Berlin - Es ist ein trauriger Anblick. Das Gebäude steht zwar noch. Doch die Aushänge sind leer. An der Fassade ist das einst so prägende Neonlicht erloschen – und das seit über einem Jahr. Als das Kiez-Kino Colosseum in Prenzlauer Berg am 14. März letzten Jahres schließen musste, dachte niemand im Bezirk daran, dass es ein Abschied für immer sein könnte. Doch das Kino öffnete nicht mehr. Nach der Corona-Zwangspause folgte nur zwei Monate später die Insolvenz. Das Aus für ein Traditionshaus. Und der Beginn eines Kampfes um Kultur, Arbeitsplätze und die Frage: Wie viel Wandel verträgt die Stadt?

An einem kühlen Nachmittag stehen Michel Rieck und Daniela Baumann an der Kreuzung vor dem Kino. Der Verkehr fließt, die Schönhauser Allee ist trubelig wie eh und je. Der Anblick des verlassenen Gebäudes an der Ecke zur Gleimstraße stimmt die beiden früheren Kino-Angestellten traurig. Doch aufgeben wollen sie nicht. „Viele von uns haben hier 20 Jahre und länger gearbeitet. Das Colosseum ist wie ein zweites Zuhause“, sagen sie. Die 43 ehemaligen Mitarbeiter kämpfen nicht nur um ihre Jobs. Längst geht es um ein Stück Identität.

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