City Unplugged: Musiker oder erwachsen!

Alle Welt – bis auf die Energiefirmen – schimpft über die Strompreise. Jeder, der einigermaßen bei Verstand ist, versucht Strom zu sparen. Aber das ist nicht der Grund für die „Das Beste unplugged“-Tour der Berliner Band City. Auf der spielt sie am 28. Dezember zum letzten Mal in diesem Jahr auch in Berlin (im UdK-Saal, Hardenberg-, Ecke Fasanenstraße, 20 Uhr. Eintritt: 26 bis 36 Euro) und beglückt anschließend das Publikum in insgesamt 16 Städten.

Sänger Toni Krahl kennt das Missverständnis mit dem Begriff „unplugged“: „Veranstalter denken ja gern mal, das sei eine Sparvariante. Aber wir treiben bei Unplugged-Auftritten den selben Aufwand wie sonst auch. Wir benutzen bloß andere Instrumente.“ Die Boxentürme sind viel kleiner als früher, gleichzeitig ist die Soundqualität deutlich besser geworden. „Man muss als Musiker sehr aufpassen, weil alles zu hören ist, man kann nicht mehr so schummeln.“

Den größten Unterschied macht das Repertoire aus: „Wir spielen neben Hits wie ,Am Fenster’ und ,Casablanca’, deutlich mehr Balladen als sonst.“ Auch das Publikum unterscheidet sich: „Das sind Sitzkonzerte. Dadurch kommen auch Leute, die nicht mehr fünf Stunden in einer kalten Halle stehen wollen.“

Krahls zehnjährige Tochter hat mal gesagt: „Wenn ich erwachsen bin, will ich auch Musiker werden.“ Sein Einwand: „Entscheide Dich: Entweder Musiker oder erwachsen!“ Krahl selbst weigert sich, auf die übliche Art zu altern. Schon seit vielen Jahren rasiert er sich jeden Morgen den Kopf. „Sonst hätte ich einen Haarkranz. Da ich keine Beschwerden habe, spielt es keine Rolle, dass ich 63 bin. Andere in unserem Alter denken den ganzen Tag darüber nach, ob sie im Garten einen Teich anlegen. Ich gehe lieber in mein Mini-Studio und schraube an einem neuen Song.“