Das Traditionskino hat Insolvenz angemeldet. Für die Schließung werden die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise genannt.
Foto: Sabine Gudath

BerlinSo viel Trubel hat es vor dem Kino Colosseum lange nicht gegeben. Hunderte Menschen versammelten sich am Donnerstagabend, pünktlich zum Re-Start der Berliner Programmkinos nach der Corona-Pause, an der Ecke Gleimstraße/Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg und demonstrierten für den Erhalt des Kinos. Anlass war das drohende Aus des traditionsreichen Lichtspielhauses. Vor wenigen Wochen kündigte der Inhaber, Immobilienunternehmer Sammy Brauner, die Schließung an. Ein Insolvenzverfahren läuft.

Die Belegschaft zeigte sich kampfesmutig. „Wir wollen das Kino retten“, rief der Betriebsratsvorsitzende Martin Rathke ins Megafon, „aus unserem zweiten Zuhause soll kein Bürokomplex werden“. Dabei wolle man auch flexibel sein und „den großen Saal in Artur-Brauner-Saal benennen“. Schließlich sei dieser ein geachteter Filmproduzent gewesen. Offenbar soll das Zeichen der Ehrerweisung dessen Sohn davon überzeugen, von der Schließung abzusehen.

Auch Pankows Bürgermeister Sören Benn (Linke) zeigte sich im Gespräch mit der Berliner Zeitung durchaus optimistisch: „Ich glaube, dass die große Sympathiewelle, die öffentliche Anteilnahme der vergangenen Wochen für das Colosseum, Familie Brauner nicht unbeeindruckt lassen wird.“ Er wolle nun in Gesprächen mit Brauner die Chancen für ein „Haus der Kultur- und Kreativwirtschaft – wozu auch ein Kino gehört“ an dem Standort ausloten.