Der deutsche Rapper Chefket, in Heidenheim geboren, lebt seit 13 Jahren in Berlin. Aber dass sich ein Taxifahrer weigert, ihn mitzunehmen, dürfte ihm in all den Jahren zum ersten Mal passiert sein. Die Begegnung und das daraus resultierende Gespräch mit dem Fahrer kam Chefket derart seltsam vor, dass er es mit seinem Handy aufnahm und sofort auf Facebook hochlud (Das Video können Sie hier in voller Länge auf Chefkets Facebook-Account sehen.).

Taxifahrer zu Chefket: "Wir passen nicht zusammen"

Wie Stern.de berichte, ereignete sich der Vorfall in Friedrichshain. "Ich bin eingestiegen, habe den Taxifahrer gefragt, wie es ihm geht, und daraufhin hat dieser gesagt, ich solle nicht um den heißen Brei reden", bestätigte der Rapper dem Magazin. Als er darum bat, ihn zum Görlitzer Park zu fahren, weigerte sich der Fahrer mit den Worten: "Ich glaube, wir passen nicht zusammen".

Doch Chefket ließ sich nicht abwimmeln und fragte beharrlich nach, warum der Fahrer ihn nicht transportieren wolle. Zuerst glaubte der Rapper nur an eine besonders bizarre Form der sprichwörtlichen Berliner Schnauze, doch im Verlauf des fast fünfminütigen Gesprächs wurde ihm klar, das das Problem offenbar tiefer liegt. 

Während der Fahrer weiterhin Ausreden stammelte, hakte Chefket hartnäckig nach, bis der Fahrer deutlicher wurde: "Sie waren mir zu schmalzig. Wenn Sie schon einsteigen und sagen 'Wie geht's Ihnen', dann steht mir das schon bis hier."  Offenbar fühlte sich der deutsche Taxifahrer trotz oder wegen Chefkets Nettigkeit-Floskel von oben herab behandelt. 

Versteckter Alltagsrassismus?

Doch der Sohn türkischer Einwanderer glaubt nicht, dass seine freundliche Begrüßung der wahre Grund für die offene Ablehnung war. "Viele haben mir nach meinem Video ähnliche Geschichten erzählt, die meisten waren keine Deutschen mit deutschen Eltern. Das ist jedem selbst überlassen, das zu interpretieren. Aber dass jemand zu nett ist und deshalb nicht gefahren wird, ergibt keinen Sinn. Trotzdem wollte ich ihm nichts in den Mund legen und nach seiner politischen Gesinnung fragen", erklärte er Stern.de und vermutet eher eine klassische Form des versteckten Alltagsrassismus.

Zumal der Taxifahrer laut Paragraf 22 des Personenbeförderungsgesetzes dazu verpflichtet gewesen wäre, ihn zu transportieren. Der Fahrgast muss laut Gesetz schon eine Gefahr für die Sicherheit und Ordnung des Betriebs darstellen, um vom Fahrer abgelehnt werden zu können.

Nettigkeit allein gehört allerdings nicht zu den Ausnahmen. Immerhin hat Chefket die Follower auf seiner Seite, die die ruhige, gelassene Haltung des Rappers bewundern.