Star-Architekt Chipperfield plant Neugestaltung von altem Osram-Areal

Der Brite David Chipperfield gestaltet zusammen mit dem Berliner Architekten Eike Becker den neuen Technologiecampus in der Siemensstadt.

Blick in die Zukunft: Die Konzeptstudie zeigt, wie der Campus aussehen soll.
Blick in die Zukunft: Die Konzeptstudie zeigt, wie der Campus aussehen soll.Atelier Tata

Auf einem Teil des alten Osram-Areals in der Spandauer Siemensstadt soll ein Technologiecampus mit dem Namen Luxwerk entstehen. Das teilte der Investor Aventos, ein 2019 gegründeter Investmentmanager, am Dienstag mit.

Für den Masterplan des ersten Abschnitts des Technologiecampus zeichnen die Büros des britischen Architekten David Chipperfield und des Berliner Architekten Eike Becker verantwortlich. Nach ihren Entwürfen sollen mehr als 90.000 Quadratmeter Gewerbefläche entstehen, die für Forschung, Entwicklung sowie Labore, aber auch für leichte Produktion und Büros gedacht sind. Die Investitionssumme wird auf 250 Millionen Euro beziffert.  Die Arbeiten sollen vier bis fünf Jahre dauern.

Baufeld West heißt der erste Abschnitt des Campus auf dem insgesamt 116.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Nonnendammallee. Dort sollen in den kommenden Jahren ein zwölfgeschossiges Hochhaus sowie sechs weitere Gebäude neu entstehen. Der historische Glaswerkkomplex indes bleibt erhalten und wird den Angaben nach denkmalgerecht instand gesetzt und modernisiert.

Künftig Platz für bis zu 2500 Arbeitsplätze

Aventos hat das Areal im Sommer 2021 im Zuge einer Sale-and-Lease-Back-Transaktion von Osram erworben. Die verbleibende Fläche des Luxwerks soll zum einen langfristig weiter von Osram genutzt werden und dient zum anderen als weitere Baureserve.

Das historische Glaswerk wurde 1927/28 für Osram nach Entwürfen des Architekten Waldemar Pattri errichtet und diente der ersten vollautomatischen Massenproduktion von Lampenkolben. Die Produktionsstätte war die erste ihrer Art auf dem europäischen Kontinent und galt damals als epochal. Das Ensemble des Maschinenglaswerks – mit Kolbenhütten, Gemengehaus, Maschinen- und Kesselhaus, Röhrenhütte, Generatorenhaus, Verwaltungs- und Wohlfahrtsgebäude – ist weitgehend erhalten. Auf dem Areal arbeiteten einst bis zu 2000 Menschen. Aventos geht davon aus, dass allein die Flächen des Baufelds West zukünftig Platz für etwa 2500 neue Arbeitsplätze bieten werden.

„Die Transformation des ehemaligen Osram-Werksgeländes ist eine großartige Gelegenheit, an die innovative Kraft des fast 100 Jahre bestehenden Glaswerkes anzuknüpfen und in einer uns neuen Bautypologie – dem Industriebau – Maßstäbe für eine zukunftsweisende und nachhaltige Industriearchitektur zu setzen“, beschreibt Christoph Felger aus dem Büro David Chipperfields die Pläne.