Jeder, der sich für zu jung hält, um einen Lebenswerk-Preis anzunehmen, sollte an Udo Lindenberg denken. Der war knackige 46 Jahre alt, als ihm 1992 der „Echo“ für sein musikalisches Lebenswerk verliehen wurde. Und er hatte den Höhepunkt seiner Karriere längst noch nicht erreicht. Knapp zwei Jahrzehnte später landete zum ersten Mal ein Lindenberg-Album auf dem ersten Platz der Charts. Er bekam zwei weitere Echos und befindet sich inzwischen auch mit seinem Musical „Hinterm Horizont“ auf einem Höhenflug, dessen Ende nicht abzusehen ist. Das Beispiel von Udo Lindenberg zeigt also: Ein Preis fürs Lebenswerk muss nicht der Sargnagel für die Karriere sein.

Trotzdem wehrt sich Comedian Thomas Hermanns dagegen, den Sonderpreis, den er in der vergangenen Woche beim Deutschen Comedypreis erhalten hat, als Auszeichnung für sein Lebenswerk zu bezeichnen: „Das fühlt sich in unserer Zeit, in der alle 100 Jahre alt werden, für mich mit meinen 49 Jahren eher wie ein Halblebenswerk an.“ Deklariert war die Trophäe als Auszeichnung für 20 Jahre Quatsch Comedy Club. Hermanns, Gründer und (wie er selbst sagt) „Chefin“ dieses Clubs, den es als TV-Sendung aber auch als Live-Club in Berlin und Hamburg gibt, steckt voller Pläne. „Wir überlegen gerade, ob wir 2013 in Zürich einen Club aufmachen.“

Zunächst steht aber die alljährliche Rettungsaktion an, bei der die Clubmitarbeiter gestressten Weihnachtszeitgeschädigten im Keller des Friedrichstadt-Palastes Asyl bieten. „Besonders das Fondue kommt in diesen Wochen immer gut an.“

Wenn es nach Hermanns ginge, müsste sich eh niemand Gedanken darüber machen, was dieses Jahr zum Fest verschenkt wird. Schließlich erschien im August sein Roman „Mörder Quote“, mit dem er das Genre des Comedy-Thrillers begründet. In dem werden die Kandidaten einer beliebten Castingshow im deutschen Fernsehen nacheinander gemeuchelt, was die Zuschauerzahlen immer neue Rekorde erreichen lässt. In Verdacht geraten Kandidaten, aber auch Jury-Mitglieder. Ähnlichkeiten mit realen Personen sind wohl beabsichtigt.