Das Schild an der Tür des Gebäudekomplexes an der Wolfener Straße ist noch fast ganz leer – bis auf einen Namen: indielux. Ansonsten gibt es viel Platz für weitere Firmennamen. Aber indielux ist schon da und damit das erste Unternehmen, das im neuen Innovationscenter für nachhaltige Energien die rustikalen Schreibtische belegt. Die Computer muss – logisch – jeder selbst mitbringen.

Das Cleantech-Center in Berlin-Marzahn ist am Mittwoch eröffnet worden. Es bietet 30 Gründern aus diesem Technologiebereich Platz und die Möglichkeit, weitere Ideen auszubrüten und zu realisieren. Falls eine Firma überdurchschnittlich wächst, stehen direkt am Standort tausende Quadratmeter zur Ausbreitung zur Verfügung, wie Sebastian Brecke, Geschäftsführer der Gewerbesiedlungs-Gesellschaft (GSG), betont. „Als Gründer fängt man oft klein an, manchmal auch in der Küche zuhause, und dann geht es ganz schnell nach oben“, sagte er. „Und dann braucht man Platz“. Die GSG ist Eigentümerin und Vermieterin der Räume in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Marzahn-Hellersdorf. Zudem gibt es auch Werkstätten, in dem Firmen Prototypen bauen können.

Kooperation mit der New York University

Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) betonte bei der Eröffnung, dass der Cleantech-Bereich – unter anderem Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien – bereits ein starker Zweig in der Berliner Wirtschaft sei. 35.000 Beschäftigte würden dort arbeiten und einen Umsatz von 16 Milliarden Euro im Jahr erwirtschaften. Sie verwies auf die kürzlich erst unterzeichnete Kooperationsvereinbarung mit der New York University, die jungen Gründern aus dem Cleantech-Center Einblicke in den US-Markt und Gespräche mit potenziellen Investoren in den USA ermöglichen soll.

Das Innovationscenter ist ein Teil der Berliner und auch der Wirtschaftspolitik in Marzahn-Hellersdorf, junge Technologiefirmen zu fördern und eine stärkere Verzahnung mit dem verarbeitenden Gewerbe zu erreichen. Bezirksstadtrat Christian Gräff (CDU) verwies am Mittwoch auch darauf, dass gleich nebenan der Cleantech Business-Park entsteht - auf einer der größten Freifläche, die in Berlin für Industrie-Unternehmen zur Verfügung stehen.

40 Millionen Euro Förderung

Insgesamt sind es 90 Hektar Gesamtfläche, auf denen speziell produktionsorientierte Unternehmen der Cleantech-Branche angesiedelt werden sollen. Im kommenden Jahr soll die Infrastruktur des Parkes fertig sein. „Junge Unternehmen haben bei uns eine wichtigen Vorteil“, sagte er: „Sie können wachsen.“ Von Anfang an sei es die Idee gewesen, hier im Nordosten Berlins Unternehmen unterschiedlicher Größe anzusiedeln. Die Wiederherstellung dieser Industrie- und Gewerbeflächen wurde mit Mitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ unterstützt: 40 Millionen Euro Fördermittel wurden bewilligt.

Indielux-Gründer Marcus Vietzke sucht indessen nach weiteren Partnern für sein Projekt: Er hat eine Vorrichtung entwickelt, mit der Solarpaneele ohne größere Montage an Balkons angehängt und der Strom in das Stromnetz eingespeist werden kann. Das Markt-Potenzial: Etwa drei Millionen Wohnungen und Häuser in Deutschland. Der Effekt: Etwa zehn Prozent der Strommenge eines Haushalts könnte eingespart werden.