Berlin - Im Kampf gegen kriminelle Clans erhöhen die Sicherheitsbehörden ihren Ermittlungsdruck: Vom Freitagabend bis zum Sonnabendmorgen durchsuchten 180 Polizisten sowie 30 Beamte von BKA, Zollfahndung, Finanz-und Bezirksämtern erneut Lokale und Wettbüros in Wedding.

Es gehe darum, Strukturen krimineller Clans zu erhellen und Straftaten aufzuklären, sagt ein Polizeisprecher. Diesmal traf es unter anderem die Betreiber von Lokalen rings um die Müllerstraße. Die Beamten stellten elf Spielautomaten sicher und nahmen sie wegen des Verdachts der Manipulierung mit. Zwei Wettbüros wurden geschlossen.

Bereits wenige Stunden zuvor hatten die Einsatzkräfte Lokale in der Schul- und in der Liebenwalder Straße kontrolliert. Die Beamten fahndeten nach gewerbe-, arbeits-, steuer- und ordnungsrechtlichen Verstößen und wurden schnell fündig.

Bei Clan-Razzien in Berlin: Polizei findet 20 Kilogramm unversteuerten Shisha-Tabak 

So wurde ein 29-Jähriger in einer Shisha-Bar verhaftet. Nach ihm war mit internationalem Haftbefehl gefahndet worden. Der gebürtige Türke soll sich an Kindern vergriffen haben. Er kam direkt in das Untersuchungsgefängnis Moabit. Außerdem stellten Polizisten 20 Kilogramm unversteuerten Shisha-Tabak sicher. In der Antonstraße beschlagnahmten die Beamten das Auto eines 53-Jährigen. Die Scheiben des Fahrzeugs waren widerrechtlich mit dunkler Folie beklebt. Außerdem entsprachen die Reifen des Autos nicht den technischen Normen.

Für die nächsten Tage kündigten die Sicherheitsbehörden weitere stadtweite Kontrollen an. Seit Januar dieses Jahres hat es nach Angaben des Innensenators Andreas Geisel (SPD) 237 Einsätze gegen Clans in Berlin gegeben. Geisels Strategie ist dabei, die gesamte Auswahl staatlichen Handelns zu nutzen.

Das beginnt beim Parken in der zweiten Reihe, das genauso zu ahnden ist wie Steuerhinterziehung. Diese Strategie soll fortgesetzt werden, hatten Fachleute am Donnerstag auf einer Konferenz zur Bekämpfung der Clankriminalität beschlossen. 

(ls.)