Berlin - Am Ende der letzten Sitzung überreichten die CDU-Mitglieder Peter Trapp eine alte Polizeimütze: einen Tschako. So einen trug Trapp, als er 1968 bei der Polizei anfing und auch bei der „Schlacht am Tegeler Weg“ während der damaligen Studentenunruhen.

Der 74-Jährige ist ein Urgestein der Berliner Politik. Seit 1999 leitete er als Vorsitzender des Innenausschusses im Abgeordnetenhaus 350 Sitzungen. Nur einmal ließ sich Peter Trapp vertreten: im Mai, um sich die zweite Corona-Impfung zu holen.

Für die nächste Legislatur tritt er in seinem Spandauer Wahlkreis 5 nicht mehr an. Am Montag leitete er die letzte Sitzung, in der es unter anderem um den Polizeieinsatz bei den Corona-Demos und damit hoch herging. Trapp war nicht nur ein Moderator, sondern auch so etwas wie ein Dompteur im Flohzirkus, wenn sich Abgeordnete anschrien.

Bei Sicherheitsthemen weiß der Erste Polizeihauptkommissar, wovon er spricht. 1973 wechselte er zur Kripo, später leitete er die Fahndungsgruppe. 1987 trat er in die CDU ein, war als Mitglied der Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Gesamtpersonalrat, wo er 1990 die Vereinigung von West- und Ost-Berliner Polizei begleitete. 1999 kandidierte er in Spandau das erste Mal für das Abgeordnetenhaus und holte ein Direktmandat. Zum Ausschussvorsitzenden wurde er mit den Stimmen von CDU, Grünen und sogar der PDS gewählt.

Trapp bleibt weiter aktiv. Die GdP will, dass er bei den nächsten Vorstandswahlen antritt. Mit Gewerkschaftsausweis darf er alle Dienststellen betreten. Der Innenausschuss werde ihm nicht fehlen, behauptet er. „Der Nachwuchs muss sich auch profilieren. Das ist wie beim Fußball“, sagt Trapp, der beim SC Staaken den Jugendtrainer unterstützt. „Lieber selbst zurücktreten, bevor du auf die Reservebank gesetzt wirst.“