Berlin - Wo 77 Jahre lang die Deutschlandhalle stand, ist jetzt eine riesige Baugrube. Zwei Fußballfelder würden darin beinahe Platz finden. In den nächsten Monaten wird aus der zwölf Meter tiefen Grube am Messedamm eine neue Halle herauswachsen, die den Namen City Cube trägt. Der 67 Millionen teure Neubau (mit den Abrisskosten für die Deutschlandhalle sind es 76 Millionen Euro) soll Ende nächsten Jahres fertig sein, erste Tagungen und Kongresse sollen Anfang 2014 stattfinden. „Ein ambitioniertes Ziel, aber wir werden das schaffen“, sagt Raimund Hosch, Chef der Messe Berlin bei der Grundsteinlegung.

Die Sterne stehen günstig

Der Zeit- und Kostenrahmen wurde laut Hosch bisher eingehalten – und auch die Sterne stehen offenbar günstig. Die Astrologin Birgit von Borstel hatte eigens für die Grundsteinlegung ein „Ereignishoroskop“ erstellt, ein Geschenk von drei beteiligten Bauunternehmen. Danach verspricht der „Aszendent Jungfrau Effizienz und und Optimierung aller Abläufe, die Wohltäter Jupiter und Venus stehen dominant an der Himmelsmitte und damit besonders günstig für internationale Kontakte und Wachstum“.

Ob Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) an Horoskope glaubt, bleibt dahingestellt. Er sagt, dass die neue Halle dringend gebraucht wird: „Berlin hat sich zu einem der wichtigsten Messestandorte entwickelt. Und das Messegeschäft ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor der Stadt.“ Die Messe Berlin benötige dringend weitere Ausstellungsflächen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.

Doch nicht nur dafür wird der City Cube gebraucht, sondern auch für Kongresse während der geplanten Sanierung des Internationalen Congress Centrums (ICC) ab 2014. Müller stellt klar, was er von der anhaltenden Diskussion hält, in der die Sanierung immer mal wieder in Frage gestellt wird: „Wir sollten sehr sorgfältig mit diesem traditionsreichen Haus umgehen.“ Allerdings dürften die Kosten auch nicht „davongaloppieren“. Es sei möglich, mit weniger als den für die Maximalvariante errechneten 330 Millionen Euro auszukommen. Vorschläge, das Gebäude als Kasino, als Shopping-Center oder Bibliothek zu nutzen, nennt Müller „absurd“. „Das ICC ist ein erfolgreiches Kongresszentrum, das soll es bleiben.“