Um die Gestaltung des Checkpoint Charlie als historischer Ort und Platz für Touristen ist eine neue Debatte entbrannt. Eine Initiative, zu der auch zwei frühere Regierende Bürgermeister gehören, hat die Situation am früheren Grenzkontrollpunkt als unwürdig kritisiert.

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Seit dem Mauerfall 1989 ist er ein Touristenmagnet – und wurde damit auch zu einem Tummelplatz für Straßenhändler. Das lebhafte Geldverdienen passt nicht jedem in Berlin. Zum Beispiel Walter Momper, der zum Zeitpunkt des Mauerfalls Regierender Bürgermeister von West-Berlin war.

Bis heute kein Museum

Als Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses kritisierte der SPD-Politiker schon vor mehr als zehn Jahren das kommerzielle Treiben am Checkpoint Charlie. Nun engagiert sich Momper in einer neugegründeten Initiative, die sich für eine Umgestaltung einsetzen will.

Neben Momper gehört der Initiative auch sein Vorgänger und Nachfolger als Regierender Bürgermeister, Eberhard Diepgen, (CDU) an. Der Brennpunkt der Weltgeschichte müsse zu einem Ort der Information werden, die Neugestaltung mit einem Museum des Kalten Krieges sei überfällig. Am Freitag will sich die Gruppe öffentlich präsentieren.

Dazu gehört vor allem ein Museum. Der Senat hat es bereits 2006 im Rahmen des Berliner Mauer-Erinnerungskonzeptes für den Checkpoint Charlie beschlossen. Doch realisiert wurde es bis heute nicht.

Neues Hotel könnte Image zerstören

Der Grund dafür sind die brachliegenden Areale am Checkpoint Charlie. Dort hat die Immobilien-Firma Trockland gekauft. In einen Neubau an der Ecke Friedrich-/Zimmerstraße soll das geplante Kalte-Krieg-Museum einziehen.

Nach langem Hin und Her wurden sich in diesem Sommer Senat und privater Investor über die Eckpunkte der Bebauung einig. Doch nun gibt es wieder Zoff. Denn die Gebäude, in die auch die US-Kette „Hard-Rock-Hotel“ einziehen soll, könnten die Anmutung des Checkpoint Charlie als einstigen Grenzkontrollpunkt zerstören. Dabei stand er unter Denkmalschutz. Jetzt soll dieser Schutz aufgehoben worden sein, am Parlament vorbei, wie der Tagesspiegel berichtet. Die Brandmauern benachbarter Häuser, Zeugnisse der Teilung Berlins, könnten durch die Bauten verschwinden. (dpa)