Berlin - 20.000 Menschen werden am Sonnabend in einer Woche zum 43. Christopher Street Day (CSD) in der Hauptstadt erwartet. Er ist die erste Großveranstaltung, die in Berlin während der Corona-Pandemie wieder erlaubt ist. Nachdem der CSD im vergangenen Jahr pandemiebedingt nur online stattfinden durfte, geht es am 24. Juli unter dem Motto „Save our Community – Save your PRIDE“ durch die Hauptstadt.

Diesmal geht es erstmals auch durch den Ostteil der Stadt. „Wir freuen uns, wieder auf die Straße zu gehen, die Community wieder sichtbar zu machen“, sagt Ulli Pridat vom Vorstand des CSD am Mittwoch bei der Vorstellung des Programms im Admiralspalast. Gewalt und Hassdelikte gegen Menschen aus der LSBTQ-Szene habe im vergangenen Jahr enorm zugenommen. Deswegen sei es höchste Zeit, den Betroffenen mit dem CSD wieder lautstark eine Stimme zu geben.

Laut Pridat wird es jedoch Einschränkungen geben. Denn der Zug sei diesmal nicht als Party angedacht, sondern als Protestveranstaltung. So gelte eine Maskenpflicht, ein Mindestabstand müsse eingehalten und auf den Genuss alkoholischer Getränke im Zug sollte verzichtet werden. Auch habe man die Route durch breite Straßen so gewählt, dass starke Menschenansammlungen vermieden werden können. Und es werden nur fünf Trucks unterwegs sein, auf denen nur Rednerinnen und Redner mitfahren. 2019 waren es rund 80 Fahrzeuge.

Durch welche Straßen führt die Parade?

Jeder Berliner oder Besucher der Hauptstadt darf sich nach Angaben der Veranstalter in die Parade einreihen. Größere „Fußgruppen“ sollten jedoch angemeldet werden. Treffpunkt des diesjährigen CSD ist um 12 Uhr im Ostteil der Stadt: auf der Leipziger Straße zwischen Charlottenstraße und Axel-Springer Straße – in Höhe des Spittelmarktes.

Der Protest-Zug wird am Bundesrat vorbeiziehen und dann am Mahnmal der von den Nationalsozialisten ermordeten Homosexuellen sowie am Holocaust-Mahnmal. Dort werde man ohne Musik im stillen Gedenken entlanglaufen, so Pridat. Der CSD wird am Brandenburger Tor in Richtung Siegessäule vorbeigeführt und zwischen U-Bahnhof Wittenbergplatz, Nollendorfkiez und Martin-Luther-Straße enden. Eine Abschlusskundgebung sei nicht geplant.

Die Teilnehmer sollen nach der Veranstaltung in den Regenbogenkiez geleitet werden. Die Polizei werde dort Straße sperren, unter anderem die Fuggerstraße, sagt CSD-Vorstandsmitglied Frank Sperling . Es sei auch ein Beitrag, den durch die Pandemie arg betroffenen Wirten zu helfen. Die Veranstalter wollen zudem ausreichend Toiletten aufstellen.

Um die Veranstaltung für jeden Teilnehmer sicher zu machen, gab es im Vorfeld der Veranstaltung Treffen mit der Polizei, den Wirten und Verantwortlichen aus den Bezirken. „Alle waren sehr kooperativ“, sagt Ulli Pridat. Sollten am CSD weit mehr als 20.000 Teilnehmer teilnehmen, werde die Veranstaltung nicht abgebrochen. Es gelte dann, weiterhin die Hygienemaßnahmen einzuhalten. Dazu werde es genügend Ordner geben, die helfen werden, das Konzept umzusetzen.

In der Vergangenheit nahmen bis zu 85.000 Teilnehmer am CSD-Zug teil. Eine Millionen Menschen säumten bei der Party die Straßen.