Um den Christopher Street Day war im vergangenen Jahr ein heftiger Streit entbrannt, der in zwei konkurrierenden Paraden am 21. Juni gipfelte. Für das Chaos wurde der Geschäftsführer des CSD-Vereins, Robert Kastl, verantwortlich gemacht. Jetzt haben sich die Organisatoren der jährlichen Demonstration endgültig von ihm getrennt.

Nachdem Kastl im November bereits „aus wirtschaftlichen Gründen“ entlassen worden war, ist er nun aus dem Verein ausgeschieden. Das bestätigte Sissy Kraus vom Vorstand des Vereins am Freitag. Informationen, er sei ausgeschlossen worden, kommentierte sie nicht. „Wir sind noch in Verhandlungen.“ Auch die Zusammenarbeit mit Kastls Firma Publicom wurde beendet. Als CSD-Geschäftsführer hatte er mit seiner GmbH Verträge abgeschlossen.

Kastl hatte mit seinem Plan, den CSD im vergangenen Jahr in Stonewall Parade umzubenennen, den Streit in der Community ausgelöst. Aber auch die lesbisch-schwulen Arbeitsgemeinschaften von SPD, CDU, Grünen und Liberalen protestierten.

„Der Hauptverantwortliche für die Spaltung des CSD verlässt endlich die Bühne“, sagte der queerpolitische Sprecher der CDU, Stefan Evers. Dies sei für den Verein ein sicherlich schwieriger, aber absolut notwendiger Schritt. Auch Tom Schreiber, bei der SPD für Queerpolitik zuständig, sagte: „Das ist das Ende einer langen Kette von Negativentwicklungen unter Kastls Ägide“. Nun sei ein Neuanfang möglich. „Wir werden dieses Jahr wieder einen gemeinsamen Christopher Street Day haben.“

Als CSD-Geschäftsführer zog Kastl, der am Freitag nicht erreichbar war, immer wieder Kritik auf sich. Im Jahr 2013 schloss er die CDU von der Demonstration aus. Auch der damalige Senatschef Klaus Wowereit (SPD) war zunächst nicht erwünscht. Dieser nahm im vergangenen Jahr an der Gegenparade teil. Kastl hatte zudem das Bezirksamt Mitte verklagt. Es ging um die Höhe der Straßennutzungsgebühren.

In diesem Jahr findet der Festumzug am 27. Juni statt.