In den Berliner Schulgebäuden wird es in den kommenden Jahren richtig eng. Wegen steigender Schülerzahlen lässt die Bildungsverwaltung gut isolierte und schön bemalte Container-Bauten errichten. Um relativ kostengünstig Platz zu schaffen für die vielen Schüler.

Diese Art Bauten sind allerdings nur für ein paar Jahre ausgelegt. Doch daraus können schnell Jahrzehnte werden. Das wissen die Lehrer und Schüler an der Rudower Clay-Sekundarschule nur zu gut, ihre Schule ist seit 1990 in einem ähnlichen Behelfsbau untergebracht. Deshalb zogen sie am Mittwoch vor die Senatsfinanzverwaltung und forderten endlich Geld für ein neues Schulgebäude. Offiziell war Wandertag. „23 Jahre Clay-Baracke sind Kacke“, hatten die Schüler nonchalant auf eine Pappwand geschrieben. Vor 23 Jahren nämlich musste die Schule aus Not einen zweistöckigen, kellerlosen Behelfsbau beziehen, der in Leichtbauweise errichtet worden war. Zuvor war die Schule in einem von 13 über ganz West-Berlin verteilten Bildungszentren aus den 1970er-Jahren untergebracht – als dort Asbest gefunden wurde, mussten alle raus in Provisorien.

Behelfsbau ist marode

„Damals waren wir froh über den Umzug“, sagt Lothar Semmel, heute Vize-Direktor der Clay-Schule. In gut fünf Jahren sollten sie damals in ein neu gebautes Gebäude umziehen. Doch daraus wurde nichts. Erst wurde das Geld im Osten nötiger gebraucht, dann machte eine Bürgerinitiative gegen den Neubau in der Nachbarschaft mobil. Und auf dem nun anvisierten Baugrundstück an der Grenze zu Altglienicke müssen zunächst die Überreste eines NS-Zwangsarbeiterlagers archäologisch untersucht werden.

Über die Jahre ist der Rudower Behelfsbau marode geworden, das Dach undicht, der Boden senkt sich, Fenster mussten ausgetauscht werden. Die Heizkosten sind hoch, die Kosten für den Bustransfer zur fernen Sporthalle haben sich inzwischen auf 1,5 Millionen Euro summiert. Der geplante Neubau mit Sporthalle würde laut Bezirk gut 41 Millionen Euro kosten, könnte 2019 fertig sein. Zu teuer im Vergleich zu ähnlichen Neubauten, heißt es bei der Finanzverwaltung.