Berlin - Es gibt viele Gründe, sich von seinem Bürojob zu verabschieden und den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen. Oft ist es aber der Drang, etwas machen zu wollen, das mehr mit einem selber zu tun hat. Ähnlich erging es Ciani-Sophia Höder. Nach ein paar Jahren in einer PR-Agentur hat die 29-Jährige kürzlich das erste Online-Magazin für afrodeutsche Frauen namens “Rosamag” gegründet. Afrodeutsche sind Deutsche afrikanischer Abstammung, also Deutsche mit schwarzer Hautfarbe. Es geht Höder in erster Linie darum, eine neue Plattform zu schaffen, die sowohl als Informationsquelle wie auch zur Selbstermächtigung dient. Die Themen des „Rosamag“ umfassen insofern Afrolocken-Pflegetipps, Porträts von afrodeutschen Frauen bis hin zu Artikeln über die Frage, ob schwarze Frauen ein höheres Brustkrebsrisiko haben.

Aber bis zum „Rosamag“, dessen Name an die US-Bürgerrechtlerin Rosa Parks angelehnt ist, war es ein weiter Weg. Ciani-Sophia Höder ist Ur-Berlinerin, sie ist in der Hauptstadt geboren und aufgewachsen und hatte eine behütete Kindheit. “Ich saß mit meinem Opa als Kind oft im Schrebergarten; zu Hause gab es Knödel zu essen”, sagt sie beim Gespräch in ihrer Küche. Sie lacht viel, ihr Hund Polly liegt auf dem Boden; Kräutertee dampft aus einer Tasse. Als Tochter einer weißen Mutter und eines afroamerikanischen Vaters, der nach der Trennung wieder in die Staaten ging, wuchs sie als einzige Schwarze in einer weißen Familie auf. Lange Zeit verdrängte sie die Tatsache, dass sie irgendwie doch anders war. Zum Beispiel, indem sie ihre natürlichen Locken 17 Jahre lang „relaxte“, das heißt mit viel Chemie aufwendig glättete. 

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