Oranienburg - Rewe-Lager, Oranienburg, nördlich von Berlin: Hier lagert vom Wasser bis zur Windel alles, was in Supermarktregalen zu finden ist. Von hier aus werden allein in Berlin 150 Supermärkte der Kette beliefert. Hier sind wir mit Manuel Netzeband verabredet. Während draußen vor dem Logistikkomplex die Hitze brennt und das Thermometer 31 Grad Celsius anzeigt, ist es in den Hallen willkommen kühl.

Im sogenannten Trockensektor liegt die Temperatur bei etwa 20 Grad. Das lässt sich aushalten. Auf dem Weg zu unserer Verabredung wird es allerdings schnell immer kälter. Im Frischebereich, wo die Vorräte an Obst, Gemüse und Fleisch gelagert werden, zeigt das Thermometer nur noch fünf Grad, doch Netzeband ist weit. Er wartet am Ende der Hallenreihe. In dem großartigen Film „In den Gängen“ mit Sandra Hüller nennt die Lagerarbeiterin Marion den Ort „Sibirien“, für Manuel Netzeband heißt sein Arbeitsplatz einfach TK wie Tiefkühlkost. Es ist zweifelsfrei einer der kältesten Arbeitsplätze in der Region. Denn im TK-Bereich ist es nie wärmer als minus 23 Grad. Wenn der Lagerist derzeit auf eine Zigarettenlänge vor die Tür geht, erlebt er einen Temperaturunterschied von 55 Grad. 

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