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Was tun im Verdachtsfall? Bitte das zuständige Gesundheitsamt (www.service.berlin.de) oder den Hausarzt telefonisch benachrichtigen. Ein Anruf bei der Corona-Hotline des Senats (Tel. 9028 2828, von 8-20 Uhr) hat wegen Überlastung meist wenig Erfolg. Lange Wartezeiten gibt es auch bei der KV-Hotline (Tel. 116117).

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+++ 5. August +++

Christian Drosten: Bei zweiter Welle auf Infektionsgruppen konzentrieren

Der Charité-Virologe Christian Drosten schlägt vor, sich nicht mehr auf einzelne Corona-Fälle, sondern auf Infektionsgruppen zu konzentrieren, sollte es in Deutschland zu einer zweiten Welle kommen. «Waren bisher die meisten Infektionsketten nachvollziehbar, können neue Fälle bald überall gleichzeitig auftreten», schreibt Drosten in einem Beitrag für die Wochenzeitung «Zeit». Dies könnte alle Landkreise und Altersgruppen betreffen. «Dann sind die personell schlecht ausgestatteten Gesundheitsämter endgültig damit überfordert, die Quarantäne jeder einzelnen Kontaktperson zu regeln», so der Wissenschaftler.

Die Behörden sollten sich dann auf Gruppen konzentrieren, in denen sich viele Menschen mit dem Virus infiziert haben. Wenn sich ein Mitglied eines dieser sogenannten Cluster infiziert habe, könne auch eine Isolation von fünf Tagen ausreichen. Nötig sei eine entscheidende Strategieänderung: «eine Testung auf Infektiosität statt auf Infektion». Eine niedrige Viruslast bedeute, dass ein Patient nicht mehr ansteckend sei. (dpa)

Zahl der Corona-Infektionen in Berlin steigt um 91

In Berlin ist die Zahl der Corona-Infektionen etwas stärker gestiegen. Am Mittwoch gab es 91 bestätige Corona-Infektionen mehr als am Vortag und damit bislang 9489 Fälle. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden derzeit 47 Menschen - eine Person mehr als noch am Dienstag, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Mittwoch mitteilte. Von ihnen werden 20 intensivmedizinisch behandelt. Zudem gab es seit Dienstag einen weiteren Todesfall. Inzwischen sind der Senatsverwaltung zufolge 224 Patienten im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 gestorben.

Bei allen drei Indikatoren, die in Berlin den Ausschlag für Gegenmaßnahmen geben, blieb die Ampel auf Grün. Dazu zählt der Reproduktionswert R, der am Mittwoch wieder leicht gesunken ist und aktuell bei 1,01 liegt. Er gibt an, wie viele Personen ein Infizierter jeweils ansteckt. Am Dienstag hatte er zum zweiten Mal in Folge bei über 1,1 gelegen. Ist dies an drei aufeinanderfolgenden Tagen der Fall, springt diese Indikatorampel auf Gelb. Übersteigt der Wert öfter als drei Mal 1,2 zeigt sie Rot.

Klar auf Grün stand die Ampel am Dienstag bei den anderen beiden Indikatoren: Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche lag am Mittwoch bei 8,8. Die Ampel würde erst ab 20 gelb zeigen. Die Auslastung der Intensivbetten mit Corona-Patienten lag bei 1,5 Prozent. Das ist der Gesundheitsverwaltung zufolge weiterhin ein sehr geringer Wert. Der Senat will Gegenmaßnahmen umsetzen, sobald zwei der drei Ampeln auf rot springen sollten. (dpa)

Studie: Fast ein Drittel der Afghanen bereits mit Coronavirus infiziert

In Afghanistan hat sich einer wissenschaftlichen Studie zufolge bereits fast ein Drittel der Bevölkerung mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Dies ergab eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geförderte Antikörper-Untersuchung mit rund 9500 Teilnehmern im ganzen Land, wie Gesundheitsminister Ahmed Dschawad Osmani am Mittwoch in Kabul sagte.

Demnach haben sich bislang rund 31,5 Prozent der Afghanen mit dem Virus infiziert, das entspricht etwa zehn Millionen Menschen. Am höchsten ist die Infektionsrate in Kabul, wo den Schätzungen der Experten zufolge mehr als die Hälfte aller Einwohner mit dem Virus infiziert wurde.

Da die Test-Kapazitäten in dem Land gering sind, wurden bisher nur rund 36.000 Infektionen nachgewiesen und rund 1200 Todesfälle gemeldet. (AFP)

Auch zweiter Test bei Cottbuser Familie nach Mallorca-Urlaub positiv

Nachdem sich eine Cottbuser Familie, die vor zwei Wochen auf Mallorca im Urlaub war, nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert hat, ist auch ein zweiter Test positiv ausgefallen. Das teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch mit. Die vierköpfige Familie bleibe weiterhin in häuslicher Quarantäne. An diesem Freitag sei ein weiterer Test vorgesehen, hieß es.

Das Gesundheitsamt erhält bei der Rückverfolgung der Kontakte der Familie inzwischen Hilfe vom Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin. Dazu zählt demnach der Kontakt mit der Fluggesellschaft und den spanischen Behörden. Der genaue Ort der Ansteckung ist noch ungeklärt. Die Stadt hatte mitgeteilt, sie werde über die Ermittlungen der spanischen Behörden - etwa über Aufenthaltsorte oder Kontaktpersonen auf der Insel - nicht zwingend unterrichtet.

In Cottbus sind nach Angaben der Stadt mittlerweile alle Kontaktpersonen der Familie ermittelt worden. Das Gesundheitsamt hat demnach acht Menschen aus dem Umfeld der Mallorca-Urlauber ermittelt. Alle wurden den Angaben zufolge negativ auf das Virus getestet, stehen aber vorsorglich unter häuslicher Quarantäne.

Insgesamt meldete die Stadt bislang 43 Infektionsfälle. Derzeit befinden sich den Angaben zufolge 19 Menschen in häuslicher Quarantäne. Die Mehrzahl sind demnach Studenten, die aus ihren Heimatländern und -regionen zurückgekommen sind, sowie andere Reiserückkehrer und einzelne Personen, die Kontakt zu Infizierten hatten. (dpa)

Brandenburg führt Maskenpflicht an Schulen ein

In Brandenburg müssen Schüler und Lehrer künftig Masken zum Schutz vor dem Coronavirus tragen. Das gelte für Flure, Gänge, Treppenhäuser und Aulen, aber nicht im Unterricht und auf dem Schulhof, teilte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Mittwoch mit. (dpa)

29-jähriger Texaner kauft mit Corona-Hilfen Lamborghini 

Ein Coronahilfen-Betrug kommt einen 29-Jährigen aus Texas teuer zu stehen: Weil er sich mit den staatlichen Hilfen unter anderem einen Lamborghini kaufte, wird der Mann des Betrugs beschuldigt. Am Dienstag sei der 29-Jährige festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht worden, teilte das US-Justizministerium mit.

Den Angaben zufolge sicherte sich der Texaner im Rahmen des staatlichen Corona-Hilfsprogramms zwei Unternehmerkredite - angeblich, um Angestellte zu bezahlen. In Wahrheit beschäftigte der 29-Jährige allerdings gar keine Mitarbeiter - und gab insgesamt 1,6 Millionen Dollar (1,35 Millionen Euro) für sein eigenes Vergnügen aus. Neben dem Lamborghini für 200.000 Dollar habe er auch Immobilien und eine Rolex-Uhr gekauft, teilte das Justizministerium mit. Zudem habe er tausende Dollar in Strip-Clubs in Houston verprasst.

Der US-Kongress hatte das Corona-Hilfsprogramm Ende März bewilligt. Damit sollte kleinen Unternehmen geholfen werden, die Pandemie zu überstehen. Das Programm sieht vor, dass die Kreditschuld erlassen werden kann, wenn mit dem Geld zum Beispiel Personalkosten und die Firmenmiete gedeckt werden. (afp)

Corona in Australien: Erneut Rekord an Neuinfektionen in Victoria

Der massiv vom Coronavirus betroffene australische Bundesstaat Victoria bekommt die Pandemie trotz nächtlicher Ausgangssperre und extrem strikter Maßnahmen bislang nicht unter Kontrolle. Am Mittwoch verzeichnete die Region im Südosten des Landes wieder einen Rekord an Neuinfektionen und Todesfällen in Verbindung mit Covid-19, die meisten davon in der Millionenmetropole Melbourne. Innerhalb von 24 Stunden seien 725 neue Fälle und 15 Tote registriert worden, sagte Victorias Regierungschef Daniel Andrews. Dies sind nicht nur für Victoria, sondern auch national gesehen die höchsten Zahlen seit dem Beginn der Pandemie.

Die Gesamtzahl der Todesopfer liegt in dem Bundesstaat mit seinen knapp 6,4 Millionen Einwohnern jetzt bei 162, in ganz Australien bei 247. Die zweite Corona-Welle war Ende Juni in Melbourne ausgebrochen. Vor knapp einem Monat wurde dort ein neuer Lockdown ausgerufen. Weil die Zahlen trotzdem weiter steigen, sind die Maßnahmen seither immer weiter verschärft worden. (dpa)

Deutschland: 741 neue Corona-Infektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 741 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 212.022 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 5.8., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9168. Bis Mittwochmorgen hatten 194 600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 4.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,02 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 4.8., 0.00 Uhr, bei 0,99 (Vortag: 1,00). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

Grafik: BLZ/Galanty; Quelle: RKi, afp

Deutsche Post steigert in Corona-Krise Umsatz und Gewinn

Die Deutsche Post hat in der Corona-Pandemie im zweiten Quartal bei Umsatz und Gewinn zugelegt. Besonders der Bereich E-Commerce habe sich zwischen April und Ende Juni stark entwickelt, teilte der Logistikkonzern am Mittwoch in Bonn mit. Der Umsatz stieg demnach konzernweit um rund drei Prozent auf knapp 16 Milliarden Euro. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn lag bei 525 Millionen Euro nach 458 Millionen im Vorjahr. In beiden Fällen hatten Analysten weniger erwartet.

Eine neue Prognose und Eckdaten hatte der Konzern bereits im Juli veröffentlicht. Dabei hat der Konzern beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) die vorläufigen Zahlen leicht übertroffen. Der operative Gewinn stieg um fast 19 Prozent auf 912 Millionen Euro. (dpa)

+++ 4. August +++

9398 bestätigte Corona-Infektionen in Berlin und 32 neue Fälle

In Berlin sind zwischen Montag und Dienstag 32 neue Corona-Infektionen registriert worden. Die Zahl der bestätigten Fälle ist damit etwas weniger stark als am Tag zuvor auf 9398 gestiegen, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Dienstagabend mitteilte. Zwischen Sonntag und Montag waren es 39 neue Fälle. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden aktuell 46 Personen, das sind drei mehr als am Tag davor. Von ihnen werden 19 intensivmedizinisch behandelt, eine Person mehr als bisher. Weitere Todesfälle gab es nicht, bislang sind der Gesundheitsverwaltung zufolge 223 Patienten im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 gestorben.

Bei allen drei Indikatoren, die in Berlin den Ausschlag für Gegenmaßnahmen geben, stand die Ampel jeweils auf Grün. Dazu zählte der Reproduktionswert R, der angibt, wie viele Personen ein Infizierter jeweils ansteckt. Er lag am Dienstag bei 1,14. Fällt er am Mittwoch nicht unter den Grenzwert von 1,1, springt die Ampel auf Gelb. Rot zeigt sie, sobald der Wert an drei Tagen hintereinander 1,2 erreicht oder überschreitet.

Klar auf Grün stand die Ampel am Dienstag bei den anderen beiden Indikatoren: Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche lag bei 8,9. Die Ampel würde erst ab 20 gelb zeigen. Die Auslastung der Intensivbetten mit Corona-Patienten lag unverändert bei 1,4 Prozent. Das ist der Gesundheitsverwaltung zufolge weiterhin ein sehr geringer Wert. (dpa)

Polen verzeichnet Höchstwert bei neuen Corona-Infektionen 

Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Dienstag verzeichneten die Behörden 680 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der bisherige Rekordwert wurde am Samstag erfasst, er lag bei 658 Neuinfektionen. In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 48 149 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 1738 Menschen starben demnach mit dem Virus.

Das Virus scheint sich auch unter Parlamentariern in Warschau auszubreiten. Drei Mitglieder des Senats, der zweiten Kammer des Parlaments, sind bereits positiv getestet worden. Plenarsitzungen wurden verschoben.

Die für Donnerstag geplante Amtseinführung und Vereidigung von Präsident Andrzej Duda für seine zweite Amtszeit soll aber unter Corona-Schutzmaßnahmen stattfinden. Duda wird seinen Eid vor der Nationalversammlung abgelegen, die aus den Vertretern beider Kammern des Parlaments besteht.

Wegen mehrerer Corona-Fälle unter Händlern bleibt ab Dienstag auch der bei deutschen Kunden beliebte zentrale Markt in der westpolnischen Grenzstadt Slubice nahe Frankfurt/Oder geschlossen. Alle Händler und Standbesitzer sollen getestet werden, teilte die Stadt bereits am Montag mit. In den kommenden Tagen sollen auch die Händler von zwei weiteren Märkten in der Stadt einen Corona-Test machen. Nur nach einem negativen Testergebnis sollen die Markthändler wieder zu ihrer Arbeit zurückkehren dürfen, sagte der Leiter des örtlichen Gesundheitsamtes. (dpa)

Grafik: BLZ/Galanty; Quelle: Johns Hopkins University

Coronavirus bei minderjährigem Hurtigruten-Passagier nachgewiesen

Nach dem Corona-Ausbruch auf dem norwegischen Kreuzfahrtschiff „Roald Amundsen“ ist das neuartige Coronavirus auch bei einem unter zehn Jahre alten Kind nachgewiesen worden. Es sei ebenso Passagier bei Hurtigruten gewesen wie eine Person im Alter zwischen 70 und 80 Jahren, teilte die Kommune Trondheim am Dienstag mit. Beide befänden sich in Quarantäne. Während die ältere Person leichte Krankheitssymptome zeige, sei das Kind symptomfrei.

Ob die beiden auf der „Roald Amundsen“ oder einem anderen Hurtigruten-Schiff unterwegs waren, ging aus der Mitteilung der Kommune zwar nicht hervor - der Rundfunksender NRK berichtete jedoch, dass sie Passagiere der „Amundsen“ gewesen seien. (dpa)

Senat berät über Start ins neue Schuljahr zu Corona-Zeiten 

Der Berliner Senat berät am Dienstag über die Pläne für den Schulbeginn nach den Sommerferien. Am Montag startet das neue Schuljahr. Abstandsregeln wie vor den Ferien gelten dann nicht mehr, neu ist eine Maskenpflicht. Bildungssenatorin Sandra Scheeres will ihren Senatskollegen zudem weitere Details zum Schulalltag in Corona-Zeiten vorstellen.

Ein weiteres Thema sollen Tests auf das Coronavirus für Rückreisende in Berlin sein. Derzeit sind sie noch freiwillig. Nach dem Willen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollen sie aber schon bald verpflichtend werden. Der Aufwand für die Tests etwa an den Berliner Flughäfen dürfte dann deutlich zunehmen. Auch mit der Frage, wie an den Berliner Hochschulen der Start ins Wintersemester angesichts der Corona-Krise gelingen kann, will sich der Senat befassen.

Ein weiteres Thema ist die Frage, ab wann Prostitution wieder zugelassen wird. Der Senat plant dabei ein Stufenmodell und möchte dabei einer Sprecherin zufolge keinen Alleingang unternehmen, sondern sich mit den übrigen Bundesländern abstimmen. Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin von Ende Juli verstößt ein generelles Verbot sexueller Dienstleistungen mit Körperkontakt gegen den Gleichheitssatz. Erotische Massagen sind daher in Berlin bereits wieder erlaubt. (dpa)

Ärzteverband: Zweite Corona-Welle schon da

Die von vielen befürchtete zweite Corona-Welle hat Deutschland nach Einschätzung des Ärzteverbandes Marburger Bund bereits erfasst. „Wir befinden uns ja schon in einer zweiten, flachen Anstiegswelle“, sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Johna der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstag). Sie sei aber nicht vergleichbar mit den Zahlen von März und April. Dennoch steige die Zahl der Neuinfektionen. „Damit ist die Gefahr, dass wir die Erfolge, die wir bislang in Deutschland erzielt haben, in einer Kombination aus Verdrängung und Normalitätssehnsucht wieder verspielen“, warnte Johna.

Die Krankenhäuser seien auf eine zweite Welle vorbereitet, erläuterte die Verbandschefin. Anders als bei der ersten Welle sollen Krankenhausbetten diesmal nicht pauschal, sondern am Bedarf orientiert freigehalten werden. „Weil sich das Pandemiegeschehen langsam aufbaut, müssen wir für Covid-19-Patienten gestuft Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, also eine zeitliche Staffelung der Vorhaltung einführen“, sagte Johna.

In der Praxis wird nach Angaben des Marburger Bundes in Stufe eins eine geringere Anzahl an Intensivbetten freigehalten. Sind diese belegt, tritt 24 Stunden später Stufe zwei in Kraft und die Kapazitäten in den Intensivstationen werden erweitert. „So geht das Schritt für Schritt weiter, bis man dann in der höchsten Alarm- und Ausbaustufe alle für Covid-19-Patienten verfügbaren Intensivkapazitäten ausschöpft“, sagte Johna. (dpa)

Staatssekretär: Genehmigungen von Corona-Demos genauer prüfen

Nach der Berliner Großdemonstration gegen staatliche Corona-Auflagen hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Stephan Mayer, gefordert, bei Genehmigungen von Versammlungen gegebenenfalls restriktiver vorzugehen. Zwar seien Versammlungsfreiheit und freie Meinungsäußerung „hohe, allen Bürgern garantierte unveränderliche Grundrechte“, schrieb der CSU-Politiker in einem Gastbeitrag für die „Rhein-Neckar-Zeitung“ (Dienstag). „Allerdings eben immer nur so weit, als die Rechte Dritter oder die öffentliche Sicherheit nicht erheblich verletzt werden“.

Die Überwachung der Einhaltung der Hygieneregeln müsse weiter höchste Priorität haben, schrieb er. „Hier obliegt es den Landesbehörden abzuwägen, inwieweit Maßnahmen noch verschärft werden müssen und man aufgrund der negativen Erfahrungen des Demonstrationsgeschehens vom Wochenende bei der Genehmigung von Versammlungen zukünftig restriktiver zu entscheiden hat“, schrieb Mayer.

Auch der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, forderte, die Genehmigung solcher Demonstrationen genauer zu prüfen. „Die Behörden müssen sensibler sein, was die Genehmigung solcher Demonstrationen betrifft“, sagte Radek der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstag). Dazu müsse die Politik Vorgaben machen. (dpa)

Corona-Warn-App kommt in fünf weiteren Sprachen

Die deutsche Corona-Warn-App soll in Kürze in weiteren fünf Sprachen zur Verfügung stehen. „Die Versionen Arabisch, Polnisch, Bulgarisch, Rumänisch und Russisch sind derzeit in der Entwicklung“, sagte Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) der „Rheinischen Post“ (Dienstag). Bisher gibt es die am 16. Juni in Deutschland gestartete App in Deutsch, Englisch und Türkisch. Die App soll helfen, die weitere Verbreitung des Virus zu unterbinden.

Deutschland habe mit bisher mehr als 16,4 Millionen Nutzern mehr Downloads als ganz Europa mit seinen verschiedenen Apps zusammen, sagte Bär. Die Corona-Warn-App sei inzwischen in den App-Stores aller EU-Länder sowie der Türkei, der Schweiz und von Norwegen und Großbritannien freigegeben. (dpa)

Keine Angst vor Corona: China feiert schon wieder „Oktoberfest“

In China scheint die Corona-Pandemie weitestgehend unter Kontrolle. Davon profitiert nun auch die ostchinesische Stadt Qingdao, wo das größte Bierfest des Landes planmäßig begonnen hat. Bis zum 23. August wollen die Organisatoren wie in jedem Jahr Hunderttausende Besucher auf das Gelände in der ostchinesischen Provinz Shandong locken.

Die Veranstalter bezeichnen das Bierfest von Qingdao gerne als „Chinas Oktoberfest“. Allerdings sind die Besucherzahlen noch weit vom Münchner Original entfernt. Rund sechs Millionen Menschen strömen jährlich auf die Wiesn. In diesem Jahr wurde das Münchener Fest jedoch wegen des Coronavirus abgesagt.

Auf dem Bierfest in Qingdao sollen besondere Regeln gelten. Besucher müssen beim Betreten des Geländes Masken tragen, auch wird die Temperatur gemessen und eine Registrierung verlangt. Angestellte müssen wöchentlich einen Corona-Test machen.

Einen negativen Einfluss auf das Interesse der Besucher scheinen die Maßnahmen nicht zu haben: Wie Staatsmedien berichteten, kamen zum Auftakt des Bierfestes sogar mehr Gäste als im vergangenen Jahr. (dpa)

+++ 3. August +++

39 neue Corona-Infektionen in Berlin

In Berlin sind zwischen Sonntag und Montag 39 neue Corona-Infektionen registriert worden. Damit hat sich die Zahl der bestätigten Fälle in der Hauptstadt auf 9366 erhöht, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Montagabend mitteilte. Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen ist damit zum Wochenbeginn wieder stärker gestiegen als am Tag zuvor. Zwischen Samstag und Sonntag waren lediglich neun neue Fälle hinzugekommen.

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden demnach aktuell 43 der infizierten Personen - zwei mehr als am Vortag. Die Zahl der intensivmedizinisch betreuten Menschen stieg derweil um drei Personen auf 18. Bislang sind 223 Patienten im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 gestorben. Seit dem Wochenende ist kein weiterer Todesfall hinzugekommen.

Bei den drei Indikatoren, die in Berlin ausschlaggebend für neue Gegenmaßnahmen sind, steht die Ampel jeweils auf grün. Dazu zählt der Reproduktionswert R, der angibt, wie viele Personen ein Infizierter jeweils ansteckt und der am Montag bei 1,13 lag. Sollte er in den kommenden zwei Tagen ebenfalls nicht unter den Grenzwert von 1,1 fallen, springt die Ampel auf gelb. Rot zeigt sie, sobald der Wert an drei Tagen hintereinander 1,2 erreicht oder überschreitet.

Mehr Spielraum gab es am Montag bei den anderen beiden Indikatoren. So lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche bei 8,6. Erst ab 20 würde die Ampel gelb zeigen. Die Auslastung der Intensivbetten mit Corona-Patienten lag bei 1,4 Prozent und damit «weiterhin auf sehr niedrigem Niveau», wie es hieß. (dpa)

Nordrhein-Westfalen führt Maskenpflicht auch im Unterricht ein

Nordrhein-Westfalen führt an allen weiterführenden und berufsbildendenden Schulen eine Maskenpflicht inklusive Unterricht ein. An Grundschulen soll die Maskenpflicht nicht gelten, wenn die Schüler auf ihren festen Plätzen im Unterricht sitzen. Das kündigte das Schulministerium am Montag in Düsseldorf an.

Auch Berlin, Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg haben angekündigt, im Kampf gegen das Coronavirus eine Maskenpflicht in Schulgebäuden einzuführen. Sie soll jedoch nicht im Unterricht gelten. In Hessen oder Sachsen soll die Maskenpflicht im Ermessen der Schulen liegen. In Mecklenburg-Vorpommern - wo am Montag die Schule begonnen hat - gibt es bislang keine Maskenpflicht. Das könnte sich aber noch ändern. (dpa)

Bundespräsident Steinmeier warnt vor Verantwortungslosigkeit in Corona-Pandemie

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Verstöße gegen Corona-Auflagen bei Demonstrationen in Berlin mit deutlichen Worten kritisiert. Zugleich rief er die Bürger dazu auf, sich weiter verantwortungsbewusst zu verhalten, um einen zweiten Lockdown zu vermeiden. „Die Verantwortungslosigkeit einiger weniger ist ein Risiko für uns alle“, sagte Steinmeier am Montag in einer Videobotschaft. „Wenn wir jetzt nicht besonders vorsichtig sind, dann gefährden wir die Gesundheit vieler. Und wir gefährden darüber hinaus die Erholung unserer Gesellschaft, unserer Wirtschaft, unseres Kulturlebens.“

Steinmeier mahnte: „Jede und jeder von uns steht jetzt in der Verantwortung, einen zweiten Lockdown zu verhindern. Denn es ist doch ganz klar: Eine weitere Phase des Stillstands würde uns alle noch viel härter treffen.“ Die Bürger sollten jetzt besonders vorsichtig sein - in der Freizeit, bei der Arbeit, im Urlaub und auch nach der Rückkehr. „Gehen Sie weiterhin keine unnötigen Risiken ein! Und nutzen Sie die Möglichkeiten, sich testen zu lassen. Auch wenn's schwerfällt: Bewahren wir Geduld und verhalten wir uns vernünftig!“

„Der Weg zur Normalität, die wir uns doch alle wünschen, geht nicht über Leichtsinn, Sorglosigkeit und Ignoranz“, betonte Steinmeier. „Normalität, ein Leben ohne Maske und Abstand, werden wir nur erreichen, wenn wir die Zeit bis zur Verfügbarkeit wirksamer Medikamente überbrücken mit Disziplin und Vernunft.“ Es gelte weiter, Abstand zu halten, die Hygieneregeln zu beachten sowie Mund- und Nasenschutz dort zu tragen, wo es empfohlen wird.

Der Bundespräsident sagte, er sei froh, in einem Land zu leben, in dem sich so viele Menschen von Vernunft, Verantwortungsgefühl und Solidarität leiten ließen. „Aber der Zwischenerfolg darf uns nicht leichtsinnig machen. Die Sommerlaune tut uns allen gut. Doch sie darf nicht dazu führen, dass wir nachlässig werden im Kampf gegen die Pandemie.“ Die Lage sein noch immer „unsicher und wackelig“.

Maskenpflicht im Freien in mehreren Gemeinden in Frankreich

Im Kampf gegen das Coronavirus gilt in weiteren französischen Gemeinden jetzt eine Maskenpflicht im Freien. In 69 zusätzlichen Gemeinden des Départements Mayenne müssen seit Montag die Schutzmasken auch auf der Straße getragen werden; zuvor galt die Maskenpflicht dort beispielsweise bereits in der Département-Hauptstadt Laval. Die Präfektur habe vorab rund 650.000 Stoffmasken an Bewohner des Départements verteilt, erklärte Präfekt Jean-Francis Treffel am Montag im Fernsehsender BFMTV.

In der Küstenmetropole Nizza muss Medienberichten zufolge jetzt auf bei Touristen beliebten Plätzen eine Maske im Freien getragen werden. Bei Nichteinhaltung drohe ein Bußgeld von 35 Euro, berichtete France 3. Wegen steigender Infektionszahlen hatte Frankreichs Regierung den örtlichen Behörden vergangenen Freitag mehr Spielraum bei der Maskenpflicht gegeben.

Die Präfektur von Lille reagierte sofort und kündigte für die Stadt eine Maskenpflicht etwa in der Fußgängerzone an. Auch auf Parkplätzen an Einkaufszentren oder in Parks ist die Maske verpflichtend. Premierminister Jean Castex reiste am Montag nach Lille, um sich über die Lage zu informieren. „Das Virus ist nicht im Urlaub und genauso wenig sind wir das“, sagte Castex in Lille. Er rief die Französinnen und Franzosen dazu auf, im Kampf gegen das Virus wachsam zu bleiben. (dpa)

Regierungschef des Kosovo mit Coronavirus infiziert 

Der kosovarische Ministerpräsident Avdullah Hoti hat sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Er sei positiv getestet worden und werde sich nun für zwei Wochen isolieren, teilte der 44-Jährige am späten Sonntagabend bei Facebook mit. In dieser Zeit werde er von zu Hause aus arbeiten. Bis auf einen „sehr leichten Husten“ habe er keine Symptome, erklärte Hoti, der erst seit Anfang Juni im Amt ist.
Das Kosovo verzeichnet seit Juni einen Anstieg der Corona-Fälle. Insgesamt wurden in der ehemaligen serbischen Provinz bislang knapp 9000 Infektionen registriert, 249 Menschen starben im Zusammenhang mit Covid-19. In dem kleinen Balkanland leben 1,8 Millionen Menschen. (afp)

CDU-Innenexperte stellt Großdemonstrationen gegen Corona in Frage

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster hat Großdemonstrationen wie die Berliner Anti-Corona-Proteste vom Wochenende grundsätzlich in Frage gestellt. „Solche Demonstrationen sind eine Gefahr für die Allgemeinheit“, sagte der Innenexperte der Union der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Montag).

Nach seiner Einschätzung wäre es verhältnismäßig, die Versammlungen „nur noch unter sehr viel strengeren Auflagen oder gar nicht mehr zu genehmigen“. Das Nichteinhalten von Corona-Regeln öffentlich zur Schau zu stellen, die Attacken auf Medienvertreter und Auseinandersetzungen mit der Polizei rechtfertigten schon im Vorfeld ein „deutlich konsequenteres Vorgehen der Versammlungsbehörden“. (dpa)

Städtetag fordert Härte bei Verstößen gegen Corona-Auflagen 

Der Deutsche Städtetag hat ein hartes Vorgehen gegen Demonstranten gefordert, die die Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht einhalten. Zwar sei das Demonstrationsrecht ein hohes Gut, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). „Aber aus Demonstrationen heraus dürfen sich nicht neue Corona-Hotspots entwickeln. Es ist unverantwortlich, auf so engem Raum die Regeln und Auflagen nicht einzuhalten.“ Er verlangte, in solchen Fällen Bußgelder zu verhängen.

Trotz steigender Infektionszahlen hatten sich am Samstag nach Schätzungen der Polizei bis zu 17 000 Menschen an einem Protestzug gegen die staatlichen Corona-Auflagen in Berlin beteiligt. Rund 20.000 versammelten sich anschließend zu einer Kundgebung. Weil die Demonstranten Abstandsregeln und Maskenpflicht ignorierten, löste die Polizei die Kundgebung schließlich auf. Während der Proteste dokumentierte die Polizei Verstöße gegen die Corona-Auflagen für eine mögliche spätere Verfolgung. (dpa)

Gewerkschaft: Geplante Corona-Tests an Schulen „viel zu wenig“

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Brandenburg hält die an Schulen vorgesehenen Corona-Tests für zu wenig. Nach den Sommerferien sollen sich Lehrer innerhalb von drei Monaten 14-tägig freiwillig und kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können. Auch ein Prozent der Schulkinder soll getestet werden, ohne dass Eltern dafür zahlen müssen. „Ein Test reicht nicht aus“, sagte Günther Fuchs, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Brandenburg. „Wir müssen sehen, wie wir die Infektionsketten unterbrechen können.“

Die Vorbereitung für die Schulen auf das neue Schuljahr läuft auf Hochtouren. Am 10. August geht der Unterricht wieder los. In Brandenburg gilt anders als in Berlin keine Maskenpflicht an Schulen. Lehrern wird laut dem neuen Hygieneplan empfohlen, im Kontakt zu Kollegen, Eltern und anderen Besuchern, bei der Schülerbeförderung und in Pausen auf dem Schulhof Masken zu tragen, wenn der Abstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann. (dpa)

Brandenburgs Parteien spüren Corona-Krise: Teils weniger Eintritte

Die Corona-Krise hat im ersten Halbjahr für mehrere Parteien in Brandenburg auch Folgen für die Mitgliederentwicklung gehabt. Einige zählten im ersten Halbjahr 2020 weniger Mitglieder, andere gewannen Anhänger hinzu, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Mehrere Parteien gehen davon aus, dass die Pandemie die Zahl der Eintritte gebremst hat, auch weil viele Veranstaltungen nicht möglich waren. Bei der SPD, weiter mitgliederstärkste Partei, sank die Zahl von 6223 Ende 2019 auf 6131 Ende Juni. Bei der CDU ging die Mitgliederzahl von 5792 auf 5728 zurück. Die Linke, die das Jahr mit 5527 Mitgliedern startete, verbuchte 67 neue Mitglieder - die Eintritte wiegen aber die Sterbefälle nicht auf. Grüne, AfD und Freie Wähler machten ein Mitgliederplus aus. (dpa)

+++ 2. August +++

Esken: Anti-Corona-Demo hätte früher aufgelöst werden können

SPD-Chefin Saskia Esken hat die Polizeistrategie bei den Protesten gegen die staatlichen Corona-Beschränkungen in Berlin in Frage gestellt. „Die Demonstration hätte schon früher aufgelöst werden können“, sagte Esken der ARD-„Tagesschau“. Dies sei jedoch erst bei der Kundgebung geschehen, die sich an den Demonstrationszug angeschlossen hatte. Bei der Kundgebung hätten sich noch mehr Menschen versammelt, sie hätten noch enger beieinander gestanden. „Dann war es allerspätestens Zeit, einzugreifen.“

An dem Demonstrationszug hatten sich am Samstagnachmittag nach Schätzungen der Polizei bis zu 17.000 beteiligt, rund 20.000 waren es danach bei der Kundgebung. Da bereits während der Demonstration die Hygiene-Regeln ignoriert wurden, stellte die Polizei Strafanzeige gegen den Leiter der Versammlung. Der erklärte den Demonstrationszug am Nachmittag selbst für beendet. Da auch auf der anschließenden Kundgebung viele Demonstranten weder die Abstandsregeln einhielten noch Masken trugen, löste die Polizei diese Versammlung am frühen Abend auf.

Der AfD-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla verteidigte die Demonstranten. „Ich kann keine Fehlverhalten erkennen“, sagte er der ARD. Er habe die Demonstration verfolgt. Es sei friedlich gewesen, die Menschen seien für ihre Grund- und Bürgerrechte auf die Straße gegangen. „Und das kann man nur begrüßen.“

Neun neue Corona-Infektionen in Berlin

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen ist in Berlin leicht angestiegen. Die Senatsgesundheitsverwaltung meldete am Sonntag 9327 bestätigte Fälle - das sind neun mehr als am Vortag. Kontaktpersonen würden weiterhin ermittelt, kontaktiert und isoliert, hieß es in der Mitteilung.

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden derzeit 41 der infizierten Personen - das sind vier weniger als am Vortag. Die Zahl der intensivmedizinisch betreuten Menschen stieg derweil um eine Person auf 15. Die anderen infizierten Personen seien häuslich isoliert. Die Zahl der bisher gestorbenen Patienten blieb mit 223 unverändert gegenüber dem Vortag. (dpa)

Hamburger Polizei sprengt Fetisch- und Swinger-Partys

Im Hamburger Bezirk Bergedorf sei über Facebook unter dem Motto „Your Pride Fuck is not cancelled“ offenkundig zu einer Sexparty aufgerufen worden. Sogar einen Shuttle-Service vom S-Bahnhof Tiefstack habe es gegeben. Als die Polizei einem Shuttlebus gefolgt sei, hätten die Beamten in einem leerstehenden und nach außen abgedunkelten Firmengebäude mehrere Dutzend teils leicht bekleidete Gäste angetroffen. Es habe sich um eine „sexuell offene Veranstaltung“ mit Séparées und ausliegenden Kondomen gehandelt. Außerdem sei getanzt worden. In beiden Fällen seien Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden.

Die Hamburger Polizei hat eine Fetisch-Party und eine Swinger-Party gesprengt. In beiden Fällen war massiv gegen die Corona-Regeln verstoßen worden, wie ein Sprecher sagte. So hätten im Keller einer Sexboutique auf der Reeperbahn etwa 65 teils in Lack und Leder gekleidete Menschen in der Nacht zum Sonntag gefeiert. Bei lautstarker Musik vom DJ und mit Lichtorgel und Nebelmaschine sei auch getanzt worden. Viel zu viele Menschen hätten sich auf zu engem Raum befunden. „Die Luft war stark verbraucht“, sagte der Sprecher.

Im Hamburger Bezirk Bergedorf sei über Facebook unter dem Motto „Your Pride Fuck is not cancelled“ offenkundig zu einer Sexparty aufgerufen worden. Sogar einen Shuttle-Service vom S-Bahnhof Tiefstack habe es gegeben. Als die Polizei einem Shuttlebus gefolgt sei, hätten die Beamten in einem leerstehenden und nach außen abgedunkelten Firmengebäude mehrere Dutzend teils leicht bekleidete Gäste angetroffen. Es habe sich um eine „sexuell offene Veranstaltung“ mit Séparées und ausliegenden Kondomen gehandelt. Außerdem sei getanzt worden. In beiden Fällen seien Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden.

Mehr als 500 Reisende aus Risikoländern an Pariser Flughäfen getestet

In Frankreich sind Coronavirus-Tests an Flughäfen für Rückkehrer aus 16 Risikoländern seit Samstag Pflicht. Am ersten Tag der neuen Regelung wurden allein an den Pariser Flughäfen insgesamt 556 Passagiere getestet, wie das Innenministerium am späten Abend mitteilte. Landesweit verweigerten sich nach Ministeriumsangaben nur drei Reisende am Lyoner Flughafen Saint-Exupéry einem Test.

Die Regelung gilt für Reisende ab elf Jahren, die aus einem von 16 Risikoländern kommen und bei ihrer Ankunft keinen weniger als 72 Stunden alten Nachweis vorlegen können, dass sie nicht erkrankt sind. Insgesamt trafen am Samstag an den Pariser Flughäfen Roissy und Orly 2671 Passagiere aus Risikoländern ein. 556 von ihnen mussten sich testen lassen. Zu den Risikoländern zählen unter anderem die USA, Brasilien, die Türkei, Algerien und Israel.

Nach dem Test und dem Hinterlegen der persönlichen Daten können Passagiere ihre Reise innerhalb Frankreichs oder in andere Länder fortsetzen. Bei einem positiven Testergebnis werden die Betroffenen von den Behörden kontaktiert. Da die EU die Grenzen zu den meisten der Risikoländer bisher geschlossen hält, betrifft die Maßnahme derzeit nur französische Staatsbürger oder Menschen aus Drittländern mit einer Aufenthaltserlaubnis in Frankreich. (AFP)

Fast 10.000 Corona-Tests für Reiserückkehrer in Bayern

Fast 10.000 Reisende haben sich an den bayerischen Teststationen an der Grenze zu Österreich und den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg auf das Coronavirus testen lassen. Den größten Andrang gab es mit mehr als 5000 Tests am Samstag, wie ein Sprecher des bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in München am Sonntag auf Twitter mitteilte. Seit Donnerstag gibt es die drei Teststationen an den Autobahnen 3, 8 und 93 sowie an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg.

Das BRK betreibt diese zusammen mit Freiwilligen von anderen Hilfsorganisationen. Bis zu 13.000 Abstriche können die Mitarbeiter dort täglich machen. Auch an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen können sich Reiserückkehrer kostenlos auf eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 untersuchen lassen. (dpa)

Belgien verhängt Reiseverbote für mehrere EU-Regionen

Wegen des starken Anstiegs bei den Corona-Infektionsfällen hat die belgische Regierung touristische Reisen in mehrere EU-Regionen verboten. „Nicht unbedingt notwendige Reisen“ in die spanischen Regionen Navarra, Aragon, Barcelona und Lleida in Katalonien seien nicht mehr erlaubt, teilte das Außenministerium in Brüssel am Samstag mit. Auch Gebiete in Bulgarien, Rumänien, Großbritannien, Frankreich und der Schweiz stehen auf einer „roten Liste“. Wer von dort nach Belgien zurückkehrt, muss in Quarantäne.

Von den Reisebeschränkungen betroffen sind in der Schweiz die Kantone Waadt, Wallis und Genf, in Frankreich das Département Mayenne und in Großbritannien die Stadt Leicester. Zudem müssen seit Samstag aus dem Ausland nach Belgien zurückkehrende Reisende, die länger als 48 Stunden in Belgien bleiben, Formulare zur Identifizierung ausfüllen. Sie müssen unter anderem angeben, wo sie sich in den vergangenen 14 Tagen aufgehalten haben.

Wer in einer Reihe weiterer Regionen in Frankreich Urlaub gemacht hat, soll sich gemäß einer Empfehlung der belgischen Behörden ebenfalls isolieren oder sich auf das neuartige Coronavirus testen lassen. Betroffen sind die Region Paris mit Ausnahme des Départements Seine-et-Marne, die Pays de la Loire in Westfrankreich sowie die Départements Nord, Haut-Rhin, Haute-Savoie, Meurthe-et-Moselle und Vosges.

Wegen eines starken Anstiegs bei den Corona-Infektionsfällen haben die Behörden in Belgien die Einschränkungen wegen der Pandemie zuletzt noch verschärft. Seit Beginn der Pandemie haben sich in dem Land nach offiziellen Angaben mehr als 68.700 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, 9841 Menschen starben. Mit 85 Todesfällen pro 100.000 Einwohner verzeichnet Belgien besonders viele Covid-19-Todesfälle im Verhältnis zu seiner Bevölkerung. (AFP)

Demo gegen Corona-Regeln: Dunja Hayali bricht Dreh ab

Die ZDF-Journalistin Dunja Hayali hat ihre Dreharbeiten auf der Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Berlin offensichtlich wegen Sicherheitsbedenken abgebrochen. In einem rund 37 Minuten langen Video, das Hayali auf Instagram postete, ist zu sehen, wie Demo-Teilnehmer ihr und ihrem Team am Samstag „Lügenpresse“ und „Schämt euch“ entgegenrufen. In dem Clip ist auch zu hören, wie ein Mann, der von Hayali als ein Mitarbeiter ihres Security-Teams angesprochen wird, den Drehabbruch empfiehlt. „Das sagt jetzt der Sicherheitsmann, wir sind ja nicht ohne Security hier: Abbruch des Drehs, zu gefährlich“, erklärte die Journalistin.

Immer wieder ist auch zu sehen, wie Hayali, die eine Maske trägt, mit einzelnen Teilnehmern der Veranstaltung über die Corona-Maßnahmen diskutiert. Am Ende des Videos berichtet Hayali selbst von Beleidigungen und Bedrohungen, ohne konkrete Beispiele zu nennen. „Es ist eine gefährliche Melange, die sich hier auf der Straße zusammenfindet“, resümierte sie. Und ergänzte: „Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen als Presse.“

In Berlin hatten am Samstag rund 20.000 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Da bereits während der Demonstration die Hygiene-Regeln nicht eingehalten wurden, stellte die Polizei Strafanzeige gegen den Leiter der Versammlung. Der erklärte den Demonstrationszug am Nachmittag für beendet. Weil auch auf der anschließenden Kundgebung viele Demonstranten weder die Abstandsregeln einhielten noch Masken trugen, begann die Polizei am frühen Abend, die Versammlung aufzulösen.

Nur eine neue Corona-Infektion in Brandenburg bestätigt

Der Anstieg gemeldeter Corona-Infektionen in Brandenburg ist deutlich zurückgegangen. Von Samstag auf Sonntag kam nur ein Fall aus dem Kreis Potsdam-Mittelmark hinzu, berichtete das Gesundheitsministerium in Potsdam. Von Donnerstag bis Freitag wurden noch elf neue Infektionen gezählt, von Freitag bis Samstag neun. Allerdings kann es auch sein, dass manche Kreise oder kreisfreien Städte neue Infektionen wegen des Wochenendes verzögert melden. Die Zahl an Covid 19-Erkrankten wird derzeit auf 110 geschätzt, die der genesenen Patienten auf 3310. Seit März haben sich 3592 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert und 173 starben. (dpa)

27 Corona-Infektionen in weiterem Betrieb in Mamming festgestellt

Nach dem massiven Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming sind in einem weiteren Betrieb in der Gemeinde 27 Corona-Infizierte ermittelt worden. Wie das Landratsamt Dingolfing-Landau am Samstagabend mitteilte, wurden die Infizierten und deren Kontaktpersonen umgehend von den negativ Getesteten getrennt und isoliert. „Aufgrund der räumlichen Nähe der beiden Mamminger Betriebe gab es offenbar Kontakte zwischen den Saisonarbeitskräften, die zu einer Übertragung des Virus geführt haben“, sagte Landrat Werner Bumeder laut der Mitteilung. In dem neu betroffenen Betrieb arbeiten etwa 600 Menschen.

Beim massiven Ausbruch auf einem Gemüsehof in Mamming hatten sich mit Stand Freitagabend 232 Erntehelfer mit dem Coronavirus infiziert. Fast genauso viele - 231 Erntehelfer - seien laut Landratsamt Dingolfing-Landau dagegen auch das zweite Mal negativ getestet worden. Bei dem Betrieb handelt es sich um einen großen Gemüsehof, der Erdbeeren, Gurken, Kohl und Rote Bete anbaut.

Seit Donnerstag werden alle Saisonarbeitskräfte im Landkreis auf das Coronavirus getestet. Die Ergebnisse von 25 von 26 Betrieben sind inzwischen ausgewertet. Bei den 23 weiteren Betrieben wurden keine Infektionen festgestellt. Mamming ist eine ländliche Gemeinde mit gut 3300 Einwohnern unweit von Dingolfing mit seinem großen BMW-Werk; Tests unter Anwohnern fielen derweil fast ausnahmslos negativ aus. (dpa)

Nächtliche Ausgangssperre in Melbourne wegen Corona

In Australiens zweitgrößter Stadt Melbourne ist wegen der Corona-Pandemie eine nächtliche Ausgangssperre angekündigt worden. Der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, sagte Journalisten, die Ausgangssperre solle von Sonntag an jeden Abend um 20.00 Uhr (Ortszeit) beginnen. Sie gelte jeweils bis 5.00 Uhr des Folgetags. Ausnahmen gibt es für Menschen, die zur Arbeit oder von dort nach Hause fahren oder die sich um jemand anderen kümmern.

Einwohner Melbournes dürfen nur noch einmal am Tag Einkaufen und nicht mehr als eine Stunde draußen Sport machen - und das nur im Umkreis von fünf Kilometern um ihr Zuhause. «Das sind große Schritte, aber sie sind notwendig», sagte Andrews. In der Metropole Melbourne gelten bereits seit Wochen strikte Einschränkungen. Andrews erklärte nun auch den Katastrophenzustand, womit die Polizei und andere Behörden zusätzliche Befugnisse erhalten.

Der besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffene Bundesstaat Victoria hatte am Donnerstag die bisher höchste Anzahl Neuinfektionen seit Beginn der Krise verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden kamen 723 Fälle hinzu. Am Sonntag meldete Andrews 671 neue Fälle innerhalb eines Tages. Victoria hat rund 6,7 Millionen Einwohner. (dpa)

Brandenburg will Corona-Abstands- und Hygieneregeln verlängern

Brandenburg plant, die Maskenpflicht im Nahverkehr und im Handel sowie die Abstands- und Hygieneregeln gegen das Coronavirus zu verlängern. „Solange die Entwicklung weltweit so explosiv ist, müssen wir damit leben“, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sehen, dass in den europäischen Nachbarstaaten jetzt wieder Verschärfungen eingeführt werden.“ Sie sei besorgt, wie der Stand in Deutschland und Brandenburg gehalten werden könne, ohne wieder drastische Maßnahmen zu ergreifen. Nonnemacher sprach angesichts von Reiserückkehrern und dem Schulstart am 10. August von einer sehr schwierigen Phase. Die aktuelle Corona-Verordnung für Brandenburg läuft bis zum 16. August. (dpa)

Studie: Zunahme von Schwarzarbeit wegen Corona-Krise

In der Corona-Krise hat die Schwarzarbeit in Deutschland stark zugenommen. Nach einer Berechnung des Wirtschaftswissenschaftlers Friedrich Schneider von der Johannes-Kepler-Universität in Linz für die "Welt am Sonntag" erhöht sich der Anteil der Schwarzarbeit am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr von rund neun auf elf Prozent. Das entspreche einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um 32 Milliarden Euro auf 348 Milliarden Euro.

„Die Leute haben durch Kurzarbeit mehr Zeit und zum Teil kräftige Einkommenseinbußen, das treibt sie in die Schattenwirtschaft", sagte Schneider der Zeitung. Anfang des Jahres noch ging der Experte in seiner Prognose, die er jährlich mit dem Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung der Universität Tübingen herausgibt, davon aus, dass der Anteil der Schwarzarbeit in Deutschland im elften Jahr in Folge sinkt: von 9,2 Prozent auf 9,1 Prozent des BIP.

Im Zuge dessen kritisierte der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, den von der Regierung in dieser Woche verabschiedeten Gesetzentwurf, nach dem Werkverträge und Leiharbeit in der Fleischindustrie verboten werden sollen. „Der Staat sollte es unterlassen, mit zusätzlichen, unter dem Deckmantel der Corona-Krise getroffenen Maßnahmen Arbeitskräfte in die Schattenwirtschaft zu treiben“, sagte Feld der „Welt am Sonntag“. Die Schattenwirtschaft sei ein Ventil, das die Auswirkungen der Krise für die Betroffenen etwas abmildert, sagte Feld weiter. Erst wenn die Corona-Krise ausgestanden sei, solle der Staat wieder „dezidiert gegen die Schattenwirtschaft vorgehen“. (AFP)

Mexiko meldet neuen Tagesrekord bei Corona-Neuinfektionen

Den zweiten Tag in Folge hat Mexiko eine neue Rekordzahl bei den täglichen Corona-Neuinfektionen gemeldet. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden seien 9556 neue Fällen registriert worden, gaben die mexikanischen Behörden am Samstag bekannt. Die Gesamtzahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus liegt demnach bei über 434.000. Mehr als 47.400 Menschen starben in dem mittelamerikanischen Land an den Folgen der Viruserkrankung.

Von Freitag auf Samstag starben nach Behördenangaben allein 764 Menschen. In den vorherigen 24 Stunden hatte das Land bereits mehr als 8400 neue Infektionsfälle gemeldet.

Mexiko ist der am drittschwersten von der Gesundheitskrise betroffene Staat der Welt - nach den USA und Brasilien. Am Donnerstag hatte das Land Großbritannien in Bezug auf die Corona-Todesfälle überholt. (AFP)

+++ 1. August +++

Polen verzeichnet Höchstwert bei neuen Corona-Infektionen

Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Sonnabend verzeichneten die Behörden nach eigenen Angaben 658 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Seit drei Tagen registriert das EU-Land täglich neue Rekordwerte. Die Regierung in Warschau erwägt deshalb schärfere Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus. Geprüft werde zum Beispiel erneut eine Quarantäne für Reisende aus einigen Ländern mit hohem Infektionsgeschehen. Im Land gilt eine Maskenpflicht in Bus und Bahn sowie in öffentlichen Gebäuden. In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 46.346 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 1721 Menschen starben demnach mit dem Virus. (dpa)

Corona in Berlin: 9.318 bestätigte Fälle, 223 Infizierte gestorben

In Berlin gibt es nach offiziellen Angaben derzeit 9.318 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Die Kontaktpersonen werden „weiterhin im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert“, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung am Sonnabend mit. 4570 Personen seien männlich, 4747 weiblich. Bei einer Person wurde das Geschlecht nach Senatsangaben nicht übermittelt.

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden derzeit 45 Personen, 14 davon intensivmedizinisch. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Ein Sprecher der Senatsgesundsheitsverwaltung teilte am Sonnabend weiter mit: „223 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten oder Patientinnen sind bislang verstorben“.

Die Verstorbenen staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: drei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, zwölf 50 bis 59 Jahre alt, 24 verstorbene Patienten waren 60 bis 69 Jahre alt, 62 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 83 waren 80 bis 89 Jahre alt und 39 der Verstorbenen waren 90 Jahre und älter. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen liegt nach Senatsangaben demnach bei 81 Jahren. (BLZ)

WHO erwartet „sehr lange“ Coronavirus-Pandemie

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erwartet eine "sehr lange" Coronavirus-Pandemie. Das erklärte das Notfallkomitee der WHO am Samstag in Genf - sechs Monate, nachdem die Organisation den internationalen Notstand ausgerufen hatte. Zugleich warnte das Komitee vor der Gefahr, dass wegen des "sozio-ökonomischen Drucks" eine Ermüdung bei den Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus eintreten könne.

Weltweit haben sich nach einer Zählung von AFP bislang rund 17,5 Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Mehr als 680.000 Menschen starben bereits an den Folgen der Infektion. (AFP)

Corona-Ausbruch auf Hurtigruten-Schiff: mittlerweile 33 Infektionen

Nach dem Ausbruch des Coronavirus unter der Besatzung eines Passagierschiffs in Norwegen sind 29 weitere Crew-Mitglieder positiv auf das Virus getestet worden. Damit steigt die Zahl der nachgewiesenen Infektionen von vier auf 33, wie die Reederei Hurtigruten am Samstag mitteilte. Die Corona-Tests von 120 weiteren der insgesamt 158 Besatzungsmitglieder der „Roald Amundsen“ seien negativ ausgefallen, fünf andere müssten nochmals getestet werden. Das Expeditionsschiff liege weiter im nordnorwegischen Tromsø vor Anker und werde isoliert, Passagiere befänden sich keine an Bord. Planmäßig hatte die „Roald Amundsen“ am Freitagnachmittag in Richtung Spitzbergen in See stechen sollen - die Reise wurde jedoch abgesagt, nachdem am Freitag die ersten Infektionen bei Besatzungsmitgliedern des Schiffes bekanntgeworden waren. Diese vier Personen kamen in ein Universitätskrankenhaus. (dpa)

Minister kritisiert Demo gegen Corona-Auflagen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das Demonstrationsrecht unterstrichen, zugleich aber harsche Kritik am Berliner Protestzug gegen staatliche Corona-Beschränkungen geäußert. „Ja, Demonstrationen müssen auch in Corona-Zeiten möglich sein. Aber nicht so“, schrieb der CDU-Politiker am Sonnabend auf Twitter. Abstand, Hygieneregeln und Alltagsmasken dienten dem Schutz aller. Die Pandemie sei nur „mit Vernunft, Ausdauer und Teamgeist“ zu meistern. „Je verantwortlicher wir alle im Alltag miteinander umgehen, desto mehr Normalität ist trotz Corona möglich“, betonte Spahn.

In Berlin demonstrierten am Samstag Tausende Menschen gegen Corona-Auflagen. Bei einem Demonstrationszug durch die Mitte der Hauptstadt kamen laut Polizei bis zu 17.000 Menschen, bei einer anschließenden Kundgebung ging sie von 20.000 Teilnehmern aus. (dpa)

Altmaier will härtere Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regeln

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sich für härtere Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regeln ausgesprochen. „Wer andere absichtlich gefährdet, muss damit rechnen, dass dies für ihn gravierende Folgen hat“, sagte Altmaier der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Wir dürfen den gerade beginnenden Aufschwung nicht dadurch gefährden, dass wir einen erneuten Anstieg der Infektionen hinnehmen.“ Die ganz große Mehrheit der Bevölkerung verhalte sich nach wie vor außerordentlich verantwortlich. „Was wir im Augenblick an Risikoanstieg erleben, geht im Wesentlichen zurück auf das achtlose und manchmal auch unverantwortliche Fehlverhalten einer sehr kleinen Zahl von Menschen“, sagte Altmaier. „Das müssen wir wirksamer als bisher unterbinden und in Fällen, bei denen es deshalb zu Infektionen und Ausbrüchen kommt, wirksam ahnden: Das schließt Bußgelder und Strafen mit ein, wenn es sich um Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit handelt.“ (dpa)

Bootsmigranten fliehen aus Quarantäne in Südspanien

Insgesamt 59 Bootsmigranten aus Algerien sind nach Angaben der Regionalregierung der spanischen Region Murcia aus einer Quarantäne-Einrichtung geflohen. Dort seien sie eingewiesen worden, weil sie Kontakt mit Corona-Infizierten gehabt hätten, berichtete die die Zeitung «La Verdad» am Samstag unter Berufung auf die Behörden der Region im Südosten Spaniens.

Bei einer großangelegten Suchaktion der Polizei seien bis Samstag 15 der Migranten wieder aufgegriffen worden. Die Menschen seien in der vergangenen Woche mit Booten über das Mittelmeer nach Spanien gekommen. Sie sollten 14 Tage in einer Sporthalle bei der Stadt Cartagena bleiben.

In der Region hat es schon mehrere solcher Vorfälle gegeben. Vergangenen Mittwoch hatten sich fast 100 Migranten aus einem Quarantänelage am Hafen von Cartagena abgesetzt, waren aber fast alle kurz darauf wieder aufgegriffen worden. An manchen Tagen kommen Hunderte Migranten über das Mittelmeer vor allem an den Küsten Südostspaniens an. Oft fehle es an Räumlichkeiten, um so viele Menschen in Quarantäne zu schicken, schrieb die Zeitung „El País“. (dpa)

Maas für national geregelte Lockerung von Einreiseverboten für unverheiratete Paare

undesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat seinen Kabinettskollegen Horst Seehofer (CSU) zu einer raschen Lösung für unverheiratete Paare aufgefordert, sie sich wegen der strikten Corona-Einreisebestimmungen seit Monaten nicht besuchen dürfen. "Deutschland sollte in Europa Vorreiter und nicht Nachzügler sein, wenn es darum geht, geliebte Menschen wieder zusammenzubringen, die durch Corona seit Monaten auseinandergerissen sind", sagte Maas dem am Samstag dem „Spiegel“. Statt der von Seehofer geforderten europäischen Regelung plädierte Maas für nationale Lösungen.

„Es ist gut, dass wir an einer europäischen Lösung arbeiten, aber in der Zwischenzeit müssen wir die rechtlichen Spielräume nutzen, die wir haben, um für die am schwersten getroffenen Paare pragmatische Lösungen anzubieten“, sagte Maas. Laut „Spiegel“ kommt das zuständige Gremium in Brüssel erst Ende August wieder zusammen.

Seehofer hatte zuvor gesagt, er wolle sich in der EU für Lockerungen bei den Einreiseverboten für unverheiratete Paare stark machen. Er sei für eine solche Lockerung, betonte Seehofer in der „Passauer Neuen Presse“ vom Freitag. Nationale Lösungen lehnte er jedoch ab. „Das sollte europaweit geschehen und dafür ist in erster Linie die Europäische Kommission zuständig“, sagte der Innenminister.

Viele unverheiratete binationale Paare können ihre Partner wegen der Corona-Beschränkungen seit Monaten nicht sehen. Politiker verschiedener Parteien drängen auf eine Änderung. Wie der „Spiegel“ berichtete, gehen einige EU-Staaten bei dem Thema bereits eigene Wege. So lassen etwa die Niederlande Partner aus Drittstaaten einreisen, wenn sie schon länger in einer Beziehung zu einem niederländischen Staatsbürger sind.

Warnung vor zweiter Welle: Esken für flächendeckende Corona-Tests

SPD-Chefin Saskia Esken fordert angesichts steigender Infektionszahlen eine deutliche Ausweitung der Corona-Tests in Deutschland. Nötig sei eine Strategie, die es erlaube, durch flächendeckende und zugleich gezielte Tests Infektionen frühzeitig zu identifizieren und damit weitere Ansteckungsrisiken zu verringern, sagte Esken der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Samstag). „Da ist jetzt Verantwortung in Bund, Land und Kommune gefragt und gefordert.“ Gerade diejenigen, die bei der Frage von Lockerungen vorangeprescht seien, sollten jetzt alle notwendigen Vorkehrungen treffen, um eine zweite Welle zu verhindern. „Die unbestrittene Notwendigkeit einer europaweiten Strategie darf niemanden davon abhalten, hier und heute Verantwortung zu übernehmen.“ (dpa)

Athen erweitert Maskenpflicht nach gestiegenen Corona-Fällen

Angesichts der Zunahme der Corona-Fälle erweitert Griechenland die Maskenpflicht. Am Freitag waren 78 neue Infektionen gemeldet worden. Wie der Zivilschutz mitteilte, müssen alle Menschen fortan in geschlossenen Räumen eine Maske tragen. Zudem sind Besuche in Krankenhäusern und Altersheimen nur im Ausnahmefällen erlaubt.

In Bars dürfen sich nur noch so viele Menschen aufhalten, wie es Sitzplätze gibt. Stehende Kunden dürfen auch draußen nicht mehr bedient werden. Bei Zuwiderhandeln droht eine Geldbuße von 150 Euro.

Das Fernsehen berichtete von zahlreichen Polizeikontrollen in Bars und öffentlichen Verkehrsmitteln. Bereits vergangene Woche hatte Athen die Maskenpflicht von den Verkehrsmitteln auf Geschäfte erweitert. In den vergangenen Tagen war die Anzahl der Corona-Infektionen ständig gestiegen. Am 29. Juli wurden 57 Neuerkrankungen gemeldet. Am Donnerstag, 30. Juli, waren es 65, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte.

In den vergangenen Wochen war in Griechenland in der Bevölkerung wegen der im Vergleich zu anderen Staaten Europa geringen Infektionszahlen eine Nachlässigkeit bemerkt worden. Griechenland beklagt bislang 206 Coronavirus-Opfer. Gemessen an der Bevölkerung von gut 10,5 Millionen ist das eine der geringsten Opferzahlen in Europa. (dpa)

Neun bestätigte Corona-Infektionen in Brandenburg hinzugekommen

Der leichte Anstieg der Zahl bestätigter Corona-Infektionen in Brandenburg setzt sich fort. Von Freitag bis Samstag seien neun neue Fälle hinzugekommen, berichtete das Gesundheitsministerium in Potsdam. Die Stadt Potsdam meldete drei neue Infektionen, der Kreis Märkisch-Oderland zwei. In den Kreisen Oberhavel, Oder-Spree, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming kam jeweils ein Infizierter hinzu. Von Donnerstag bis Freitag wurden elf neue Infektionen gezählt. Die Zahl an Covid-19 Erkrankter wird auf 110 Geschätzt, die genesener Patienten auf 3310. Seit März haben sich 3591 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert und 173 starben. (dpa)

Chöre in Brandenburg proben wieder

In Brandenburg beginnen viele Chöre wieder mit Proben und Auftritten. Bereits zuvor hatte es vielerorts kreative Lösungen gegeben, doch miteinander zu singen oder zumindest die Stimmen zu trainieren. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Laut Eric Mülling, Sprecher im Potsdamer Kulturministerium, haben viele Chorproben im digitalen Raum, etwa über Onlineplattformen oder Videokonferenzprogramme wie Zoom stattgefunden.

Allerdings sei diese Variante von vielen Chören aus künstlerischer Sicht als nicht effektiv und maximal als Ergänzung zur Präsenzprobe erachtet worden. «Vielmehr dienten diese digitalen Treffen dazu, das soziale Miteinander aufrecht zu erhalten», sagt Mülling.

Vor allem im August wollen viele Chöre die Proben wieder aufnehmen. Abstands- und Hygienebestimmungen stellen sie jedoch vor große Herausforderungen, wie die Präsidentin des Brandenburgischen Chorverbands, Sabine Hellwig, erklärt. Allgemein überwiege aber die Euphorie, nun wieder gemeinsam singen zu können. (dpa9

RKI-Zahlen: 209.653 Corona-Infizierte in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Samstag mit 209.653 angegeben - ein Plus von 955 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 210.399 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 9148 Todesfälle und damit sieben mehr als am Vortag. Die JHU zählte 9147 Tote. Die Zahl der Genesenen lag zunächst nicht aktualisiert vor.

Detaillierte Daten stellt das RKI auf seiner Internetseite unter https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html sowie im dort verlinkten sogenannten Dashboard zur Verfügung. Die JHU veröffentlicht ihre detaillierten Daten unter https://coronavirus.jhu.edu/map.html auf ihrer Internetseite. (AFP)

Japanische Präfektur Okinawa ruft wegen Corona-Pandemie Notstand aus

Japans bei Touristen beliebte Präfektur Okinawa hat wegen rasant steigender Corona-Fallzahlen den Notstand ausgerufen. Gouverneur Denny Tamaki forderte die Menschen auf, zwei Wochen zu Hause zu bleiben und nicht unbedingt notwendige Ausflüge zu vermeiden. Die im Süden Japans liegende Inselkette hatte zuletzt täglich neue Rekord-Fallzahlen verzeichnet, von denen die meisten bei den dort stationierten US-Streitkräften festgestellt wurden.

„Wir sehen eine explosionsartige Ausbreitung von Infektionen“, sagte Tamaki vor Reportern. Der Notstand werde bis zum 15. August verhängt, da die Krankenhäuser mit der Welle an Neuinfektionen überfordert seien. Die Beschränkungen sind im Gegensatz zu ähnlichen Maßnahmen in Europa nicht verpflichtend, dennoch werden die Vorgaben von den Japanern in der Regel respektiert.

Okinawa meldete am Freitag 71 neue Fälle, womit sich die Gesamtzahl der Infizierten auf 395 erhöhte. Nach Angaben der örtlichen Behörden sind die US-Streitkräfte für 248 der Fälle verantwortlich, was die Spannungen zwischen der US-Armee und der Bevölkerung zusätzlich anheizt. Die Präsenz der US-Streitkräfte ist in Okinawa seit langem umstritten. Auf der Okinawa-Hauptinsel sind rund 20.000 Soldaten der US-Marine stationiert, hinzu kommen tausende weitere Streitkräfte anderer Armeeeinheiten.

Bolsonaro: Brasilianer sollen „sich dem Virus stellen“

Nach der Überwindung seiner Corona-Infektion hat Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro seine Landleute aufgefordert, "„sich dem Virus zu stellen“. Es gebe nichts zu befürchten, sagte der rechtsradikale Präsident am Freitag vor Reportern. „Ich wusste, dass ich mich eines Tages anstecken würde, denn ich glaube, dass leider fast jeder hier sich irgendwann anstecken wird“, führte Bolsonaro weiter aus, der wegen seines Krisenmanagements in der Corona-Pandemie heftig in der Kritik steht.

„Ich bedauere die Todesfälle. Aber Menschen sterben jeden Tag, an vielen Dingen. So ist das Leben“, sagte er am Freitag. Anfang Juli hatte Bolsonaro bekannt gegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Vor einigen Tagen erklärte er sich aber als genesen. Am Donnerstag war Bolsonaros Ehefrau positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Bolsonaro ist bekannt dafür, die Gesundheitskrise herunterzuspielen. Die Krankheit bezeichnete der 65-Jährige anfangs als „kleine Grippe“. Er hatte sich zudem wiederholt über eine in der Hauptstadt Brasília geltende Maskenpflicht hinweg gesetzt und das Abstandsgebot missachtet. Erst am Donnerstag begrüßte er bei seiner ersten öffentlichen Veranstaltung seit seiner Erkrankung seine Anhänger im nordöstlichen Bundesstaat Piaui und nahm unter lautem Jubel seine Gesichtsmaske ab.

Mit mehr als 2,6 Millionen nachgewiesenen Infektionen und über 96.000 Toten ist Brasilien das am zweitstärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Nur die USA haben mehr Opfer zu beklagen. (AFP)

Mexiko rückt bei Zahl der Corona-Opfer an dritte Stelle

Die Zahl der Corona-Toten in Mexiko ist auf 46 688 gestiegen. Das teilte das Gesundheitsministerium des lateinamerikanischen Landes am Freitag mit. Damit überholte Mexiko bei der Zahl der Todesopfer durch die Lungenkrankheit Covid-19 Großbritannien und rückte weltweit an die dritte Stelle hinter Brasilien und den Vereinigten Staaten. Bislang haben sich in dem Land 424 637 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Damit liegt Mexiko weltweit an sechster Stelle. Experten gehen allerdings davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Infektionen deutlich höher liegen dürfte, weil in Mexiko nur relativ wenig getestet wird. (dpa)

Fauci zweifelt an Sicherheit von in China und Russland entwickelten Corona-Impfungen

Der führende US-Seuchenexperte Anthony Fauci hat Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von in China und Russland entwickelten Corona-Impfstoffen geäußert. „Ich hoffe, dass die Chinesen und die Russen den Impfstoff tatsächlich testen, bevor sie ihn jemandem verabreichen“, sagte Fauci am Freitag bei einer Kongressanhörung auf die Frage, ob die USA die Impfstoffe verwenden würden, wenn diese vor anderen verfügbar seien. Nach Ansicht des Virenexperten werden die USA bei der Beschaffung von Impfstoffen jedoch nicht auf andere Länder angewiesen sein.

Fauci äußerte Zweifel an dem Vorgehen von China und Russland: „Behauptungen, einen Impfstoff vertriebsbereit zu haben, bevor man ihn testet, halte ich bestenfalls für problematisch.“ Vor allem mehrere chinesische Unternehmen stehen an der Spitze des weltweiten Impfstoffwettlaufs, während Russland erklärte, bis September der Öffentlichkeit einen Impfstoff zur Verfügung stellen zu können.

Zwei chinesische Unternehmen, Sinovac und Sinopharm, haben in Brasilien und den Vereinigten Arabischen Emiraten Versuche die dritte Testphase eingeleitet. Ein weiterer Impfstoff wird bereits den Angehörigen des chinesischen Militärs verabreicht, ohne die letzte Testphase durchlaufen zu haben.

Drei von westlichen Firmen entwickelte Coronavirus-Impfstoffe befinden sich ebenfalls in der dritten und letzten Testphase. China und Russland wird vorgeworfen, versucht zu haben, Informationen zur Impfstoffforschung von anderen Ländern zu stehlen. Peking und Moskau streiten die Vorwürfe ab. (AFP)

+++ 31. Juli +++

Start für kostenlose Corona-Tests für Reiserückkehrer

Urlauber, die aus dem Ausland zurückkehren, können sich ab Samstag kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Das legt eine entsprechende Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fest. Die Tests sind für alle Reiserückkehrer auch ohne Krankheitsanzeichen innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland möglich - zum Beispiel an Teststellen an Flughäfen, in Gesundheitsämtern und Arztpraxen. Bezahlt werden die Tests zunächst von den gesetzlichen Krankenversicherungen. Der Bund will die Kosten dann mit einem schon beschlossenen höheren Zuschuss an die Kassen übernehmen. (dpa)

Corona-Ampel in Berlin weiter auf Grün

In Berlin zeigen die drei Warnampeln in der Corona-Pandemie den zweiten Tag in Folge komplett auf Grün. Der sogenannte Reproduktionswert lag am Freitag bei 0,93, wie die Senatsgesundheitsverwaltung mitteilte. Am Mittwoch betrug er noch 1,21. Zuletzt hatte diese Ampel rot geleuchtet.

Der R-Wert zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Er bezieht sich auf Infektionen vor 8 bis 13 Tagen. Bleibt der Wert länger stabil über 1, besteht die Gefahr eines exponentiellen Anstiegs der Fallzahlen. Dann steckt ein Infizierter mehr als einen weiteren Menschen an. Liegt der R-Wert mindestens drei Mal in Folge über 1,2, zeigt diese Ampel Rot. In der 7-Tage-Statistik lag er bei 1,23.

Auch die beiden anderen Ampeln für die Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl und den Anteil der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen zeigen auf Grün. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zum Freitag um 82 auf 9273 Fälle. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 39 Menschen, davon 16 in der Intensivmedizin. Bisher sind 223 mit dem neuartigen Coronavirus Infizierte gestorben.

Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. (dpa)

Nach drei Coronavirus-Infektionen in Potsdamer Kita noch keine weiteren Fälle

Nachdem sich in einer Potsdamer Kita zwei Kinder und ein Erzieher mit dem Coronavirus infiziert haben, sind nach weiteren Tests zunächst keine neuen positiven Fälle bestätigt worden. Das teilte die Stadt am Freitag mit. Die ersten Testergebnisse bei Kindern und Erziehern der Kindertagesstätte hatten am Donnerstag zwei positive Coronafälle bestätigt. Neben dem bereits positiv auf das Coronavirus getesteten Kind haben sich ein weiteres sowie ein Erzieher mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert.

Insgesamt 107 Kinder sowie fünf Erzieherinnen und Erzieher sollten getestet werden - sie gelten als Kontaktperson ersten Grades und mussten in Quarantäne. Nach Angaben der Stadt waren nicht alle Betroffenen am Mittwoch bei der Abstrichstelle erschienen. Sie wurden deshalb in den vergangenen 48 Stunden durch ein mobiles Team des Klinikums Ernst von Bergmann getestet. Die Ergebnisse der Tests werden bis zum Sonntag erwartet. Der Krippenbereich der Kita ist nach Angaben der Stadt nicht betroffen, die Kita bleibt geöffnet. (dpa)

19 Mitarbeiter des Klinikums Magdeburg positiv auf Corona getestet

Bei umfangreichen Tests der Beschäftigten des städtischen Klinikums Magdeburg ist in 19 Fällen das Coronavirus nachgewiesen worden. Die Infizierten arbeiteten in ganz verschiedenen Bereichen des Krankenhauses, von der Verwaltung bis zum medizinischen Bereich, sagte Geschäftsführer Knut Förster am Freitag.

Alle seien symptomfrei und hätten eine vergleichsweise geringe Viruslast. Die Infektionsketten könnten nicht nachvollzogen werden. Die betroffenen Mitarbeiter seien in Quarantäne. Für den aktuellen Klinikbetrieb hätten die Fälle gegenwärtig keine Konsequenz, sagte Förster. Zuvor hatte MDR Sachsen-Anhalt berichtet.

Seit Donnerstag vergangener Woche war am Klinikum mit gut 1900 Mitarbeitern eine Testreihe durchgeführt worden. Es seien noch Testergebnisse offen, sagte Geschäftsführer Förster. Am Montag sollten alle bislang positiv getesteten Mitarbeiter erneut untersucht werden. Voraussichtlich Dienstag werde eine neue Teststrategie festgelegt, kündigte Förster an.

In dem Klinikum werden dem Geschäftsführer zufolge derzeit drei Corona-Patienten behandelt. Darunter seien zwei auf einer Isolierstation, die wegen anderer Erkrankungen schon infiziert ins Krankenhaus gekommen seien. Der Dritte werde in der Psychiatrie behandelt, für seine Infektion gebe es keine Erklärung. (dpa)

Gesundheitsverwaltung plant Corona-Teststellen an Hauptbahnhof und ZOB

Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten plant die Berliner Gesundheitsverwaltung weitere Teststellen am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) sowie am Hauptbahnhof. Anfang kommender Woche sollen diese den Betrieb aufnehmen, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Zuvor hatte Senatorin Dilek Kalayci (SPD) die Pläne im RBB bekannt gemacht. Verantwortlich für die Durchführung ist demnach die Kassenärztliche Vereinigung Berlin. Noch sind die Tests freiwillig. Im Laufe der kommenden Woche wird eine Anordnung der Bundesregierung erwartet, die diese zur Pflicht macht.

Damit haben auch Reiserückkehrer abseits der Flughäfen die Möglichkeit, sich direkt nach ihrer Ankunft testen zu lassen. Am Mittwoch hatte zunächst eine Teststelle am Berliner Flughafen Tegel für Rückkehrer aus der Türkei und anderen Risikoländern mit den Tests begonnen. Seit Freitag ist das auch am Flughafenstandort in Schönefeld möglich, wo vor allem Flugzeuge aus osteuropäischen Risikogebieten landen. Beide Standorte werden von der Charité betrieben. (dpa)

WHO: Rekord bei Neuinfektionen - 292.000 Fälle binnen 24 Stunden

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzeichnet einen neuen Rekord bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Innerhalb eines Tages hätten sich weltweit 292.000 Menschen infiziert, teilte die WHO am Freitagabend mit. Die meisten neuen Fällen gab es in Nord-, Mittel- und Südamerika mit insgesamt 172 000. In Brasilien wurden die meisten Fälle von allen Staaten gezählt (69.000). Danach folgen die USA (65.000). Unter allen Ländern weltweit ragt auch Indien mit 55.000 neuen Infektionen heraus. In Europa wurden 25 000 neue Infektionen registriert. Viele davon in Spanien mit 2800.

Ein halbes Jahr nach dem Ausrufen einer Notlage von internationaler Tragweite hatte am Freitag auch ein Fach-Komitee der WHO getagt. Die rund 30 unabhängigen Experten, die den WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bei der Ausrufung der Notlage beraten hatten, treffen sich turnusmäßig zu einer neuen Betrachtung der Corona-Lage. Etwaige Ergebnisse ihrer Sitzung wurden zunächst nicht bekannt. (dpa)

Sechs Corona-Fälle auf Hamburger Werft Blohm+Voss

Auf der Hamburger Werft Blohm+Voss haben sich sechs Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Wie die Bremer Unternehmensgruppe Lürssen als Muttergesellschaft am Freitag bestätigte, sind die Infizierten und ihre Kontaktpersonen in Quarantäne. Am Montag soll es einen freiwilligen Massentest geben. Die Maßnahmen seien mit dem Gesundheitsamt abgestimmt. Zuvor hatte die „Hamburger Morgenpost“ berichtet. (dpa)

Nach Corona-Genesung: Bolsonaro löst Menschenansammlungen aus

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat aus seiner eigenen Corona-Infektion offensichtlich nichts gelernt. Bei einem Besucht in Bagé im Süden Brasiliens trug er zwar eine Maske, schüttelte aber Hände, wie das Portal „G1“ am Freitag berichtete. Es bildeten sich Menschenansammlungen. Bolsonaro zeigte bei dem Auftritt demnach das umstrittene Malariamittel Hydroxychloroquin, das er zur Covid-19-Behandlung propagiert.

Bolsonaro hatte vor mehr als drei Wochen bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Seitdem führte er die Amtsgeschäfte aus der Quarantäne in der Präsidentenresidenz in Brasília. Mehrere Tests fielen positiv aus, am Samstag twitterte er dann, ein neuer Test bei ihm sei negativ ausgefallen. In einer Live-Übertragung am Donnerstagabend sagte er, dass er sich nach der Corona-Ansteckung schwach gefühlt und in der Quarantäne „Schimmel in der Lunge“ eingefangen habe. Der rechtspopulistische Staatschef hatte das Coronavirus mehrfach als «leichte Grippe» abgetan. Inzwischen wurde auch Präsidentengattin Michelle positiv auf das Virus getestet.

Nach seiner Genesung befindet sich der Präsident in einer Art Wahlkampfmodus. Nachdem er am Donnerstag im Nordosten - traditionell Gebiet der linken Arbeiterpartei PT - unter anderem ein System zur Wasserversorgung eingeweiht hatte, eröffnete er am Freitag fast 4000 Kilometer entfernt im Süden staatliche Sozialwohnungen. Nach den USA ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas mehr als 2,5 Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Mehr als 90 000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. (dpa

Opferfest: Kalayci mahnt Gläubige zur Einhaltung der Corona-Regeln

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD)
Foto: DAVIDS/Sven Darmer

Wegen der häufig beobachteten Ansteckungen in Haushalten und Familien hat Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci zur Einhaltung der Corona-Verhaltensregeln auch beim derzeitigen Opferfest aufgerufen. „Ich wünsche allen ein Opferfest voller Zufriedenheit, Solidarität und Frieden! Bitte Familienfeiern ausschließlich nur mit 1,5 m Abstand und Mundschutz!“, schrieb die SPD-Politikerin am Freitag bei Facebook.

Auf ihrem Twitter-Kanal verwies sie zusätzlich darauf, dass die Hälfte der Ausbrüche in Berlin im häuslichen Umfeld stattfinde, auch das Robert Koch-Institut (RKI) melde Familienfeiern als häufige Ausbruchsorte. Das Opferfest gilt als höchstes Fest für Muslime weltweit. (dpa)

Finnland erlaubt wieder Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern

Wegen seiner unverändert niedrigen Corona-Zahlen rückt Finnland von weiteren während der Pandemie erlassenen Maßnahmen ab. Als erstes Land Nordeuropas erlaubt das nördlichste Mitglied der EU wie geplant ab Samstag wieder öffentliche Veranstaltungen und Versammlungen mit mehr als 500 Teilnehmern.

Wie die finnische Regierung am Freitag mitteilte, gilt dies für Indoor-Veranstaltungen und auch für Events auf umschlossenen Außenflächen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Richtlinien der Behörden zur Vermeidung von Infektionen eingehalten werden. Außerdem empfiehlt die Regierung den Finnen nicht länger, überwiegend aus dem Homeoffice zu arbeiten. (dpa)

Deutsche Telekom und SAP sollen EU-Corona-Warn-Plattform bauen

Die Deutsche Telekom und SAP sollen für die EU-Kommission eine Warn-Plattform bauen, die Corona-Apps verschiedener Staaten miteinander vernetzt. Man könne bestätigen, dass der Auftrag der EU-Kommission „kurz vor Abschluss“ stehe, sagte ein Telekom-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Zuvor hatte die „Wirtschaftswoche“ berichtet. Die Plattform soll es ermöglichen, dass die Corona-Warn-Apps verschiedener Staaten miteinander kommunizieren, so dass die Warnungen auch über Grenzen hinweg oder im Ausland funktionieren. Die Kooperation werde dem Bericht zufolge zunächst Staaten betreffen, die ähnliche dezentrale Lösungen einsetzen wie Deutschland - dazu gehören etwa die Niederlande, Österreich oder Dänemark

Telekom und SAP hatten gemeinsam die deutsche Corona-Warn-App entwickelt. Zuletzt gab es Probleme, weil die App teilweise nicht ordnungsgemäß funktioniert hatte - diese sollen aber mittlerweile behoben sein. Bislang können die Apps der EU-Staaten jedoch noch nicht grenzüberschreitend kommunizieren und Warnungen ausgeben. (dpa)

Studie: Deutsche zusehends beunruhigt wegen Corona-Entwicklung

Die Deutschen zeigen sich angesichts der zunehmenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus zusehends beunruhigt. Gut drei Viertel erwarten mittlerweile eine zweite Corona-Welle, wie aus dem am Freitag veröffentlichten ZDF-„Politbarometer“ hervorgeht. Erstmals überwiegt darin die Einschätzung, dass die Menschen sich eher unvernünftig verhalten. Dies sagten 51 Prozent der Befragten - im Juni waren es nur 33 Prozent gewesen.

Gleichzeitig wird auch die Gefahr für die eigene Gesundheit höher eingeschätzt als etwa im drei Wochen zurückliegenden „Politbarometer“. Die Hälfte der Befragten hält die Gesundheit für gefährdet, zu Monatsbeginn waren es noch 40 Prozent. Bei der Rückkehr von Urlaubern aus Risikogebieten befürworten mit 94 Prozent fast alle Befragten verpflichtende Corona-Tests für diese Reisenden.

Skeptisch sind die Deutschen zur Realisierbarkeit der nach den Sommerferien vorgesehenen Rückkehr zum regulären Unterricht. 54 Prozent der Befragten äußerten Zweifel, dass dies funktionieren kann - 43 Prozent haben positive Erwartungen. (AFP)

Dänische Gesundheitsbehörde rät zu Mundschutz in Bussen und Bahnen

Generell herrscht im Großteil Skandinaviens keine Maskenpflicht - jetzt wird in Dänemark aber empfohlen, im Gedränge in öffentlichen Verkehrsmitteln besser einen Mundschutz zu tragen. Wenn die Dänen nach den Ferien ab der kommenden Woche an ihre Arbeitsplätze und Bildungseinrichtungen zurückkehrten, könne es in Bussen, Zügen und auf Fähren schwieriger werden, den nötigen Abstand zueinander zu wahren, erklärte die dänische Gesundheitsverwaltung am Freitag. „Deshalb empfehlen wir jetzt, in diesen Situationen einen Mundschutz in der Tasche dabei zu haben und ihn aufzusetzen, wenn es schwer ist, Abstand zu halten“, erklärte Behördenchef Søren Brostrøm.

Gleichzeitig wies die Behörde darauf hin, dass sich die Corona-Zahlen in Dänemark weiterhin auf einem niedrigen Niveau befänden. Es gebe derzeit keine deutlichen Anzeichen für einen markanten Anstieg. (dpa)

Drei spanische Regionen nun auf Liste der Corona-Risikogebiete

Die spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra gelten für das Corona-Krisenmanagement in Deutschland nun auch als Risikogebiete. Das geht aus einer Aktualisierung der entsprechenden Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitag hervor. In den drei Gebieten in Spanien wurde laut Bundesgesundheitsministerium die Schwelle von mehr als 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten. In der EU steht bisher schon Luxemburg auf der Liste, die auch für deutsche Touristen wichtig ist.

Reiserückkehrer aus offiziell eingestuften Risikogebieten müssen sich direkt für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und sich beim zuständigen Gesundheitsamt melden, wie das Ministerium erläuterte. Möglich ist auch, ein negatives Corona-Testergebnis vorzulegen, das höchstens 48 Stunden alt ist. In der nächsten Woche soll eine Corona-Testpflicht kommen - über freiwillige Tests hinaus, die für alle Einreisenden aus dem Ausland kostenfrei möglich sein sollen. (dpa)

Erster Todesfall in Vietnam in Verbindung mit Covid-19

In Vietnam ist erstmals ein Mensch in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Das gab am Freitag die Regierung in dem südostasiatischen Land bekannt, das bisher als sehr erfolgreich im Kampf gegen die Corona-Pandemie gilt. Jedoch gibt es schon seit Tagen Angst vor einer zweiten Welle: In der Küstenstadt Da Nang waren am vergangenen Wochenende erstmals wieder Infektionen verzeichnet worden, nachdem Vietnam fast 100 Tage lang keine lokale Ansteckung mit dem Coronavirus gemeldet hatte. Mittlerweile gibt es auch Neuinfektionen in der Hauptstadt Hanoi.

Der gestorbene Patient war am 9. Juli ins Krankenhaus gebracht worden. Berichten zufolge war er über 70 Jahre alt und litt an mehreren Vorerkrankungen. (dpa)

Amtsärzte schlagen wegen steigender Infektionszahlen Alarm

Angesichts der wieder deutlich gestiegenen Coronavirus-Infektionszahlen in Deutschland haben die Amtsärzte Alarm geschlagen. Für eine zweite Pandemie-Welle seien die Gesundheitsämter „viel zu knapp besetzt“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). „Mit den steigenden Infektionszahlen rollt ein riesiges Problem auf uns zu“, warnte sie.

Die mehr als 400 deutschen Gesundheitsämter könnten nicht warten, bis die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung zur Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes in Kraft träten, sagte Teichert. Nötig sei eine kurzfristige Lösung. Die Gesundheitsämter müssten im Notfall Verstärkung bekommen.

Die Verbandsvorsitzende schlug zur Unterstützung der Gesundheitsämter ein bundesweites Freiwilligen-Register vor. Dieses solle „eine Art Jobbörse“ sein, die im Ernstfall Mitarbeiter vermittle. Die freiwilligen Helfer müssten aber bereits geschult sein und sich „im Thema auskennen“. Dies könnten Studierende sein, die schon in der ersten Pandemie-Welle für den Einsatz gegen das Virus ausgebildet worden seien, aber etwa auch Beschäftigte aus anderen Bereichen des Gesundheitswesens. (afp)

Corona-Maßnahmen in Nordengland wieder verschärft 

In Teilen von Nordengland sind die Corona-Maßnahmen wieder verschärft worden. In der Großstadt Manchester und anderen Gebieten dürfen sich Mitglieder verschiedener Privathaushalte nicht mehr in Innenräumen treffen, wie Gesundheitsminister Matt Hancock am Donnerstag mitteilte. Die Maßnahme gilt auch für die Stadt Leicester und Teile der Verwaltungsbezirke West Yorkshire and East Lancashire.

Hancock begründete die Maßnahme damit, dass sich viele Menschen nicht an die Regeln zum Wahren von physischem Abstand hielten. Die Regierung führe die neuen Restriktionen „schweren Herzens“ ein. Die neuen Regeln in Teilen Nordenglands traten um Mitternacht in der Nacht zum Freitag in Kraft.

Viele Corona-Maßnahmen in England waren in den vergangenen Wochen aufgehoben worden. Allerdings wurde vor einer Woche eine generelle Maskenpflicht beim Einkaufen in Geschäften eingeführt. Die britische Regierung ist nur für die Corona-Maßnahmen in England zuständig, nicht in Nordirland, Schottland und Wales.
Großbritannien ist das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land in Europa. Mehr als 300.000 Infektionsfälle wurden dort verzeichnet. Die offizielle Zahl der Todesopfer liegt bei rund 46.000. (afp)

+++ 30. Juli +++

Corona-Ampel in Berlin ist wieder komplett auf Grün

In Berlin zeigen die drei Warnampeln in der Corona-Pandemie wieder komplett auf Grün. Der sogenannte Reproduktionswert lag am Donnerstag anders als an den Vortagen nur noch bei 0,90, wie die Senatsgesundheitsverwaltung mitteilte. Am Mittwoch betrug er noch 1,21. Zuletzt hatte diese Ampel rot geleuchtet.

Der R-Wert zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Er bezieht sich auf Infektionen vor 8 bis 13 Tagen. Bleibt der Wert länger stabil über 1, besteht die Gefahr eines exponentiellen Anstiegs der Fallzahlen. Dann steckt ein Infizierter mehr als einen weiteren Menschen an. Liegt der R-Wert mindestens drei Mal in Folge über 1,2, zeigt diese Ampel Rot. In der 7-Tages-Statistik lag er bei 1,17.

Auch die beiden anderen Ampeln für die Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl und den Anteil der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen zeigen auf Grün. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zum Donnerstag um 42 auf 9191 Fälle. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 41 Menschen, davon 20 in der Intensivmedizin. Bisher sind 223 mit dem neuartigen Coronavirus Infizierte gestorben.
Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. (dpa)

Brandenburg plant zunächst keine Maskenpflicht in Schulen

Der Berliner Senat will die Maskenpflicht am Dienstag beschließen.
Foto: imago images/Westend61

Für Lehrer und Schüler in Brandenburg ist derzeit anders als in Berlin keine Maskenpflicht in Schulen wegen des Coronavirus geplant. „Unser Hygieneplan sieht erstmal die Maskenpflicht an Schulen nicht vor“, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. „Dies ist allerdings der Bildungsministerin vorbehalten.“ Nonnemacher verwies auf die Abwägung solcher Maßnahmen: „Wir müssen bei unseren Maßnahmen immer auf die aktuellen Impfzahlen schauen, aber auch, wie das Verhältnis der Angemessenheit von Eingriffen in die Grund- und Freiheitsrechte zum Infektionsgeschehen ist.“

Berlin plant nach dem Ende der Sommerferien ab 10. August einen Mund-Nasen-Schutz für Schüler, Lehrer und andere Beschäftigte in Schulen etwa auf Fluren, in Aufenthalts- und Gemeinschaftsräumen oder Toiletten. In Unterrichtsräumen, auf dem Pausenhof oder im Hort soll die Verpflichtung nicht gelten, kündigte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) an. Der Senat will die Maskenpflicht am Dienstag beschließen. (dpa)

Baden-Württemberg: 40 Corona-Fälle in christlicher Gemeinde

40 Mitglieder einer christlichen Gemeinde in Sinsheim in Baden-Württemberg haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes, Andreas Welker, am Donnerstag in Heidelberg mit. Bisher seien 105 Gemeindemitglieder untersucht worden. Nun sollen auch noch die restlichen 77 Mitglieder der Gemeinde getestet werden.

Grund für die Flächentestung war der Kontakt eines positiv Getesteten zu der rumänisch-christlichen Gemeinde in Sinsheim sowie weitere Infektionen in einer anderen Gemeinde in Baden-Württemberg. Da dort keine Gottesdienste mehr durchgeführt werden konnten, konnte nicht ausgeschlossen werden, dass Gemeindemitglieder Gottesdienste in Kommunen in der Umgebung besucht haben. (dpa)

Corona-Teststationen an bayerischen Autobahnen gestartet

Reisende entlang der Autobahnen an der bayerischen Grenze können sich seit Donnerstag auf das Coronavirus Sars-CoV-2 testen lassen. Seit 7.00 Uhr laufe der Betrieb etwa an der Rastanlage Hochfelln-Nord an der Autobahn 8 bei Bergen, sagte Thorsten Brandstätter vom Bayerischen Roten Kreuz. In den ersten vier Stunden seien schon 48 Menschen für einen Rachenabstrich vorbeigekommen.

Die bayerische Staatsregierung hatte beschlossen, zusätzlich zu Teststationen an Flughäfen an mehreren grenznahen Autobahnen sowie den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg solche Zentren einzurichten, wo sich Menschen auf das Virus testen lassen können.

Bislang sind diese Tests, die vor allem für heimkehrende Urlauber gedacht sind, freiwillig. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angekündigt, dass sie verpflichtend, aber kostenfrei werden sollen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte angekündigt, in Bayern könnten sich auch Menschen aus anderen Bundesländern testen lassen. (dpa)

Schweiz empfiehlt Kantonen Maskenpflicht in allen Geschäften

Nach einem neuen deutlichen Anstieg der gemeldeten Corona-Infektionen haben Schweizer Bundesbehörden eine Maskenpflicht in allen Geschäften oder allen öffentlichen Räumen empfohlen. „Die Situation ist ernst, wir müssen jetzt einen Gang höher schalten“, sagte Amtsdirektor Pascal Strupler am Donnerstag in Bern. Landesweit gilt die Maskenpflicht bislang nur in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Bis Donnerstagmorgen waren innerhalb von 24 Stunden 220 neue Infektionen gemeldet worden. Am Mittwoch waren es 192. Das sind Zahlen, wie sie zuletzt Ende April verzeichnet wurden. Seit Ende Juni steigen die gemeldeten Corona-Neuinfektionen wieder. Seit Beginn der Epidemie waren es knapp über 35.000. 1704 Menschen sind gestorben. (dpa)

Familienfeier in Meck-Pomm: Zwölf Infizierte

Nach einer Familienfeier im Raum Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern sind mittlerweile zwölf Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das sagte ein Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim am Donnerstag. Von den zwölf Fällen entfielen elf auf den Landkreis und einer auf Schwerin. (dpa)

Linke befürwortet Maskenpflicht in der Schule

Die Berliner Linke-Fraktion hat sich für eine Maskenpflicht an Schulen wegen des Coronavirus ausgesprochen. „Masken bieten nachweislich mehr Schutz“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Regina Kittler, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Daher halte sie entsprechende Überlegungen der Bildungsverwaltung für richtig. Kittler plädierte für einen Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Lehrer und die Schüler aller Jahrgänge - allerdings nicht im Unterricht selbst. „Dort über mehrere Stunden eine Maske zu tragen, ist nicht zumutbar.“
Für Kinder, die noch keine Maske hätten, müsse sichergestellt werden, dass die Schulen welche vorrätig hätten, ergänzte Kittler. „Die Lehrkräfte haben schon vor einiger Zeit vom Land Geld bekommen, um sich eine Maske zu kaufen.“

Die Senatsverwaltung für Bildung erwägt mit Beginn des Unterrichts nach dem Ferienende am 10. August eine Maskenpflicht in Schulen. Sie soll nicht gelten im Unterricht, in Arbeitsgemeinschaften oder im Hort. Endgültig entschieden ist noch nichts. (dpa)

Corona-Krise: Deutsche Bahn erwartet Rekordverlust

Leere Bahnsteige: In der Corona-Krise kein seltenes Bild.
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Die Deutsche Bahn rechnet 2020 im laufenden Geschäft mit einem Rekordverlust. Zum Jahresende erwarte man ein Minus von bis zu 3,5 Milliarden Euro vor Zinsen und Steuern (Ebit), kündigte das Bundesunternehmen am Donnerstag an. Der Umsatz könne auf bis zu 38,5 Milliarden Euro absacken. 2019 hatte er noch 44,4 Milliarden Euro betragen. Die Prognose sei aber mit hoher Unsicherheit behaftet, hieß es.

„Das Virus hat unseren erfolgreichen Wachstumskurs jäh ausgebremst und die DB in die schlimmste finanzielle Krise seit ihrem Bestehen gestürzt“, sagte der Vorstandsvorsitzende Richard Lutz.

Im ersten Halbjahr sank der Konzernumsatz verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um knapp zwölf Prozent auf 19,4 Milliarden Euro. Der operative Verlust (Ebit) betrug 1,8 Milliarden Euro. Der Konzern führte das vor allem auf die Folgen der Corona-Pandemie zurück. (dpa)

Aidshilfe fordert: Prostitution trotz Corona wieder zulassen

Trotz der weiter schwelenden Coronavirus-Pandemie sollte Prostitution aus Sicht der Deutschen Aidshilfe zügig wieder erlaubt werden - in Bordellen, mobil und auf der Straße. Entsprechende Hygienekonzepte lägen vor, erklärte der Verband in Berlin. Nachbarländer wie Belgien, die Niederlande, Österreich, die Schweiz und Tschechien hätten den Schritt bereits vollzogen, hieß es. Hierzulande werde Prostitution dagegen zurzeit ins Verborgene verdrängt und finde somit unter gefährlichen Bedingungen statt.

Ulf Kristal vom Vorstand der Aidshilfe sagte, Sexarbeit dürfe nicht anders behandelt werden als andere Tätigkeiten mit engem Körperkontakt. „Niemand hat darüber zu urteilen, ob für jemand anderen ein Friseurbesuch oder ein sexuelles Erlebnis wichtiger ist.“ Er wies darauf hin, dass das Tätigkeitsverbot viele Sexarbeiterinnen in Notlagen bringe. „Viele sind ohne Einkommen, nicht wenige auch ohne Wohnraum oder Krankenversicherung. Prekäre Lebenssituationen und Abhängigkeitsverhältnisse werden verschärft.“ Auf der anderen Seite werde Kunden und Kundinnen die sexuelle Dienstleistung vielfach verwehrt - was eine Einschränkung ihrer Sexualität sein könne.

Kristal sagte, die derzeitige Verdrängung in die Illegalität habe fatale Folgen. Menschen in der Sexarbeit brauchten ein sicheres Arbeitsumfeld mit fairen Regeln und rechtlicher Absicherung. „Sicherheit lässt sich nur unter legalen Bedingungen herstellen. Dort lässt sich auch Infektionsschutz am besten umsetzen. Gerade jetzt, wo Infektionszahlen wieder steigen, sind klare Spielregeln wichtig.“
Entsprechende Hygienekonzepte sähen vor: Mund-Nasen-Schutz plus eine Unterarmlänge Abstand zwischen Gesichtern plus Safer Sex. Hundertprozentige Sicherheit werde auch in anderen Branchen nicht gefordert und wäre ohnehin illusorisch. (dpa)

Australien meldet Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen 

Trotz einer nunmehr zweiwöchigen Ausgangssperre in Melbourne steigen die Corona-Fallzahlen im australischen Bundesstaat Victoria weiter dramatisch an. Nach mehreren Ausbrüchen in Seniorenheimen meldete Australien am Donnerstag eine Rekordzahl an landesweiten Neuinfektionen - und registrierte die höchste Todeszahl seit Beginn der Pandemie. Allein im Bundesstaat Victoria wurden binnen 24 Stunden 13 Todesfälle und 723 Neuinfektionen verzeichnet. Der landesweite Rekord hatte zuletzt bei 549 Neuinfektionen gelegen.

Victorias Premierminister Daniel Andrews deutete an, dass der Anstieg bei den Todesfällen mit den jüngsten Infektionsherden in Seniorenheimen zusammenhängen könnte. Die meisten der zuletzt an Covid-19 Gestorbenen waren demnach über 70 Jahre alt.
Australien hatte die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zunächst erfolgreich eingedämmt. Bereits im April gab die Regierung Entwarnung, im ganzen Land wurden die Corona-Regeln wieder gelockert. Die Küstenmetropole Melbourne erlebt jedoch seit Mitte Juni einen dramatischen Anstieg bei den Neuinfektionen. Zu den Ursachen zählen Sicherheitslücken in Hotels, in denen aus dem Ausland zurückgekehrte Urlauber unter Quarantäne gestellt worden waren.

Seit mehr als zwei Wochen sind in Melbourne wieder Ausgangsbeschränkungen in Kraft, zudem erließ die Metropole als erste Stadt Australiens eine Maskenpflicht. Wegen des Anstiegs bei den Fällen in Seniorenheimen schickte die Regierung nun auch speziell ausgebildete Einsatzkräfte nach Melbourne, die normalerweise bei Naturkatastrophen im Ausland eingesetzt werden.
(afp)

Brasilien lockert Einreise-Sperre für Ausländer per Flugzeug 

Mitten in der grassierenden Corona-Pandemie hat Brasilien für zunächst 30 Tage zahlreiche Flughäfen wieder für Ausländer geöffnet. Eine entsprechende Regelung wurde am Mittwochabend (Ortszeit) im Amtsblatt „Diário Oficial“ veröffentlicht. Demnach müssen Touristen etwa vor einem Aufenthalt von bis zu 90 Tagen eine Krankenversicherung nachweisen, die in Brasilien gültig ist und den Zeitraum der Reise abdeckt. Weiter verboten bleibt die Einreise aus der Luft ohne Angaben von Gründen über die Bundesstaaten Mato Grosso do Sul, Paraíba, Rondônia, Rio Grande do Sul und Tocantins sowie auf dem Land- oder Seeweg.

Im März hatte die brasilianische Regierung wegen der Covid-19-Pandemie seine Landgrenzen geschlossen und den internationalen Flugverkehr eingeschränkt. Lange hatte Präsident Jair Bolsonaro Warnungen vor dem Sars-CoV-2-Virus als Hysterie abgetan und damit landesweite Proteste ausgelöst. Grenzschließungen bezeichnete er als unwirksam im Kampf gegen das Virus. Inzwischen haben sich in dem größten Land Lateinamerikas mehr als 2,5 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das Land hat 210 Millionen Einwohner und ist 24-mal so groß wie Deutschland. (dpa)

+++ 29. Juli +++

Corona-Ampel in Berlin bei Reproduktionszahl weiter auf Rot

In Berlin bleibt eine von drei Warnampeln in der Corona-Pandemie weiter auf Rot. Der sogenannte Reproduktionswert lag am Mittwoch bei 1,21 und damit leicht niedriger als am Vortag, wie die Senatsgesundheitsverwaltung mitteilte. In der 7-Tages-Statistik lag er bei 1,13.

Die Zahl der Neuinfektionen stieg zum Mittwoch um 79 auf 9149 Fälle. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 42 Menschen, davon 19 in der Intensivmedizin. 223 mit dem neuartigen Coronavirus Infizierte sind bislang gestorben.

Der R-Wert zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Er bezieht sich auf Infektionen vor 8 bis 13 Tagen. Bleibt der Wert länger stabil über 1, besteht die Gefahr eines wieder exponentiellen Anstiegs der Fallzahlen. Dann steckt ein Infizierter mehr als einen weiteren Menschen an.

Die Reproduktionszahl ist im Berliner Ampelsystem zur Bewertung des Infektionsgeschehens einer von drei Indikatoren: Liegt der R-Wert mindestens drei Mal in Folge über 1,2, zeigt diese Ampel Rot.

Die beiden anderen Ampeln - Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl und Intensivbettenkapazität - liegen derzeit allerdings weiter im grünen Bereich.

Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen dann Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. (dpa)

Start-ups in Berlin können ab sofort Corona-Hilfe beantragen

Berliner Start-ups können sich seit Mittwoch um staatliche Hilfe in der Coronakrise bemühen. 140 Millionen Euro stehen für junge Unternehmen und kleine Mittelständler bereit, die unverschuldet in einen Finanzierungsengpass geraten sind, wie die Investitionsbank Berlin mitteilte. Man sei zuversichtlich, bis zu 150 Berliner Start-ups zu stabilisieren und auf Wachstumskurs zu halten.

Die Firmen können über Beteiligungen und Wandeldarlehen bis zu 800.000 Euro beantragen, wenn sie 20 Prozent private Mittel beschaffen können. Der Bund trägt rund 70 Prozent des Risikos, Berlin 30 Prozent.

Diese Hilfen seien für viele Unternehmen in der Stadt überlebenswichtig, hieß es vom Bundesverband Deutscher Start-ups. „Start-ups haben in den vergangenen Jahren einen wesentlichen Beitrag zum Berliner Wachstumskurs geleistet und zehntausende zukunftsorientierte Arbeitsplätze in der Hauptstadt geschaffen“, sagte Geschäftsführer Christoph Stresing. (dpa)

Israel meldet neuen Rekord an Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Israel auf ein Rekordhoch gestiegen. Das Gesundheitsministerium des Landes teilte am Mittwoch mit, am Vortag seien 2093 Fälle gemeldet worden - so viele wie nie zuvor an einem Tag. Ein Wert von 2000 Neuinfektionen pro Tag galt zuletzt als Marke für schärfere Einschränkungen bis hin zu einem kompletten Lockdown.

Mitte Mai hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen noch im zweistelligen Bereich gelegen. Nach raschen Lockerungen schnellen die Zahlen jedoch seit Ende Mai in die Höhe. Zum Vergleich: Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts zuletzt 684 neue Infektionen innerhalb eines Tages. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner wie Israel. (dpa)

Schweden rät nicht mehr von Reisen nach Dänemark und Schweiz ab

Schweden rät seinen Bürgern nicht länger von Reisen in die Schweiz sowie in seine skandinavischen Nachbarländer Dänemark und Norwegen ab. Gleiches gelte auch für Tschechien, teilte das schwedische Außenministerium am Mittwoch mit.

Für Deutschland und eine Reihe anderer Länder in Europa wie Frankreich und Spanien war die Maßnahme bereits Mitte Juli aufgehoben worden. Am gleichen Tag war auch die deutsche Reisewarnung für Schweden gestrichen worden, nachdem die dortigen Corona-Infektionszahlen konstant gesunken waren. Schweden war der letzte EU-Staat, für den noch eine deutsche Warnung gegolten hatte.

Von nicht dringend notwendigen Reisen nach Großbritannien sowie in etwa die Hälfte der EU-Länder, darunter Österreich, Finnland und die Niederlande, wird den Schweden von Regierungsseite dagegen weiter abgeraten. Die Maßnahme gilt nun vorläufig bis zum 12. August. (dpa)

Corona-Ausbruch in Neuköllner Kneipe: Weitere Gäste melden sich

Trotz falsch oder unvollständig hinterlegter Kontaktdaten haben sich nach dem Bekanntwerden von Corona-Infektionen in einer Neuköllner Kneipe weitere Besucher bei Behörden gemeldet. Es hätten einige Menschen, auch aus anderen Bezirken angerufen, sagte ein Mitarbeiter des Bezirksamts Neukölln am Mittwoch auf Anfrage. Die Zahl der positiv getesteten Menschen habe sich bisher nicht weiter erhöht, es dauere bis zum Vorliegen der Ergebnisse.

Das Gesundheitsamt hatte am Dienstag erklärt, 18 Fälle stünden mit dem Brauhaus Neulich im Schillerkiez in Zusammenhang. Menschen, die zwischen dem 16. und 18. Juli dort waren, wurden um Kontaktaufnahme zum Gesundheitsamt gebeten. In dem Fall ist nach Bezirksangaben unklar, wer wen angesteckt hat: Aufgefallen sei die Häufung, weil ein Gast aus Friedrichshain-Kreuzberg Symptome entwickelt hatte. Auch ein Mitarbeiter der Kneipe wurde nach Bezirksangaben positiv getestet. (dpa)

Bund übernimmt Kosten von Corona-Tests für Reiserückkehrer

Darüber hinaus will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Rückkehrer aus internationalen Risikogebieten mit hohen Fallzahlen eine Testpflicht anordnen.
Foto: dpa/Britta Pedersen

Die geplanten zusätzlichen Testmöglichkeiten auf das Coronavirus für Reiserückkehrer nach Deutschland will der Bund finanzieren. Die Kosten würden durch einen erhöhten Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Mittwoch in Berlin. Die entsprechende Verordnung soll in dieser Woche in Kraft treten. Die Ressortchefs von Bund und Ländern hatten freiwillige Tests für alle Rückkehrer aus dem Ausland beschlossen, die für die Reisenden kostenfrei sein sollen.

Darüber hinaus will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Rückkehrer aus internationalen Risikogebieten mit hohen Fallzahlen eine Testpflicht anordnen. Sie soll in der kommenden Woche in Kraft treten, einen genauen Tag nannte das Ministerium noch nicht. Sie solle so schnell wie möglich kommen, damit sich alle darauf einstellen könnten. (dpa)

33 Corona-Neuinfektionen in schleswig-holsteinischem Kreis in einer Woche

Der Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein könnte bei weiter deutlich steigenden Corona-Zahlen zum Risikogebiet werden. Ein Kreissprecher sagte am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur, innerhalb der vergangenen sieben Tage seien Stand Mittwochfrüh 33 Neuinfektionen festgestellt worden. Am späten Nachmittag sollten die Labor-Ergebnisse von weiteren 45 getesteten Personen vorliegen. „Einige dieser Personen zeigen Corona-typische Symptome, so dass wir mit weiteren positiven Tests rechnen.“

Bei den 33 Corona-Infizierten handelt es sich nach Angaben des Sprechers vor allem um Reiserückkehrer vom West-Balkan und aus Skandinavien, aber auch im Kontext dieser Rückkehrer erfolgte Ansteckungen im familiären Bereich. Der überwiegende Teil der Neuinfektionen sei auf mehrere in Dithmarschen lebende Familien entfallen, die einen engen Verbund miteinander pflegten. Bei den 45 Personen, deren Testergebnisse noch ausstehen, handle es sich um Kontaktpersonen. (dpa)

Corona-Krise: EU-Einreiseverbot wird auf Algerien ausgeweitet

Die Europäische Union hält ihre Grenzen für Reisen aus Drittstaaten in der Corona-Krise weiterhin dicht. Die zu Beginn der Pandemie eingeführten Einreisebeschränkungen werden wegen zu hoher Infektionszahlen auf Algerien ausgeweitet. Darauf einigten sich die EU-Botschafter am Mittwoch in Brüssel, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Diplomatenkreisen erfuhr. Neue Länder wurden demnach nicht zur Liste der Länder hinzugefügt, aus denen nicht zwingend notwendige Reisen möglich sind.

Somit schrumpft die Liste, die alle zwei Wochen überarbeitet wird, auf elf Länder. Grundsätzlich erlaubt bleibt die Einreise zunächst aus Australien, Kanada, Georgien, Japan, Marokko, Neuseeland, Ruanda, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay. Mitte des Monats wurden bereits Serbien und Montenegro von der Liste gestrichen. Die Entscheidung vom Mittwoch muss noch im schriftliches Verfahren von den Hauptstädten bestätigt werden. (dpa)

Studie: Mehr als die Hälfte der Slum-Bewohner in Mumbai hatte Corona

57 Prozent der Bewohner von drei Slums in der indischen Millionenmetropole Mumbai haben laut einer neuen Studie Antikörper gegen die Lungenerkrankung Covid-19 im Blut. In Gebieten außerhalb der dicht besiedelten Slums hatten demnach lediglich 16 Prozent entsprechende Antikörper. Bei dem Corona-Antikörper-Test im Juli seien knapp 7000 Proben ausgewertet worden, teilten die Behörden in Mumbai mit, die am Test beteiligt worden waren. Die Werte sind entsprechend hochgerechnet worden.

Diese Zahlen sind deutlich höher als die offiziellen Corona-Zahlen, viele Infizierte sind demnach also nie erfasst worden. Dies deute aber auch darauf hin, dass viele davon asymptomatisch waren, hieß es in der Mitteilung. Offiziell gab es bislang im Mumbai mehr als 110.000 Fälle. (dpa)

BER-Chef: „Werden Corona-Krise nicht ohne Unterstützung überstehen“

Chef der Berliner Flughäfen, Engelbert Lütke Daldrup.
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dpa/Soeren Stache

Drei Monate vor der Eröffnung pocht der Berliner Flughafen BER auf finanzielle Hilfe. „Uns geht es jetzt wie allen großen Unternehmen, (...) dass wir die Krise ohne Unterstützung nicht überstehen werden“, sagte der Chef der Berliner Flughäfen, Engelbert Lütke Daldrup, am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“. An dem Konzept, den BER im Jahr 2023/2024 in die schwarzen Zahlen zu führen, könne nicht festgehalten werden. Nach dem beispiellosen Einbruch des Luftverkehrs in der Corona-Krise hatte die Flughafengesellschaft vergangene Woche bereits angekündigt, 400 Stellen zu streichen.

Am immer wieder verschobenen Eröffnungstermin 31. Oktober 2020 soll sich jedoch nichts ändern. „Wir sind sehr gut vorbereitet“, sagte Daldrup. Mit den Ergebnissen des derzeit laufenden Probebetriebs mit 9000 Freiwilligen sei er „sehr zufrieden“. (dpa)

Berliner Rechnungshof: Corona-Schulden nicht hinreichend begründet

Der Berliner Rechnungshof sieht die Aufnahme von bis zu sechs Milliarden neuen Schulden wegen der Corona-Krise kritisch. Die Dimension der im Juni beschlossenen Kredite - sie machen 15 Prozent des Haushaltsvolumens aus - sei nicht hinreichend begründet, schreibt Rechnungshofpräsidentin Karin Klingen in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme für das Abgeordnetenhaus. „Es wird nicht erkennbar, inwieweit die Kredite zur Finanzierung pandemiebedingter Ausgaben bzw. zum Ausgleich von Steuermindereinnahmen verwendet werden sollen.“

Klingen verweist darauf, dass die neuen Schulden im laufenden Jahr aufgenommen werden, allerdings zumindest teilweise 2020 gar nicht benötigt werden, sondern womöglich erst später. „Es ist nicht erkennbar, auf welchen Zeitraum sich der erwartete Kreditbedarf bezieht.“ Hier ist aus Sicht des Rechnungshofes mehr Klarheit nötig, wieviel Geld in welchem Haushaltsjahr zu welchem Zweck benötigt wird.

Kritisch sieht die Behörde laut Klingen auch eine geplante Rücklage für kommende Jahre, in die ein Teil der Schulden zunächst fließen soll. Auch dabei fehle es an Transparenz, welche Ausgaben aus dieser Rücklage bestritten werden und wie lange sie bestehen solle.

Schließlich kritisiert der Rechnungshof den Tilgungsplan für die Schulden. Der geplante Rückzahlungszeitraum von 27 Jahren ab dem Jahr 2023 - also bis 2050 - sei zu lang. (dpa)

Mekka: Islamische Pilgerfahrt beginnt unter strengen Corona-Auflagen

Maskentragende Pilger haben am Mittwoch die jährliche muslimische Pilgerfahrt nach Mekka begonnen - angesichts der Corona-Pandemie allerdings in kleinem Format. Das staatliche Fernsehen zeigte Gläubige auf dem Weg zur würfelförmigen Kaaba, zu der Muslime auf der ganzen Welt beten. Anstatt der rund 2,5 Millionen Pilger im vergangenen Jahr sind für den Hadsch dieses Jahr nur 10.000 Gläubige zugelassen.

Während der religiösen Zeremonien müssen die Gläubigen in diesem Jahr Masken tragen und Abstand halten. Die Auserwählten mussten sich zudem Temperatur-Messungen unterziehen und sich bei ihrer Ankunft in Quarantäne begeben. Einige Pilger gaben an, elektronische Armbänder erhalten zu haben, mit denen die Behörden ihren Standort überprüfen könnten.

Alle Teilnehmer waren aufgerufen, sich vor ihrer Ankunft in Mekka auf das Coronavirus testen zu lassen und müssen sich nach ihrer Rückkehr in Quarantäne begeben. Saudi-Arabien ist mit rund 270.000 Corona-Fällen unter den am stärksten getroffenen Ländern im Nahen Osten. (AFP)

Sydney zu Corona-Hotspot erklärt

Nach Melbourne ist jetzt auch die australische Millionenmetropole Sydney zu einem Corona-Hotspot erklärt worden. Der nördliche Nachbar-Bundesstaat Queensland habe Beschränkungen für Besucher aus der Stadt und seinen Vororten eingeführt, sagte die Premierministerin des Bundesstaats, Annastacia Palaszczuk, am Mittwoch. Bürger aus Sydney dürfen die Grenze nach Queensland nicht mehr überqueren. Heimkehrende Bewohner aus Queensland müssen zwei Wochen in Quarantäne.

Zuvor waren in der mit mehr als 5,2 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Stadt Australiens im Bundesstaat New South Wales innerhalb von 24 Stunden 19 Neuinfektionen verzeichnet worden. Da sich die Ansteckungen in verschiedenen Teilen Sydneys ereignet hätten, seien Beschränkungen notwendig geworden, so Palaszczuk. „Wir müssen Queenslander beschützen. Ihre Sicherheit geht vor.“ Gladys Brejiklian, Premierministerin von New South Wales, betonte, sie sei im Vorfeld nicht über die Maßnahmen informiert worden.

Die am schwersten betroffene Region Australiens bleibt aber der Bundesstaat Victoria mit seiner Hauptstadt Melbourne. In der Metropole war vor drei Wochen ein neuer Lockdown ausgerufen worden, der bis mindestens 19. August dauern soll. Jedoch gab es dort positive Signale: Am Mittwoch wurden in Victoria erstmals seit einer Woche weniger als 300 Neuinfektionen registriert. (dpa)

DIW: Deutsche Wirtschaft wird sich deutlich erholen

Nach dem beispiellosen Einbruch im Frühjahr für die Wirtschaft in Deutschland sieht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Hinweise auf eine Besserung. „Die Zeichen stehen eindeutig auf Erholung“, teilte das DIW am Mittwoch in Berlin mit. Im Zeitraum von Juli bis September werde das Bruttoinlandsprodukt um drei Prozent wachsen - verglichen mit dem Vorquartal. Von April bis Juni dürfte die Wirtschaftsleistung wegen der Corona-Pandemie zweistellig eingebrochen sein, wie das Institut erwartet. Die konkrete Zahl will das Statistische Bundesamt an diesem Donnerstag veröffentlichen.

„Trotz nun wieder kräftiger Zuwächse wird es wohl zwei Jahre dauern, bis der historische Einbruch vom Frühjahr wettgemacht ist“, erklärte der Konjunkturforscher Claus Michelsen. Wenn es keine zweite Infektionswelle gibt, ist aus seiner Sicht ein kräftiges Aufholwachstum zu erwarten. Dabei dürften demnach aber die Exporte unter dem Wirtschaftseinbruch in vielen Ländern leiden. (dpa)

TU-Studie zu Corona: Ein Fünftel der Klinikpatienten gestorben

Gut ein Fünftel der Corona-Patienten, die im Frühjahr in deutschen Kliniken aufgenommen wurden, hat laut einer Studie nicht überlebt. Besonders hoch war die Sterblichkeit mit 53 Prozent bei Patienten, die beatmet wurden, wie aus einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido), der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und der Technischen Universität Berlin hervorgeht. Insgesamt lagen der Untersuchung Daten von rund 10.000 Patienten zugrunde, von denen etwa 1700 beatmet wurden. Von den Krankenhauspatienten, die nicht beamtet wurden, starben 16 Prozent. 

Die Analyse, die im Fachblatt „The Lancet Respiratory Medicine“ erschienen ist, liefert laut Mitteilung der Autoren vom Mittwoch erstmals bundesweite und bevölkerungsrepräsentative Ergebnisse zur Behandlung von Covid-19-Patienten in Deutschland. Quelle waren Abrechnungsdaten der Krankenkasse AOK. Diese bildeten knapp ein Drittel der deutschen Bevölkerung ab, hieß es. Die untersuchten Daten betreffen Patienten, die zwischen 26. Februar und 19. April in 920 deutschen Krankenhäusern stationär aufgenommen wurden. (dpa)

684 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 684 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 206 926 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 29.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9128 mit dem Virus infizierte Menschen - seit dem Vortag kamen somit sechs neue Todesfälle hinzu. Bis Mittwochmorgen hatten 191 300 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 28.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,25 (Vortag: 1,28). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 28.7., 0.00 Uhr, bei 1,12 (Vortag: 1,10). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

Trotz Vorsichtsmaßnahmen: Corona-Fälle in China steigen wieder

Trotz strenger Vorsichtsmaßnahmen erlebt China die höchste Zahl neuer täglicher Infektionen seit drei Monaten. Obwohl die Volksrepublik das Virus weitestgehend im Griff hat, meldete die Gesundheitskommission am Mittwoch in Peking rund 100 neue Fälle.

Größere Ausbrüche gibt es in Ürümqi in der Nordwestregion Xinjiang und in Dalian. Von der nordostchinesischen Hafenstadt haben sich die Infektionen durch Reisende in neun andere Städte ausgebreitet - auch nach Peking, das den ersten Fall seit drei Wochen verzeichnete.

Da China praktisch eine „Null-Fälle-Politik“ verfolgt, reagieren die Behörden mit strengen Maßnahmen. In Dalian, wo der Ursprung des Ausbruchs in einer Fischfabrik vermutet wird, wurde schon die Hälfte der sechs Millionen Einwohner getestet. In Ürümqi stehen die Tests der 3,5 Millionen Einwohner vor dem Abschluss. Die Hauptstadt von Xinjiang berichtete am Montag 89 neue Infektionen.

Im Vergleich zu der dramatischen Entwicklung in anderen Ländern sind die Zahlen in China mit rund 500 offiziell berichteten aktuellen Erkrankungen eher gering. Trotzdem wurden Hunderte Flüge und Züge gestrichen. Der öffentliche Nahverkehr in Dalian wurde eingestellt. Reisende aus Risikobezirken der Hafenmetropole müssen in der umliegenden Provinz Liaoning 14 Tage in Quarantäne. (dpa)

Menge an Corona-Tests stellt USA auf die Probe

Hunderttausende Corona-Tests pro Tag stellen die Vereinigten Staaten auf die Probe - längere Wartezeiten könnten das Aufspüren von Erkrankten in der Bevölkerung dabei erschweren. Zuletzt hatten sich die Berichte und Beschwerden in Sozialen Netzwerken gehäuft, dass Testergebnisse in einigen Teilen des Landes teilweise erst nach einer Woche oder später zu Verfügung stünden.

Je länger ein potenziell Erkrankter aber warten muss, desto schwerer sind möglicherweise ebenfalls infizierte Kontaktpersonen aufzuspüren. Auch ein negatives Ergebnis hat nach einer Zeit nur noch begrenzte Aussagekraft, denn die betreffende Person könnte sich auch in der Zwischenzeit angesteckt haben.

„Die anhaltend hohe Nachfrage hat unsere Testkapazität belastet und die Verzögerungen bei den Ergebnissen verursacht“, teilte eines der führenden Unternehmen für Tests, Quest Diagnostics, mit. Dabei seien die Möglichkeiten, die Kapazitäten weiter zu steigern, vor allem wegen mangelnden Nachschubs unter anderem an notwendigen Chemikalien begrenzt: „Wir schätzen die Bemühungen unserer Lieferanten, die daran arbeiten, diese Waren so schnell wie möglich an uns und andere Laboranbieter zu liefern, während die weltweite Nachfrage steigt.“

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore haben die Vereinigten Staaten ihre Anzahl an durchgeführten Test stetig erhöht und liegt momentan bei mehr als 800.000 pro Tag. Eine möglichst hohe Zahl an Tests wird bei schnellen Umschlagzeiten als Voraussetzung dafür gesehen, die Ausbreitung des Virus unter Kontrolle zu halten. Das von Experten für die USA ausgegebene Ziel liegt bei mehreren Millionen durchgeführten Tests pro Tag. Im Süden und Westen des Landes mit etwa 330 Millionen Einwohnern gibt es momentan besonders viele Corona-Fälle. (dpa)

+++ 28. Juli +++

Ampel zur Reproduktionszahl springt in Berlin auf Rot

In Berlin ist eine von drei Warnampeln in der Corona-Pandemie auf Rot gesprungen. Der sogenannte Reproduktionswert lag am Dienstag bei 1,4, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Abend mitteilte. In der 7-Tages-Statistik lag er bei 1,26.

Der R-Wert zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Er bezieht sich auf Infektionen vor 8 bis 13 Tagen. Bleibt der Wert länger stabil über 1, besteht die Gefahr eines wieder exponentiellen Anstiegs der Fallzahlen. Dann steckt ein Infizierter mehr als einen weiteren Menschen an.

Die Reproduktionszahl ist im Berliner Ampelsystem zur Bewertung des Infektionsgeschehens einer von drei Indikatoren: Liegt der R-Wert mindestens dreimal in Folge über 1,2, zeigt diese Ampel Rot.

Die beiden anderen Ampeln - Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl und Intensivbettenkapazität - liegen derzeit weiter im grünen Bereich.

Bei der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen erst dann Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen.

Die Zahl der Neuinfektionen stieg zum Dienstag um 51 auf 9070 Fälle. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 39 Personen, 19 davon auf Intensivstationen. 223 an dem neuartigen Coronavirus Erkrankte sind bislang gestorben.

Brandenburg nimmt keine Gäste aus Dingolfing-Landau in Hotels auf

Für Besucher aus dem bayerischen Landkreis Dingolfing-Landau gelten auch in Brandenburg derzeit Einschränkungen. Hotels, Campingplätze und Ferienwohnungen dürften keine Gäste von dort aufnehmen, erklärte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Gabriel Hesse, am Dienstag in Potsdam. Brandenburg hat in seiner Corona-Verordnung geregelt, dass Gäste aus einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt mit mehr als 50 neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner mit dem Virus Sars-CoV-2 in den vergangenen sieben Tagen nicht beherbergt werden dürfen.

Auf einem großen Gemüsebauernhof in Mamming im Kreis Dingolfing-Landau nordöstlich von München waren mehr als 170 Erntehelfer in einer Reihenuntersuchung positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Das Robert Koch-Institut (RKI) wies zuletzt für diesen Kreis über 191 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner für die vergangenen sieben Tage aus. In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz gibt es ebenfalls Einschränkungen für Urlauber aus Dingolfing-Landau. (dpa)

Corona-Impfstoff: Biontech und Pfizer starten Tests an bis zu 30.000 Probanden

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer haben die Erlaubnis der US-Behörden zum Start der Phase-2/3-Studie ihres Corona-Impfstoffkandidaten erhalten. Die Tests an bis zu 30.000 Probanden im Alter zwischen 18 und 85 Jahren werden demnach in 120 Studienzentren weltweit durchgeführt, unter anderem auch in Deutschland, wie Biontech am Dienstag in Mainz mitteilte. Das bereits Mitte Juli bekannt gegebene Ziel, das Zulassungsverfahren im Oktober dieses Jahres einzuleiten, wurde zudem bekräftigt.

Demnach sollen im Erfolgsfall bis Ende 2020 zunächst 100 Millionen Dosen weltweit geliefert werden. Bis Ende 2021 streben Biontech und Pfizer an, mehr als 1,3 Milliarden weitere Impfdosen bereitzustellen. Die beiden Forschungspartner hatten den USA erst kürzlich in einem ersten Schritt bei Vorliegen einer entsprechenden Notfallgenehmigung zunächst 100 Millionen Impfstoffdosen und weitere bis zu 500 Millionen Dosen als optionale Nachorderung zugesagt. Auch mit Großbritannien gibt es eine erste Liefervereinbarung. (dpa)

Niedersachsen: Regelmäßige Corona-Tests für Schlachthofmitarbeiter

Das niedersächsische Sozial- und Gesundheitsministerium hat regelmäßige Corona-Tests für Mitarbeiter von Schlachthöfen angeordnet. Ein entsprechender Erlass sei an die Landkreise und kreisfreien Städte ergangen, teilte das Ministerium am Dienstag in Hannover mit. Demzufolge dürfen in Schlacht- und Zerlegebetrieben nur noch Personen arbeiten, die zuvor mindestens einmal in zehn Tagen auf Covid-19 getestet wurden.

Die Verfügung ist rückwirkend ab 20. Juli bis zunächst zum 31. Dezember gültig. Der Erlass gilt zunächst einmal unabhängig von der Betriebsgröße und für alle Schlacht- und Zerlegebetriebe. Allerdings hätten die Behörden einen Ermessensspielraum bei der Definition, was ein Schlacht- und Zerlegebetrieb sei, erläuterte ein Sprecher des Ministeriums. Es gehe nicht um den Metzger um die Ecke oder um einen Landwirt, der wenige Male im Jahr ein Tier schlachte. Ziel sei es, zu verhindern, dass neue Hotspots in großen Betrieben entstehen.

Seit Mai hatten sich wiederholt in Betrieben der Fleischbranche in Niedersachsen Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert, zuletzt in einem Wiesenhof-Hähnchenschlachthof in Lohne bei Vechta. (dpa)

Bisher rund 150 Anträge in Brandenburg für neue Überbrückungshilfe

Das Interesse an der neuen Corona-Hilfe des Bundes ist in Brandenburg bisher eher zurückhaltend. Bis zum Sonntag seien 154 Anträge bei der Investitionsbank Brandenburg (ILB) dafür eingetroffen, sagte ein ILB-Sprecher am Dienstag in Potsdam. Wann sie bewilligt werden, blieb zunächst offen. Steuerberater und Wirtschaftsprüfer registrieren sich auf einer Plattform des Bundes und stellen dann ihre Anträge auf Hilfen. Die Rückkopplung mit den Antragstellern funktioniere derzeit noch nicht, sagte der Banksprecher.

Mit der sogenannten Überbrückungshilfe in Höhe von insgesamt 25 Milliarden Euro möchte der Bund neben kleinen und mittelständischen Unternehmen Soloselbstständige unterstützen, die wegen der Corona-Pandemie weiter erhebliche Umsatzeinbußen haben. Sie soll für die Monate Juni bis August gewährt werden. Die Zahlungen sind je nach Umsatzausfall gestaffelt. Erstattet werden fixe Betriebskosten bis zu 150.000 Euro.

Das Brandenburger Corona-Soforthilfeprogramm war im Juni beendet worden. Rund 561 Millionen Euro waren an mehr als 63.000 Selbstständige und Unternehmen gegangen. (dpa)

Auswärtiges Amt rät wegen Corona von Reisen nach Nordspanien ab

Das Auswärtige Amt rät wegen der Corona-Pandemie von nicht notwendigen touristischen Reisen in die nordspanischen Regionen Katalonien, Aragón und Navarra ab. Ein entsprechender Reise- und Sicherheitshinweis wurde am Dienstag auf der Internetseite des Außenministeriums veröffentlicht. Begründet wurde dies mit erneut hohen Infektionszahlen dort sowie örtlichen Absperrungen. (dpa)

633 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 633 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 206 242 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete (Datenstand 28.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9122 mit dem Virus infizierte Menschen - seit dem Vortag kamen somit vier neue Todesfälle hinzu. Bis Dienstagmorgen hatten 190 800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 27.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,28 (Vortag: 1,22). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 27.7., 0.00 Uhr, bei 1,10 (Vortag: 1,16). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

Zahl der Corona-Fälle am Wolfgangsee in Österreich steigt auf 62

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionsfälle am bei deutschen Urlaubern beliebten Wolfgangsee in Österreich ist weiter gestiegen. Die Zahl der positiv getesteten Menschen lag am späten Montagabend bei 62, wie der Krisenstab des Landes Oberösterreich nach Angaben der Nachrichtenagentur APA mitteilte. Nur bei 38 von insgesamt 1183 Tests stehen demnach die Ergebnisse noch aus.

Von Infektionen betroffen sind nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur 17 Hotels und Lokale sowie ein Geschäft in St. Wolfgang, ein Gasthaus und ein Badeplatz in Ried/St. Gilgen sowie ein Gasthof in Strobl. Ob es sich bei den neu hinzugekommenen Fällen um Gäste oder Mitarbeiter handelt, war zunächst nicht bekannt.

Nach dem Ausbruch in St. Wolfgang hatten die Behörden am Wochenende über tausend Abstriche genommen. Getestet wurden Hotel- und Gaststättenmitarbeiter, Gäste und Einheimische. Die Behörden gehen davon aus, dass die Infektionen vor allem auf Praktikanten zurückgehen, die sich teilweise Doppel- und Dreibettzimmer teilten. Die Praktikanten trafen sich demnach auch in ihrer Freizeit, unter anderem in zwei inzwischen geschlossenen Bars.

Die Ausbreitung des Virus in St. Wolfgang weckt Erinnerungen an den Corona-Ausbruch im österreichischen Wintersportort Ischgl, der im März zum Hotspot für Corona-Infektionen geworden war. In Ischgl hatten sich auch viele Touristen aus Deutschland angesteckt. (AFP

Brasilien sagt Oktoberfest in Blumenau wegen Corona ab

Nach dem Karneval in São Paulo und der Silvesterparty in Rio de Janeiro ist wegen der Corona-Pandemie auch das Oktoberfest im brasilianischen Blumenau abgesagt worden. Es sei das erste Jahr seit 1984 ohne „das größte deutsche Fest“ des amerikanischen Doppelkontinents, hieß es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung von Blumenau.

Mehrere Hunderttausend Menschen fanden sich in den vergangenen Jahrzehnten regelmäßig auf dem Gelände des Parque Vila Germânica zu deutscher Volksmusik, zünftigem Essen und viel Bier ein. Der 1850 vom deutschen Einwanderer Hermann Otto Blumenau gegründete Ort im südlichen Bundesstaat Santa Catarina hat heute rund 350.000 Einwohner und gilt als eine der „deutschesten Städte“ Brasiliens.

Nach jüngsten Daten der Regierung von Santa Catarina haben sich in Blumenau fast 4400 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 40 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 bislang gestorben. Santa Catarina ist einer der brasilianischen Bundesstaaten mit dem höchsten Anstieg der Covid-19-Todesfälle. Nach den Vereinigten Staaten ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Pandemie. (dpa)

+++ 27. Juli +++

Erster deutscher Corona-Patient hat keine schützenden Antikörper mehr

Ein als erster deutscher Corona-Patient geltender Webasto-Mitarbeiter hat bereits drei Monate nach seiner Ansteckung keine gegen eine erneute Ansteckung schützenden Antikörper mehr in sich getragen. "Seit April habe ich keine neutralisierenden Antikörper mehr", sagte der namentlich nicht benannte Mann in einem von Webasto am Montag veröffentlichten Interview. Von seiner Erkrankung an der neuartigen Lungenerkrankung Covid-19 habe er aber keinerlei Nachwirkungen, er habe "Riesenglück" gehabt.

Der Mitarbeiter des Unternehmens aus Stockdorf war am 27. Januar positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Er sei damals vor allem um seine schwangere Frau und seine kleine Tochter besorgt gewesen, die aber ebenso wie andere Familienmitglieder oder Freunde sich nicht bei ihm angesteckt hätten.

"Das ist für mich bis heute nicht nachvollziehbar, da ich eine volle Woche unbewusst dieses Virus in mir hatte und ich normal mit meiner Familie und Freunden zusammen war." Es seien aber alle zweimal getestet worden, alle Tests seien negativ ausgefallen.

Der erste deutsche Corona-Patient war 19 Tage im Krankenhaus, ihm gehe es heute bestens. Angesteckt habe er sich während einer einstündigen Besprechung bei einer Kollegin aus China. (AFP)

Ärztekammer Berlin begrüßt Corona-Tests für Reiserückkehrer

Der Präsident der Ärztekammer hat die geplanten Corona-Tests nach Auslandsreisen begrüßt. „Es geht darum, die Ausbreitung dieser Infektionskrankheit zu verhindern beziehungsweise einzudämmen“, sagte der Präsident der Ärztekammer Berlin, Günther Jonitz, im RBB-Inforadio (Freitag). Es gebe keine perfekte Maßnahme, um das Coronavirus einzudämmen. Menschen, die aus Risikogebieten zurückkämen, müssten aber zumindest die Möglichkeit haben, sich unmittelbar testen zu lassen.

Auslandsurlauber können sich künftig an Flug- und Seehäfen oder in ihren Heimatorten kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Einen entsprechenden Beschluss fassten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Freitag bei einer Schaltkonferenz. Eine rechtliche Verpflichtung für einen Corona-Test nach Rückkehr wurde zunächst nicht beschlossen. Wer aus einem Risikoland zurück kommt, ist faktisch allerdings zum Test verpflichtet, will er eine Quarantäne vermeiden.

Jonitz erklärte im Inforadio: „Ich glaube, dass die meisten sich auch darauf einlassen werden, weil das eine angenehmere Geschichte ist als 14 Tage Quarantäne zu Hause.“ Wie sich das auf Arztpraxen auswirke, werde sich noch zeigen - je nachdem wie viele Menschen sich dort testen lassen.

In Berlin sollen die für Rückkehrer aus Risikogebieten kostenfreien Tests in allen Praxen möglich sein, die sich dazu bereiterklären. Das Angebot startet laut einer Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) von Donnerstag frühestens Mitte kommender Woche, spätestens am 3. August. Testwillige, die aus Risikogebieten zurückkommen, sollen sich telefonisch in der Praxis anmelden. (dpa)

Kalayci über Hasenheide-Partys: „Ich verstehe diese Menschen nicht“

Nach den Partys im Volkspark Hasenheide in Neukölln rechnet Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci mit Konsequenzen. Sie gehe fest davon aus, dass der Bezirk Ordnungswidrigkeiten verfolge, sagte die SPD-Politikerin am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. Die Partys bezeichnete Kalayci als „nicht hinnehmbar“ und „illegal“, etwa mit Blick auf den Schutz der Grünanlagen und den Immissionsschutz.

Die Veranstalter, die das Equipment dorthin brachten, müssten ausfindig gemacht werden. Alle Verstöße zusammengerechnet, ergebe sich eine „beträchtliche Summe“, sagte sie. Dies gelte es durchzusetzen. Über die Partyteilnehmer sagte sie: „Ich verstehe diese Menschen nicht.“ Sie schauten wohl keine Nachrichten oder bekämen vom Weltgeschehen nichts mit. „Pandemiezeit ist keine Partyzeit“, bekräftigte sie. Nicht umsonst seien die Clubs als erstes geschlossen worden. (dpa)

Kalayci warnt vor Verschlechterung der Corona-Lage 

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat in der Corona-Krise Vorsicht angemahnt. Man müsse sehr wachsam sein, damit sich die Lage nicht drastisch verschlechtere, sagte die SPD-Politikerin am Montag in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses im Abgeordnetenhaus. Trotz derzeit relativ niedriger Infektionszahlen gebe es in Berlin keinen Anlass, sich zurückzulehnen.

Derzeit sei zu sehen, dass die Pandemie keine Pause mache, sagte die Senatorin. Manche Länder erlebten zweite und dritte Wellen und führten neue Eindämmungsmaßnahmen ein. Weltweit herrsche eine «sehr besorgniserregende Lage», so Kalayci. Was in anderen Ländern passiere, solle eine Mahnung auch für Berlin sein, sagte sie - und warnte vor länderübergreifenden Infektionsketten.

Wie Kalayci ausführte, liegt der sogenannte R-Faktor in Berlin bei 1,42 und damit wie im Bund «sichtbar über 1»: Das sei eine Vorwarnung, wie die Neuinfektionszahlen steigen könnten, sagte Kalayci. Die sogenannte Reproduktionszahl gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Angestrebt werden Werte unter 1, um die Pandemie abzubremsen. In den vergangenen sieben Tagen wurden laut der Senatorin 215 neue Fälle in Berlin erfasst. (dpa)

Inzwischen mehr als 50 bestätigte Coronavirus-Neuinfektionen in St. Wolfgang

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionsfälle am bei deutschen Urlaubern beliebten Wolfgangsee in Österreich ist weiter gestiegen. Die Zahl der positiv getesteten Menschen nahm um weitere neun Fälle auf 53 zu, wie ein Behördensprecher des Bundeslands Oberösterreich nach Angaben der Nachrichtenagentur APA in der Nacht zum Montag mitteilte.

Damit wurden inzwischen alle am Samstag in St. Wolfgang vorgenommenen 628 Tests ausgewertet. Am Sonntag waren laut APA weitere 419 Tests vorgenommen werden, deren Ergebnisse am Montag vorliegen sollen. Getestet worden waren Mitarbeiter von Tourismus-Betrieben, Gäste und Einheimische. Von Infektionen betroffen sind nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur sieben Hotels, eine Pizzeria und zwei Bars in St. Wolfgang.

Die Behörden gehen davon aus, dass die Infektionen vor allem auf Praktikanten zurückgehen. "Die infizierten Praktikanten waren auf unterschiedliche Quartiere verteilt untergebracht und wohnten vielfach in Doppel- und Dreibettzimmern", sagte der Chef der Tourismus-Gesellschaft Wolfgangsee, Hans Wieser, der APA. Die Praktikanten trafen sich demnach auch in ihrer Freizeit, unter anderem in den beiden inzwischen geschlossenen Bars.

Die Ausbreitung des Virus in St. Wolfgang weckt Erinnerungen an den Corona-Ausbruch im österreichischen Wintersportort Ischgl, der im März zum Hotspot für Corona-Infektionen geworden war. In Ischgl hatten sich auch viele Touristen aus Deutschland angesteckt. Der Wolfgangsee im Salzkammergut ist bei deutschen Touristen sehr beliebt - auch der 2017 verstorbene Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) verbrachte dort über Jahre hinweg regelmäßig seinen Urlaub.

Am Freitag hatten die österreichischen Gesundheitsbehörden wegen der zuletzt deutlich gestiegenen Zahl an Corona-Neuinfektionen wieder eine verschärfte Maskenpflicht eingeführt. Unter anderem in Supermärkten sowie Bank- und Postfilialen muss nun wieder ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. (AFP)

Bundesagentur: Flüchtlinge haben erhöhtes Jobrisiko in Corona-Zeiten

Fünf Jahre nach Beginn des verstärkten Zuzugs von Flüchtlingen in Deutschland sind viele von ihnen auf dem deutschen Arbeitsmarkt integriert. Allerdings: Die Corona-Pandemie hat auch viele wieder arbeitslos werden lassen. Die Arbeitslosigkeit liege im Juni in Deutschland insgesamt um 22 Prozent höher als im März. Bei Menschen aus Asylherkunftsländern liege sie aber um 26 Prozent höher, sagte Daniel Terzenbach, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, der Deutschen Presse-Agentur.

«Rund die Hälfte der Geflüchteten, die seit Beginn der Fluchtbewegungen eingereist sind, hat heute einen Job», betonte Terzenbach. Davon wiederum die Hälfte arbeite auf Fachkraftniveau. «Insbesondere gering Qualifizierte verlieren in der Krise leichter ihren Job», sagte Terzenbach. «Keine formale Qualifikation und schlechte Sprachkenntnisse - insbesondere wenn diese beiden Merkmale zusammenkommen, führt das häufiger zum Arbeitsplatzverlust», erklärte er.

Insgesamt liege Deutschland bei der Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt besser als andere Länder. Es gebe jedoch deutliche Unterschiede. Frauen seien schwieriger zu integrieren, weil sie oft wegen traditioneller Rollenmuster für die Familienarbeit zuständig seien und deswegen noch nicht in ausreichendem Maße an Integrations- und Qualifizierungskursen teilnehmen.

Die Arbeitsverwaltung versuche mit individuellen Unterstützungsangeboten zu helfen. Dabei müssen Menschen persönlich miteinander sprechen was in der Corona-Hochphase oft schwierig war. «Gerade bei Geflüchteten ist der persönliche Kontakt von Mensch zu Mensch besonders wichtig», sagte Terzenbach. (dpa)

+++ 26. Juli +++

9000 Corona-Fälle in Berlin: Zehn Neuinfektionen

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Berlin ist von Samstag auf Sonntag um zehn auf nun genau 9000 Fälle gestiegen. Dies teilte am Abend die Senatsgesundheitsverwaltung mit. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden zurzeit 44 Personen, davon werden 20 intensivmedizinisch betreut - diese Zahlen blieben im Vergleich zum Vortag fast unverändert.

Neue Todesfälle im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 wurden am Samstag und Sonntag nicht verzeichnet, insgesamt starben seit Beginn der Pandemie 223 Menschen in Berlin.

Die Corona-Ampel steht laut Gesundheitsverwaltung weiterhin bei allen drei Indikatoren auf Grün. Weder die Zahl der Neuinfektionen pro Woche pro 100 000 Einwohner noch der Anteil der für Covid-19-Patienten benötigten Plätze auf Intensivstationen oder die Reproduktionszahl sind demnach ein Grund, weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. (dpa)

Bundesweit 305 Corona-Neuinfektionen

Nach dem deutlichen Anstieg der täglichen Corona-Neuinfektionen am Ende der vorigen Woche hat das Robert Koch-Institut (RKI) bis Samstagabend 305 neue Fälle registriert. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 205.269 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen mitteilte (Datenstand 26.7., 0.00 Uhr).

Demnach starben bundesweit 9118 mit dem Virus infizierte Menschen - seit dem Vortag kam kein neuer Todesfall hinzu. Bis Sonntagmorgen hatten 190.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Demnach sind in Deutschland mehr als 6000 aktive Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 registriert.

Am Donnerstag und Freitag waren dem RKI jeweils rund 800 Neuinfektionen gemeldet worden. Daraufhin hatte die Behörde die Entwicklung „sehr beunruhigend“ genannt und an die Bevölkerung appelliert, Abstands- und Hygieneregeln konsequent einzuhalten. Die Zahlen der Neuinfektionen sind am Wochenende tendenziell niedriger als an Werktagen, weil nicht alle Gesundheitsämter ihre Werte übermitteln.

Bundesweit lag die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 25.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,24 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 25.7., 0.00 Uhr, bei 1,25 (Vortag: 1,16). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (afp)

Australien zählt so viele Corona-Tote wie noch nie binnen 24 Stunden

Trauriger Corona-Rekord in Australien: Erstmals seit Beginn der Pandemie sind innerhalb von 24 Stunden zehn Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das sagte der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, am Sonntag vor Journalisten. Dort seien alle neuen Todesfälle registriert worden. Außerdem seien am Samstag 459 Neuinfektionen in Victoria - wo auch die Millionenmetropole Melbourne liegt - hinzugekommen.  (dpa)

Corona-Lehren: Gesundheitssystem darf nicht „auf Kante genäht“ sein

Mehr Schutzkleidung, rasch verfügbare Betten in den Kliniken - und mehr Medikamente sowie Chemikalien aus dem eigenen Land: Das sind für den Münchner Mediziner Clemens Wendtner die Konsequenzen, die Deutschland aus der Corona-Krise ziehen sollte. Das Gesundheitssystem dürfe nicht „auf Kante genäht“ sein, sagte der Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing, der im Januar die ersten Corona-Patienten in Deutschland behandelt hatte.

„Wir haben durch die Pandemie gelernt, dass eine Resilienz - die Fähigkeit, eine Krise zu überstehen - auch im Gesundheitswesen nötig ist“, sagte Wendtner. So sollten zum Beispiel mehr Betten in Krankenhäusern kurzfristig verfügbar gemacht werden können. „Wir müssen künftig auch größere Mengen an Schutzkleidung vorhalten.“ Zudem müssten Maschinen und Chemikalien zur Herstellung von Virus-Tests vorrätig sein, so dass diese im eigenen Land produzierbar seien, ebenso wie Medikamente. Der wesentliche Faktor seien darüber hinaus die Menschen, die engagiert bleiben und Hygiene, Mundschutz und Abstandsregeln ernst nehmen.

„Keiner wäre heute so vermessen zu sagen: Wir haben damals alles richtig gemacht“, sagte Wendtner. Umso wichtiger sei es, in Zukunft vorbereitet zu sein. Schon jetzt müsse man sich rüsten für mögliche weitere und dann eventuell andersgeartete Pandemien. (dpa)

Bahn gegen Strafen bei Verletzung der Maskenpflicht

Bei Verstößen von Fahrgästen gegen die Maskenpflicht in ihren Zügen hält die Deutsche Bahn Strafen nicht für nötig. „Wir sind ein offenes System und setzen auf Einsicht und die Kommunikation unserer Zugbegleiter mit jenen Fahrgästen, die keine Maske tragen“, sagte Bahnchef Richard Lutz den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag).

„Überzeugung und Appell an die Verantwortung stehen vor der Bestrafung“, fügte er hinzu. Wenn dies nicht wirke, hole die Bundespolizei im Fernverkehr uneinsichtige Fahrgäste am nächsten Bahnhof aus dem Zug. „Das ist bisher aber nur sehr selten vorgekommen“, betonte Lutz. Wegen der Corona-Pandemie gilt im Fernverkehr der Bahn seit Mitte Mai die Pflicht, eine Atemschutzmaske zu tragen. (dpa)

Corona-Masseninfektion in Niederbayern - 174 Erntehelfer angesteckt

Nach einer Corona-Masseninfektion auf einem großen Bauernhof im niederbayerischen Mamming stehen fast 500 Menschen unter Quarantäne und dürfen den Betrieb nicht mehr verlassen. Ein Sicherheitsdienst überwacht das Ausgehverbot. Insgesamt 174 Erntehelfer wurden bei der Reihenuntersuchung positiv auf den Corona-Erreger Sars-Cov2 getestet, wie das Landratsamt Dingolfing-Landau am Samstagabend mitteilte. (dpa)

Iranischer Vizeminister: Corona-Lage im Land „gar nicht gut“

Der iranische Vizegesundheitsminister Iradsch Harirchi hat ein düsteres Bild wegen der Corona-Krise gezeichnet und die Bevölkerung auf viele weitere Todesopfer eingestellt. „Fast das ganze Land ist wegen Corona im Rot-Status (Alarmzustand), und die Lage ist gar nicht gut“, sagte Harirchi am Sonntag laut Nachrichtenagentur Isna. Wenn die Bürger die Hygienevorschriften nicht einhielten, werde das Land weiterhin im Durchschnitt 200 Todesfälle am Tag registrieren müssen.

Harirchi und seine Kollegen im Gesundheitsministerium stehen den von von Präsident Hassan Ruhani eingeführten Lockerungen kritisch gegenüber. Diese haben aus ihrer Sicht dazu geführt, dass die Bevölkerung die Vorschriften und die Pandemie nicht mehr ernst nimmt.

Die Folge war ein dramatische Anstieg der Zahlen bei Toten und Neuinfizierten. Alleine in den letzten 24 Stunden starben erneut 216 Patienten, die sich mit dem Virus infiziert hatten. Die Zahl der Todesopfer liegt aktuell bei 15 700, die der bisher nachgewiesenen Infektionen bei 291 172, so das Gesundheitsministerium am Sonntag laut Nachrichtenagentur IRNA.

Für hitzige Diskussionen im Land sorgt derzeit auch das Beharren des Klerus, trotz der Corona-Krise die Aschura-Trauerfeiern Ende August zu veranstalten. Bei Aschura-Feiern anlässlich der Ermordung des dritten schiitischen Imams Hussein im Jahr 680 versammeln sich immer wieder Menschenmassen. Ansammlungen von Menschen werden laut Gesundheitsexperten definitiv zu vielen neuen Infektionen führen. Präsident Ruhani will die Zeremonie trotzdem erlauben - angeblich könne er sich gegen den Klerus nicht durchsetzen, heißt es in Teheran. (dpa)

+++ 25. Juli +++

34 Neuinfektionen in Berlin

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Berlin ist am Samstag um 34 Fälle gestiegen. Sie lag nach Angaben der Senatsgesundheitsverwaltung vom Samstag bei 8990. Am Vortag war die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit 63 so hoch ausgefallen wie seit Ende Juni nicht mehr. 42 Patienten wurden den jüngsten Angaben zufolge im Krankenhaus behandelt, 20 davon intensivmedizinisch - diese Zahlen blieben im Vergleich zum Vortag fast unverändert.

Neue Todesfälle im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 wurden am Samstag nicht verzeichnet, insgesamt starben seit Beginn der Pandemie 223 Menschen in Berlin.

Die Corona-Ampel steht laut Gesundheitsverwaltung weiterhin bei allen drei Indikatoren auf Grün. Weder die Zahl der Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner noch der Anteil der für Covid-19-Patienten benötigten Plätze auf Intensivstationen oder die Reproduktionszahl sind demnach ein Grund, weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. (dpa)

Ärztekammer Berlin begrüßt Corona-Tests für Reiserückkehrer

Der Präsident der Ärztekammer hat die geplanten Corona-Tests nach Auslandsreisen begrüßt. „Es geht darum, die Ausbreitung dieser Infektionskrankheit zu verhindern beziehungsweise einzudämmen“, sagte der Präsident der Ärztekammer Berlin, Günther Jonitz, im RBB-Inforadio (Freitag). Es gebe keine perfekte Maßnahme, um das Coronavirus einzudämmen. Menschen, die aus Risikogebieten zurückkämen, müssten aber zumindest die Möglichkeit haben, sich unmittelbar testen zu lassen.

Auslandsurlauber können sich künftig an Flug- und Seehäfen oder in ihren Heimatorten kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Einen entsprechenden Beschluss fassten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Freitag bei einer Schaltkonferenz. Eine rechtliche Verpflichtung für einen Corona-Test nach Rückkehr wurde zunächst nicht beschlossen. Wer aus einem Risikoland zurück kommt, ist faktisch allerdings zum Test verpflichtet, will er eine Quarantäne vermeiden.

Jonitz erklärte im Inforadio: „Ich glaube, dass die meisten sich auch darauf einlassen werden, weil das eine angenehmere Geschichte ist als 14 Tage Quarantäne zu Hause.“ Wie sich das auf Arztpraxen auswirke, werde sich noch zeigen - je nachdem wie viele Menschen sich dort testen lassen.

In Berlin sollen die kostenfreien Tests in allen Praxen möglich sein, die sich dazu bereiterklären. Das Angebot startet laut einer Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) von Donnerstag frühestens Mitte kommender Woche, spätestens am 3. August. Testwillige, die aus Risikogebieten zurückkommen, sollen sich telefonisch in der Praxis anmelden. (dpa)

Vietnam: Erster lokaler Coronafall nach fast 100 Tagen

Fast 100 Tage lang haben Behörden in Vietnam keine lokale Infektion mit dem Coronavirus gemeldet - nun bestätigten Ärzte erstmals wieder einen solchen positiven Fall. Mehrfache Tests bei einem 57 Jahre alten Mann aus der Großstadt Da Nang seien positiv ausgefallen, schrieb die Zeitung „VnExpress“ am Samstag unter Berufung auf örtlich Behörden. Damit wurde in dem südostasiatischen Land 99 Tage keine lokale Ansteckung mit dem Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen.

Der Mann sei bereits am Montag in ein Krankenhaus gekommen, die Ärzte waren zunächst aber von einer Lungenentzündung ausgegangen, hieß es. Mittlerweile habe sich der Zustand des Erkrankten verschlechtert. Er sei an ein Beatmungsgerät angeschlossen worden. Dutzende Menschen, die in engem Kontakt mit ihm standen, seien negativ getestet worden. Laut Medienberichten gibt es aber Menschen, die Symptome zeigten.

Das Krankenhaus, in dem der Mann zunächst behandelt worden war, dürfe derzeit keine Patienten aufnehmen oder entlassen. Der Flughafen sei für internationale Flüge gesperrt worden. Man bereite sich nun in der Küstenstadt auf groß-angelegte Tests vor. Wo sich der Mann angesteckt habe, sei unklar. Er habe das Land monatelang nicht verlassen.

Vietnam konnte die Zahl der registrierten Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie bisher auf gut 400 begrenzen. Nach Behördenangaben ist dort bislang niemand in Zusammenhang mit einer Infektion gestorben. Bei den Corona-Fällen aus jüngster Zeit handelte es sich um Vietnamesen, die aus dem Ausland zurückgekehrt waren. (dpa)

Zweiter Tag in Folge mit mehr als 70.000 neuen Corona-Fällen in den USA 

Die Zahl der Corona-Infizierten in den USA steigt weiter steil an. Am Freitag wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität den zweiten Tag in Folge mehr als 70.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Andere Länder kämpfen bereits mit einer zweiten Infektionswelle: Im spanischen Katalonien wurden wegen stark steigender Infektionszahlen alle Diskotheken geschlossen. In Südkorea wurde der höchste Anstieg seit fast vier Monaten registriert.

Weltweit wurden bis Samstagmittag 15,8 Millionen Infektions- und 639.981 Todesfälle registriert, wie aus einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage offizieller Angaben hervorging. Die Zahl der täglichen Neuansteckungen war am Donnerstag und Freitag mit jeweils über 280.000 die höchste seit dem Beginn der Pandemie.

Mit 74.000 Neuinfektionen und 1157 neu hinzugekommenen Todesopfern stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen in den USA bis Freitagabend auf 4,1 Millionen, die Zahl der Todesopfer auf mehr als 145.000. Die USA liegen damit weltweit an erster Stelle der am härtesten betroffenen Staaten. (afp)

Spahn lässt Corona-Testpflicht für Reise-Rückkehrer prüfen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lässt eine Pflicht zu Corona-Tests für Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten prüfen. Bei den Neuinfektionen gebe es derzeit „so eine hohe Zahl wie lange nicht“, sagte er zur Begründung. Eine solche Test-Pflicht würde deutlich über den Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern vom Freitag hinausgehen: Sie hatten beschlossen, auf deutschen Flughäfen Teststellen einzurichten, bei denen sich Reiserückkehrer kostenlos auf eigenen Wunsch auf das Virus testen lasen können.

Spahn wies darauf hin, dass für verpflichtende Tests hohe rechtliche Hürden bestünden: „Das ist ja ein Eingriff in die Freiheit, jemanden zum Test zu verpflichten“, sagte er. Die Gerichte schauten „sehr genau hin, dass jeder Eingriff verhältnismäßig“ sei. (afp)

Kinderärzte befürchten Ansturm wegen „Schnupfnasen“ 

Die Kinderärzte in Deutschland befürchten mit Blick auf die im Herbst beginnende Erkältungssaison wegen der Corona-Pandemie einen Ansturm auf die Praxen. Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, sagte der Deutschen Presse-Agentur, in der Infektzeit sei man auch so jedes Jahr gut beschäftigt, „und das bei einem allgemein zu konstatierenden Kinder- und Jugendarztmangel“. „Wenn jetzt aber - oft ausgehend von den Kitas und Schulen selbst - zusätzlich noch Kinder geschickt werden, bei denen jede Schnupfnase als Hinweis auf Covid-19 gesehen wird, dann ein Test verlangt wird, dann werden wir dies nicht alleine bewältigen können.“

Fischbach forderte unter anderem, dass Eltern ihre Kinder bei kleinen Infekten mehrere Tage auch ohne Attest des Arztes zu Hause behalten und gesund pflegen können sollten. „Hierzu bedarf es aber endlich einer großzügigen Karenztagregelung für die betreuenden Eltern, die ohnehin teilweise bereits um ihre Jobs fürchten müssen.“

Der Verband kritisierte auch die aktuellen Testkriterien des Robert Koch-Instituts, wonach Ärzten die Veranlassung eines Corona-Tests bei „akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere (...) bei allen Patienten unabhängig von Risikofaktoren“ empfohlen wird. Gerade kleine Kinder wiesen diese Symptome im Rahmen von banalen Atemwegsinfekten sehr häufig auf. „Es ist also schlicht nicht leistbar - selbst beim besten Willen -, jedes Kind mit diesen Symptomen zu testen. Und es ist auch nicht sinnvoll.“ (dpa)

Patientenschützer: Spahn muss Vorwürfe bei Corona-App aufklären 

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Aufklärung gefordert, was an den Vorwürfen rund um die Probleme bei der Corona-Warn-App dran ist. Die App sei ein wichtiger Baustein, das Coronavirus in Schach zu halten, erklärte Vorstand Eugen Brysch am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. „Jetzt soll auf immer mehr Smartphones die Kontaktüberprüfung nur lückenhaft funktionieren. Das beunruhigt die über 15 Millionen Nutzer.“ Und weiter: „Für maximale Irritation sorgt jedoch der Bundesgesundheitsminister. Sein Schweigen ist nicht zu akzeptieren.“ Das Vertrauen in die richtige Funktion sei der Schlüssel des Erfolgs der Corona-Warn-App.

Gut einen Monat nach dem Start der Corona-Warn-App waren am Freitag weitere technische Probleme bei der Nutzung bekannt geworden. Nach Recherchen von tagesschau.de funktioniert auch auf vielen iPhones die Kontaktüberprüfung nur lückenhaft. Nutzerinnen und Nutzer seien teilweise über Wochen nicht über die App informiert worden, ob sie Kontakt zu Infizierten hatten oder nicht, berichtete das Webportal der ARD am Freitagabend. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung bereits über ähnliche Probleme bei Millionen Android-Geräten berichtet. (dpa)

781 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 781 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 204 964 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen meldete (Datenstand 25.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9118 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von Sieben im Vergleich zum Vortag. Bis Samstagmorgen hatten 189.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.
Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 24.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,08 (Vortag: 0,93). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 24.7., 0.00 Uhr, bei 1,16 (Vortag: 1,05). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Studie: Corona bedroht 158.000 Jobs in Europas Textilindustrie

Die Folgen der Corona-Krise bedrohen nach einer aktuellen Studie des Kreditversicherers Euler Hermes mehr als 150.000 Arbeitsplätze in der europäischen Textil- und Bekleidungsindustrie. „Wir gehen davon aus, dass trotz der zahlreichen Unterstützungsmaßnahmen etwa 13.000 Unternehmen in Europa bis Ende 2021 verschwinden und damit rund 158.000 Jobs in der europäischen Textilindustrie in Gefahr sein dürften“, fasste der Deutschland-Chef von Euler Hermes, Ron van het Hof, das Ergebnis zusammen.

Danach dürften die Umsätze der europäischen Textil- und Bekleidungshersteller in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie um rund 19 Prozent einbrechen. Zwar werde schon im kommenden Jahr der Umsatz der Branche wieder spürbar zunehmen. „An das Vorkrisenniveau dürfte er aber wohl nicht vor 2023 anknüpfen“, sagte der Euler-Hermes-Branchenexperte Aurélien Duthoit.

Die Textilindustrie in Deutschland dürfte der Studie zufolge noch mit einem blauen Auge davon kommen. Hier werde der Umsatzeinbruch mit 12 Prozent deutlich geringer ausfallen als etwa in Italien und Frankreich. Die Gründe dafür seien zum einen der wesentlich kürzere und weniger strikte Lockdown und die vergleichsweise schnellere Wiedereröffnung der textilen Einzelhandelsgeschäfte. Zum anderen spiele aber auch der höhere Anteil an industrieller Textilherstellung eine Rolle, betonte der Kreditversicherer. Dadurch sei die Abhängigkeit vom kriselnden Modehandel geringer. (dpa)

+++ 24. Juli +++

Stärkster Anstieg der Corona-Infektionszahlen seit Juni: 8956 bestätigte Fälle in Berlin

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in der Hauptstadt ist am Freitag so stark gestiegen wie seit Ende Juni nicht mehr. Sie stieg nach Angaben der Senatsgesundheitsverwaltung um 63 auf 8956. 41 Patienten werden demnach derzeit im Krankenhaus behandelt, 20 davon intensivmedizinisch - die Zahlen blieben im Vergleich zum Vortag fast unverändert. Ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 wurde verzeichnet, insgesamt starben seit Beginn der Pandemie 223 Menschen in Berlin. 8418 gelten dagegen als genesen.

Die Corona-Ampel steht laut Gesundheitsverwaltung weiterhin bei allen drei Indikatoren auf Grün. Weder die Zahl der Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner noch der Anteil der für Covid-19-Patienten benötigten Plätze auf Intensivstationen oder die Reproduktionszahl sind demnach ein Grund, weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. (dpa)

Wegen steigender Corona-Zahlen Nachtlokale in Katalonien geschlossen

Angesichts der vor allem in Barcelona wieder steigenden Zahl von Infektionen mit dem Coronavirus haben die Behörden neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens angeordnet. So kündigte die Regionalregierung in der Touristenmetropole Barcelona am Freitagabend die Schließung aller Diskotheken, Clubs und anderer Lokale des Nachtlebens in der gesamten Region im Nordosten des Landes an, wie die Zeitung "El País" berichtete.

Zuvor hatte Frankreich schon von Reisen nach Katalonien abgeraten und Norwegen für Rückkehrer aus Spanien eine zehntägige Quarantäne angeordnet. In ganz Spanien mit seinen rund 47 Millionen Einwohnern wurden binnen 24 Stunden mehr als 900 neue Infektionen registriert, wie das Gesundheitsministerium in Madrid mitteilte. Fast die Hälfte der Fälle wurden aus Katalonien und der Nachbarregion Aragón gemeldet. (dpa)

Bericht: Viele Krankenhäuser rechnen wegen Corona-Krise mit Defizit

Zahlreiche deutsche Kliniken befürchten, infolge der Corona-Pandemie in die roten Zahlen zu rutschen. Das berichtet die «Süddeutsche Zeitung» (Wochenende) unter Berufung auf die «Krankenhausstudie 2020» der Unternehmensberatung Roland Berger, die am Montag veröffentlicht werden soll.

Für die Untersuchung wurden den Angaben zufolge Geschäftsführer der 600 größten deutschen Kliniken befragt. 57 Prozent von ihnen rechnen demnach für 2020 mit einem Defizit. Vergangenes Jahr hätten nur 32 Prozent der Krankenhäuser ein Minus verzeichnet. Besonders düster sehen die Manager großer Kliniken mit mehr als 1000 Betten die Lage: In dieser Gruppe rechneten sogar 72 Prozent mit Verlusten im laufenden Geschäftsjahr, heißt es in dem Bericht. Der Abwärtstrend erkläre sich vor allem mit der schwachen Auslastung während der Pandemie-Hochphase im März und April.

Mitte März hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Krankenhäuser angewiesen, die Zahl der Beatmungsplätze hochzufahren und genügend Intensivbetten für Covid-19-Patienten freizuhalten. Bei Weitem nicht alle dieser Betten wurden benötigt. Deshalb sei die Belegung der Intensivstationen großer Häuser mit mehr als 1000 Betten um 27 Prozent gesunken, auf Normalstationen sogar um 37 Prozent, heißt es dem Bericht zufolge in der Studie. (dpa)

1200-Euro-Strafe für Spaziergang trotz Corona-Infektion

Weil sie trotz nachgewiesener Corona-Infektion spazieren ging, muss eine Frau in Österreich eine Geldstrafe von 1200 Euro zahlen. Das Landgericht Ried im Innkreis verurteilte die 35-Jährige am Freitag wegen vorsätzlicher Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die Oberösterreicherin musste nach einem positiven Corona-Test in Heimquarantäne. Vor Gericht meinte sie, dass sie es nach zwei Tagen «nicht mehr ausgehalten» und deshalb mit Mundschutz eine kleine Runde an der frischen Luft gedreht habe. Dabei wurde sie von einer Nachbarin beobachtet, die die Polizei verständigte. Der Richter erlaubte sich einen Seitenhieb auf die Nachbarin, die die 35-Jährige auch selber zum Umkehren hätte auffordern können. «Denunzieren soll nicht zum Volkssport werden, ich finde eine solche Gesellschaft nicht lebenswert.»

Bereits am Mittwoch war in Klagenfurt eine 49-Jährige zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und 800 Geldstrafe verurteilt worden, weil sie trotz Heimquarantäne einen Postschalter in einem Supermarkt aufgesucht hatte. (dpa)

15 Parlamentsabgeordnete in Sambia mit Corona infiziert

In Sambia sind 15 Abgeordnete positiv auf das Coronavirus getestet worden. Zuvor hatten alle gut 150 Parlamentarier einen Rachenabstrich machen lassen, sagte Gesundheitsminister Chitalu Chilufya am Freitag. Die Tests wurden angeordnet, nachdem zwei Abgeordnete am Wochenende gestorben waren, einer davon an der Lungenkrankheit Covid-19.

Derweil bestätigte in Kenia der Regierungssprecher Cyrus Oguna, dass auch er Corona-positiv ist. Er habe milde Symptome und sei in einem Isolations- und Behandlungszentrum, sage er. In Südafrika wurden jüngst zwei Minister wegen Infektionen ins Krankenhaus gebracht. (dpa)

Fauci lobt Trump: Absage von Parteitag „gute Entscheidung“

Anthony Fauci, Direktor des US-Instituts für Infektionskrankheiten.
Foto: dpa/Alex Brandon

Der US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci hat sich positiv über die jüngsten Maßnahmen des US-Präsidenten Donald Trump in der andauernden Corona-Krise geäußert. Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten sagte dem Sender Fox News am Freitag, Trumps Absage des Parteitags der Republikaner Ende August in Florida sei eine „gute Entscheidung“ gewesen. Der Immunologe begrüßte auch, dass Trump inzwischen zum Tragen einer Schutzmaske rate und sich selber mit Maske zeige. „Das wird ein gutes Beispiel für den Rest des Landes abgeben.“

Fauci, der der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses angehört, fügte hinzu: „Ich denke also, wir bewegen uns in dieser Hinsicht in eine wirklich positive Richtung.“ Trump schlägt in der Krise seit wenigen Tagen deutlich pessimistischere Töne an. Fauci sagte, Trump sei klar geworden, wie die Lage sei, und er habe sein Verhalten angepasst. Mittlerweile wurden in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern mehr als vier Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen. (dpa)

Italien erlässt Corona-Quarantäne für Rumänien und Bulgarien

Italien erlässt wegen der Corona-Pandemie wieder eine Quarantäne-Pflicht für Einreisen aus den EU-Ländern Bulgarien und Rumänien. Das kündigte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Freitag in Rom an. Eigentlich hatte Italien seine Grenzen zu den anderen EU-Staaten und vielen weiteren europäischen Ländern am 3. Juni geöffnet.

Für Einreisende, die von außerhalb des Schengenraumes kommen, etwa aus den USA oder Asien, gilt ohnehin eine zweiwöchige Quarantäne in Italien. In dem Mittelmeerland leben und arbeiten viele Menschen aus Rumänien und Bulgarien.

Die italienischen Behörden sind aktuell besorgt, dass Einreisende aus anderen Ländern die Viruswelle wieder verstärkt ins Land tragen könnten. Bis Freitag starben in Italien 35.097 Menschen in oder mit der Covid-19-Krankheit. Knapp 245.600 Menschen hatten sich insgesamt mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. (dpa)

Frankreich rät von Reisen nach Katalonien ab

Frankreich rät angesichts steigender Corona-Zahlen von Reisen in die spanische Region Katalonien ab. Premierminister Jean Castex empfahl am Freitag, die Region im Nordosten des Nachbarlands zu meiden. Das Außenministerium stehe zudem im Kontakt mit den Behörden auf der anderen Seite der Grenze, um auch Bewegungen von Spanien nach Frankreich so gering wie möglich zu halten. In Katalonien steigen die Infektionszahlen seit Mitte Juli wieder an.

Castex kündigte zudem an, dass Reisende aus 16 Ländern bei der Ankunft in Frankreich einen Corona-Test machen müssen. Dazu gehören nach Medienberichten unter anderem die USA, Israel, Südafrika und Indien. Eine offizielle Liste lag zunächst nicht vor. Fällt der positiv aus, müssten die Betroffenen in Quarantäne. Frankreich ist von der Pandemie schwer getroffen. Mehr als 30000 Menschen starben. (dpa)

Österreich steigert Zahl der Corona-Tests

In Österreich liegt die Zahl der täglichen Corona-Tests nach Angaben von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) inzwischen auf Rekordniveau. Mit durchschnittlich etwa 10.000 Tests würden so viele Menschen wie bisher noch nie auf eine Infektion mit dem Coronavirus überprüft, sagte der Minister am Freitag. Zwar seien die jüngst steigenden Infektionszahlen durchaus Grund zur Sorge, allerdings herrsche auch Zuversicht, dass die Situation unter Kontrolle bleibe.

In Deutschland, das etwa neun Mal so viele Einwohner wie Österreich hat, wurden laut Robert Koch-Institut in der 29. Kalenderwoche über 530 000 Tests gemacht.

Insgesamt sind in Österreich aktuell etwa 1500 Menschen mit dem Virus infiziert. Schwerpunkte bei den Neuinfektionen sind die Bundesländer Wien und Oberösterreich. In St. Wolfgang am Wolfgangsee wurden in acht Tourismusbetrieben 16 Mitarbeiter positiv getestet. Bei allen handelt es sich um Praktikanten, wie der Krisenstab des Landes mitteilte. Sie sind in Quarantäne. Weitere Tests liefen. In den bei deutschen Urlaubern beliebten Bundesländern Tirol und Kärnten wurden zuletzt nur sehr wenige neue Fälle gemeldet.

Als Reaktion auf den jüngsten Trend ist die Maskenpflicht in ganz Österreich seit Freitag ausgeweitet worden. Die Menschen müssen nun wieder in Lebensmittelgeschäften, bei der Post oder Bank einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Im medizinischen Bereich sowie in Bussen und Bahnen galt die Maskenpflicht bisher schon. (dpa)

Masken in Bussen, Bahnen und Fliegern bei Europareisen empfohlen

Bei Reisen in Europa empfehlen die EU-Staaten in allen Verkehrsmitteln Masken im Kampf gegen Corona. Dies gelte, wenn physischer Abstand nicht möglich sei, heißt es in einem Beschluss der 27 Länder vom Freitag. Gemeint sind Busse, Züge, Flugzeuge sowie Flughäfen und Bahnhöfe. Darüber hinaus sollen wenn möglich digitale Tickets und Ticketkontrollen genutzt werden. Bei Grenzformalitäten sollten Kontakte so gering wie möglich sein.

In allen Verkehrsmittel im grenzüberschreitenden Verkehr soll zudem intensiver sauber gemacht und ein hoher Grad von Reinlichkeit gehalten werden. Dazu könne auch das Bereitstellen von Desinfektionsmittel gehören, heißt es in dem Beschluss. In allen Fahrzeugen solle regelmäßig Frischluft zugeführt beziehungsweise umgewälzt werden.

Der Beschluss soll dazu dienen, sich bei den Hygienevorgaben für Reisen in der EU abzustimmen. Das wiederum soll bei den Reisenden Vertrauen stiften und das Reisen in Europa wieder in Gang bringen. (dpa)

Russland nimmt internationalen Flugverkehr eingeschränkt wieder auf

Nach mehr als vier Monaten ohne internationalen Flugverkehr wird Russland erstmals wieder reguläre Verbindungen mit dem Ausland aufnehmen. Angeflogen würden vom 1. August an zunächst die Türkei, Großbritannien und Tansania, sagte Vizeregierungschefin Tatjana Golikowa am Freitag in Moskau. Besonders die Türkei ist für Russen wegen der deutlich günstigeren Urlaubsangebote als in der Heimat ein attraktives Reiseziel. Das Verkehrsministerium in Moskau teilte mit, dass Verhandlungen mit 30 weiteren Ländern über eine Wiederaufnahme des Flugverkehrs liefen.

Russland gilt als Risikoland und hat nach den USA, Brasilien und Indien die meisten Coronavirus-Infektionen. Die Zahl der registrierten Fälle stieg auf mehr als 800.000, die der bisher mit dem Virus Sars-CoV-2 Gestorbenen wurde mit 13.046 angegeben. (dpa)

RKI: Entwicklung der Infektionszahlen „sehr beunruhigend“

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat sich besorgt über den Anstieg der neu gemeldeten Coronavirus-Fälle in den vergangenen Tagen gezeigt. „Diese Entwicklung ist sehr beunruhigend und wird vom RKI weiter sehr genau beobachtet“, teilte eine RKI-Sprecherin am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. „Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden“. Am Freitag habe die Zahl der neu übermittelten Corona-Fälle mit 815 deutlich höher als in den Vorwochen gelegen. „Zuvor lag die Zahl bei um die 500 übermittelten Fällen pro Tag, zeitweise auch deutlich darunter“, so die Sprecherin.

Wie das RKI erklärte, ist der Zuwachs in vielen Bundesländern zu beobachten. Mehr als 60 Prozent der neuen Fälle seien jedoch auf Anstiege in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg zurückzuführen. Bundesweit gebe es viele kleinere „Geschehen“ in verschiedenen Landkreisen: So hätten sich Menschen bei größeren Feiern im Familien- und im Freundeskreis, bei Freizeitaktivitäten, an Arbeitsplätzen, aber auch in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen angesteckt. Hinzu kämen zunehmende Fälle unter Reiserückkehrern, hieß es. (dpa)

Spahn mahnt Reiserückkehrer zur Vorsicht: „Ein Test ist kein Freifahrschein“

Auch nach einem negativen Corona-Test sollen Reiserückkehrer aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf den Infektionsschutz achten. „Ein Test ist kein Freifahrschein, sondern immer nur eine Momentaufnahme“, sagte Spahn am Freitag in Berlin. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten zuvor beschlossen, dass sich alle Reisenden aus Risikogebieten nach ihrer Rückkehr in Deutschland künftig kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können. Spahn sagte: „Vernünftiges Verhalten und Wachsamkeit bleiben unverzichtbar.“

Der Gesundheitsminister betonte: „Die aktuellen Infektionszahlen zeigen einmal mehr: Wir sind noch mitten drin in der Corona-Pandemie“. Der zunehmende Reiseverkehr erhöhe das Risiko, dass wieder mehr Infektionen nach Deutschland hineingetragen werden. „Daher wird der Bund die Nationale Teststrategie so ergänzen, dass sich alle Reiserückkehrer binnen drei Tagen nach Einreise testen lassen können.“ Für Einreisende aus Risikogebieten sollten die Tests direkt an den Flughäfen angeboten werden. (dpa)

Brandenburg kooperiert mit Berlin für Corona-Tests von Rückkehrern

Brandenburg will bei den geplanten Corona-Tests für Reiserückkehrer eng mit dem Nachbarland Berlin zusammenarbeiten. „Wir werden uns jetzt zügig mit Berlin, der Charité, dem Landkreis und der Flughafengesellschaft abstimmen und gemeinsam das Testangebot am Flughafen Schönefeld aufbauen“, erklärte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Gabriel Hesse, am Freitag. Der Flughafen liegt südlich von Berlin im Landkreis Dahme-Spreewald. Brandenburg wertet die geplanten Tests positiv: „Es besteht die Gefahr, dass Reiserückkehrer unbemerkt neue Corona-Infektionen hier verursachen“, sagte der Sprecher. (dpa)

Livestream statt Parade - CSD Berlin wird wegen Corona online gefeiert

Der Berliner Christopher Street Day (CSD) wird wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr vor allem im Internet gefeiert. Am Samstag soll es von 14.00 Uhr bis Mitternacht in der „Mainstream“ genannten Sendung Aktionen, Talks und künstlerische Beiträge geben, darunter von Rufus Wainright, Rummelsnuff und Black Cracker. Laut Veranstalter sind etwa 30 Organisationen und Vertreter verschiedener Queer-Communities dem Aufruf für das Online-Event mit dem Motto „Don’t hide your Pride!“ gefolgt.

Gesendet wird aus einem Livestudio nahe dem Alexanderplatz. Von Außenstandorten in Schöneberg und am Regierungsviertel soll über die Situation von Lokalen im Regenbogenkiez und von queeren Menschen in anderen Ländern berichtet werden. Ausgestrahlt wird das Programm auf Alex Berlin und auf den Social-Media-Kanälen des CSD Berlin. (dpa)

Paris ordnet Corona-Pflichttests für Rückkehrer aus Risikoländern an

Frankreich führt erstmals verpflichtende Coronavirus-Tests an Flughäfen ein. Betroffen sind Rückkehrer aus insgesamt 16 Risikoländern, wie Premierminister Jean Castex am Freitag in Paris ankündigte. Darunter sind neben den USA unter anderem auch Brasilien, die Türkei, Algerien und Israel. (AFP)

Gesundheitsminister beschließen kostenlose Corona-Tests für alle Urlaubsheimkehrer

An den deutschen Flughäfen wird es künftig Corona-Teststellen für Reiserückkehrer aus Risikogebieten geben. Sie sollen sich dort auf Wunsch kostenlos auf das Virus testen lassen können, wie die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Freitag nach Beratungen mit ihren Kollegen aus Bund und Ländern in Bonn sagte. Auch für Rückkehrer aus Nichtrisikogebieten sollen Corona-Tests künftig kostenlos sein, allerdings nicht direkt bei der Einreise angeboten werden.

Kalayci bezeichnete das Risiko, dass durch Urlaubsreisen Infektionen nach Deutschland eingeschleppt würden, als „sehr hoch“. Einige Bundesländer berichteten bereits von steigenden Fallzahlen, die auf Reiserückkehrer zurückzuführen seien. Die Senatorin verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass bei der Rückkehr aus einem Risikogebiet nach wie vor eine zweiwöchige Quarantäne vorgeschrieben sei. (AFP)

Corona-Zahlen in Belgien um 89 Prozent gestiegen

Die Zahl der entdeckten Corona-Infektionen in Belgien ist binnen einer Woche um 89 Prozent gestiegen. Durchschnittlich 221 neue Fälle pro Tag waren es in der Zeit vom 14. bis 20 Juli, wie die Agentur Belga am Freitag unter Berufung auf das zuständige Institut Sciensano meldete. Insgesamt wurden in den sieben Tagen 1544 Infektionen registriert. (dpa)

Söder fordert Corona-Testpflicht an deutschen Flughäfen

CSU-Chef und Kanzlerkandidat Markus Söder.
Foto: dpa/John Macdougall

CSU-Chef Markus Söder fordert eine Corona-Testpflicht für Urlaubsrückkehrer an allen deutschen Flughäfen. "Wir brauchen (auch) dringend auf Dauer verpflichtende Tests an den Flughäfen, insbesondere aus Risikogebieten. Da glaube ich reicht die Quarantäne alleine nicht aus. Da wäre ein Test direkt am Flughafen sinnvoll", sagte der bayerische Ministerpräsident am Freitag in Nürnberg. Söder betonte, dass es eine bundesweit einheitliche Regelung in der Frage geben müsse.

"Ich glaube, wir brauchen dafür jetzt rasche Grundlagen. Das Wichtigste ist aber, dass wir mal klären, ob es verpflichtend ist oder nicht", sagte Söder. Er sei der Meinung, dass der Schutz der Bevölkerung an oberster Stelle stehen solle. Mit Blick auf die in einigen Bundesländern bereits endenden Sommerferien sei es wichtig, "Tempo zu machen". Er hoffe nicht, dass es in einigen Fällen bereits zu spät sei, da hier die Menschen bereits aus den Urlaubsregionen zurückkehrten, es aber noch keine Tests gebe.

Für Bayern kündigte Söder zudem an, dass am Dienstag das Kabinett bereits die Corona-Tests auf freiwilliger Ebene für Flughäfen im Freistaat beschließen werde. Zugleich gebe es Überlegungen, auch für Rückkehrer in Autos auf den Straßen Test-Zentren zu eröffnen. Sorge würden ihm aber nicht nur rückkehrende Urlauber machen, sondern auch die anderen Heimkehrer aus europäischen Ländern und der Türkei. (dpa)

Russische Notenbank senkt Leitzins in Corona-Krise erneut

Die russische Notenbank hat angesichts der Corona-Krise den Leitzins erneut gesenkt. Der Zinssatz werde um 0,25 Prozentpunkte auf 4,25 Prozent reduziert, teilte die Notenbank am Freitag in Moskau mit. Ökonomen hatten einen allerdings eine deutlichere Zinssenkung um 0,50 Prozentpunkte erwartet. Laut der Notenbank sind auf den nächsten Sitzungen weitere Zinssenkungen möglich.

Die russische Notenbank folgt mit der Zinssenkung dem internationalen Trend in der Corona-Krise. Es ist die vierte Zinssenkung in diesem Jahr. Zuletzt hatte sie am 19. Juni die Zinsen gesenkt. Die erste Zinssenkung in diesem Jahr erfolgte Anfang Februar, also noch vor der Zuspitzung der Corona-Krise. (dpa)

Unternehmen wollen Dienstreisen auch nach der Corona-Krise reduzieren

Viele Konzerne in Deutschland wollen auch nach der Corona-Pandemie die Zahl ihrer Dienstreisen reduzieren. Die positiven Erfahrungen mit virtuellen Gesprächen während der Krise sollten genutzt werden, um bestimmte Treffen auch in Zukunft virtuell abzuhalten, wie aus einer branchenübergreifenden dpa-Umfrage unter deutschen Konzernen hervorgeht.

Ob Deutsche Post, Deutsche Telekom, Deutsche Bank, Rheinmetall, Zalando, Evonik, RWE, Bayer oder Thyssenkrupp: Von allen heißt es, man wolle die Möglichkeiten von Videokonferenzen auch weiterhin nutzen. Viele der Konzerne haben solche Tools auch vor der Pandemie bereits eingesetzt - etwa mit Blick auf den Klimaschutz, um Kosten zu sparen oder Mitarbeiter an unterschiedlichen Standorten zu verbinden. „Die Pandemie hat hier als Katalysator fungiert und der virtuellen Zusammenarbeit einen weiteren Schub gegeben“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Post. Viele Unternehmen wollen künftig von Fall zu Fall entscheiden und streben eine Mischung aus persönlichen Treffen und virtuellem Austausch an.

Eine aktuelle Studie des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation zeichnet das gleiche Bild: Knapp 90 Prozent von 500 befragten deutschen Unternehmen tendieren demnach dazu, Dienstreisen zukünftig zumindest kritischer zu hinterfragen. Die Studienautoren prophezeien: Es wird selbstverständlicher werden, virtuelle Zusammenkünfte statt Dienstreisen zu organisieren. (dpa)

Trotz Corona: Fridays for Future will wieder weltweit auf die Straße

Die Klimabewegung Fridays for Future will trotz der Corona-Krise im Herbst wieder weltweit auf den Straßen demonstrieren. „Nach langen Abstimmungen mit Aktivistinnen und Aktivisten aus der ganzen Welt haben wir uns entschieden, für den 25. September zum nächsten globalen Klimastreik aufzurufen“, sagte die Aktivistin Luisa Neubauer der Deutschen Presse-Agentur.

Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen; konkrete Aktionsformate würden noch erarbeitet. „Angesichts anhaltender klimapolitischer Ignoranz wollen und müssen wir offensichtlich wieder auf die Straßen gehen“, sagte sie.

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie hatten die Schwedin Greta Thunberg und andere Klimaaktivisten vor allem im Internet für mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz demonstriert. Aktionen etwa vor dem Berliner Reichstagsgebäude gab es zwar, sie blieben aber die Ausnahme.

„Die letzten Monate haben uns gezeigt, dass wir auf den Klimaprotest nicht verzichten können“, sagte der Aktivist Nick Heubeck der dpa. Weltweit steuere man ungebremst auf die 1,5-Grad-Marke bei der Erderwärmung zu und könne sich im „Klima-Entscheidungsjahr 2020“ keine Fehltritte mehr leisten. „Es ist gut, dass Fridays For Future im September da weitermacht, wo wir am Anfang des Jahres aufhören mussten.“

Neubauer sagte, die Ortsgruppen der Bewegung würden etwaige Ansteckungsrisiken durch strenge Hygieneauflagen minimieren. Als einen Anlass für den weltweiten Aufruf nannte sie die Enttäuschung über die Konjunkturprogramme, die Regierungen gegen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie aufgelegt haben. Sie seien „entgegen großer Ankündigungen keinesfalls tiefentransformativ, höchstes grün lackiert“, sagte Neubauer. „Die Emissionsbudgets wurden vollkommen ignoriert, die „Bazookas“ für das Klima sind ausgeblieben.“ (dpa)

+++ 23. Juli +++

Zahl bestätigter Corona-Infektionen in Berlin steigt auf 8893

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen ist in Berlin innerhalb eines Tage um 34 auf 8893 gestiegen. Im Krankenhaus werden derzeit fast unverändert 40 Patienten behandelt, 19 von ihnen auf der Intensivstation, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Donnerstagabend mitteilte.

Im Zusammenhang mit Covid-19 starben den Angaben zufolge seit März 222 Menschen, womit sich diese Zahl gegenüber dem Vortag nicht änderte. 8386 Infizierte sind inzwischen genesen. Die Corona-Ampel steht laut Gesundheitsverwaltung weiterhin bei allen drei Indikatoren auf Grün. 

Unter den Bezirken verzeichnet unverändert Mitte mit 1308 die meisten bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2, es folgen Neukölln (1092) und Charlottenburg-Wilmersdorf (890). (dpa)

Neue Corona-Fälle in Restaurant in Berlin-Mitte - mindestens 13 Infizierte

In einem Restaurant, in dem nach Angaben des Bezirks Mitte Corona-Vorschriften missachtet wurden, haben sich mindestens 13 Gäste mit dem Coronavirus angesteckt. Am Abend des 10. Juli waren drei positiv getestete Personen aus Münster zu Gast im Restaurant "Mio", wie das Bezirksamt Mitte am Donnerstag mitteilte. Bei der Nachverfolgung wurden weitere Kontaktpersonen ermittelt. "Das Personal des "Mio", das zu der Zeit im Restaurant gearbeitet hat, wurde nach Hause geschickt und wird durch das für sie zuständige Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt."

Das Gesundheitsamt Mitte arbeite mit anderen Gesundheitsämtern auch außerhalb Berlins zusammen. "Inzwischen gibt es 13 bestätigte Fälle, die Ermittlungen dauern an." Dem Gesundheitsamt sei unabhängig von den Kontaktpersonen mitgeteilt worden, dass in dem Restaurant ohne Einhaltung der Abstandsregelungen getanzt und gefeiert worden sei, so das Bezirksamt weiter. (dpa)

Corona in Südafrika: Präsident kündigt Schulschließungen an

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen schließt Südafrikas seine Anfang Juli teilweise wieder geöffneten Schulen für die kommenden vier Wochen. Damit solle eine Ansteckungsgefahr für Schüler und Lehrer vermieden werden, erklärte Präsident Cyril Ramaphosa am Donnerstagabend in einer Ansprache an die Nation. Vorausgegangen seien intensive Unterredungen mit Eltern- und Lehrervertretungen. Alle öffentlichen Schulen werden vom 27. Juli bis zum 24. August schließen. Das Schulspeiseprogramm werde aber fortgesetzt, das aktuelle Schuljahr zudem verlängert.

In Südafrika sind nach den Angaben 408.052 Covid-19-Fälle bestätigt worden - das Land hat rund die Hälfte aller Fälle auf dem Kontinent. "Der Corona-Sturm ist in der Tat in Südafrika eingetroffen", sagte er. Das Land habe nun die fünfthöchste Infektionszahl weltweit, aber auch eine der geringsten Todeszahlen; mehr als 6000 Menschen seien bisher am Coronavirus gestorben. (dpa)

Kritische Marke von 2000 Corona-Neuinfektionen in Israel durchbrochen

In Israel sind erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 2000 Neuinfektionen an einem Tag registriert worden. Das Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag mit, am Vortag seien 2033 Fälle gemeldet worden - ein Rekordhoch. Ein Wert von 2000 Neuinfektionen pro Tag gilt als Marke für noch schärfere Einschränkungen bis hin zu einem kompletten Lockdown.

Insgesamt wurden in Israel bislang mehr als 57.450 Sars-CoV-2-Infektionen registriert. Aktive Fälle gibt es derzeit mehr als 33.000, davon sind 302 Personen schwer erkrankt. 440 Menschen sind in Israel bislang nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. (dpa)

Corona-Fallzahlen in Tschechien steigen weiter an

In Tschechien hat es den zweiten Tag in Folge mehr als 200 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gegeben. Am Mittwoch seien 247 bestätigte neue Fälle hinzugekommen, teilten die Behörden am Donnerstag in Prag mit. Gesundheitsminister Adam Vojtech gab am Abend neue, flächendeckende Maßnahmen bekannt. Die Entwicklung sei zwar nicht "alarmierend" - aber "ungünstig". Es handele sich um "lokale Infektionsherde".

Eine allgemeine Maskenpflicht in Innenräumen und öffentlichen Verkehrsmitteln gilt derzeit nur in der besonders betroffenen östlichen Verwaltungsregion Mährisch-Schlesien. In den an Deutschland grenzenden nördlichen Verwaltungsregionen mit Sitzen in Liberec (Reichenberg) und Usti nad Labem (Aussig an der Elbe) ist eine Schutzmaske ab diesem Freitag in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen wie Apotheken und Arztpraxen sowie bei Besuchen in Altersheimen verpflichtend. (dpa)

Regierung zahlt Millionen für Maskenbeschaffung an Unternehmensberatung

Für die Beschaffung medizinischer Schutzausrüstung in der Corona-Krise zahlt die Bundesregierung fast zehn Millionen Euro an die Unternehmensberatung Ernst & Young. Das geht aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor, über die zuerst die "Welt" berichtet hatte.

Im März war die Regierung nach Hilferufen aus Kliniken und Pflegeheimen in die zentrale Beschaffung professioneller Schutzausrüstung, wie Masken, eingestiegen. Auf dem internationalen Markt, waren die Produkte damals heiß umkämpft. Die Preise gingen hoch und runter wie am Goldmarkt, hatte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gesagt. (dpa)

WHO-Chef Tedros wehrt sich persönlich gegen US-Attacken

Der Direktor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich persönlich gegen neue, von Medien transportierte amerikanische Attacken verwahrt. "Eine der größten Gefahren ist die Politisierung der Pandemie", sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstag in Genf. Das erschwere den Kampf gegen das Coronavirus und die von ihm ausgelöste Krankheit Covid-19. "Covid-Politisierungen sollten in Quarantäne geschickt werden", sagte Tedros.

Er bezeichnete Vorwürfe, die US-Außenminister Mike Pompeo im Gespräch mit britischen Parlamentariern gemacht haben soll, als "absolut inakzeptabel". Britische Zeitungen hatten über ein Gespräch Pompeos mit britischen Parlamentariern berichtet. Mehrere Teilnehmer hätten bestätigt, dass Pompeo erklärt habe, dass Tedros von China "gekauft" worden sei. Er berufe sich auf Geheimdiensterkenntnisse, soll Pompeo gesagt haben.

Die USA werfen der WHO vor, die Gefahr durch das Virus auf Geheiß Chinas anfangs heruntergespielt zu haben. Sie haben deshalb ihren Austritt aus der WHO verkündet. Kritiker sagen, US-Präsident Donald Trump wolle damit von seinem eigenen Krisenmanagement ablenken. (dpa)