Das Zoofenster mit dem Hotel Waldorf Astoria ist gerade erst vor wenigen Wochen eröffnet worden, da gibt es daneben schon wieder eine große Baugrube: An der Stelle des abgerissenen Schimmelpfeng-Hauses entsteht ebenfalls ein 118 Meter hoher Wolkenkratzer. Gegenüber wird an der Modernisierung des Bikini-Hauses gearbeitet, im Herbst soll der völlig umgestaltete Komplex dann fertig sein. Die City West ist sichtbar im Aufschwung – und dennoch wurde jetzt ihr Regionalmanagement um weitere drei Jahre verlängert. Denn trotz aller Bautätigkeit rund um Kudamm und Tauentzien gibt es im westlichen Berliner Zentrum noch so manches zu tun.

Die vier Männer und Frauen um Regionalmanager Dirk Spender werden sich deshalb nicht mehr nur um die Gegend rund um den Bahnhof Zoo kümmern. Ihr Wirkungsbereich ist wesentlich erweitert worden – nun zählen auch wichtige innerstädtische Gebiete von Tempelhof-Schöneberg dazu. Schließlich hört die City West nicht an der Bezirksgrenze von Charlottenburg-Wilmersdorf auf. Beide Bezirke beteiligen sich mit insgesamt 150.000 Euro an der Finanzierung des Regionalmanagements bis 2016. Den Löwenanteil von rund 600.000 Euro trägt allerdings die Senatswirtschaftsverwaltung. Das Geld wird für die „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ zur Verfügung gestellt.

Und diese ist eben noch nicht überall so gut wie inzwischen wieder am Kurfürstendamm. Der Nollendorfplatz in Schöneberg beispielsweise bietet wenig Anlass zum Verweilen – was sich auch auf Geschäfte und Gaststätten in der Umgebung auswirkt. Deshalb wird das Gebiet künftig ein Schwerpunkt für die Regionalmanager sein. Genauso wie der Ernst-Reuter-Platz in Charlottenburg, wo nicht nur einzelne Büros leerstehen, sondern sogar ein ganzes Hochhaus. Auch das Gebiet um die Urania bietet derzeit einen unwirtlichen Anblick. Im Sommer eröffnet dort im ehemaligen Philips-Hochhaus ein Vier-Sterne-Hotel mit mehr als 350 Zimmern – ein Anlass, darüber nachzudenken, wie das Umfeld besser gestaltet werden kann.

Großer Veranstaltungssaal fehlt

Investoren können Regionalmanager Spender und sein Team nicht herbeizaubern, auch keine Mittel für die öffentliche Hand, um beispielsweise viel zu ausladende Straßen zu verschmälern oder zusätzliche Fahrradwege zu schaffen. Aber sie können Interessenten zusammenbringen. „Netzwerken“ nennt Spender das. Bereits in den ersten drei Jahren hatte das Regionalmanagement Leute und Institutionen miteinander bekanntgemacht, die im gleichen Gebiet tätig waren, aber wenig voneinander wussten – und deshalb kaum gemeinsam geplant haben. Wie beispielsweise die Technische Universität und die Universität der Künste. Jetzt wollen diese ihren Standort als „Campus Charlottenburg“ gemeinsam entwickeln und dabei weitere Forschungseinrichtungen einbeziehen.

Seit das Regionalmanagement im Dezember aus dem Amerika-Haus für die Galerie C/O ausziehen musste, fehlt allerdings ein großer Veranstaltungssaal. Das Team, das derzeit Büroräume im City Light Haus an der Kantstraße hat, ist deshalb auf der Suche nach einem neuen Standort. Der sollte möglichst zentral in der City West liegen – und einen erschwinglichen Mietpreis haben, so der Wunsch.