BerlinDie Ruhe ist gespenstisch. Nicht einmal das Telefon klingelt an diesem Vormittag, als Ramona Oteiza allein in ihrem Büro im fünften Stock eines Hochhauses an der Storkower Straße sitzt, dort die Tagespost liest und Akten abheftet. „Normalerweise wäre jetzt bei uns richtig Hektik“, sagt die 61-jährige Chefin der Firma Scot-Messen. Normalerweise würde Oteiza auch nicht am Schreibtisch sitzen, sondern schon längst im Sport- und Erholungszentrum (SEZ) an der Landsberger Allee sein, um Handwerker zu dirigieren, die Stände aufbauen, oder Ausstellern mit ihren Waren den Weg zu den vorgeschriebenen Plätzen zu zeigen. Denn am Freitag sollte dort die weihnachtliche Ostprodukte-Messe Ostpro öffnen, wie immer seit fast 30 Jahren am ersten Adventswochenende. Nun fällt die beliebte Schau mit DDR-Produkten zum ersten Mal in Berlin aus – wegen Corona.

In einem Monat ist Weihnachten, eine Woche später der Jahreswechsel. Oteiza mag daran gar nicht denken. Für sie ist das Jahr 2020 schon jetzt gelaufen. „Außer Spesen ist nichts gewesen“, sagt die Messechefin, zeigt auf einen Schrank mit Ordnern. Die Hüllen mit den Unterlagen für das erfolgreiche Messejahr 2019 sind blau, die für 2020 sind rot. Ein Signalrot, das symbolisch für die gesamte Messe- und Eventbranche steht, die in diesem Jahr zum Stillstand gekommen ist.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.