Berlin - Er komme nicht gern hierher, sagt Naum Sternberg. Dem Pensionär, der oft mit seinen Urenkeln spazieren geht, gefällt der Olivaer Platz nicht, so wie dieser heute aussieht: „Viele Ecken sind dunkel und nicht einsehbar, die Wege kaputt. Und der Spielplatz ist zu klein“, sagt er. Naum Sternberg ist dafür, dass die Parkplätze auf dem Areal nahe des Kurfürstendamms verschwinden – für mehr Aufenthaltsqualität. Genau das will Fred Kolbe, der in einer der angrenzenden Straße wohnt, keinesfalls: „Hier gibt es viele Arztpraxen, Kanzleien und Büros. Wo sollen deren Besucher ihre Autos abstellen?“, fragt er. Schon jetzt sei es für die Anwohner schwierig, einen Parkplatz in der Nähe  zu finden: „Da muss man manchmal drei Mal ums Karree fahren.“

Diese Meinungen sind typisch, wenn es um die geplante Umgestaltung des 1907 bis 1910 angelegten Blockplatzes geht. Seit Jahren wird über die Verschönerung der Fläche, die nach dem Kloster Oliva bei Danzig benannt wurde, debattiert. Dass sich auf dem Areal, dessen östlicher Baublock nach Kriegsschäden Mitte der 1950er-Jahre aufgelöst und zum Parkplatz umfunktioniert wurde, etwas ändern soll, darüber sind sich viele Anwohner und auch das Bezirksparlament einig.  Streitpunkt sind jedoch die Parkplätze.

21 Landschaftsarchitekten haben jetzt Vorschläge für die Neugestaltung des Platzes erarbeitet – am Donnerstagabend  werden sie ihre Entwürfe in einer Informationsveranstaltung im Amerika-Haus am Bahnhof Zoo vorstellen. Bis dahin  sind die Wettbewerbsarbeiten unter Verschluss, sagt  Ulrike Lange von der Planergemeinschaft Dubach/Kohlbrenner, die den von der Stadtentwicklungsverwaltung und dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ausgelobten Wettbewerb koordiniert. Denn auch die Resonanz des Publikums auf die Arbeit der Planer soll in die Entscheidung der Wettbewerbs-Jury einfließen. Diese wird am Freitag den Siegerentwurf küren. „Eine Entscheidung, ob auf dem neu gestalteten Olivaer Platz wieder Pkw-Parkplätze integriert werden sollen, steht noch aus“, sagt der für Stadtentwicklung zuständige Stadtrat Marc Schulte (SPD). Der Wettbewerb solle auch dazu einen Beitrag liefern.

Der Olivaer Platz soll 2013 umgebaut werden. Damit setzt der westliche Innenstadtbezirk sein Programm zur Aufwertung der Plätze am Kurfürstendamm fort. „Bereits in der Vorbereitung des 125. Jubiläums des Boulevards haben wir begonnen, damit mehr Qualität für Spaziergänger und Anwohner in der City West zu schaffen“, sagt Schulte. Fertiggestellt schon seit 2010 ist George-Grosz-Platz an der Schlüterstraße. Gearbeitet wird derzeit am Lehniner Platz gegenüber der Schaubühne und am Rankeplatz nahe der Lietzenburger Straße. Beide Plätze bekommen neues Pflaster und neue Wege, Bänke – und jeweils einen Brunnen, dessen Pflege die Wall AG übernimmt.

Das Geld für die Umgestaltung kommt aus dem Plätzeprorgamm des Senats und der Initiative „Aktive Zentren“. Mit Kosten von rund 2,5 Millionen Euro wird der Olivaer Platz der bisher größte Brocken. Doch nicht der letzte: „Wir bereiten gemeinsam mit dem Regionalmanagement für nächstes Jahr einen Wettbewerb zum Hardenbergplatz vor“, sagt Baustadtrat Schulte. Denn schon seit längerem gibt es die Idee, dort durch private Investoren eine Tiefgarage bauen zu lassen – und damit oberirdisch Raum für einen attraktiven Stadtplatz vor dem Bahnhof Zoo zu gewinnen.

Informationsveranstaltung Olivaer Platz, 1. Dezember, 18.30 Uhr, Amerika-Haus, Hardenbergstr. 22–24. Eintritt frei.