Der Eingang des Helios-Klinikums in Bad Sarow.
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Bad SaarowWegen einer Häufung von Corona-Infizierten am Helios-Klinikum in Bad Saarow (Landkreis Oder-Spree) nimmt das Krankenhaus nach Angaben des Brandenburger Gesundheitsministeriums seit dem Wochenende keine neuen Patienten mehr auf. Auch die Rettungsstelle wird nicht mehr angefahren. Patienten dürfen nicht in andere Kliniken verlegt werden, wie Sprecher Gabriel Hesse am Sonnabend der Deutschen Presseagentur sagte. Außerdem gelte ein Besuchsverbot. Seinen Angaben zufolge sind bislang 20 positive Fälle bekannt, betroffen sind elf Mitarbeiter und neun Patienten. Die Kontaktnachverfolgungen und Untersuchungen zum Ausbruchsgeschehen liefen. Alle Patienten und Mitarbeiter werden auf das Virus getestet. 

Das Krankenhaus verfügt über 585 Betten. Die Einrichtung ist unter anderem mit 17 Kliniken, zwei Instituten, einer zentralen Notaufnahme und einem Zentrallabor ausgestattet. Insgesamt arbeiten am Standort etwa 1200 Mitarbeiter. 

Für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung werde auf ein regionales Krankenhaus-Netzwerk zurückgegriffen, teilte der Landkreis mit. Die umliegenden Krankenhäuser in Frankfurt (Oder) und Beeskow (Landkreis Oder-Spree) seien informiert und auf die Aufnahme zusätzlicher Patienten vorbereitet. 

Die ersten Coronavirus-Fälle hatte das Krankenhaus dem Gesundheitsamt laut Ministerium bereits am vergangenen Dienstag gemeldet. Seitdem stünde die Behörde im engen Kontakt mit den Klinik-Verantwortlichen.

Im März hatte ein Ausbruch des Coronavirus am größten Potsdamer Krankenhaus – dem Klinikum Ernst von Bergmann – für Aufsehen gesorgt und personelle Konsequenzen nach sich gezogen. Dort hatten sich Corona-Infektionen gehäuft. Die Staatsanwaltschaft Potsdam nahm Ermittlungen gegen leitende Ärzte und die damalige Geschäftsführung wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung auf. Zwei seit April beurlaubte Geschäftsführer sollen organisatorische Maßnahmen nicht oder nicht rechtzeitig ergriffen haben. Drei Ärzten wird vorgeworfen, Erkrankungen oder Verdachtsfälle nicht oder verspätet gemeldet zu haben. Das Krankenhaus, das etwa eine halbe Million Menschen in der Region versorgt, hatte nach dem Ausbruch ein neues Sicherheits-und-Hygiene-Konzept entwickelt.