Berlin - Es gibt Fakten, die wirklich überraschen. Die Pandemie und der Lockdown haben über lange Monate für den Zusammenbruch vieler Tourismusbereiche gesorgt, es gab massenhaft Pleiten, Flughäfen waren dicht, Airlines konnten nur mit Milliarden vom Staat gerettet werden. Ausgerechnet nach dieser großen Krise vermeldet der inzwischen geschlossene Flughafen Tegel klare Gewinne. Das klingt wie ein kleines Wirtschaftswunder in der Pandemie.

Für Fachleute kommt das jedoch nicht so überraschend: Dieser durchaus praktische Flughafen war zwar wie die anderen im ersten Lockdown dicht, aber er machte im Sommer danach ordentlich Umsatz. Und als der zweite Lockdown kam, war er bereits endgültig geschlossen. Außerdem war er immer sehr effizient, hat jahrelang Gewinne geschrieben. Und – nicht zu vergessen: Es wurde sehr lange kaum noch investiert.

Die Tatsache, dass ein Plus erwirtschaftet worden ist, zeigt auch, dass sich in der Pandemie vieles geändert haben mag. Die Lust am Fliegen jedoch ist nicht verflogen. Kaum ist es wieder möglich, sind die Flugzeuge voll.

Dazu passen die Ergebnisse einer Umfrage, die besagen, dass die meisten nach Corona genauso oft fliegen wollen wie zuvor. Und: Die Zahl jener, die sogar öfter fliegen wollen, ist mit 22 Prozent klar größer als jene 15-Prozent-Gruppe, die weniger fliegen will.

Das Comeback des Fliegens mag Umweltaktivisten ärgern. Aber: Die Vernunft ist nun mal meist nicht die Leitwährung der Menschen. An der Ostsee ist es wirklich schön, aber Zeitgenossen, die warmes Meerwasser und Palmen mögen, fliegen lieber nach Thailand oder Bali. Es muss also noch Überzeugungsarbeit geleistet werden bis zur großen Mobilitätsrevolution – bis eine Mehrheit der Berliner mit dem Rad nach Usedom fährt.