Die Politik soll in diesem Jahr beim Berliner Christopher Street Day (CSD) im Vordergrund stehen. „Wir nennen es nicht mehr Parade, wir nennen es jetzt Demo“, sagte die Pressesprecherin der Veranstalter, Tatjana Meier, am Dienstag in Berlin. Der vordere Teil des Zugs sei deshalb nun für leise Gruppen reserviert - „für Leute mit Fahrrädern, Kinderwagen und Rikschas“. Die großen Wagen mit lauter Musik sollen folgen. Sie müssen ihre Bannerfläche zu mindestens 70 Prozent für politische Botschaften nutzen.

Eine Herausforderung für die Organisatoren ist der Besuch der britischen Königin Elizabeth II. in der Bundeshauptstadt. Wegen großräumiger Straßensperrungen während der Visite könne mit dem Aufbau für den CSD erst später begonnen werden, was zu höheren Personalkosten führe, sagte Finanzvorstand David Staeglich.

„Soul of Stonewall“-Award für Wowereit

Der CSD führt am Samstag vom Kurfürstendamm in Charlottenburg über die Straße des 17. Juni zum Brandenburger Tor. Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) wird die Eröffnungsrede halten. Der ehemalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wird mit einem „Soul of Stonewall“-Award ausgezeichnet für sein Outing im Jahr 2001 mit dem Satz „Ich bin schwul und das ist auch gut so“.

Im vergangenen Jahr hatte es nach einem Streit zwischen Veranstaltern, Community und Politik zwei getrennte Paraden gegeben. Das Führungsteam ist mittlerweile ausgetauscht, der Verein hat aber Schulden von rund 160.000 Euro. Die Künstler auf der Hauptbühne und ihre Teams verzichteten deshalb in diesem Jahr auf eine Gage, sagte Staeglich. Das sei sehr hilfreich. Nach dem Wochenende werde der Verein weiter daran arbeiten, seine Schulden abzubauen. „Die Berliner Community braucht einen CSD und soll auch 2016 einen haben.“ (dpa)