «Wir haben sehr schnell auf den Fake-Tweet reagiert, ihn gelöscht und das Passwort geändert», sagte Sprecherin Susanne Glasmacher am Mittwoch. Am Morgen hatten sich mehrere Twitter-Nutzer darüber empört, dass das RKI einen Tweet zum Streit um die politische Einordnung des AfD-Politikers Björn Höcke weiterverbreitet hatte. Kurze Zeit später twitterte das RKI: «Leider hat sich heute morgen 25.3. jemand unberechtigt kurzfristig Zugang zum RKI-Twitter-Account verschafft. Der Retweet stammt nicht vom RKI und wurde umgehend gelöscht.»

Für Nachfragen, ob es sich dabei um einen Hacker-Angriff gehandelt habe, war die Pressestelle zunächst nicht zu erreichen. Das RKI wurde auf Twitter dafür kritisiert, dass es im Tagesverlauf offen ließ, ob der Twitter-Account des Instituts von außen gekapert worden war oder ob die Weiterleitung des Tweets durch eigene Mitarbeiter erfolgte. (dpa)

Handwerkskammern sehen großen Hilfsbedarf - Anträge für Soforthilfe

Wegen der Corona-Krise können Unternehmen seit Mittwoch Soforthilfe beantragen - bei den Handwerksbetrieben ist der Bedarf bereits sehr hoch. «Das Interesse oder besser die Notwendigkeit der Nutzung des Soforthilfeprogramms ist groß», berichtete der Handwerkskammertag des Landes auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Wie viele Betriebe letztlich davon Gebrauch machen könnten, sei davon abhängig, wie lange die Mittel reichten. Die Bewilligung gehe nach der Reihenfolge der Anträge.

Klein- und Kleinstunternehmen, Solo-Selbstständige und Freiberufler können seit Mittwoch die Mittel aus dem Soforthilfeprogramm beantragen. Die Hilfen sollen kurzfristig ausgezahlt werden. Die Formulare für Anträge können über das Wirtschaftsministerium und die Investitionsbank im Internet bezogen werden, die Anträge bearbeitet die Investitionsbank. Das Land stellt zunächst 7,5 Millionen Euro sofort bereit, weitere Mittel sollen aus dem Nachtragshaushalt kommen, über den der Landtag kommende Woche abschließend entscheidet. (dpa)

Zahl der Infizierten in Brandeburg steigt auf 468 - 39 neue Fälle 

Die Zahl der in Brandenburg mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen hat sich bis Mittwoch auf 468 erhöht (Stand: 8 Uhr). Das teilte das Gesundheitsministerium am Vormittag mit. Innerhalb der zurückliegenden 24 Stunden seien 39 neue Erkrankungen registriert worden. Derzeit liegen 39 Betroffene im Krankenhaus, drei davon werden künstlich beatmet. Weiterhin ist ein Todesfall im Zusammenhang mit der Viruserkrankung gemeldet.

Die meisten Infektionen mit dem neuartigen Virus wurden aus dem Landkreis Märkisch-Oderland gemeldet. Dort sind 53 Menschen infiziert. Der Landkreis Oder-Spree registrierte 51 Infizierte, Barnim meldete 50 Fälle. Die wenigsten Erkrankungen verzeichnet momentan der Landkreis Prignitz mit 4 Infizierten, gefolgt von der Stadt Frankfurt (Oder) und dem Landkreis Uckermark mit jeweils fünf. (dpa)

Brandenburg: Unternehmen können Anträge für Hilfen stellen - Bisher 8000 Anfragen

Fast 8000 Anfragen aus Unternehmen sind bisher zum Soforthilfeprogramm in Brandenburg eingegangen. Das teilte der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB), Steffen Kammradt, mit. Seit Mittwoch um 9 Uhr können Klein- und Kleinstunternehmen, Solo-Selbstständige und Freiberufler die Mittel beantragen. Sie sollen kurzfristig ausgezahlt werden. Anträge können über das Wirtschaftsministerium und die Investitionsbank gestellt werden. Mehr als 90 Prozent derjenigen, die bisher Anfragen stellten, haben laut WFBB weniger als 10 Beschäftigte.

Die Höhe der Hilfen richtet sich nach der Zahl der Beschäftigten: Für bis zu 5 Erwerbstätige sind maximal 9000 Euro möglich, für bis zu 15 Erwerbstätige maximal 15.000 Euro, für bis zu 50 Erwerbstätige höchstens 30.000 Euro und für bis zu 100 Erwerbstätige höchstens 60.000 Euro. Das Land stellt zunächst 7,5 Millionen Euro sofort bereit, weitere Mittel sollen aus dem geplanten Nachtragshaushalt kommen, über den der Landtag kommende Woche abschließend entscheidet. (dpa)


+++ 24. März +++

Müller: Einschränkungen wegen Coronakrise wohl auch nach Ostern

Die Coronakrise wird nach Einschätzung von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) nicht schon bald wieder vorbei sein - und wohl auch nach Ostern mit Einschränkungen im Alltag verbunden sein. „Wir müssen damit rechnen, dass es auch länger gehen kann“, sagte Müller am Dienstagabend in der rbb-Talksendung „Wir müssen reden!“.

Mit Blick auf die verschärften Maßnahmen, die für die nächsten zwei Wochen befristet wurden, sagte er: „Die Länder waren sich da einig, wir wissen aber schon, dass viele der Maßnahmen mindestens bis Ostern aufrechtzuerhalten sind“, so der Regierende Bürgermeister. „Und leider müssen wir, wenn wir uns die Zahlen angucken der Infizierten, auch damit rechnen, dass über die Zeit nach Ostern über mehrere Wochen wir noch deutliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens haben werden.“

Das bedeute, sich mit Regeln zu arrangieren, etwa dass Kinder zwar rausgehen dürfen mit ihren Eltern, dass aber Gruppenbildung nicht erlaubt sei und dass es für Jugendliche nicht möglich sei, sich zu treffen. (dpa)

Dritter Corona-Toter in Berlin - 42-jähriger Mann

In Berlin gibt es einen dritten Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Dabei handelt es sich um einen 42 Jahre alten Mann, wie die Senatsverwaltung für Soziales am Dienstagabend mitteilte. Weitere Details wurden nicht mitgeteilt. Zuvor waren zwei Menschen im Alter von 70 und 95 Jahren gestorben. Bis Dienstagnachmittag gab es demnach 1425 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus (Stand 16.30 Uhr) in der Hauptstadt, 206 mehr als am Vortag.

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 112 Personen, davon werden 26 intensivmedizinisch betreut. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Unter den infizierten sind 791 Personen männlich, 632 weiblich. Bei zwei Menschen wurde das Geschlecht nicht übermittelt.

Die meisten Infizierten gibt es mit 1065 in den Altersgruppen 25-59 Jahre. 15 Infizierte sind laut Statistik bis vier Jahre alt, 20 über 80.

In der Statistik nach Bezirken gibt es die meisten Infizierten laut Senatsverwaltung in Mitte (223), gefolgt von Charlottenburg-Wilmersdorf (170), Tempelhof-Schöneberg (154) und Friedrichshain-Kreuzberg (151). Die wenigsten Infizierten hat der Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit 46, gefolgt von Spandau (48) und Lichtenberg (66).

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Dienstag laut Senatsverwaltung die Falldefinition angepasst. Es wird demnach jetzt auch als Coronavirus-Fall gezählt, wenn jemand Kontaktperson eines bestätigten Falls ist und Symptome zeigt. Diese Fälle sind in der Meldung der Krankenhäuser inbegriffen. (dpa)

Erste Corona-Fälle im Berliner Abgeordnetenhaus

Im Berliner Abgeordnetenhaus haben sich die ersten Parlamentarier mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Es handelt sich um den SPD-Politiker Frank Zimmermann und um den AfD- Abgeordneten Martin Trefzer, wie die Fraktionen am Dienstag mitteilten. Beide Politiker seien nun in häuslicher Quarantäne, hieß es weiter. Zudem würden ihre Kontaktpersonen im Parlament ermittelt, die dann ebenfalls in Quarantäne müssen.

Die anderen Fraktionen meldeten auf dpa-Anfrage noch keinen Coronafall. Aus der Parlamentsverwaltung hieß es, dass die am Donnerstag geplante Sitzung des Abgeordnetenhauses nach einer ersten Einschätzung wohl trotz der Infektionsfälle stattfinden könne. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) will dabei eine Regierungserklärung zur Corona-Krise abgeben.

„Ich bin positiv auf Covid19 getestet worden“, erklärte Zimmermann, der zum Fraktionsvorstand gehört und innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion ist. „Das Ergebnis habe ich heute erhalten. Mir geht es sehr gut, ich bin aber vorläufig in häuslicher Quarantäne.“ Trefzer ist wissenschaftspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion. (dpa)

Senat beschließt: Derzeit gibt ein Berlin keine Zwangsräumungen

Im Berliner Abgeordnetenhaus haben sich die ersten Parlamentarier mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Es handelt sich um den SPD-Politiker Frank Zimmermann und um den AfD- Abgeordneten Martin Trefzer, wie die Fraktionen am Dienstag mitteilten. Beide Politiker seien nun in häuslicher Quarantäne, hieß es weiter. Zudem würden ihre Kontaktpersonen im Parlament ermittelt, die dann ebenfalls in Quarantäne müssen. Die anderen Fraktionen meldeten auf dpa-Anfrage noch keinen Coronafall. Aus der Parlamentsverwaltung hieß es, dass die am Donnerstag geplante Sitzung des Abgeordnetenhauses nach einer ersten Einschätzung wohl trotz der Infektionsfälle stattfinden könne. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) will dabei eine Regierungserklärung zur Corona-Krise abgeben. „Ich bin positiv auf Covid19 getestet worden“, erklärte Zimmermann, der zum Fraktionsvorstand gehört und innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion ist. „Das Ergebnis habe ich heute erhalten. Mir geht es sehr gut, ich bin aber vorläufig in häuslicher Quarantäne.“ Trefzer ist wissenschaftspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion. (dpa)

1200 Corona-Fälle in Berlin

Nach aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts sind derzeit in Berlin 1.220 Covid-19 Fälle bestätigt. Laut Gesundheitsverwaltung sind 678 der Infizierten männlich, 539 weiblich. Bei den übrigen Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. 47 Personen werden demnach im Krankenhaus isoliert und behandelt, davon 22 intensivmedizinisch. Alle anderen Patienten befinden sich in häuslicher Isolation. (BLZ)

Senat schafft in Coronakrise Unterkünfte für Obdachlose

Berlin schafft in der Coronakrise Unterkünfte für Obdachlose, um diese besser vor dem Virus zu schützen. Zunächst soll Platz für 350 Menschen bereitstehen, wie Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) am Dienstag ankündigte. In einem ersten Schritt soll demnach eine Jugendherberge mit 200 Plätzen in der Kluckstraße in Tiergarten hergerichtet werden. Als zweiter Standort ist die bisherige Kältehilfeeinrichtung in der Storkower Straße in Pankow mit bis zu 150 Plätzen geplant. «Bei Bedarf wird es weitere Plätze in weiteren Unterkünften geben», ergänzte Breitenbach. (dpa)

Neues Kontaktverbot - Polizei geht gegen Verstöße vor

Eine ganze Reihe von Verstößen gegen die neuen Kontaktverbote sind von der Berliner Polizei festgestellt und angezeigt worden. In der Nacht zu Dienstag waren es zwölf Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen der Nichteinhaltung der Kontaktbeschränkung, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Außerdem gab es am Dienstag tagsüber und in der Nacht insgesamt 70 Strafanzeigen vor allem gegen Imbissbesitzer und Bäckereien, die Menschen in ihren Räumen essen ließen. 44 Läden wurden geschlossen.

Hintergrund der Kontrollen sind die zuletzt beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. In Berlin gab es bis Montagnachmittag 1219 bestätigte Infektionen mit Sars-CoV-2. Das waren nach Angaben der Senatsverwaltung für Gesundheit 148 Fälle mehr als am Sonntag. 47 Menschen werden demnach zur Zeit in Krankenhäusern behandelt, 22 von ihnen wegen schwerer Verläufe auf Intensivstationen. Die Berliner Behörden zählen bislang insgesamt zwei Todesfälle von infizierten Patienten im Alter von 70 und 95 Jahren. (dpa)

Mehr Schutzmaßnahmen für Brandenburger Flüchtlingsunterkünfte in Corona-Zeiten

Wegen der Corona-Pandemie hat die Zentrale Ausländerbehörde (ZABH) des Landes Brandenburg den Gesundheitsschutz in den vier Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylsuchende verstärkt. So wurden etwa in zwei Einrichtungen Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen, die speziell auf eine Quarantäne nach dem Infektionsschutzgesetz ausgerichtet sind, wie das Innenministerium am Dienstag mitteilte. Zudem werden in allen Einrichtungen bei ankommenden Asylsuchenden Temperaturmessungen vorgenommen und Personen getestet, bei denen ein Infektionsverdacht besteht.

Ein Verdachtsfall in einer Erstaufnahmeeinrichtung vom Wochenende hat sich unterdessen nicht bestätigt. Der Test auf das neuartige Coronavirus fiel den Angaben zufolge negativ aus. Die Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt plant nach Angaben der Stadt noch in diesem Monat zusätzlich den Aufbau von zwei Quarantäne-Containern. Weitere drei sollen im Laufe des April folgen. Damit könnten weitere mögliche Corona-Verdachtsfälle oder mögliche Corona-Fälle in der Einrichtung für die ersten 14 Tage separat untergebracht werden. Auch das Städtische Krankenhaus werde entlastet werden, bekräftigte Bürgermeister Frank Balzer. (dpa)

Brandenburger Ärzten fehlen Schutzmasken

Die Ärzte in Brandenburg brauchen nach eigener Aussage mehr Schutzmaterial im Kampf gegen das neuartige Coronavirus. Der Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), Peter Noack, bezeichnete die Lage als «höchst angespannt». «Das Schutzmaterial ist allgemein nicht mehr vorhanden. Es geht um Schutzbrillen, Masken und Kittel», sagte Noack der Zeitung «Der Prignitzer» (Dienstag). Die Lieferung von 50 000 Schutzmasken am vergangenen Wochenende reiche nicht, weil jeder nur 10 bis 15 Stück bekomme. «Wir brauchen Hunderttausende», sagte Noack. «Außerdem mangelt es an Desinfektionsmitteln und der allgemeine Praxisbedarf ist nur schwer lieferbar.»

Bei Hausärzten rufen nach Auskunft der KV unzählige Patienten an, die beraten werden wollen. «Die Anruferzahl nimmt exponentiell zu», sagte der KV-Vorstandschef. «Und die Haus- und Kinderärzte müssen irgendwie die Notwendigkeit einer Testung feststellen, das läuft im Großen und Ganzen auch.» Getestet werde, wenn jemand Symptome zeigt, Kontakt zu einem Risikopatienten hatte oder aus einem Risikogebiet zurückgekehrt ist. «Wir machen weiter keine Wunschtestungen – denn das ist von der Kapazität her nicht zu schaffen», sagte Noack. Bei der Versorgung durch die Ärzte gibt es nach seinen Angaben keine Probleme: «Wer ambulant behandelbar ist, wird gut versorgt.» (dpa)

Gericht weist Eilantrag gegen Corona-Maßnahmen ab

Ein Potsdamer wollte die seit Montag geltenden Einschränkungen aufgrund des Coronavirus nicht hinnehmen - vor Gericht ist er damit aber gescheitert. Seinen Eilantrag gegen die Maßnahmen wies das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg ab. Die in der Rechtsnorm bestimmten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verletzten den Antragssteller insbesondere nicht in seinem Recht auf Freizügigkeit, teilte das Gericht am Montagabend mit. Der Beschluss sei unanfechtbar.

Weiter hieß es: «Vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit dem neuartigen Coronavirus auch in anderen Ländern und dessen Einstufung als Pandemie durch die WHO seien die angeordneten Schutzmaßnahmen geeignet, erforderlich und angemessen». Es sei nicht ersichtlich, dass die Maßnahmen über die am Sonntag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Regierungschefs der Bundesländer vereinbarten Regelungen hinausgingen.

Die am Montag in Kraft getretene Verordnung regelt unter anderem, dass vorerst bis zum 5. April Brandenburger draußen nur noch allein oder höchstens mit Angehörigen aus dem eigenen Haushalt oder mit einer anderen Person bei 1,5 Meter Abstands unterwegs sein dürfen. (dpa)

Lederer fürchtet wegen Coronakrise um kulturelle Infrastruktur 

Berlins Kultursenator Klaus Lederer sorgt sich angesichts der Coronakrise um den Erhalt der kulturellen Infrastruktur. «Wir arbeiten dran, alles zu vermeiden, dass etwas wegbricht», sagte der Linke-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Die kulturelle Infrastruktur ist zentral für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft.»

Lederer fordert für den Erhalt der Kulturszene ähnliche Anstrengungen wie bei der Bankenkrise. «2008 war es binnen weniger Tage möglich, mehrstellige Milliardenbeträge für die Rettung von Banken bereitzustellen. Wenn das damals möglich war, dann muss es jetzt möglich sein, diese existenzielle Kulturinfrastruktur zu sichern», sagte er. «Gerade im Kulturbereich leben Menschen in besonderer Weise in prekären Verhältnissen, daraus resultiert eben auch eine besondere Verpflichtung der öffentlichen Hand von Bund und Ländern, sich um diese Menschen zu kümmern.» (dpa)

Berliner Ärztekammer beklagt unübersichtliches Krisenmanagement 

Die Präsident der Berliner Ärztekammer hat eine bessere Koordinierung der Beteiligten in der Coronakrise gefordert. So sei etwa derzeit unklar, wo genau die 160 Ärztinnen und Ärzte, die bislang ihre Hilfe zur Behandlung von Coronavirus-Patienten angeboten haben, tatsächlich gebraucht würden, kritisierte Günther Jonitz am Dienstag im rbb-Inforadio. «In Hamburg gibt es zweimal in der Woche eine Telefonkonferenz, an der selbstverständlich auch die Ärztekammer und die Krankenhausgesellschaft und die Kassenärztliche Vereinigung mit beteiligt sind, um zusammenzuarbeiten, in Berlin gibt es das nicht», sagte er. Trotz Kontakts zur Gesundheitsverwaltung fehle ihm der Überblick, auch etwa über zuständige Ansprechpartner bei der Senatsverwaltung oder im Krisenstab. (dpa)

Senator: Keine Wohnungen geräumt - Strom und Wasser nicht abgestellt

In Berlin werden wegen der Coronakrise nach Angaben von Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) derzeit keine Wohnungen geräumt. Auch Sperren wegen nicht gezahlter Rechnungen für Gas, Wasser oder Strom seien ausgesetzt, teilte der Grünen-Politiker am Dienstag mit. Wie mit Vollstreckungen umgegangen wird, entscheiden laut Justizverwaltung die Amtsgerichte. Sie können entweder Empfehlungen geben oder Anordnungen erlassen.

Wenn Menschen in der jetzigen Krisensituation auf der Straße landen würden oder ohne Heizung leben müssten, wäre das eine unzumutbare Härte, so Behrendt. Zudem wären Räumungen oder Sperrungen für Gerichtsvollzieher aus gesundheitlichen Gründen schwierig. Sie müssten den persönlichen Kontakt zu Betroffenen herstellen.

Das Amtsgericht Spandau hat laut Justizverwaltung beispielsweise den Gerichtsvollziehern in seinem Bereich empfohlen, nicht in den Außendienst zu gehen. Die Sperrung von Zählern sowie Räumungen sollen demnach vorerst bis zum 19. April nicht umgesetzt werden. (dpa)

Kein Mindestabstand: Supermarkt schließt nach Polizeieinsatz 

Zu viele Kunden, zu wenig Mindestabstand: Nachdem die Polizei einen Verstoß gegen die Abstandsregeln festgestellt hatte, hat ein Supermarkt-Betreiber in Charlottenburg-Wilmersdorf am Montag seinen Laden geschlossen. In dem Supermarkt sei es zu voll gewesen, um den Mindestabstand einzuhalten, wie die Polizei am Montag auf Twitter mitteilte.

Wegen der Coronakrise gilt in Berlin ein Abstandsgebot: Bei jedem Aufenthalt außerhalb der eigenen Wohnung ist – soweit möglich – ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen einzuhalten. Öffentliche Verkehrsmittel sind davon ausgenommen, wenn engere Kontakte unvermeidlich sind.

Die Beamten hätten am Montag festgestellt, dass sich in dem Supermarkt deutlich zu viele Kunden aufhielten, wie es hieß. Sie stellten sich vor den Eingang und kontrollierten den weiteren Zugang. Auch sei der Betreiber mehrfach auf die Abstands-Regel hingewiesen worden. Er habe sich schließlich entschieden, das Geschäft zu schließen. Am Dienstag will der Supermarkt wieder öffnen. (BLZ, dpa)

+++ 23. März +++

Gesundheitssenatorin: Ältere Menschen sollten in Selbstquarantäne

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci empfiehlt älteren Menschen, das Haus konsequent nicht mehr zu verlassen. Sie bitte alle Berlinerinnen und Berliner über 70, sich zu Hause in Selbstquarantäne zu begeben, sagte die SPD-Politikerin am Montag im Gesundheitsausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus. «Abstand ist der sicherste Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus.»

Kalayci appellierte an die Solidarität der Berliner, Ältere zu unterstützen: «Freundinnen, Freunde, Angehörige und Nachbarn sind jetzt gefragt, bei der Versorgung zu helfen.» Sie sollten dabei allerdings streng auf den empfohlenen Abstand von 1,5 Metern achten. «Soziale Kontakte sind auch mit Abstand möglich», so die Senatorin. (dpa)

Umfrage: Hohe Akzeptanz für Ausgangsbeschränkungen

Die von Bund und Ländern am Sonntag vereinbarten verschärften Ausgangsbeschränkungen wegen des Coronavirus stoßen bei einer großen Mehrheit der Deutschen einer Umfrage zufolge auf Zustimmung. 95 Prozent der Deutschen befürworten nach einer am Montagabend veröffentlichten Blitz-Umfrage von infratest dimap für den ARD-„Deutschlandtrend“, dass man sich in den kommenden zwei Wochen nur noch in der eigenen häuslichen Gemeinschaft oder mit einer weiteren Person treffen darf. Nur 3 Prozent lehnen diese Maßnahme ab.

Dennoch sorgen sich 55 Prozent vor einer Ansteckung mit dem Virus. Vor einer Woche waren es noch 48 Prozent, Anfang März 23 Prozent. 75 Prozent der Befragten vertrauen darauf, dass das deutsche Gesundheitssystem die Corona-Pandemie bewältigen kann. Bei 19 Prozent ist das Vertrauen weniger groß, bei 4 Prozent nur klein. Die Zufriedenheit in das Krisenmanagement der Bundesregierung ist mit 75 Prozent der am Montag 1006 Befragten hoch. 18 Prozent sind weniger und 5 Prozent gar nicht zufrieden. (dpa)

Coronavirus macht private Umzüge schwieriger oder teurer

Die Coronakrise stellt auch Menschen mit neuen Wohnungen vor ganz neue Probleme. Ein Umzug mit der Hilfe des Freundeskreises fällt derzeit aus, wie die Polizei am Montag schrieb. „Einem Umzug durch ein Unternehmen, das sich an die Hygiene-Standards halten muss, steht nichts entgegen“, betonte die Polizei. „Ein privater Umzug ist nur mit Helfenden aus Ihrem häuslichen Umfeld erlaubt.“ Das heißt: die Familie und die Wohngemeinschaft darf mit anpacken. Andere Freunde oder Bekannte aber nicht. Stattdessen bleibt nur der Weg zu den nicht immer ganz billigen Firmen. (dpa)

Corona-Krise könnte in Berlin auch zu Flughafen-Schließung führen

In der Coronavirus-Krise könnte in Zukunft auch die vorübergehende Schließung eines der beiden Berliner Flughäfen Tegel oder Schönefeld ein Thema werden. Das werde in den nächsten Wochen zu entscheiden sein, sagte Rainer Bretschneider, Aufsichtsratschef der Betreibergesellschaft, am Montag in Potsdam. Im Moment stehe die Entscheidung aber nicht an. Man sei in der Absprache mit den Luftfahrtbehörden. Die Flughafengellschaft selbst habe eine Betriebspflicht, nur die Behörden könnten die Schließung verfügen.

„Wir stehen vor erheblichen Liquiditätsproblemen“, sagte Bretschneider. Um die Einnahmeverluste durch das Coronavirus auszugleichen, brauche man im günstigsten Fall einen kleinen dreistelligen Millionenbetrag. Der Aufsichtsrat hatte am Donnerstag eingewilligt, um staatliche Hilfe zu ersuchen.

In Tegel und Schönefeld sind die Passagierzahlen eingebrochen. An diesem Dienstag sind in Tegel mehr als 80 Prozent der Linienflüge gestrichen, am kleineren Airport Schönefeld gut die Hälfte. Beide Flughäfen liegen etwa 25 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt.

Bretschneider bestätigte, dass die Flughafengesellschaft für die Fertigstellung des neuen Hauptstadtflughafens BER zusätzliche 792 Millionen Euro benötige. Die Zahl war im Dezember durchgesickert, vom Unternehmen aber zunächst nicht bestätigt worden. Begründet wurde der Mehrbedarf mit zusätzlichen Mitarbeitern und höheren Baupreisen. Die Summe steht nach Bretschneiders Angaben im neuen Businessplan der Gesellschaft, der alte war von rund 508 Millionen Euro ausgegangen. Das Unternehmen will nach seinen Worten die Hälfte des Geldes am Kapitalmarkt aufnehmen und hoffe die zweite Hälfte von seinen Eigentümern zu bekommen, den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem Bund. Der Flughafen soll Ende Oktober in Betrieb gehen. (dpa)

Senat: Private Geburtstagsfeiern mit Gästen sind verboten

Freunde und Verwandte zu sich nach Hause einzuladen, ist nur noch unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Nach der neuen vom Senat am Sonntag beschlossenen Verordnung muss dafür ein zwingender Grund vorliegen. Ein Geburtstag sei das nicht, teilte eine Sprecherin des Senats am Montag mit. Wer einfach nur feiern möchte, darf das nicht mehr wie sonst vielleicht mit zahlreichen Gästen. Anders ist es zum Beispiel, wenn in der Familie jemand gestorben ist: Eine Trauerfeier gilt als ausreichende Begründung, daran dürfen bis zu zehn Personen teilnehmen. (dpa)

Urlaubsrückkehrer aus Corona-Risikogebiet ohne Auffälligkeiten

Nach der Landung einer Linienmaschine auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld aus dem Corona-Risikogebiet Ägypten ist bei rund 200 Urlaubern keine Auffälligkeit festgestellt worden. Das habe eine Amtsärztin erklärt, nachdem sie die Passagiere am Sonntag am Flughafen angeschaut und befragt hatte, berichteten das Brandenburger Gesundheitsministerium und der Landkreis Dahme-Spreewald, auf dessen Gebiet der Airport liegt, am Montag. Auf das neuartige Virus Sars-CoV-2 wurden die Passagiere allerdings nicht getestet. Zudem mussten sie sich vor Ort auch nicht in Quarantäne begeben, da es sich nicht um ein Flugzeug im Rahmen der Rückholaktion für deutsche Touristen der Bundesregierung handelte, wie zunächst gedacht.

Zuvor hatte es geheißen, alle Passagiere seien im Rahmen der Rückholaktion angekommen und müssten in Quarantäne, da Ägypten laut dem Robert Koch-Institut (RKI) zu den Coronavirus-Risikogebieten gehört. Nach Angaben des Landkreise hatten die Ägypten-Urlauber die vom RKI geforderten Aussteigerkarten ausgefüllt, die nun 30 Tage beim Landkreis hinterlegt seien. Anschließend seien sie belehrt worden, soziale Kontakte zu meiden und hätten dann den Weg nach Hause antreten können, sagte eine Sprecherin.

Das Gesundheitsministerium in Potsdam forderte mit Blick auf die Rückkehrer eine klare Definition vom Bund. Sprecher Gabriel Hesse sagte: „Wir brauchen hier eine bundesweit einheitliche Regelung zum Umgang mit Touristen, die aus Risikogebieten zurückkehren, unabhängig davon, ob sie im Rahmen der konzentrierten Rückholaktion des Bundes ankommen oder mit einem Linienflug.“ Es würden noch weitere Flugzeuge ankommen. „Wir sehen da ein großes Problem.“ (dpa)

Vorerst alle Demonstrationen von Berliner Polizei abgesagt

In der Zeit der Coronakrise gibt es wegen der Ansteckungsgefahr auch fast kein Recht mehr auf Demonstrationen. Das gilt auch für seit langem angemeldete Kundgebungen, wie die Polizei am Montag mitteilte. Sie bat die Anmelder von Demonstrationen um Verständnis, „dass Ihre bis zum 20.4.2020 angemeldeten Versammlungen (...) grundsätzlich nicht stattfinden können“.

Ausnahmen kann es nach den neuen Regelungen in besonderen Ausnahmefällen für Demonstrationen mit bis zu 20 Teilnehmern geben. Allerdings nur, wenn die Ansteckungsgefahr gering bleibt und das Risiko vertretbar ist. Darüber entscheiden Polizei und das zuständige Gesundheitsamt. (dpa)

Polizei: Menschen sollen Ausweis bei sich tragen

Angesichts der verschärften Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus wendet sich die Brandenburger Polizei mit einer dringenden Empfehlung an die Bevölkerung: Die Menschen sollten unbedingt den Personalausweis oder den Reisepass bei sich tragen, sagte der Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums in Potsdam, Torsten Herbst, am Montag. „Liebe Brandenburgerinnen und Brandenburger, machen Sie es uns allen nicht unnötig schwer. Verkürzen Sie die Kontrolldauer dadurch, dass Sie ein identifizierendes Dokument bei sich haben.“

In Brandenburg ist vorerst bis zum 5. April das Betreten öffentlicher Orte wie Wege, Straßen, Plätze oder Grünanlagen und Parks untersagt. Als Ausnahmen gelten Wege zur Arbeit, zum Arzt, zum Einkaufen oder für Sport und Bewegung an der frischen Luft. Das dürften aber nur Personen allein oder maximal zu zweit im Abstand von 1,5 Metern. Gaststätten müssen landesweit schließen - es sind noch Liefer- und Abholdienste für Speisen möglich. „Bis jetzt haben wir sehr gute Rückmeldungen von unseren Polizeidirektionen bekommen“, sagte Herbst. Schon am Wochenende sei registriert worden, dass die Menschen sich immer mehr an die da bereits geltenden Maßnahmen hielten. „Auch Kneipen mussten in viel geringerem Umfang geschlossen werden.“ Zudem erhielten die Beamten „verdammt viel Zuspruch“, berichtete Herbst. „Man bedankt sich bei uns und lobt im gleichen Atemzug auch das medizinische Personal.“ (dpa)

Zehn Millionen Euro für digitale Lehre an Berliner Hochschulen

Die Berliner Landesregierung unterstützt mit insgesamt zehn Millionen Euro die Hochschulen der Hauptstadt mit einem Sofortprogramm beim Ausbau des digitalen Lehr- und Prüfungsbetriebs. Das Geld soll in zusätzliche IT-Infrastruktur fließen, wie die Senatskanzlei am Montag mitteilte. „Der Präsenzbetrieb an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen ist zwar stark eingeschränkt, aber wir arbeiten gemeinsam daran, möglichst viele Seminare und Vorlesungen digital zugänglich zu machen und auch verlässliche neue Formate für Online-Prüfungen zu gestalten“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister und Senator für Wissenschaft und Forschung, Michael Müller, laut Mitteilung.

Wegen des Coronavirus waren die Berliner Wissenschaftseinrichtungen in der vergangenen Woche in den Präsenznotbetrieb gegangen. Der offizielle Beginn der Vorlesungszeit im Sommersemester 2020 wurde zunächst auf den 20. April verschoben. Fast 200.000 Menschen studieren an den Hochschulen in der Hauptstadt. (dpa)

Bisher fünf Corona-Fälle in Berliner Flüchtlingsunterkünften

In den rund 80 Berliner Flüchtlingsunterkünften haben sich bisher mindestens fünf Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Es handele sich um einen Mitarbeiter und vier Bewohner, teilte das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten am Montag der Deutschen Presse-Agentur mit. Nach einem ersten Fall mit zwei Infektionen in einer Unterkunft in Charlottenburg-Wilmersdorf seien vor rund zwei Wochen etwa 100 Bewohner unter Quarantäne gestellt worden. Diese laufe am Dienstag aus, weitere Ansteckungen seien nicht festgestellt worden.

In einer weiteren Berliner Unterkunft, einem Containerdorf, seien ein infizierter Bewohner nebst Partner von den übrigen Menschen separiert worden, hieß es weiter. Eine andere Unterkunft sei teilweise unter Quarantäne gestellt worden - konkret der Infizierte und seine Kontaktpersonen. Die Versorgung der Menschen sei auch unter Quarantänebedingungen sichergestellt.

Am Montag veröffentlichte das Flüchtlingsamt einen Podcast in sechs Sprachen, um Flüchtlinge über den Sinn von Quarantänemaßnahmen und zu diversen Fragen rund um das Thema zu informieren. Informationen zur Ausbreitung des Coronavirus und Hinweise zur Hygiene seien schon früher verteilt worden, so das Amt. Generell seien die Geflüchteten auch über soziale Netzwerke wie Facebook- oder WhatsApp-Gruppen gut über Covid-19 informiert, hieß es. (dpa)

Zweiter Corona-Infizierter in Berlin gestorben

Ein 70-jähriger Mann ist in Berlin am Coronavirus gestorben. Das hat Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci am Montag im Abgeordnetenhaus bekannt gegeben. Der Mann ist der zweite Corona-Tote in der Hauptstadt. Der rbb berichtete zuerst. 

Am Freitag hatte die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung den ersten Corona-Toten vermeldet: Ein 95-jähriger Mann mit schweren Grunderkrankungen.

Laut einer Mitteilung des Robert-Koch-Instituts gibt es in Berlin aktuell 1077 nachgewiesene Corona-Infektionen, 53 mehr als am Vortag. In ganz Deutschland gibt es 22.672 registrierte Fälle, 87 Menschen sind insgesamt verstorben. (BLZ)

Senator: Berliner Justiz arbeitet, Rechtsstaat handlungsfähig

Trotz der Coronakrise ist die Berliner Justiz aus Sicht von Senator Dirk Behrendt (Grüne) nicht lahmgelegt. Damit Menschen ihre Rechte weiter wahrnehmen können, seien in der vom Senat beschlossenen Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus Ausnahmen für die Justiz und Rechtspflege getroffen worden, teilte Behrendt am Montag mit. So könnten dringende Termine bei Gerichten, Rechtsantragsstellen, Rechtsanwälten und Notaren weiter wahrgenommen werden. (dpa)

Show wird weitergehen: Kosky stellt Programm für Komische Oper vor

Auch nach der Corona-Krise - «die Show wird weitergehen»: Barrie Kosky, Intendant der Komischen Oper Berlin, blickt schon jetzt auf die Zeit, wenn Theater und Opernhäuser wieder öffnen dürfen. Heute seien die Säle leer, aber in der nächsten Spielzeit werde - hoffentlich - der Zuschauerraum wieder voll und die Bühne frei sein, sagte der Australier in einem Video, das die Komische Oper am Montag zur Ankündigung der Spielzeit 2020/21 ins Netz stellte. (dpa)

Anstieg der Infiziertenzahl in Brandenburg geht etwas zurück 

Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Brandenburger wächst weiter - aber nicht mehr so schnell. Derzeit seien zum Stand 8 Uhr offiziell 375 Infizierte in Brandenburg gemeldet, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in Potsdam mit. Das sei ein Zuwachs von 33 Fällen innerhalb der vergangenen 24 Stunden - dies entspreche einem Zuwachs von knapp zehn Prozent. 24 Menschen sind demnach in Behandlung in Krankenhäusern, zwei davon würden beatmet. Bisher ist ein Mensch in Brandenburg an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Der Anstieg von Samstag auf Sonntag (Stand 15 Uhr) lag noch bei 12 Prozent.

Die meisten Infizierten gibt es im Kreis Märkisch-Oderland mit 49 Fällen, nachdem es am Sonntag noch der Kreis Oder-Spree war. Der Kreis Oder-Spree zählte demnach 46 Infizierte, der Kreis Barnim 40 Fälle. Die wenigsten Infizierten meldet der Kreis Prignitz mit einem Fall. (dpa)

Gastwirte warnen vor Aus für «kulinarische Attraktionen Berlins» 

In der Corona-Krise könnte Berlin aus Sicht von Gastronomen in wenigen Wochen viele seiner «kulinarischen Attraktionen» verlieren. Davor warnen Restaurant-Betreiber in einem offenen Brief an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD). Die Liste der Unterzeichner reicht vom Drei-Sterne-Restaurant Rutz über Grill Royal und Café Einstein bis Loretta am Wannsee. Um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, müssen Restaurants seit Montag geschlossen bleiben.

«Das Wasser steht uns buchstäblich bis zum Hals», heißt es in dem Brief, den der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband am Montag verbreitete. «Erreichen uns nicht unkompliziert und schnellstmöglich Hilfsgelder, werden viele unserer KollegInnen den April nicht durchhalten können.» Gefordert werden ein Nothilfefonds, Gehälterübernahme und Lohnfortzahlungen, Bürgschaften, Steuerrückzahlungen, Schutz vor Vollstreckungsmaßnahmen und dass für ein Jahr keine Insolvenzanträge gestellt werden müssen.

In der Gastronomie gebe es keinen Nachholeffekt, argumentieren die Betriebe, darunter auch Nobelhart und Schmutzig, Restaurant Ernst, Frühsammers Restaurant, Cookies Cream, Pauly Saal und Restaurant Tim Raue. Sie betonen: «Das Essen oder Getränk, das wir heute nicht verkaufen, werden wir drei Monate später nicht mehrfach an den Gast bringen können.» (dpa)

Coronakrise: Imbisse und Bäckereien wegen Verstößen geschlossen 

Die Polizei hat auch am Sonntag wieder zahlreiche Cafés, Imbisse und Bäckereien geschlossen, weil sie Gäste in ihren Räumen essen und trinken ließen. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus ist allerdings nur noch der Verkauf von Essen und Getränken zum Mitnehmen erlaubt. Am Sonntag wurden demnach 91 Objekte, vor allem Imbisse, Bäckereien, Cafés, Eisdielen und einige Blumenläden, kontrolliert und 55 wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz geschlossen. Das sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Es gab 40 Anzeigen. 300 Polizisten waren im Einsatz.

In der Nacht zu Montag schloss die Polizei 9 Imbisse oder Kneipen wegen Verstößen und stellte 7 Anzeigen. 200 Polizisten waren dabei zusätzlich unterwegs. (dpa)

Ausgangsbeschränkungen in Berlin: Polizei empfiehlt, den Ausweis dabei zu haben

Die Polizei überprüft in einer Parkanlage, ob sich die Berliner an die Verordnung halten.
Foto: Berliner Zeitung/Olaf Wagner

Angesichts der weiter verschärften Regeln zum Aufenthalt außerhalb von Wohnungen hat die Berliner Polizei darauf hingewiesen, dass Menschen beim Spazierengehen oder Einkaufen ihre Ausweise dabei haben sollten. «Irgendwie haben wir letzte Nacht von #Ausweisen geträumt», twitterte die Polizei etwas flapsig am Montagmorgen zum Thema Coronavirus. «Dieser o. andere Dokumente sollen unseren Kolleg. bei Zweifeln im Einzelfall die Prüfung ermöglichen, ob Sie mit Personen desselben Haushaltes unterwegs sind.»

Die Berliner Polizei will vor allem kleinere und größere Gruppen von Menschen kontrollieren. Wer einzeln oder zu zweit unterwegs ist, steht nicht im Fokus der Kontrollen. Das schrieb die Polizei am Montag bei Twitter. 

Zu dritt oder zu viert dürfen nur Menschen unterwegs sein, die zusammen leben und wohnen. Sie müssen das durch ihre Ausweise auch belegen. Daher wies die Polizei daraufhin, dass Menschen beim Spazierengehen oder Einkaufen die Ausweise dabei haben sollten. «Das gesellschaftliche Leben wird zur Eindämmung des Coronavirus in Berlin ab 0 Uhr auf ein notwendiges Maß begrenzt. Wir werden die Einhaltung der Regeln kontrollieren.»

Seit Montag sind Treffen von mehr als zwei Menschen nicht mehr erlaubt. Ausgenommen sind Familien und Menschen, die ohnehin in einem Haushalt zusammenleben. Alle Berliner sollen sich in ihren Wohnungen aufhalten. Ausnahmen sind unter anderem Wege zum Arzt und zum Einkaufen.

Erlaubt sind auch Sport und Bewegung an der frischen Luft alleine, mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder mit einer anderen Person sowie Besuche beim Lebenspartner. In den Bestimmungen heißt es: «Das Vorliegen von Gründen, die das Verlassen der Wohnung oder gewöhnlichen Unterkunft nach den Bestimmungen dieser Verordnung erlauben, ist gegenüber der Polizei und den zuständigen Ordnungsbehörden glaubhaft zu machen.» (dpa)

+++ 22. März +++

Berlin und Brandenburg beschließen Ausgangsbeschränkungen

Nach dem Treffen der Ministerpräsidenten hat sich der Berliner Senat auf Ausgangsbeschränkungen geeinigt. Der Senat will sich den von Bund und Ländern beschlossenen Einschränkungen weitgehend anschließen. Auf einen entsprechenden Senatsbeschluss verwies die Senatsgesundheitsverwaltung am Sonntagabend auf Twitter.

In dem Beschluss ist festgelegt, was künftig erlaubt und was verboten sein soll. Die Verordnung soll demnach in der Nacht zum Montag um 0 Uhr in Kraft treten und bis 5. April gelten.

Die komplette Verordnung des Berliner Senats >>

"Demnach haben sich die Bürgerinnen und Bürger grundsätzlich in ihrer Wohnung oder Unterkunft aufzuhalten“, teilt die Senatskanzlei am Sonntagabend per Pressemitteilung mit. „Zum Verlassen müssen bestimmte Gründe vorliegen.“

Menschen, die in der Öffentlichkeit angetroffen werden, müssen sich ausweisen und plausibel den Grund für das Verlassen der Wohnung darlegen können. Das soll durch die Polizei kontrolliert werden. Ausgenommen von den Einschränkungen sind Polizisten, Feuerwehrleute, Krankenhauspersonal, Mitarbeiter der Verwaltung und politische Amtsträger. Der Weg von und zur Arbeit ist auch weiter möglich, ebenso wie das Bringen und Holen von Kindern zur Kita im Notbetrieb. Busse, Bahnen und Taxis fahren weiter. Das Verlassen der Wohnung zum Einkaufen oder für sportliche Betätigung ist erlaubt, wenn dabei maximal zu zweit.. Auch Arztbesuche und dringende Erledigungen in Geschäften, die noch geöffnet haben dürfen, sind möglich. Auch Tiere, die Auslauf benötigen, dürfen von einer Person ausgeführt werden.

In Brandenburg ist das Betreten öffentlicher Orte ab Sonntagnacht, 0 Uhr, grundsätzlich untersagt. Das gilt vorerst bis 5. April. Ausnahmen gelten aber auch hier zur Wahrnehmung beruflicher Tätigkeiten und zum Aufsuchen des Arbeitsplatzes, für Arztbesuche, den Besuch von Lebenspartnern, Alten oder Kranken, zur Begleitung Sterbender sowie zur Teilnahme an Beisetzungen im engsten Familienkreis. Ebenfalls ausgenommen sind demnach Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie Behördentermine. Laut Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke gelten als öffentliche Orte öffentliche Wege, Straßen, Plätze, Verkehrseinrichtungen, Grünanlagen und Parks. (BLZ)

1071 bestätigte Coronavirus-Fälle in Berlin

In Berlin gibt es derzeit 1071 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Fünf Gesundheitsämter haben am Sonntag ihre Fälle des der Senatsverwaltung für Gesundheit übermittelt (Stand 22.03.2020, 16:30 Uhr). Die Kontaktpersonen werden derzeit ermittelt, kontaktiert und isoliert.

606 Personen sind männlich, 465 weiblich. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 41 Personen, davon werden 20 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Bisher ist ein am neuartigen Coronavirus erkrankter Patient verstorben.

Eine Häufung von bestätigten Ansteckungen gibt es weiterhin in den Berliner Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg. Die meisten Infizierten sind zwischen 25 und 60 Jahre alt. (BLZ)

Touristen aus Coronavirus-Risikogebiet Ägypten in Berlin gelandet 

In Berlin-Schönefeld ist am frühen Sonntagabend eine Maschine mit rund 200 Touristen aus dem Coronavirus-Risikogebiet Ägypten gelandet. Das bestätigte Daniel Tolksdorf von der Flughafengesellschaft auf Anfrage. Die Urlauber kamen gegen 18.20 Uhr mit knapp einstündiger Verspätung am Flughafen in Brandenburg an. Der Landkreis Dahme-Spreewald, die Flughafengesellschaft und Hilfsorganisationen hatten die Ankunft seit dem Vormittag vorbereitet, hieß es zuvor in einer Mitteilung des Interministeriellen Koordinierungsstabs Corona Brandenburg.

Es handelte sich nicht um ein Flugzeug im Rahmen der konzentrierten Rückholaktion für deutsche Touristen der Bundesregierung, wie es weiter hieß. Alle Passagiere müssten zunächst in Quarantäne, da Ägypten laut dem Robert Koch-Institut (RKI) zu den Coronavirus-Risikogebieten gehört. Jeder Kontakt zu anderen Flugreisenden sollte verhindert werden, hieß es. Angehörige durften die Rückkehrer nicht direkt in Empfang nehmen.

Die Maschine wurde auf einer Sonderposition abgestellt. Alle Passagiere sollten anschließend zu einer Screening-Stelle geleitet und auf Symptome untersucht werden. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt wird über weitere Maßnahmen entschieden. Passagiere ohne Symptome werden direkt von Hilfsorganisationen zu ihren Wohnorten gebracht und dort für 14 Tage häuslich isoliert. Zunächst gab es keine Informationen, wie viele Passagiere Symptome aufweisen. Passagiere mit Symptomen sollten stationär oder ambulant im Landkreis Dahme-Spreewald oder in benachbarten Kreisen versorgt werden. (dpa)

CDU-Landeschef Wegner: Kontaktverbot in Berlin sofort umsetzen

Berlins CDU-Landesvorsitzender Kai Wegner verlangt die sofortige Umsetzung des zwischen Bund und Ländern vereinbarten Kontaktverbots in Berlin. „Leider sind Ausgangssperren angesichts der steigenden Zahlen von Infizierten unausweichlich“, teilte Wegner am Sonntagnachmittag mit. „Das bundesweite Kontaktverbot ist im Kern eine Ausgangssperre. Nun muss auch der Berliner Senat unverzüglich mit der Umsetzung beginnen und darf nicht wieder tagelang herumlavieren.“ Es dürfe nicht wieder wertvolle Zeit vergeudet werden. „Der Senat trägt eine besondere Verantwortung für die Menschen in unserer Millionenmetropole, da wir hier auf engem Raum zusammen leben“, erläuterte Wegner. „Um die Zahl der Neuansteckungen zu reduzieren, müssen Wege unter freiem Himmel auf das notwendige Maß beschränkt werden.“ Joggingrunden, das kurzzeitige Toben mit den eigenen Kindern draußen oder auch Gassigänge sollten aber nach wie vor möglich sein, so der CDU-Landeschef. „Alle Maßnahmen müssen in sehr kurzen Zeitabständen auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden. Jeder Tag zählt, um unsere Mitmenschen zu schützen.“ (dpa)

Landesschülerausschuss warnt vor „Corona-Partys“

Der Landesschülerausschuss warnt Berlins Schülerinnen und Schüler vor „Corona-Partys“: „Ich bitte alle Treffen und Feiern umgehend zu verschieben“, sagt der Vorsitzende Miguel Góngora. Das Einladen zu Partys sei eine „verantwortungslose Zumutung gegenüber dem Rest der Bevölkerung“ –  egal ob drinnen oder draußen. Allgemein sollten Schülerinnen und Schüler allen Kontakt zueinander möglichst aufs Digitale verlegen. (BLZ)

Berliner Busse und U-Bahnen werden gereinigt, aber nicht desinfiziert

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) rufen die Fahrgäste zu Eigenverantwortung und Rücksichtnahme zum Schutz vor dem Coronavirus auf. U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen würden zwar regelmäßig gereinigt werden, jedoch finde eine Desinfektion der Fahrzeuge nicht statt, wie eine BVG-Sprecherin am Sonntag mitteilte. „Das können wir nicht leisten.“ Haltestangen, Türknöpfe und Touchscreens der Fahrkartenautomaten würden stattdessen mit Wasser und Reinigungsmittel geputzt.

„Wir appellieren an die Menschen, selber Verantwortung zu übernehmen. Beim Türöffnen beispielsweise ein Taschentuch auf die Finger legen“. Zuvor hatte bereits die Hamburger U-Bahn mitgeteilt, dass sie auf eine Desinfektion ihrer Fahrzeuge verzichte.

Die S-Bahn Berlin folge „den Vorsorgeempfehlungen des Robert Koch-Instituts“, teilte ein Bahnsprecher mit. Die Züge würden „entsprechend regelmäßig gereinigt“. Die Deutsche Bahn stehe als Betreiber in ständigem Austausch mit den Gesundheitsbehörden.

Bei Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sei eine Übertragung durch Schmierinfektion denkbar, heißt es beim Bundesinstitut für Risikobewertung. Es gebe aber bislang keine Fälle, bei sich Menschen nachweislich durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit Sars-CoV-2 infiziert haben. (dpa)

Berliner U-Bahnen fahren nur noch alle zehn Minuten

Die Berliner müssen von Sonntag an länger auf die U-Bahn warten. Da wegen der Coronapandemie weniger Menschen mitfahren, dünnt die BVG den Takt aus. Tagsüber fahren die Züge noch alle zehn Minuten statt wie bisher alle fünf Minuten. Zusätzliche Fahrten soll es nur nach Bedarf geben, sagte eine Sprecherin.

Am Mittwoch hatte das Landesunternehmen schon den Takt bei Busse und Straßenbahnen ausgedünnt. Auch für sie gilt ein Zehn-Minuten-Takt. Allerdings wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) vereinzelt wieder mehr Busse fahren lassen, etwa zu Krankenhäusern und Polizeiabschnitten. (dpa)

Gema entlastet wegen Corona geschlossene Betriebe

Spielstätten, Kulturbetriebe und Freizeiteinrichtungen, die wegen der Coronakrise schließen mussten, müssen bis auf Weiteres keine Tantiemen für Musik bezahlen. „Kein Lizenznehmer soll für den Zeitraum der Schließung mit Gema-Gebühren belastet werden“, teilte die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) auf ihrer Website mit. Das gelte rückwirkend bis ab dem 16. März.

Die drastischen Einschränkungen des öffentlichen Lebens seien für die Gesellschaft notwendig und sinnvoll, stellte die Gesellschaft klar. Sowohl für die Lizenznehmer als auch die Urheber seien sie jedoch existenzgefährdend. „In Vertretung unserer rund 78 000 Mitglieder wollen wir gemeinsam alles dafür tun, dass unsere Musikkultur eine Zukunft hat“, heißt es in der Mitteilung. (dpa)

200 Touristen aus Risikogebiet Ägypten werden erwartet

In Brandenburg wird am Sonntagnachmittag eine Maschine mit rund 200 Touristen aus dem Coronavirus-Risikogebiet Ägypten erwartet. Die Urlauber werden voraussichtlich gegen 17.30 Uhr auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld landen, teilte der Interministerielle Koordinierungsstab Corona Brandenburg mit. Landkreis Dahme-Spreewald, Flughafengesellschaft und Hilfsorganisationen bereiten den Angaben zufolge die Ankunft vor.

Alle Passagiere müssten in Quarantäne, da Ägypten laut dem Robert Koch-Institut (RKI) zu den internationalen Coronavirus-Risikogebieten gehört. Jeder Kontakt zu anderen Flugreisenden werde verhindert. Angehörige dürfen die Rückkehrer nicht direkt in Empfang nehmen.

Die Maschine wird nach den Angaben auf einer Sonderposition abgestellt. Alle Passagiere werden zu einer Screening-Stelle geleitet und auf Symptome untersucht. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt wird dann über weitere Maßnahmen entschieden. Passagiere ohne Symptome werden direkt von Hilfsorganisationen zu ihren Wohnorten gebracht und dort für 14 Tage häuslich isoliert. Passagiere mit Symptomen werden stationär oder ambulant im Landkreis Dahme-Spreewald oder in benachbarten Kreisen versorgt. (dpa)

Bislang 342 Brandenburger positiv auf Coronavirus getestet

In Brandenburg sind bislang 342 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Das teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit (Stand: 8 Uhr). Im Vergleich zum Vortag seien das 54 Personen mehr. 21 Personen werden den Angaben nach stationär versorgt, davon zwei intensiv medizinisch beatmetet.

Bislang gibt es in Brandenburg einen Todesfall in Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion. Ein 81-Jähriger mit schwersten Vorerkrankungen war am Freitag im Krankenhaus Hennigsdorf (Oberhavel) gestorben.

Am Samstag wurden für das Gesundheitswesen des Landes etwa 50.000 Atemschutzmasken angeliefert, die in Krankenhäusern, Arztpraxen und Gesundheitsämtern dringend benötigt werden. Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) finanzierte die Beschaffung. Die Masken werden an die 19 regionalen Abstrichstellen in Kooperation mit den Landkreisen, kreisfreien Städten, Krankenhäusern und ambulanten Ärzten verteilt. Weitere Lieferungen des Bundes werden im Land erwartet.  (dpa)

Keine Einigkeit bei Diskussion um Notparlament in Berlin

Unter den Fraktionen des Abgeordnetenhauses gibt es noch keine gemeinsame Antwort auf die Frage, wie sich die Funktionsfähigkeit des Berliner Landesparlaments in der Corona-Krise sichern lässt. Laut einem Sprecher des Abgeordnetenhauses will sich der Ältestenrat am Montag treffen. Dann soll darüber beraten werden. SPD und CDU befürworten eine Verfassungsänderung zugunsten einer Notparlamentslösung mit deutlich weniger Abgeordneten, die FPD-Fraktion ist entschieden dagegen, große Skepsis gibt es auch bei den Grünen.

Es sei richtig, sich auf sämtliche denkbare Szenarien vorzubereiten, sagte Daniel Wesener, Geschäftsführer der Grünen-Fraktion. „Eine Änderung der Landesverfassung sehen wir Grüne aber äußerst kritisch.“ Paul Fresdorf, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion, warnte: „Die Einrichtung eines Notparlamentes stellt für uns einen tiefgreifenden Einschnitt in die Rechte der einzelnen Parlamentarierer dar.“ Die Stimmrechte von 160 auf 27 Abgeordnete zu delegieren, wie ein Vorschlag der SPD-Fraktion vorsehe, rüttele an den Grundfesten des Parlamentarismus.

Nach Einschätzung von CDU-Fraktionschef Burkard Dregger wäre ein Notparlament dagegen die „sicherste Alternative“. Torsten Schneider, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion, sagte, die anderen Fraktionen seien aufgefordert, am Montag rechts- und verfassungskonforme Vorschläge zur Sicherung der Funktionsfähigkeit des Parlaments zu unterbreiten. (dpa)


+++ 21. März +++

Berliner Senat schließt Restaurants ab Sonntag – Gruppen nur noch mit weniger als zehn Menschen erlaubt

Der Berliner Senat hat das Leben in der Hauptstadt am Samstag weiter eingeschränkt: Restaurants und Gaststätten müssen ab Sonntag ganz schließen. Nur das Abholen und Liefern von Speisen ist noch erlaubt – dabei müssen die Betreiber darauf achten, dass keine Warteschlangen entstehen. Veranstaltungen oder Ansammlungen von mehr als zehn Personen sind verboten. Nur für Versammlungen kann die Versammlungsbehörde in „wichtigen Fällen“ Ausnahmen zulassen. Das teilte die Senatskanzlei am Samstagnachmittag mit.

„Zudem sollen physische Kontakte zu Menschen, abgesehen von Angehörigen des eigenen Haushalts oder Partnerinnen und Partnern, auf ein absolut nötiges Minimum reduziert werden“, so die Mitteilung der Senatskanzlei weiter. Wo immer möglich sei ein Mindestabstand von 1,5 Meter zu halten.

Diese Maßnahmen seien nötig, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsam, teilte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) mit. „Jeder einzelne von uns muss hier auch eigenverantwortlich handeln und diese Regelungen beachten und umsetzen.“ (ann.)

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Mehr als 150 neue Corona-Fälle in Berlin gemeldet

In Berlin sind derzeit 1025 Fälle des neuartigen Coronavirus bestätigt (Stand 21.03.2020, 16:30 Uhr). Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Abend mit.

579 Personen sind männlich, 446 weiblich. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 39 Personen, davon werden 14 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Bisher ist ein am neuartigen Coronavirus erkrankter Patient ist verstorben.

Am Vortag lag die Zahl noch bei 868 Fällen. (BLZ)

Abitur- und MSA-Prüfungen in Berlin verschoben

Die Senatsschulverwaltung hat alle Abschlussprüfungen, die noch vor den Osterferien hätten stattfinden sollen, abgesagt: Abitur wie Mittlerer Schulabschluss, mündlich wie schriftlich. Dieser Schritt sei notwendig, weil das Land Berlin in den nächsten Tagen alle öffentlichen Ansammlungen von mehr als zehn Menschen untersagen werde, hieß es in einer Pressemitteilung am Sonnabend. Es könne nicht sichergestellt werden, dass sich die Prüflinge in Gruppen versammeln, um sich auszutauschen.

Verfahren werden soll nun laut Senatsschulverwaltung so: Alle schriftlichen Abiturprüfungen mit zentralen Prüfungsaufgaben, deren Termine vor den Osterferien liegen, werden auf den jeweiligen Nachschreibetermin verlegt. Die Termine für schriftliche Abiturprüfungen mit dezentralen Aufgabenstellungen, mündliche Abiturprüfungen und Präsentationsprüfungen müssen verschoben werden, wenn die Schulen dafür bisher Termine vor den Osterferien eingeplant hatten.

Ursprünglicher Prüfungsplan für alle Abschlüsse mit Nachschreibeterminen  zum Herunterladen >>

Rückkehrer: Flugzeuge dürfen weiter nachts in Tegel landen

Am Flughafen Tegel dürfen auch weiterhin nachts Maschinen landen. Die Aufhebung des Nachtflugverbots für ankommende internationale Flüge werde bis zum 3. April verlängert, sagte Dorothee Winden, Vize-Sprecherin der Senatsverwaltung für Verkehr, der Deutschen Presse-Agentur. Damit solle Urlaubern, die aus dem Ausland zurückkehren, eine rasche Heimkehr ohne Umwege ermöglicht werden. Insbesondere Berliner Heimkehrende in verspäteten Maschinen könnten so direkt in der Hauptstadt landen - ohne weitere Zwischenstopps. Sonst müssten die Linien auf andere Flughäfen ausweichen und Berliner Passagiere mit Bussen nach Hause fahren, sagte Winden. Die Aufhebung des Nachtflugverbots für den Flughafen Tegel gilt seit dem 15. März und war bisher bis einschließlich Sonntag befristet. Die Ausnahme solle dabei helfen, Ansteckungen bei der Heimreise zu verhindern, sagte Winden. (dpa)

Berliner Klatschkonzert für Helfer in Corona-Krise 

In vielen Berliner Stadtteilen haben Menschen den Helfern in der Corona-Krise am Samstagabend mit lautem Beifall gedankt. Zu hören waren die Klatschkonzerte unter anderem im Pankower Zentrum, in Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Friedenau. Dazu kamen Johlen und freundliches Pfeifen von vielen Balkons. Seit Tagen bekunden Bürger an vielen Orten Europas ihre Solidarität mit den Helfern, die unter erschwerten Bedingungen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus kämpfen, Kranke betreuen und die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs aufrechterhalten. (dpa)

Berliner Senat will Notbetreuung von Kindern erleichtern 

Der Berliner Senat will wegen der Corona-Krise für Eltern in systemrelevanten Berufen wie Feuerwehr, Pflege und Einzelhandel den Zugang zur Notbetreuung für ihre Kinder erleichtern. Künftig reiche es bereits aus, wenn ein Elternteil in einem dieser Berufe arbeite, teilte die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie am Samstag mit. Bislang wurde vorausgesetzt, dass beide Elternteile in diesen Bereichen arbeiten. Mit der Lockerung sollen demnach „besondere Härtefälle“ vermieden werden. „Die Situation ist derzeit für viele Eltern zweifellos sehr schwierig“, sagte die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Sandra Scheeres. Mit der Änderung sollen „lebenswichtigen Bereiche im Gesundheitssektor und anderswo“ unterstützt werden, die derzeit einen großen Personalbedarf haben.

Die geänderte Regel soll künftig für den Gesundheitsbereich gelten, wie beispielsweise für Ärzte, Krankenhausmitarbeiter, Reinigungspersonal und Apothekenangestellte. Auch Mitarbeiter in der Pflege, bei Polizei, Feuerwehr, Justiz, Behindertenhilfe, Drogerien und dem Lebensmitteleinzelhandel kommen demnach in den Genuss der Neuregelung. Die Kinder werden in Kitas und Schulen der Grundstufe 1 bis 6 betreut. Eine Änderungsverordnung zum Erlass werde für die nächste Senatssitzung vorbereitet, hieß es am Samstag. (dpa) 

Berliner CDU will drei Wochen Ausgangssperre

Die Berliner CDU hat wegen der Corona-Pandemie für die Hauptstadt eine sofortige Ausgangssperre für 21 Tage vorgeschlagen. „Wir müssen heute leider Freiheiten einschränken, um Leben zu retten“, heißt es in Maßnahmevorschlägen der Oppositionspartei vom Samstag. Zu den Vorschlägen gehört auch die Einstellung des Fernverkehrs auf der Schiene und die Schließung der Berliner Flughäfen. Ausnahmen sollten Rückflüge für EU-Bürger und Transportflüge für Lebensmittel und medizinisches Material sein. Darüber hinaus schlägt die Partei das Heranziehen der Bundeswehr vor - unter anderem, um Unterstützung bei der Überwachung der Ausgangssperre zu leisten. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) will eine Ausgangssperre bisher möglichst vermeiden - auch aus Sorge vor sozialen Folgen. (dpa)

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Befürchteter Ansturm auf Supermärkte bleibt zunächst aus

Ein leerer Kudamm, kein Gedränge auf den beliebten Wochenmärkten und Disziplin in vielen Supermärkten: Immer mehr Berliner reagieren auf die Corona-Pandemie inzwischen so, wie Wissenschaftler sich das wünschen: mit Abstand. In der Nacht habe es auch deutlich weniger Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Auflagen gegeben als in der Nacht zuvor - 26 statt 90, hieß es von der Polizei.

Am Landwehrkanal und im Görlitzer Park sind am frühen Samstagnachmittag zwar recht viele Spaziergänger im Sonnenschein unterwegs - aber oft alleine oder maximal zu zweit. Auch Hamsterkäufe scheinen weniger gemacht zu werden: In vielen Berliner Stadtteilen sind Schlangen vor geöffneten Supermärkten bis zum Mittag Ausnahmen geblieben.

Bei vielen Lebensmittelketten in Prenzlauer Berg, Schöneberg und Steglitz gab es keine Einlassbeschränkungen. Das Sicherheitspersonal hielt sich im Hintergrund. In Alt-Treptow hielten wartende Kunden vor einem Supermarkt diszipliniert Abstand. Leergeräumt waren in Friedenau neben den Regalen mit Hygieneartikeln und Nudeln nun aber häufiger auch die Stellflächen für Chips und anderes Salzgebäck - vielleicht als Rüstzeug für den Fernsehabend auf dem Sofa. Nur vor vielen Berliner Bäckereien warteten Kunden länger, oft aber auch in gebührender Entfernung voneinander.

In Wilmersdorf ächzte ein Gemüse- und Obsthändler in seinem Laden unter deutlich mehr Kundschaft als sonst. «Die Leute können ja nicht mehr ins Restaurant gehen», sagt er. Er habe nun ausgerechnet, wie man anderthalb Meter Abstand schätzt: Zwei ausgestreckte Arme. In vielen Supermärkten laufen Durchsagen vom Band. Kunden werden gebeten, zwei Meter Abstand voneinander zu halten und möglichst per Karte zu bezahlen. An Kassen fordern Aufkleber auf dem Boden zum Abstandhalten auf. (dpa)

Berliner Supermärkte und Lieferanten arbeiten am Limit

Viele Supermärkte begrenzen bei begehrten Artikeln die Verkaufsmenge.
Foto: dpa/dpa-tmn/Kay Nietfeld

Die Nachfrage nach Lebensmitteln und Hygieneprodukten in den Berliner Supermärkten übersteigt in der Corona-Krise das Volumen des Weihnachtsgeschäfts um fast das Dreifache. «Ein großes Zentrallager am Berliner Stadtrand konfektioniert derzeit täglich eine Menge von bis zu 700.000 Einheiten. Zu Weihnachten sind es nur rund 250.000», sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen, am Samstag. Die Geschäfte leiden demnach immer noch unter einem «irrationalen Abverkauf» von Waren wie Toilettenpapier, Seife, Drogerieartikeln, Mehl und Pasta.

«Der Flaschenhals ist die Belieferung per Lkw. Es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Fahrzeugen. Die Firmen arbeiten mit Volldampf und Überlast». Fahrer aus Bereichen wie dem Event- und Messebau würden die Lebensmittellogistik unterstützen, um die Lieferketten aufrecht zu erhalten. Staatliche Vorgaben zur Begrenzung des Kundenansturms in den Geschäften seien jedoch nicht nötig, betonte Busch-Petersen. «Es ist klüger, das den Häusern selbst zu überlassen».

«Am morgigen verkaufsoffenen Sonntag werden sich wahrscheinlich viele Märkte nicht beteiligen. Das Personal muss auch mal durchatmen. Ich ziehe meinen Hut vor den Mitarbeitern», so Busch-Petersen.

Füchse-Trainer Roth infiziert – Nationalspieler mit negativem Test

Der Trainer des Handball-Bundesligisten Füchse Berlin, Michael Roth ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der frühere Nationalspieler hatte sich in Hamburg einem Test unterzogen, nachdem er Erkältungssymptome aufgewiesen hatte, wie die Füchse am Samstag mitteilten. «Ich bin jetzt in Quarantäne, aber mir geht es gut. Wichtig ist, dass sich alle an die Vorgaben der Bundesregierung halten, um das Virus bestmöglich einzudämmen», schrieb Roth, der die 14 Tage Quarantäne in Hamburg verbringen wird. (dpa)

Erster Todesfall nach Coronavirus-Infektion in Brandenburg 

In Brandenburg ist erstmals ein mit dem Coronavirus infizierter Mensch gestorben. Der 81-Jährige sei in der Oberhavel Klinik in Hennigsdorf zuvor mit schwersten Vorerkrankungen eingeliefert worden. (dpa)


+++ 20. März +++

Berliner Senat bereitet Schließung aller Restaurants vor

Der Senat bereitet neue Beschränkungen für das öffentliche Leben in Berlin vor. Darunter fallen die komplette Schließung von Restaurants und Gaststätten, sagte Müller am Freitagabend in der RBB-Abendschau. Bald soll nur noch Abholen und Liefern erlaubt sein. Auch die Größe der erlaubten Veranstaltungen soll weiter herunter geschraubt werden. Dürfen sich jetzt noch bis zu 50 Menschen treffen, diskutiert der Senat nun über viel kleinere Gruppengrößen. Ob 6 oder 10 – das beschließe man vermutlich am Wochenende, hieß es aus der Senatskanzlei.

„Wir erleben es ja, dass manche es immer noch nicht begriffen haben und glauben, Restaurants sind immer noch ein schöner Treffpunkt zu feiern oder ich mache die Party im Mauerpark“, sagte Müller. Berlin werde zu härteren Maßnahmen kommen müssen. „Ich gehe davon aus, dass wir das in den nächsten Tagen auch beschließen werden und umsetzen werden“. Er wolle das in enger Abstimmung mit Brandenburg machen.

Müller sagte, er wolle eine Ausgangssperre möglichst vermeiden. „Eine Ausgangssperre, wenn Kinder, die auf engstem Raum vielleicht in Familien leben, über Monate nicht mehr raus können, wird dramatische soziale Folgen haben.“ Er wolle dies soweit wie möglich vermeiden. Mehr dazu >> (BLZ)

868 bestätigte Corona-Fälle in Berlin: 180 neue Infizierte an einem Tag

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle ist in Berlin auf 868 angestiegen (Stand 20.03.2020, 16.30 Uhr). Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Abend mit. 44 Personen  werden derzeit isoliert im Krankenhaus behandelt, davon befinden sich 18 auf der Intensivstation. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Am Donnerstag waren es noch 688 bestätigte Fälle gewesen. (BLZ)

Kalayci fordert Ausgangssperre für Berlin – Senat lehnt ab

Berlin verzeichnet den ersten Corona-Toten, dennoch will man zurzeit keine weiteren Ausgangsbeschränkungen verhängen – auch wenn andere Bundesländer, allen voran das CSU-geführte Bayern, mit weiteren restriktiven Maßnahmen vorpreschen. „Senatorin Kalayci hat dem Senat eine Ausgangssperre empfohlen, die abgelehnt wurde“, teilte Lena Högemann, Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit der Berliner Zeitung mit. 

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte im rbb-Inforadio am Freitagmorgen, er könne nicht versprechen, dass die bisherigen Schritte in der Krise ausreichten. Die Ausgangssperre sei aber auch kein „Allheilmittel“, sie löse nicht jedes Problem.

Nach Informationen dieser Zeitung unterstützt SPD-Fraktionschef Raed Saleh Kalaycis Kurs, viele andere in der Fraktion aber sind skeptisch. Am Freitagnachmittag beriet man sich zu dem Thema.

Die Linke lehnt die Ausgangssperre zurzeit noch ab. „Das ist für uns das aller, aller, allerletzte Mittel“, sagte Landesvorsitzende Katina Schubert der Berliner Zeitung. So weitreichende Ausgangsbeschränkungen bedeuteten de facto „Freiheitsentzug für 3,7 Millionen Menschen“. Das sei ein „massiver Grundrechtseingriff“, so Schubert. Zurzeit setze man auf Aufklärung und Ansprache derer, die „es immer noch nicht begriffen haben“ – und habe dabei das Gefühl: „Es bleiben immer mehr zuhause.“

Der Preis der sozialen Folgewirkungen, wie zum Beispiel mehr Fälle häuslicher und sexualisierter Gewalt, wäre zu hoch.

Antje Kapek und Silke Gebel 

Auch die Grünen wollen eine Ausgangssperre, die die Berliner in ihre Wohnungen einsperrt, „ausdrücklich nicht“. Das teilten die Fraktionsvorsitzenden Antje Kapek und Silke Gebel der Berliner Zeitung am Freitag mit. „Der Preis der sozialen Folgewirkungen, wie zum Beispiel mehr Fälle häuslicher und sexualisierter Gewalt, wäre zu hoch.“

Grüne wie Linke wissen aber auch: Vielleicht sind weitere Restriktionen unausweichlich. Die Politik hält ihren Blick vor allem auf die Zahl der Infizierten in Berlin gerichtet, die auf Intensivstationen betreut werden müssen. Wächst sie rasch weiter an, muss auch der Berliner Senat weiter einschreiten, hieß es von den Grünen. Dann allerdings soll sie, wie in Bayern auch, Freiheiten ermöglichen so Kapek und Gebel: „Dann muss es Regelungen geben, die trotzdem noch Spaziergänge an der frischen Luft oder Kinderspielen im Park ermöglichen.“ (ann.)

Sixt schenkt Ärzten Carsharing-Gutscheine

Der Autoverleiher Sixt meldete am Freitag, dass Ärzte und Pflegepersonal in Berlin, Hamburg und München 100-Euro-Gutscheine bekommen können, um kostenlos Carsharing-Autos zu fahren. Die 100 Euro entsprechen laut Sixt bei einer durchschnittlichen Fahrtdauer von etwa 25 Minuten dem Arbeitsweg für zehn Arbeitstage. (dpa)

Erster Corona-Patient in Berlin gestorben

In Berlin ist der erste mit dem neuen Coronavirus infizierte Patient verstorben. Es handle sich um einen 95-jährigen Mann mit schweren Grunderkrankungen, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung am Freitag mitteilte. In der Hauptstadt gibt es derzeit 688 bestätigte Coronavirus-Fälle (Stand 19.3.2020, 16.30 Uhr).

Die meisten Fälle in Berlin werden bisher in den mittleren Altersgruppen verzeichnet. Ältere Menschen und solche mit Grunderkrankungen haben jedoch ein höheres Risiko für schwere Krankheitsverläufe von Covid-19 als junge Menschen. Bisher sind dem Robert Koch-Institut (RKI) bundesweit 31 Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuen Virus gemeldet worden. (BLZ, dpa)

Tuberkulose-Impfstoff soll gegen Corona eingesetzt werden

Mit einem Impfstoff gegen das Cornavirus wird frühestens in einem Jahr gerechnet. Forscher suchen deshalb nach schnellen Lösungen, um besonders Gefährdeten zu helfen. In großem Stil wird jetzt ein Tuberklose-Impfstoff getestet. Der Impfstoff heißt VPM1002 und wurde von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie in Berlin entwickelt. In einer großangelegten Studie soll an mehreren Kliniken in Deutschland getestet werden, ob der Tuberkulose-Impfstoff auch gegen Covid-19 wirkt. Dies teilt die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) mit. (BLZ) Lesen Sie hier mehr >>

Bezirksbürgermeister Von Dassel an Corona erkrankt

Stephan von Dassel, grüner Bezirksbürgermeister des Bezirks Mitte, ist positiv auf den COVID-19-Virus getestet worden. Das teilte er in einer Videobotschaft auf Facebook mit.

In der Videobotschaft rief von Dassel die Berliner auf, sich an alle Regelungen des Berliner Senats zu halten: "Akzeptieren Sie alle Einschränkungen, die aktuell leider nötig sind." (BLZ)

15 Berliner Polizisten infiziert, Hunderte in Quarantäne

Bei der Berliner Polizei sind inzwischen 15 Beamte mit dem Coronavirus infiziert. 98 weitere Polizisten befinden sich wegen Kontakten zu infizierten Kollegen in einer vom Amtsarzt angeordneten Quarantäne, wie eine Sprecherin am Freitag sagte. Für 324 andere Polizisten gibt es eine Empfehlung des Amtsarztes für eine vorsorgliche Quarantäne. Direkt oder indirekt betroffen von der Verbreitung des Coronavirus sind also 437 Polizisten. Am Montag hatte die Zahl noch bei sieben infizierten Beamten gelegen. (dpa)

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Falschmeldung über Ausgangssperre in Berlin kursiert auf Whatsapp

Im Messengerdienst Whatsapp kursiert derzeit eine Falschmeldung über eine angebliche Ausgangssperre in Berlin. Es wird ein offenbar gefälschtes Foto der Internetseite des Landesamts für Gesundheit und Soziales verbreitet, auf dem ein Betretungsverbot öffentlicher Orte ab Montag angekündigt wird. „Es handelt sich hierbei in der Tat um eine Falschmeldung“, schrieb das Amt am Freitag auf Twitter.

Die Behörde rief dazu auf, die Information zu verbreiten, dass der Screenshot gefälscht ist. In Berlin wurde bislang keine Ausgangssperre wegen der Ausbreitung des Coronavirus verhängt. (AFP)

Schutzmaterial und Desinfektionsmittel für Praxen benötigt - KV Berlin bittet um Spenden

Bei der Suche nach Schutzmaterial und Desinfektionsmitteln bittet die Kassenärztliche Vereinigung Berlin Unternehmen und Betriebe um Mithilfe. Um die ambulante Versorgung in der Hauptstadt weiterhin gewährleisten zu können, benötige man dringend Schutzausrüstung: „Wir benötigen Schutzmasken, Schutzbrillen, Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel und würden uns freuen, wenn Unternehmen, die noch Lagerbestände haben, diese kostenfrei bei uns abgeben.“

Zwar seien Schutzmasken bereits zu den Kassenärztlichen Vereinigungen unterwegs, diese würden jedoch für die Ausstattung der Berliner Praxen nicht ausreichen. „Aktuell müssen sich immer mehr Praxen darüber Gedanken machen, ob sie auf Grund der fehlenden Schutzausrüstung schließen müssen“, heißt es von Seiten des Vorstands der KV Berlin.

KV Berlin bittet um folgende Spenden:

  • Masken DIN EN Normen 136, 140, 143, 149, 1827, 12941, 12942  (unbenutzt, original verpackt und zertifiziert)
  • Einmalhandschuhe
  • Schutzbrillen
  • Desinfektionsmittel (zugelassen für Hände- und Flächendesinfektion)

Unternehmen, die spenden möchten, können sich per E-Mail (spenden@kvberlin.de) an die KV Berlin wenden. Spenden müssen unbenutzt und original verpackt sein und können per Post (Masurenallee 6 a, 14057 Berlin) geschickt oder in der Zeit von 7 bis 16 Uhr am Empfang abgeben werden. (BLZ)

Neukölln warnt vor Haustür-Betrügern mit angeblichem Coronatest

Mit einer neuen Betrugsmasche wollen Kriminelle die Angst vor dem Coronavirus ausnutzen. Das Bezirksamt von Berlin-Neukölln warnte am Freitag, dass Betrüger sich als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ausgäben und Tests auf das Coronavirus anbieten würden. Neuköllns Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) erklärte, Tests würden immer nur nach vorheriger Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt stattfinden. Unangekündigte Tests gebe es nicht.

„Getestet wird zudem nur, wer bestätigten Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person hatte oder in einem Risikogebiet war und Symptome wie Husten, Fieber und Atembeschwerden zeigt“, betonte Liecke. Sollte jemand an der Tür klingeln und einen Corona-Test anbieten, solle man die Polizei rufen. (dpa)

Der Berliner Fernsehturm spiegelt sich in einer elektronischen Werbetafel auf der eine Illustration des Coronavirus zu sehen ist.
Foto: dpa/oto: Christoph Soeder

Drei Viertel der Berliner Bezirke sperren Spielplätze

Drei Viertel der Berliner Bezirke haben sich inzwischen für eine Sperrung der Spielplätze entschieden. Am Freitag gab auch das Bezirksamt in Pankow bekannt, dass die öffentlichen Spielplätze ab Montag (23. März) zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie bis auf weiteres geschlossen sein sollen. «Ich bitte Sie eindringlich, dieser Anordnung Folge zu leisten. Diese Maßnahme ist leider ein notwendiges Element zur Senkung der Infektionsrate», begründete Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) die Entscheidung. Pankow ist der neunte von zwölf Bezirken, der so entschieden hat.

Die Spielplätze sollen nun mit Hinweisschildern versehen und mit Flatterband abgesperrt werden. Am Mittwoch hatte ein Sprecher des Bezirksamts noch ausdrücklich erklärt, die Spielplätze in Pankow sollten offen bleiben. (dpa)

Coronavirus-Krise: Erneut knapp 100 Verstöße in der Nacht 

Die Berliner Polizei hat erneut zahlreiche Verstöße gegen das Corona-Infektionsschutzgesetz festgestellt. Am Donnerstagabend und in der Nacht zu Freitag überprüften Polizisten 98 Kneipen, Restaurants, Geschäfte und andere Objekte, wie eine Polizeisprecherin am Freitag sagte. Als Ergebnis wurden 91 Anzeigen gestellt, oft wegen der nicht mehr erlaubten Öffnung von Kneipen oder Läden. Die Verstöße verteilten sich über die ganze Stadt.

Auffällig ist, dass es offenbar nachts deutlich mehr gravierendere Verstöße gibt. Tagsüber sind es meist Geschäfte, die nicht mehr öffnen dürfen. Im Lauf des Donnerstags hatte es nach 119 Überprüfungen 34 Anzeigen gegeben. In der vorangegangenen Nacht lag die Zahl der Verstöße hingegen bei 97.

In Berlin sind Kneipen und Clubs seit dem 14. März geschlossen. Seit dem 18. März mussten auch zahlreiche Geschäfte schließen, Restaurants dürfen nur noch bis 18 Uhr öffnen. (dpa)

Taxifahrer wollen Sonderfahrdienst anbieten und Autos umbauen

Wegen ausbleibender Fahrgäste lassen in Berlin laut Innung bereits rund 2000 von etwa 8000 Taxifahrern ihre Fahrzeuge stehen. Man wolle jetzt mit umgebauten Taxen und einem Sonderfahrdienst für Krankenschwestern, Feuerwehrleute, Polizisten und andere wichtige Berufsgruppen wieder mehr Kunden gewinnen, sagte Innungschef Leszek Nadolski am Freitag in Berlin. Das Angebot richte sich an Menschen, die sicher zur Arbeit und zurück kommen wollen, aber keine eigenen Autos haben. Wie der Dienst finanziert werden soll, sei aber noch unklar. Zuvor hatte «Spreeradio 105,5» berichtet.

Taxen sollen laut Nadolski zudem mit einer Scheibe ausgestattet werden, die den hinteren Bereich vom Fahrer trennt, um Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus zu verhindern. Auch bargeldloses und kartenloses Zahlen soll eingeführt werden, etwa per Handy. (dpa)

Sonntagsöffnung in Brandenburg - «Auf Hamsterkäufe verzichten» 

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hat an die Menschen in Brandenburg appelliert, auf Hamsterkäufe in der aktuellen Corona-Krise zu verzichten. An diesem Wochenende greifen zum ersten Mal die Ausnahmen für Sonntagsarbeit. Nonnemacher dankte in einer Mitteilung am Freitag all jenen, die rund um die Uhr im Einsatz seien, damit lebenswichtige Dinge weiter funktionierten.

Zur Vermeidung von Versorgungsengpässen hat das für Arbeitsschutz zuständige Gesundheitsministerium vorübergehend Ausnahmen von den Regelungen des Arbeitszeitgesetzes zugelassen. Damit wird das Verbot der Sonntagsarbeit für bestimmte Tätigkeiten und Berufsgruppen gelockert. (dpa)

CDU-Chef Kai Wegner: Ausgangssperre für Berlin darf kein Tabu sein

Kai Wegner. 
Foto: dpa/Jörg Carstensen

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus darf eine Ausgangssperre für die Hauptstadt aus Sicht der Berliner CDU kein Tabu sein. Nicht alle Menschen in Berlin verhielten sich dem Ernst der Lage entsprechend, teilte der CDU-Landesvorsitzende Kai Wegner mit Blick auf Gruppen in Parkanlagen oder Corona-Partys am Freitag mit. «Das ist unvernünftig und unverantwortlich.»

Es müssen alles getan werden, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. «Wir müssen heute Freiheiten einschränken, um morgen Leben zu retten. Eine Ausgangssperre darf in einer Metropole wie Berlin kein Tabu sein.» (dpa)

Coronavirus-Infektionen in Brandenburg auf 232 gestiegen 

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Brandenburg hat sich am Freitag auf 232 erhöht (Stand: 8.00 Uhr). 28 bestätigte Fälle seien im Vergleich zum Vortag hinzugekommen, teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam mit.

Neu gemeldet wurden demnach zehn Coronavirus-Infektionen in Potsdam, in der Landeshauptstadt verdoppelte sich damit die Zahl auf 20. Acht Infektionen kamen im Landkreis Barnim dazu, sechs im Landkreis Oberhavel. Jeweils zwei neue Infizierten verzeichneten Cottbus und Brandenburg/Havel.

An der Spitze mit der Zahl der Infizierten steht damit aktuell der Landkreis Barnim. Dort gibt es derzeit insgesamt 29 bestätigte Coronavirus-Fälle. (dpa)

Polen lockert Kontrollen: Kein Stau mehr auf A11 nach Polen

Der tagelange kilometerlange Lastwagen-Stau auf der Autobahn 11 bei Pomellen (Vorpommern-Greifswald) hat sich aufgelöst. Wie ein Sprecher der Bundespolizei am Freitag sagte, haben die polnischen Grenzschützer ihre Kontrollen, wie von der Regierung in Warschau angekündigt, deutlich gelockert. Dadurch war der zeitweise bis zu 50 Kilometer lange Rückstau an Lastwagen, der weit bis nach Brandenburg hineinreichte, am frühen Morgen abgebaut. Polen hatte die Kontrollen, zu denen auch das Fiebermessen gehörte, am Sonntag eingeführt, um die Ausbreitung des Coronavirus abzubremsen.

Zu der Kontrolle gehörte auch das Ausfüllen von Fragebögen, das ebenfalls eingestellt wurde. Dadurch war es an der gesamten deutsch-polnischen Grenze zu riesigen Staus gekommen. Auf der A12 östlich von Berlin kam bei einem Auffahrunfall am Donnerstag am Stauende zwischen Storkow und Fürstenwalde (Oder-Spree) ein Fahrer ums Leben. Er war mit seinem Fahrzeug aufgefahren. In den Unfall waren drei Lkw verwickelt, ein weiterer Lastwagenfahrer wurde schwer verletzt.

Der Stau auf der Autobahn 4 in Richtung deutsch-polnischer Grenze hat sich in der Nacht zu Freitag vorerst aufgelöst. Am Donnerstagabend hatte der Stau noch eine Länge von etwa 20 Kilometern und sich dann gegen Mitternacht ganz aufgelöst, wie ein Sprecher der Polizei Görlitz am Freitag sagte. (dpa)

Wildparks kämpfen wegen Corona-Krise ums Überleben 

Tier-und Wildparks im Brandenburg sorgen sich wegen der Corona-Krise um ihr Überleben. Seit Anfang der Woche sind ihre Pforten für Besucher geschlossen. Das stellt vor allem privatwirtschaftliche Parks vor riesige Probleme - sie finanzieren sich hauptsächlich durch Eintrittsgelder. «Die nächsten vier Wochen kommen wir noch durch. Danach weiß ich nicht, wie es weitergehen soll», sagt Imke Heyter, Geschäftsführerin des Wildparks Schorfheide. Mit Hilfskrediten komme sie nicht weiter, sagt Heyter - das würde eine Schließung des Wildparks nur hinauszögern. (dpa)

Reedereien stellen Betrieb von Ausflugsschiffen auf der Spree ein 

Keine Stadtrundfahrten mehr auf der Spree: Wegen der Corona-Krise lassen viele Berliner Reedereien ihre Ausflugsschiffe nicht mehr ausfahren. Die Reedereien Spree- und Havelschifffahrt, Riedel, Stern und Kreisschifffahrt, Lüdicke und Bruno Winkler haben die Fahrten eingestellt, wie auf ihren Webseiten am Donnerstag zu lesen war. (dpa)


+++ 19. März +++

Berlin plant 600 Millionen Euro Soforthilfe für Unternehmen

Berlin will Unternehmen, Freiberufler und Selbstständige vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie mit 600 Millionen Euro Soforthilfen unterstützen. Das hat der Senat auf einer Sondersitzung am Donnerstagabend beschlossen, wie Wirtschaftssenatorin und Bürgermeisterin Ramona Pop (Grüne) auf Twitter mitteilte. „Wir wollen schnell und unbürokratisch unterstützen, um Existenzen zu sichern und Arbeitsplätze zu retten“, schrieb Pop. (dpa)

Corona-Fall im Klunkerkranich: Club sucht Kontaktpersonen

Der Neuköllner Club Klunkerkranich sucht nach Kontaktpersonen, die sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben könnten. Auf seiner Facebook-Seite berichtet der Klunkerkranich von einem Gast, der sich am Mittwoch, den 11. März, vor allem auf der Terrasse, aber auch an der Theke des "Wohnzimmers" aufgehalten hatte. Die Person wurde inzwischen positiv auf Covid-19 getestet.

Der Club ruft weiterhin alle weiteren Personen, die sich zwischen dem 28. Februar und dem 12. März dort aufgehalten haben und inzwischen positiv auf das Covid-19-Virus getestet wurden, sich unter freunde@klunkerkranich.org zu melden. (BLZ)

TÜV sieht BER-Eröffnung nicht in Gefahr

Nachdem beim TÜV Rheinland Corona-Verdachtsfälle entdeckt wurden, haben alle Sachverständigen am Dienstag die BER-Baustelle in Schönefeld verlassen. Das sagte Wolfram Stahl, Sprecher des Unternehmens in Berlin. Er betonte, dass dies die für den 31. Oktober 2020 geplante Eröffnung des neuen Flughafens der Hauptstadtregion aus heutiger Sicht nicht gefährde. Entsprechende Spekulationen würden "jeder Grundlage" entbehren. "Es geht keine Zeit verloren."

"Der TÜV Rheinland hat uns versichert, dass die Prüfer auch unter Quarantäne-Bedingungen arbeiten können", sagte Hannes Hönemann, Sprecher der Flughafengesellschaft FBB. Die Sachverständigen arbeiten weiterhin am Flughafenprojekt - nun im Homeoffice. (pn) Lesen Sie hier mehr >>

Aufsichtsrat stimmt staatlicher Hilfe für Berliner Flughäfen zu

Der Aufsichtsrat der Berliner Flughafengesellschaft hat staatlichen Hilfen für die Hauptstadtflughäfen aufgrund der Corona-Krise zugestimmt. «Der Aufsichtsrat hat diese Unterstützung heute klar zum Ausdruck gebracht, und auch die Gesellschafter werden uns unterstützen», sagte Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup nach einer Sitzung des Gremiums am Donnerstagabend.

Konkrete Zahlen zur Höhe der Hilfen nannte er nicht. Die Passagierzahlen an den Flughäfen Schönefeld und Tegel waren Lütke Daldrup zufolge im Laufe dieser Woche um rund drei Viertel im Vorjahresvergleich eingebrochen. Entsprechend hoch seien die erwarteten Verluste. (dpa)

Eine Illustration des Coronavirus ist an einer elektronischen Werbetafel in Sichtweite des Fernsehturms zu sehen.
Foto: dpa/Jörg Carstensen

Berliner Senat erlaubt Sonntagsöffnungen von Supermärkten und Co. 

Einige Geschäfte in Berlin dürfen angesichts der hohen Nachfrage nach Lebensmitteln und Hygieneprodukten in der Coronakrise ab sofort auch am Sonntag öffnen - allerdings nur von 12 bis 18 Uhr. Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass sich nur wenige Einrichtungen daran beteiligen werden. Öffnen dürfen am Sonntag fortan Lebensmittelhändler, Getränke- und Wochenmärkte, Sanitärhäuser, Drogerien, Zeitungskiosks sowie Baumärkte und Geschäfte für den Tierbedarf, wie die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales in einer neuen Verfügung am Donnerstagabend festlegte. Dies gilt vorerst bis zum 19. April. (dpa)

Berliner Senatorin plant Rettungsschirm für Obdachlose

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus sollen Obdachlose in Berlin mehr Hilfe bekommen. Die Sozialsenatorin der Hauptstadt, Elke Breitenbach, will dafür nach dem Auslaufen der Kältehilfe neue Unterkunftsangebote machen. „Wir brauchen auch für obdachlose Menschen einen Rettungsschirm“, sagte die Linken-Politikerin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Wohnangebote sollten allein schon aus Infektionsschutzgründen deutlich über eine Notübernachtung hinausgehen, betonte Breitenbach. „Wir brauchen hier dauerhafte Plätze in Zimmern, hauptamtliche Sozialarbeitende, ein Catering, Security, Drogenhilfe und auch eine extra Betreuung für psychisch kranke Menschen“, ergänzte die Senatorin.

Insbesondere die Suchtproblematik müsse dabei mit im Blick bleiben. „Ohne eine kontrollierte Drogenabgabe fliegt uns solch ein Haus um die Ohren. Oder die Leute sind ständig unterwegs. Und wir wollen ja den Infektionsschutz erhöhen.“ Bisher sei ihr noch keine Coronavirus-Infektion aus einer Obdachlosenunterkunft in der Hauptstadt bekannt. (dpa)

Aufruf an Berliner Bevölkerung: Medizinisches Fachpersonal gesucht

Aufgrund der immer schneller wachsenden Zahl an Corona-Fällen in der Hauptstadt bittet die Berliner Krankenhausgesellschaft Berlinerinnen und Berliner mit medizinischer Ausbildung um Unterstützung. Gesucht werden Fachkräfte, die bei der Versorgung von Covid-Patienten in Krankenhäusern helfen können und Pflegeeinrichtungen personell unterstützen.

„Um für die zu erwarteten Patientenzahlen ausreichend Personal in den Krankenhäusern vorzuhalten, müssen die Personalbestände aufgestockt werden“, sagt Marc Schreiner, Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft. „Auch in den Pflegeeinrichtungen muss die pflegerische Versorgung sichergestellt sein, um Einweisungen von Bewohnern in Krankenhäuser zu vermeiden.“

Alle Berliner mit den entsprechenden Qualifikationsprofilen sind dazu aufgerufen, sich an die jeweiligen Einrichtungen mit Name, Geburtsdatum, Anschrift, Qualifikation und Berufserfahrung zu wenden. (BLZ)

Union-Keeper Gikiewicz verzichtet auf Teil seines Gehalts 

Nach dem Vorbild von Spielern des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach will auch Torwart Rafael Gikiewicz vom 1. FC Union Berlin wegen der Coronavirus-Krise auf einen Teil seines Gehalts verzichten. «Das in der Welt herrschende Coronavirus betrifft uns alle. Wir sind gezwungen, zu handeln. Diese Zeit ist eine Prüfung für uns alle, eine Zeit der Prüfung für die ganze Welt und eine Zeit des gemeinsamen Handelns, um die durch diese Pandemie verursachten Verluste zu minimieren», schrieb der 32 Jahre alte Pole in sozialen Netzwerken. Deshalb wolle er einen Teil seiner Einnahmen aufgeben, «um meinem Verein zu helfen, diese schwere Zeit zu überstehen».

Gikiewicz nutzte seinen Beitrag auch für einen Appell. «Wir können es gemeinsam schaffen», schrieb er weiter. «Und ihr, beschützt die Älteren und die Schwächeren.» Zuvor hatten die Spieler von Ligakonkurrent Gladbach angekündigt, freiwillig auf Teile ihres Gehalts zu verzichten. Dem hatten sich Trainerstab, Direktoren und Geschäftsführer des Clubs vom Niederrhein angeschlossen. (dpa)

Spielplätze nun auch in Friedrichshain-Kreuzberg zu

Auch im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg sind die Spielplätze vorübergehend geschlossen. Das teilte das Bezirksamt am Donnerstag mit. Die Entscheidung sei auf Empfehlung des Amtsarztes im Bezirk gefallen und zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie wichtig. «Mit der Sperrung der Spielplätze des Bezirks folgen wir der Empfehlung der Bundesregierung: Soziale Kontakte sind so weit wie möglich zu reduzieren», heißt es in der Mitteilung. «Die für Leib und Leben drohende Gefahr durch das Virus wurde als schwerwiegender eingeschätzt als eine zeitlich beschränkte Sperrung.»

Am Mittwoch hatten bereits mehrere Berliner Bezirke die Schließung der Spielplätze angeordnet. Das gilt für Spandau, Marzahn-Hellersdorf, Mitte und Reinickendorf. Diese Bezirke setzen sich damit von der Senatslinie ab, die Plätze zunächst offen zu halten. In Pankow dagegen sollen die Spielplätze offen bleiben, sagte ein Sprecher am Mittwoch. (dpa)

Spielplatz in Berlin-Friedrichshain.
Foto: Future Image/S.Gabsch

Müller negativ: Regierender Bürgermeister ist nicht mit Corona infiziert

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat sich nicht mit dem Coronavirus angesteckt. Ein Test am Mittwoch fiel negativ aus. Das wurde am Donnerstagvormittag bekannt.

Der Regierungschef hatte sich testen lassen, als er erfuhr, dass er in den vergangenen Tagen Kontakt zu einer Person mit positivem Ergebnis hatte. Am 9. März nahm Müller, wie andere hochrangige Berliner Politiker auch, an der Enthüllung des Ehrenbürger-Porträts der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer im Abgeordnetenhaus teil. Mit dabei war auch der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff. Weil dieser zwischenzeitlich positiv auf Corona getestet wurde, ließen sich Müller, seine Stellvertreter Klaus Lederer (Linke) und Ramona Pop (Grüne) sowie Parlamentspräsident Ralf Wieland (SPD) ebenfalls testen.

Aus einem Dokument, das der Berliner Zeitung vorliegt, geht überdies hervor, dass Müller sich an jenem Tag gar nicht hätte infiziert haben können. „Durch die Analyse des zeitlichen Verlaufs kann ausgeschlossen werden, dass es am 9. März zu einer Infektion hätte kommen können“, heißt es in einer Mitteilung des Bezirksamts Mitte an das Präsidium des Abgeordnetenhauses. (Elmar Schütze)

Michael Müller
Foto: John MACDOUGALL / AFP

Appell an Jugendliche: Sozialkontakte drastisch einschränken

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hat angesichts der Ausbreitung des Coronavirus an die Solidarität insbesondere auch der Jugendlichen appelliert. «Es ist nicht die Zeit, sich mit vielen Freunden im Park oder an der Skaterbahn zu treffen, um Spaß zu haben und zu feiern», sagte Nonnemacher am Donnerstag in Potsdam. Es sei wichtig, dass jetzt alle ihre Sozialkontakte drastisch einschränkten, betonte sie in einer Mitteilung und bat die Jugendlichen um Verständnis und Hilfe. «Es gilt, besonders schwache und ältere Menschen zu schützen.»

Auch wenn wegen der Coronakrise an den Schulen der Unterricht ausfalle, sei das nicht die Zeit für Treffen mit Freunden und lange Feiern, sagte die Ministerin. Was für die Ferien gelte, solle in der Coronakrise dringend vermieden werden. Jugendliche auf der ganzen Welt hätten mit der Fridays-for-Future-Bewegung bewiesen, dass sie sich für lebenswichtige Interessen der ganzen Gesellschaft und für gesunde Lebensbedingungen stark einsetzten. «Der Kampf gegen das Coronavirus erfordert genau solch ein Engagement», sagte Nonnemacher. (dpa)

Stromableser kommen nicht

Die Berliner sollen den Stand der Stromzähler in ihren Wohnungen vorübergehend selbst ablesen. Damit sollen zum Schutz vor dem Coronavirus Kontakte zwischen Mitarbeitern und Bewohnern vermieden werden, wie die Stromnetzgesellschaft Berlin am Donnerstag mitteilte. Sie verschickt nun Karten für die jährliche Ablesung des Zählers. Die Daten können online, per Telefon oder Post übermittelt werden. Zähler in Kellern oder Gemeinschaftsräumen von Mehrfamilienhäusern werden weiter von Mitarbeitern abgelesen. Am Mittwoch hatte auch die Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg mitgeteilt, dass die Kunden ihre Gaszähler selbst ablesen sollen. (dpa)

CDU-Fraktionschef: Berlin darf in der Pandemie keine Zeit verlieren 

Berlins CDU-Fraktionschef Burkard Dregger forderte den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Donnerstag auf, mehr Führung zu zeigen. Berlin dürfe angesichts der Corona-Pandemie keine Zeit verlieren, sagte der Oppositionspolitiker der Deutschen Presse-Agentur. Dregger verlangte die sofortige Einsetzung eines zentralen Krisenstab beim Regierenden Bürgermeister. «Wir müssen jetzt rechtzeitig Vorbereitungen treffen, bevor es zu einer weiteren deutlichen Verbreitung des Virus kommt.»

Anders als in der Flüchtlingskrise 2015/2016 gebe es noch keinen solchen Krisenstab für die Corona-Pandemie, sagte Dregger. Er müsse alle Senatsverwaltungen im Kontakt mit den zuständigen Bundesbehörden rund um die Uhr zentral koordinieren. Bislang gibt es in Berlin bereits einen Krisenstab der Gesundheitsverwaltung von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). (dpa)

Corona-Überlaufkrankenhaus auf Berliner Messegelände soll in 25 Tagen bezugsfertig sein

Das geplante Krankenhaus für die Betreuung von Corona-Patienten auf dem Berliner Messegelände soll in spätestens 25 Tagen bezugsfertig sein. Das sagte der Koordinator für den Aufbau der Klinik, Abrecht Broemme, in der rbb-Abendschau. Das sogenannte Überlaufkrankenhaus soll eine Kapazität von 1000 Betten haben und in der Messehalle 26 in der Jafféstraße enstehen. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) setzt auf die solidarische Mitarbeit pensionierter Ärzte und Pfleger sowie Studierender: „Das spüren wir jetzt schon, dass viele pensionierte Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und Studierende sich melden und sagen, wir würden bei einem solchen Projekt mithelfen", sagte Kalayci in der rbb-Abendschau. Der Senat habe den Bau des Corona-Krankenhauses beschlossen, weil das Gesundheitssystem bei einer Pandemie an seine Grenzen stoße.

Koordinator Broemme sagte dem rbb, es müsse unbedingt verhindert werden, dass man bei einem Überlaufen der Kapazitäten „selektieren muss, wen man noch beatmen kann und wer hat eben Pech." Das Projekt werde von zahlreichen Firmen der Stadt sowie den existierenden Berliner Krankenhäuser unterstützt. Außerdem werde bei der Bundeswehr ein Amtshilfe-Antrag gestellt. Unterstützung werde außerdem von THW, Feuerwehr und den Hilfsorganisationen kommen, so Broemme. Das Corona-Krankenhaus solle keine Dauereinrichtung werden, aber solange in Betrieb bleiben, wie es erforderlich ist – im schlimmsten Fall bis zu zwei Jahre. (BLZ)

Gesundheitsamt gibt Entwarnung für Abgeordnetenhaus

Der Gesundheitsstadtrat Ephraim Gothe hat Entwarnung gegeben: Eine Infektion der Teilnehmer der Veranstaltung zu Ehren der Berliner Ehrenbürger Margot Friedländer, an welcher auch Berliner Abgeordnete teilgenommen haben, sei "nach Überprüfung ausgeschlossen". Das teilte das Gesundheitsamt am Donnerstag mit. Das Berliner Abgeordnetenhaus hatte seine Plenarsitzung an diesem Donnerstag vorsorglich abgesagt, da der Verdacht einer Infizierung mit dem Coronavirus im Raum stand.

Auslöser war ein Besuch des israelischen Botschafters Jeremy Issacharoff vor etwa anderthalb Wochen, der inzwischen positiv auf das Virus getestet wurde. Issacharoff (65) und ein weiterer israelischer Diplomat seien zuhause, es gehe ihnen gut. Die israelische Botschaft in Berlin wurde geschlossen. 150 Botschaftsangestellte seien in Heimquarantäne. (BLZ/dpa)

187 Coronavirus-Fälle in Brandenburg - 16 neue Infektionen

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Brandenburg ist auf 187 gestiegen (Stand: 8.00 Uhr). Das teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Es seien weitere 16 bestätigte Coronavirus-Fälle hinzugekommen. Gemeldet wurden jeweils sechs Erkrankungen aus den Landkreisen Oberhavel und Potsdam Mittelmark, der Landkreis Uckermark registrierte drei neue Fälle, der Landkreis Barnim einen Neuinfizierten. An der Spitze mit der Zahl der Infizierten steht aktuell der Landkreis Oder-Spree. Dort gibt es derzeit insgesamt 23 bestätigte Coronavirus-Fälle. (dpa)

Polizei: Etwa 100 Lokale und Geschäfte trotz Verbots geöffnet 

Die Berliner Polizei hat am Mittwochabend Geschäfte, Kneipen und Restaurants kontrolliert und knapp 100 Verstöße gegen die Schließungen wegen des Coronavirus festgestellt. In 59 Fällen musste eine Schließung verfügt werden, wie ein Sprecher am Donnerstag sagte. In zwölf Fällen sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet worden.

Die Beamten überprüften laut eigenen Angaben im gesamten Stadtgebiet zwischen 18 Uhr und 6 Uhr insgesamt 154 Lokale. Auch in Parks wurden Gruppen kontrolliert. In Berlin sind Kneipen und Clubs seit Samstag geschlossen. Restaurants dürfen nur noch bis 18 Uhr öffnen. Geschäfte sind ebenfalls seit Mittwoch geschlossen. Wie viele Anzeigen seit der neuen Regelung insgesamt gestellt wurden, war zunächst unklar. (dpa)

Landessportbund sieht Olympia-Athleten «im hohen Maße beeinträchtigt» 

Das geplante Krankenhaus für die Betreuung von Corona-Patienten auf dem Berliner Messegelände soll in spätestens 25 Tagen bezugsfertig sein. Das sagte der Koordinator für den Aufbau der Klinik, Abrecht Broemme, in der rbb-Abendschau. Das sogenannte Überlaufkrankenhaus soll eine Kapazität von 1000 Betten haben und in der Messehalle 26 in der Jafféstraße enstehen. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) setzt auf die solidarische Mitarbeit pensionierter Ärzte und Pfleger sowie Studierender: „Das spüren wir jetzt schon, dass viele pensionierte Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und Studierende sich melden und sagen, wir würden bei einem solchen Projekt mithelfen", sagte Kalayci in der rbb-Abendschau. Der Senat habe den Bau des Corona-Krankenhauses beschlossen, weil das Gesundheitssystem bei einer Pandemie an seine Grenzen stoße.

Durch die Coronavirus-Krise sieht der Landessportbund Berlin die Vorbereitung der Athleten der Hauptstadt auf die Olympischen Spiele in Tokio «im hohen Maße beeinträchtigt». Das teilte der LSB der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. «Alle gemeinsamen Anstrengungen sind darauf ausgerichtet, für sehr kleine Trainingsgruppen abgeschlossene Bereiche zu entwickeln, so dass Infektionen in der Gruppe und Übertragungen von Infektionen nach außen weitgehend ausgeschlossen werden», hieß es in einem schriftlichen Statement: «Angesichts der aktuellen Situation rücken die Belange des Leistungssports in den Hintergrund.»

Ein ganz normaler und geordneter Trainingsbetrieb ist in Berlin derzeit kaum möglich, da nach einem Senatsbeschluss die Sportstätten weitestgehend geschlossen sind. Sonderregelungen gibt es jedoch für die Athleten, die sich auf Olympia und die Paralympics vorbereiten. Diese Anträge würden kurzfristig bearbeitet, hieß es vom Verband: «Im Antragsverfahren benannte Olympiakandidatinnen und -kandidaten und die sie betreuenden Trainerinnen und Trainer durchlaufen eine medizinische Untersuchung durch die Charité in Kooperation mit dem Olympiastützpunkt.» Anschließend würden Genehmigungen erteilt. (dpa)

Wegen Coronavirus: Freie Universität schränkt Hochschulbetrieb ein

Die Freie Universität will den Betrieb an der Hochschule einschränken, um eine Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Eine maximale Anzahl von Mitarbeitern solle ab Freitag von zu Hause aus arbeiten, teilte die Universität in der Nacht zu Donnerstag mit. Studierende hätten ab Donnerstag keine Prüfungen mehr mit Anwesenheit, sondern in „alternativer Form“, oder der Termin werde verschoben. Über die Durchführung der Staatsexamina befänden die zuständigen Prüfungsämter des Landes. Abgabefristen von Abschlussarbeiten in Bachelor- oder Masterstudiengängen werden vom 12. März bis mindestens 11. Mai ausgesetzt. (dpa)


+++18. März +++

Coronavirus: Derzeit 519 bestätigte Fälle in Berlin

In Berlin sind derzeit 519 Fälle des neuartigen Coronavirus bestätigt (Stand 18.3.2020, 16:10 Uhr). Das teilt die Senatsverwaltung für Gesundheit am Mittwochabend mit. Am Vortag lag die Zahl noch bei 383. 

286 Personen sind männlich, 232 weiblich. Bei einer Person wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 28 Personen, davon werden 9 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. (BLZ)

Foto: Imago Images

Corona-Verdacht in Eurowings-Maschine in Schönefeld

Auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld ist am Mittwoch eine Eurowings-Maschine gelandet, in der ein Passagier mit Corona-Verdacht saß. Die Airline habe diesen Verdacht gemeldet, daraufhin habe der Flughafen dafür gesorgt, dass ein Krankenwagen und eine Amtsärztin zu dem Flugzeug fuhren, sagte ein Flughafensprecher am Abend. Der RBB hatte zuvor berichtet. Der Fluggast sei ins Krankenhaus gebracht worden, so der Sprecher. Die anderen Passagiere mussten, wie in einem Verdachtsfall üblich, entsprechende Informationskarten ausfüllen und konnten dann von Bord. Die Maschine kam am Nachmittag aus Palma de Mallorca. (dpa)

Israelischer Botschafter infiziert:  Müller geht in Kurzzeit-Quarantäne, Abgeordnetenhaus sagt Sitzung ab

Der isralische Botschafter Jeremy Issacharoff ist mit dem Coronavirus infiziert. Darüber informierte Parlamentspräsident Ralf Wieland (SPD) die Fraktionen am Mittwoch. Am 9. März war Issacharoff im Abgeordnetenhaus bei einer Veranstaltung zu Gast gewesen, an der auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller, Wieland selbst, sowie die Vizepräsidentinnen und weitere Präsidiumsmitglieder und Fraktionsvorsitzende wie Burkard Dregger (CDU), Silke Gebel (Grüne) und Raed Saleh (SPD), aber auch andere Abgeordnete teilgenommen hatten. Insgesamt waren 140 Gäste vor Ort. Wieland sagte: „Wir nehmen mit dem als Veranstalter zuständigen bezirklichen Gesundheitsamt Kontakt auf. Weitere Informationen folgen so schnell wie möglich.“

Das Abgeordnetenhaus sagt seine Plenarsitzung wegen des Coronavirus-Falls am Donnerstag ab. 

Michael Müller, seine Stellvertreter Klaus Lederer und Ramona Pop sowie Parlamentspräsident Ralf Wieland werden jetzt getestet. Das erfuhr die Berliner Zeitung am Mittwochabend aus der Senatskanzlei. „Der Regierende Bürgermeister bleibt am Donnerstag und Freitag sowie am Wochenende zu Hause“, sagte Senatssprecherin Melanie Reinsch. (BLZ/dpa)

Applaus als Dank für die Helfer in der Corona-Krise

Plötzlich brandete vielerorts Applaus auf, teilweise begleitet von Jubelrufen. In Berlin etwa standen am Mittwochabend Menschen um 21 Uhr auf ihren Balkonen und klatschten minutenlang. Bereits tags zuvor war es in Köln zu ähnlichen Szenen gekommen. Sie alle folgten einem Aufruf zu einer Solidaritätsaktion in der Coronakrise, der über die sozialen Netzwerke verbreitet worden war. «Nun heißt es Zusammenhalt und Anerkennung zeigen!», stand dort. «Kommt heute Abend alle an eure Fenster und auf eure Balkone und applaudiert für die Menschen, die derzeit immer noch für uns und die Gesellschaft arbeiten.» (dpa)

Erstes DJ-Set im Livestream der Berliner Clubs

Mit einem Set der Berliner DJane Jamiie haben die wegen des Coronavirus geschlossenen Clubs der Hauptstadt am Mittwochabend ihren Livestream von ihren teils weltbekannten Dancefloors eröffnet. Mit der Aktion #UnitedWeStream will die Clubszene um ihr Überleben angesichts weggebrochener Umsätze kämpfen. Täglich sollen von 19.00 Uhr an DJ-Sets zunächst bis Mitternacht live über das Internet gestreamt werden. Den Anfang machte das an der Spree zwischen Kreuzberg und Friedrichshain gelegene «Watergate», einer der angesagten Clubs der Stadt. Clubs und Line-up der DJs sollen täglich wechseln.

Video: Youtube/ARTE Concert

„Wir wollen Clubkultur zugänglich machen auch in Zeiten der Quarantäne“, hatte Lutz Leichsenring, Sprecher der Clubcommission, die Aktion begründet. Ein Aufruf zu einer Privatpartys sei das nicht. (dpa)

Berliner Unternehmen können ab Donnerstag Finanzhilfen beantragen

Die von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Berlin können ab Donnerstag die Liquiditätshilfen des Senats beantragen. Das gelte auch für alle kleinen und mittleren Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten, teilte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop am Mittwoch mit. Darunter fielen etwa Restaurants und Clubs. Für die Anträge ist die Berliner Investitionsbank (IBB) zuständig. Der Senat hatte zu Beginn der Woche angekündigt, in einem ersten Schritt ein Volumen von bis zu 100 Millionen Euro an Überbrückungskrediten über die IBB bereitzustellen. Danach sollen über einen Liquiditätsfond insgesamt bis zu 200 Millionen Euro bereitstehen. Außerdem sollen Steuervorauszahlungen der Lage angepasst werden und zinsfreie Stundungen von Steuerschulden möglich sein. In Berlin sind derzeit zahlreiche Geschäfte, Bars, Restaurants und kulturelle Einrichtungen geschlossen, um die Ausbreitung des Sars-CoV-2 einzudämmen. Das verursacht bei vielen Unternehmen Liquiditätsengpässe. Zu den besonders betroffenen Branchen zählt die IBB den Einzelhandel, die Gastronomie sowie Beherbergung und „konsumorientierte Dienstleistungen“, zum Beispiel Clubs. (dpa)

Berliner Polizei richtet Krisenstab ein

Die Berliner Polizei hat angesichts der Corona-Krise einen Krisenstab eingerichtet. Polizeipräsidentin Barbara Slowik twitterte am Mittwochabend: «Die von mir eingerichtete Koordinierungsstelle erweitere ich zu einem gesamtbehördlichen Krisenstab #Covid19, der ab morgen aus unserer Landesbefehlsstelle berlinweit die polizeilichen Maßnahmen im Zusammenhang mit dem #coronavirus zudem steuert und umsetzt.» Wie groß der Krisenstab sein wird und wer ihm angehört, wurde auch auf Anfrage noch nicht gesagt. (dpa)

Berlin und Brandenburg appellieren in Corona-Krise an Verantwortung

Berlin und Brandenburg haben im Kampf gegen eine schnelle Ausbreitung des Coronavirus an alle Bürger appelliert, Verantwortung zu übernehmen und Abstand zu halten. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) machte deutlich, dass damit eine Ausgangssperre verhindert werden kann. Vom Tisch ist sie aber nicht. „Das kann schnell entschieden werden“, sagte Müller am Mittwoch nach einer gemeinsamen Sitzung von Senat und Landesregierung in Potsdam. „Ich hoffe sehr, dass wir diese Situation vermeiden können durch verantwortungsbewusstes Handeln.“ Müller verwies etwa auf das Verhalten in Parks und Spielplätzen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte, er hoffe nicht auf eine weitere Verschärfung von Maßnahmen. „Es wird aber im Wesentlichen davon abhängen, wie sich jeder einzelne verhält.“ Mehr dazu >> (dpa)

VBB erstattet Fahrausweise und Zeitkarten

Die Verkehrsunternehmen im VBB reagieren auf die aktuelle Corona-Krise und zeigen sich kulant gegenüber Fahrgästen mit nicht genutzten Fahrausweisen und Zeitkarten.

  • Fahrausweise mit aufgedrucktem Gültigkeitstag können vor Beginn der Gültigkeit gebührenfrei zurückgegeben werden.
  • Tickets, die vor Fahrtbeginn entwertet werden, behalten ihre Gültigkeit und können später genutzt werden.
  • Monatskarten und 7-Tages-Karten können auch nach Teilnutzung zurückgegeben werden. Pro genutzem Tag werden zwei Einzelfahrten abgezogen.
  • Wer eine Bescheinigung des Gesundheitsamt über häusliche Quarantäne vorlegt, kann sich Zeitkarten für den Zeitraum auch rückwirkend erstatten lassen.
  • Abonnenten und Inhaber von Firmentickets müssen sich gedulden: Hier stellt der VBB eine rückwirkende Kulanzregelung „zu einem späteren Zeitpunkt“ in Aussicht - „in Abhängigkeit von Umfang und Dauer der Einschränkungen.“

Inhaber von Jahreskarten müssen eine Bescheinigung vom Gesundheitsamt über häusliche Quarantäne vorlegen, um rückwirkend eine Erstattung zu erhalten. Die Kulanzregelung gilt zunächst bis zum 19. April 2020, wird aber „falls erforderlich, verlängert“. (JSt)

130 Geschäfte in Berlin wegen Corona-Verordnung von Polizei geschlossen

130 Berliner Geschäfte sind von Mittwochmorgen bis zum frühen Nachmittag wegen nicht erlaubter Öffnung in der Coronavirus-Krise von der Polizei geschlossen worden. Das sagte Polizeisprecherin Anja Dierschke der Deutschen Presse-Agentur. „Größtenteils lief das freiwillig ab. Wir sind sehr zufrieden, wenn sich das mit einem Gespräch regeln lässt.“ Viele dieser Geschäftsleute seien nicht informiert gewesen.

Die Geschäfte hätten sich über die ganze Stadt verteilt, es habe keine bestimmten Schwerpunkte gegeben. Die Zahl der Anzeigen stehe noch nicht fest, sagte Dierschke. „Es war der erste Tag heute, da sind wir mit viel Fingerspitzengefühl daran gegangen. Oft war das eine Frage der Aufklärung.“ In Fällen, bei denen etwa eine Bar mit verdunkelten Scheiben und einem geöffneten Nebeneingang betrieben werde, sei die Lage eindeutig: „Dann wird das natürlich strafrechtlich verfolgt.“ (dpa)

Berlin und Brandenburg flexibilisieren Abiturtermine

Gute Nachrichten für Abiturienten in Berlin und Brandenburg: Die Terminmöglichkeiten für die Abiturprüfungen sind aufgrund der Ausnahmesituation durch das Coronavirus angepasst worden. Demnach können neben den Hauptterminen nun auch die Nachschreibtermine für die Abiturprüfung genutzt werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres und Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst. „In diesen besonderen Zeiten ist es für Schulen wichtig, dass sie flexibel und der jeweiligen Situation angemessen entscheiden können“, sagt Bildungssenatorin Scheeres. „Kein Schüler, keine Schülerin soll Nachteile erfahren.“

Die neue Regelung sieht vor, dass Schulleitungen, die der Auffassung sind, die Vorbereitungen der Schüler auf die Abiturprüfungen seien nur eingeschränkt möglich gewesen, wählen können, ob sie den Haupt- oder den ersten Nachschreibetermin als Termin für die Abiturprüfungen nutzen wollen. Die Entscheidung müsse bis zum 20. März der Fachaufsicht in der Senatsverwaltung mittgeteilt werden. In Berlin seien nur die Abiturprüfungen betroffen, die nach den Osterferien angesetzt sind, hieß es aus der Bildungsverwaltung.

Bei den Abiturprüfungen ist der Druck für Schüler besonders hoch. Die aktuelle Corona-Pandemie erschwert die Vorbereitungen zusätzlich (Symbolbild).
Foto:  dpa/Bernd Wüstneck

Zuvor hatte der Landesschülerausschuss (LSA) am Mittwoch den Senat aufgefordert, eine Verschiebung der mündlichen Präsentationen zur fünften Prüfungskomponente und der schriftlichen Prüfungen des Abiturs zu prüfen. „Das sind Maßnahmen, die der Berliner Senat jetzt dringend ergreifen muss“, sagte der Vorsitzende Miguel Góngora der Berliner Zeitung. Er befürchtet Nachteile für Berlins Abiturienten, weil sie in ihren Präsentationsprüfungen auch Literaturquellen angeben müssen. Bei geschlossenen Bibliotheken hätten nicht mehr alle die gleichen Vorbereitungsmöglichkeiten. Góngora, der selbst Abiturient ist, verweist auf die psychische Belastung der Schülerinnen und Schüler durch den Ausnahmezustand: „Es ist eine Zumutung zu erwarten, dass Abiturientinnen und Abiturienten jetzt die erwünschten Leistungen ohne Einschränkung abliefern.“

Die Prüfungen der anderen weiterführenden Schulformen, darunter Mittlerer Schulabschluss (MSA) und Berufsbildungsreife (BBR) hatte Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) bereits zu Beginn der Woche verschoben – mit dem Hinweis, man wolle Nachteile für die Prüflinge vermeiden. (Mrg, BLZ, dpa)

Berlin will Zahl der Intensivbetten verdoppeln

Berlin will die Zahl der Betten auf den Intensivstationen der Krankenhäuser im Kampf gegen die Corona-Pandemie deutlich erhöhen. Die Zahl von zur Zeit 1045 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeiten solle nun verdoppelt werden, sagte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der Landesregierungen von Berlin und Brandenburg. Das sei zur Zeit die zentrale Herausforderung für die Krankenhäuser. «Das Ziel ist sehr ehrgeizig, aber wir sind dabei schon sehr weit gekommen», sagte Kalayci.

Sie sprach von Fortschritten bei der Koordinierung zwischen den Berliner Krankenhäusern. Das Charité-Universitätsklinikum Charité steuere nach einem Stufensystem die Verteilung der Patienten auf die 38 Berliner Notfallkrankenhäuser. Die schwersten Fälle würden in der Charité behandelt. «Wir haben eine klare Arbeitsteilung zwischen den Notfallkrankenhäusern verabredet», sagte die Senatorin. (dpa)

Regale dürfen auch sonntags befüllt werden - Handel bleibt für Verbraucher jedoch geschlossen

Supermärkte und Lebensmittelhändler in Berlin dürfen ab sofort auch sonntags die Regale auffüllen lassen. Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales hat entsprechende Ausnahmen bei den Arbeitszeiten erlassen, wie sie am Mittwoch in einer gesetzlichen Verfügung mitteilte. Diese gelten für den gesamten Handel mit Lebensmitteln, Hygiene- und Medizinprodukten sowie „pandemierelevanter Produkte, die zur Eingrenzung, Bekämpfung und Bewältigung der Pandemie durch Coronavirus (Sars-CoV-2) eingesetzt werden“, heißt es in der Verfügung. Sie umfasst Arbeiten wie Produktion, Verpackung und Kommissionierung sowie das Liefern, Entladen und Einräumen der Artikel.

„Das heißt nicht, dass das Verkaufspersonal arbeiten darf“, betonte ein Sprecher der Senatsverwaltung. Demnach muss der Handel am Sonntag für Verbraucher weiter geschlossen bleiben. Das könnte sich allerdings in Kürze ändern: Als nächsten Schritt will die Senatsverwaltung das Ladenöffnungsgesetz angehen. (dpa)

Bezirke fangen an, Spielplätze zu schließen 

Immer mehr Berliner Bezirke lehnen sich gegen die Entscheidung des Landes auf, Spielplätze angesichts der Corona-Krise offenzuhalten. Am Mittwoch gaben die Bezirke Mitte, Marzahn-Hellersdorf, Reinickendorf und Spandau bekannt, dass sie entgegen den Plänen des Berliner Senats ihre Spielplätze nun doch für die Öffentlichkeit schließen. „Unsere Mitarbeiter haben die Situation in den letzten Tagen beobachtet“, sagte Christian Zielke, Pressesprecher des Bezirksamts Mitte, am Mittwochmorgen der Berliner Zeitung.

Am Montagabend haben Bundesregierung und Länder gemeinsam erarbeitete Leitlinien zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus vorgestellt. Sie sehen die Schließung von Zoos und Spielplätzen vor. Der Berliner Senat hatte am Dienstag jedoch verkündet, diese Leitlinie in Berlin nicht umsetzen zu wollen – in Berlin gebe es zu viele Familien, die keinen eigenen Garten haben.

Auf Grund des Corona Virus sind ab jetzt auch die Spielplätze gesperrt und es darf kein Kind hier spielen, wie hier in Berlin/ Reinickendorf.
Foto: imago images / Petra Schneider

Im Bezirksamt Mitte hält man das für einen Fehler. Man berufe sich auf die Leitlinien der Bundesregierung, dort seien Spielplätze explizit erwähnt, so Zielke weiter. „Wir halten es für sehr riskant, sie offen zu halten, da Spielplätze eine hohe Ansteckungsgefahr bergen.“ Außerdem sei es so gut wie unmöglich, im Fall eines bestätigten Infektionsfalls Kontaktpersonen zu finden.

Die Regelung in Spandau gilt ab sofort. Das Verbot gilt auch für private, öffentlich zugängliche Spielflächen etwa von Wohnungsbaugesellschaften. Sie hätten "dafür zu sorgen, dass der Aufenthalt auf ihren Spielplätzen unterbleibt", heißt es in einer Mittelung des Bezirks auf seiner Internetseite. Dass der Senat nicht dem Rat der Bundesregierung folgt, empört Frank Bewig, Stadtrat für Bauen, Planen  und Gesundheit: "Ich bin fassungslos, dass der Berliner Senat dieser ausdrücklichen Empfehlung der Bundesregierung und aller Bundesländer – und damit auch seiner eigenen Empfehlung – nicht gefolgt ist. Der Zeitpunkt ist längst gekommen, an dem unterbunden werden muss, dass teilweise dutzende Kinder am gleichen Spielgerät turnen und ihre Eltern in einer Traube danebenstehen und zusehen", wird er in der Mitteilung zitiert. 

Auch der Berliner Zoo darf geöffnet bleiben – hält seine Pforten aber vorerst geschlossen. Zoo und Tierpark hatten präventiv bereits am Dienstagmorgen zugemacht. Man freue sich zwar über die Anerkennung als Naturort im urbanen Raum, teilte der Zoo Berlin auf Nachfrage dieser Zeitung am Dienstagabend mit. „Wir wägen dennoch sorgfältig unser weiteres Vorgehen ab“, so ein Sprecher. Bis dahin blieben Zoo und Tierpark geschlossen. (ann.)

Charité startet Coronavirus-App „CovApp“

Als Reaktion auf die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat die Charité gemeinsam mit der Potsdamer Organisation Data4Life die browserbasierte App „CovApp“ entwickelt. Man wolle den Patientinnen und Patienten eine bestmögliche Versorgung ermöglichen und die Abläufe an der Charité-Untersuchungsstelle verbessern, heißt es in einer Pressemitteilung der Charité vom Mittwoch.

Die App enthält neben Informationen darüber, wie man das eigene Infektionsrisiko am besten reduziert, auch einen Fragebogen. Der Fragebogen soll Berlinerinnen und Berlinern bei der Entscheidung helfen, ob sie eine der Untersuchungsstellen aufsuchen sollten oder womöglich ein Test sinnvoll ist. „Aufgrund der hohen Nachfrage in unserer Charité-Untersuchungsstelle ist es umso wichtiger, Menschen, deren Symptome nicht auf SARS-CoV-2 hindeuten, in der Untersuchungsstelle nicht zu gefährden und andersherum Patienten, die dringend eine Testung brauchen, schnellstmöglich abstreichen zu können“, erklärt Prof. Dr. Ulrich Frei, Vorstand Krankenversorgung der Charité. (BLZ)

Weniger als fünf Prozent der Corona-Tests in Berliner Laboren positiv

Berliner Labore haben in der vergangenen Woche 9253 Tests auf das neue Coronavirus durchgeführt. Davon seien 394 positiv ausgefallen, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Mittwoch auf Anfrage mit. Das entspricht einem Anteil von gut vier Prozent. Zuvor hatte der «Tagesspiegel» darüber berichtet. Es handelt sich nicht nur um Ergebnisse von Berlinern: Auch für Brandenburger und Menschen mit anderen Wohnsitzen würden Tests durchgeführt, hieß es. Die Zahl der bestätigten Fälle in Berlin liegt (Stand Dienstagabend) bei 383.

Laut Gesundheitsverwaltung haben sieben Labore in Berlin derzeit eine Kapazität von 2000 Tests pro Werktag. An einer Ausweitung werde gearbeitet. Bundesweit liegen die Testkapazitäten laut dem Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, bei etwa 160.000 pro Woche. Die Kapazitäten seien noch weiter zu steigern, zum Beispiel unbürokratisch mit Hilfe des Bereichs Tiermedizin. Das sei möglich, da solche Labore etwa durch die Blauzungenkrankheit auf die Testmethode eingestellt seien. (dpa)

Berliner Volksbank schließt 24 Standorte - kein Engpass bei Bargeld

Um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen, schließt die Berliner Volksbank vorübergehend mehr als die Hälfte ihrer Privatkundenstandorte. Dennoch soll es keine Engpässe bei der Versorgung mit Bargeld geben. «Natürlich kann es – wie auch in unkritischen Zeiten – vor allem an stark frequentierten Geldautomaten vereinzelt dazu kommen, dass aufgrund der aktuell erhöhten Nachfrage eine Bargeldverfügung kurzzeitig nicht möglich ist», teilte Carsten Jung, Vorstandsvorsitzender der Berliner Volksbank, am Mittwoch mit. In diesem Fall sollten Kunden den nächstgelegenen Geldautomaten nutzen, oder Geld an der Supermarktkasse abheben.

Auch der Zugang zu den Schließfächern bleibe an den geschlossenen Filialen nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.

Geöffnet blieben 21 weitere Standorte für Privatkunden. Am Vortag hatte der Senat beschlossen, dass Banken weiter geöffnet bleiben dürfen - ebenso wie Lebensmittelläden, Apotheken, Spätis und Handwerksgeschäfte wie Friseure. (dpa)

Luftfahrtmesse ILA Berlin abgesagt

Die Luftfahrtmesse ILA Berlin im Mai wird abgesagt. Damit soll die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus gebremst werden, teilten die Veranstalter am Mittwoch mit. (dpa)

Regierende Bürgermeister: 15.000 für jeden Solo-Selbstständigen

Der Senat plant ein eigenes Landesprogramm, mit dem der Berliner Kreativwirtschaft angesichts drohender Umsatzverluste wegen der Corona-Pandemie geholfen werden soll. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) habe angeregt, Solo-Selbstständige mit einem einmaligen, unbüroktratischen Zuschuss von 15.000 Euro zu unterstützen, teilte die Senatskanzlei am Dienstagabend mit. Er solle denjenigen gewährt werden, die von anderen Maßnahmen gar nicht oder nur steuerlich profitierten. Zu erwarten sei eine Größenordnung von rund 20.000 Anträgen.

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) hatte zuvor bekanntgegeben, dass Berlin ein Millionenprogramm zur Sicherung von Unternehmen und Arbeitsplätze auflegt. In einem ersten Schritt sollen für den «Schutzschirm» 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Danach sollen über den Liquiditätsfond insgesamt bis zu 200 Millionen Euro bereitstehen. Außerdem sollen Steuervorauszahlungen der Lage angepasst werden und zinsfreie Stundungen von Steuerschulden möglich sein. (dpa)

Brandenburg prüft Übernahme von Kita-Beiträgen

Eltern in Brandenburg werden wegen der Schließung von Kitas zum Schutz vor der Ausbreitung des Coronavirus möglicherweise entlastet. Die Landesregierung ist mit den Kommunen im Gespräch, wie Kita-Beiträge übernommen werden können, wenn die Kita-Leistung nicht in Anspruch genommen wird. „Da sind wir jetzt in Abstimmung“, sagte Finanzministerin Katrin Lange (SPD). Seit Mittwoch sind Kitas geschlossen - einige bieten aber eine Notbetreuung für Kinder von Eltern, die in wichtigen Berufen wie Gesundheitswesen, Polizei, Feuerwehr, Energie und Nahverkehr arbeiten. Die Stadt Beelitz (Kreis Potsdam-Mittelmark) teilte mit, dass sie Eltern die Beiträge für den Zeitraum der Notbetreuung erlassen wolle. (dpa)

Familien im Corona-Stress: Kinderschutzbund berät Eltern

Für Familien, die wegen der Coronavirus-Krise unter Druck stehen, bietet der Berliner Kinderschutzbund kostenlose Telefon-Beratung. «Die aktuelle Situation kann Familien zu Hause vor Krisen stellen», sagte ein Sprecher am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Es sei nachvollziehbar, dass die Lage mit geschlossenen Kitas und Schulen sowie der Empfehlung, Großeltern nicht babysitten zu lassen, Stress verursachen könne. Als Unterstützung für Kinder und Familien biete die Einrichtung eine kostenfreie Beratung: Eltern können sich zu den Öffnungszeiten der Beratungsstelle unter der Nummer 030-450812600 melden sowie per E-Mail an info@kinderschutzbund-berlin.de. (dpa)

Zahl der Coronavirus-Infektionen in Brandenburg auf 159 gestiegen

Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen hat sich in Brandenburg auf 159 Personen erhöht. Das seien 45 mehr als am Vortag, die positiv getestet worden seien, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch (Stand: 10 Uhr) mit. Die Prignitz sei bislang als einziger Landkreis verschont geblieben. Den höchsten Anstieg innerhalb eines Tages meldete der Landkreis Barnim mit 10 Fällen auf mittlerweile 20.

An der Spitze mit der Zahl der Erkrankten steht der Landkreis Oder-Spree, wo 23 Erkrankte gemeldet wurden. Erkrankungen müssen von Ärzten an das zuständige kommunale Gesundheitsamt gemeldet werden, das dann das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) informiert. Von dort gehen die Zahlen dann an das Robert Koch-Institut in Berlin. (dpa)