Das Hotel Waldorf-Astoria am Zoo hat gerade eröffnet, die ersten Gewerbemieter im Haus Cumberland sind eingezogen. Die City-West lebt wieder auf – und das wirkt sich auch auf das Kudamm-Karree aus, dessen Umgestaltung durch den irischen Investor Ballymore seit Jahren auf sich warten lässt.

Wie das Maklerunternehmen Jones Lang LaSalle (JLL) am Dienstag berichtete, steht der Einstieg eines Partners bei Ballymore bevor. Namen nannte JLL-Niederlassungsleiter Rüdiger Thräne noch nicht. Zurzeit liefen die Gespräche mit dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, sagte er. Ballymore-Projektleiter Ralf Bock bestätigte: „Wir arbeiten intensiv an dem Projekt.“ Er hoffe, dass 2013 der Durchbruch gelinge. 2007 hatte Ballymore das Kudamm-Karree für rund 155 Millionen Euro erworben. Der irische Investor wollte es zu einem modernen Einkaufszentrum machen. Doch daraus wurde bislang nichts.

Büroflächen besonders gefragt

Der Einstieg eines Partners bei Ballymore könnte eines der spektakulärsten Immobiliengeschäfte im neuen Jahr werden. Bereits im vergangenen Jahr hatten mehrere Top-Immobilien den Besitzer gewechselt. Das KaDeWe ging für rund 500 Millionen Euro weg, das Karstadthaus am Kudamm wurde für zirka 120 Millionen Euro verkauft, und das Neue Kranzler Eck wechselte für rund 375 Millionen Euro den Besitzer. Der Grund: Immobilien in der deutschen Hauptstadt sind als Renditeobjekte gefragt. Laut JLL wurden in Berlin im vergangenen Jahr Gewerbe-Immobilien für rund vier Milliarden Euro verkauft. Damit hat sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt.

Zu den spektakulärsten Geschäften in der City-Ost gehört der Verkauf der Quartiers 207 an der Friedrichstraße, in der die Galeries Lafayette Mieter ist. Das Gebäude wurde für rund 125 Millionen Euro von der Allianz erworben. Neben Versicherungen und Pensionsfonds aus Deutschland greifen laut JLL vermehrt ausländische Käufer nach Immobilien in Berlin. Ein norwegischer Staatsfonds investierte sein Geld ins Neue Kranzler Eck, ein Privatinvestor aus Katar blätterte zirka 180 Millionen Euro für das Hotel Maritim in Tiergarten hin. Selbst für das Steigenberger Hotel am Pannen-Flughafen BER in Schönefeld fand sich ein Interessent: Ein Privatinvestor aus Portugal erwarb die Immobilie für zirka 66 Millionen Euro.

Am Dienstagabend teilte das im niederländischen Utrecht sitzende Unternehmen Corio mit, dass es das Shopping Center „Boulevard Berlin“ von der Firma Multi Development erworben habe. Corio zahlt für das Einkaufszentrum in der Steglitzer Schlossstraße 366 Millionen Euro. Jörg Banzhaf, Chef von Corio Deutschland, kündigte eine neue Marketingstrategie für den „Boulevard Berlin“ an. Die Flächen dort sind zu 88 Prozent vermietet, beispielsweise an Karstadt und Saturn.