Vor drei Jahren hatte Katrin T. aus Charlottenburg ihren Freund bei einer Reha in Bad Freienwalde kennengelernt. Die damals 45-jährige Bankangestellte störte es nicht, dass der Mann 20 Jahre älter war als sie. Bis vor einigen Tagen war das Paar zusammen. Dann trennte sich Katrin T. von dem Mann aus Eisenhüttenstadt. Vermutlich aus Eifersucht soll der Senior am Sonnabend seine ehemalige Partnerin in deren Wohnung am Heilmannring erschossen haben.

Gegen 21.15 Uhr hatte der Senior an der Wohnungstür seiner ehemaligen Lebensgefährtin in der zweiten Etage des Mehrgeschossers geklingelt. Sie ließ ihn ein. In der Wohnung hielt sich auch ein 61-jähriger Bekannter der Frau auf. Der 68 Jahre alte Mann zog eine Pistole aus der Jackentasche und drückte mehrmals ab. Als der erste Schock bei dem Bekannten vorüber war, stürzte er sich auf den Schützen und schlug auf ihn ein. Zur selben Zeit alarmierten Nachbarn die Polizei, weil sie die Schüsse gehört hatten. Die ersten Streifen-Besatzungen waren kurz danach in der Wohnung. Beide Männer wurden festgenommen. Ein Notarzt versuchte vergeblich, die Frau zu reanimieren.

Mehr als zwei Stunden dauerte die Vernehmung des 61-Jährigen durch die Ermittler der Mordkommission, dann durfte er gehen. Die Vermutung, dass er etwas mit der Tat zu tun hat, hatte sich nicht bestätigt. Gegen den 68-Jährigen wurde hingegen Haftbefehl wegen Totschlags beantragt. Es könne sich auch um den Tatbestand des Mordes handeln, hieß es am Sonntag. Für eine geplante Tat spreche, dass der Mann die Waffe bei sich trug, so Fahnder. Der mutmaßliche Täter sollte am Sonntag einem Richter vorgeführt werden. Der Besitz einer Waffe kann ihm wahrscheinlich nicht zur Last gelegt werden, er ist als Sportschütze eingetragen.

Im Wohnhaus der religiösen Frau herrschte Fassungslosigkeit. Das Paar sei noch vor zwei Wochen gemeinsam in Hamburg bei dem Sohn von Katrin T. gewesen und habe dort eine Kindstaufe gefeiert, sagte eine Frau. Und noch vor zwei, drei Tagen hätten beide über Urlaubspläne gesprochen.