Die wichtigsten Informationen im Überblick


Fragen und Antworten: Was Sie jetzt wirklich über Corona wissen müssen >>

Das Robert-Koch-Institut gibt Tipps und Hinweise >>

Was tun im Verdachtsfall? Bitte das zuständige Gesundheitsamt (www.service.berlin.de) oder den Hausarzt telefonisch benachrichtigen. Ein Anruf bei der Corona-Hotline des Senats (Tel. 9028 2828, von 8-20 Uhr) hat wegen Überlastung meist wenig Erfolg. Lange Wartezeiten gibt es auch bei der KV-Hotline (Tel. 116117).

Das Corona-Update als Newsletter

* Hierbei handelt es sich um Produkte, die von der oben genannten Gesellschaft angeboten werden: gedruckte/digitale Presseprodukte ggf. mit Zugaben sowie Produkte des Verlags: Bücher, Reisen, Veranstaltungen.

+++ 25. Mai +++

USA verbieten Einreisen aus Brasilien

Angesichts der rasant steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Brasilien hat die US-Regierung weitgehende Einreisebeschränkungen für Menschen aus dem südamerikanischen Land erlassen. 
Foto: AP/dpa/Elaine Thompson

Angesichts des Ausmaßes der Corona-Pandemie in Brasilien verbieten die USA Einreisen aus dem südamerikanischen Land. US-Präsident Donald Trump wolle verhindern, dass Menschen nach ihrem Aufenthalt in Brasilien zum Auslöser von weiteren Infektionen in den Vereinigten Staaten würden, erklärte das Weiße Haus am Sonntag.

Das Einreiseverbot gilt für ausländische Staatsbürger, die sich in den zwei Wochen vor ihrer geplanten Einreise in die USA in Brasilien aufgehalten haben. Der Handel ist nach Angaben des Weißen Hauses nicht von der Maßnahme betroffen.

US-Sicherheitsberater Robert O'Brien hatte das Einreiseverbot zuvor bereits im Fernsehsender CBS angekündigt. "Angesichts der Situation in Brasilien werden wir jede nötige Maßnahme ergreifen, um das amerikanische Volk zu schützen", sagte O'Brien.

Die USA hatten wegen der Corona-Pandemie bereits Einreisen unter anderem aus China, der Europäischen Union und Großbritannien verboten. In den USA starben bislang mehr als 97.000 mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Menschen, so viele wie in keinem anderen Land.

Brasilien entwickelte sich in den vergangenen Wochen zum zentralen Krisenherd der Pandemie in Südamerika. Mit fast 350.000 registrierten Corona-Fällen weist das Land nach den USA weltweit die zweitmeisten Infektionen auf. Mehr als 22.000 Todesopfer der Pandemie wurden verzeichnet. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegt, weil in Brasilien vergleichsweise wenig getestet wird. (AFP)

+++ 24. Mai +++

5 neue Corona-Nachweise in Berlin - Reproduktionszahl gestiegen

In Berlin ist die Zahl der bestätigten Corona-Fälle auf 6641 gestiegen. Das waren nur 5 mehr als am Vortag, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Sonntagabend mitteilte. Allerdings ist die Reproduktionszahl, der sogenannte R-Wert, zum zweiten Mal in Folge im roten Bereich. Sie liegt nun bei 1,23 - nach zuvor 1,22. Wenn die Zahl R über 1 liegt, bedeutet dies, dass jeder Infizierte im Mittel mehr als eine weitere Person ansteckt.

Bei der dritten aufeinanderfolgenden Überschreitung würde die erste der drei Ampeln von „grün“ auf „rot“ springen. Die anderen Ampeln signalisieren mit einer Neuinfektionszahl von 5 pro 100.000 Einwohneren innerhalb einer Woche und einem Anteil der für Covid-19-Patienten benötigten Plätze auf Intensivstationen von 4,7% weiterhin „grün“.

Im Krankenhaus liegen 177 Menschen, 60 von ihnen werden intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Infizierten sind häuslich isoliert. 191 erkrankte Berliner sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Seit Samstag ist kein weiterer Todesfall hinzu gekommen. 6060 Betroffene gelten als genesen. (dpa)

Mehr als 178.500 Corona-Nachweise in Deutschland - Über 8250 Tote

Bundesweit sind bis Sonntagabend mehr als 178.500 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: über 178 100 Infektionen). Mindestens 8252 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: mindestens 8229). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag bei 0,94 (Datenstand 24.5. 0 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 24.5. 0.00 Uhr) bei 0,93. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Nach weiteren Schätzungen des RKI haben in Deutschland rund 160.300 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. (dpa)

Frist verlängert: Saisonarbeitskräfte dürfen bis Mitte Juni einreisen

Ausländische Saisonarbeitskräfte für die Landwirtschaft dürfen noch länger nach Deutschland einreisen als bislang geplant. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) habe sich mit Innenminister Horst Seehofer (CSU) „auf die Fortführung der bestehenden Regelung für die Einreise ausländischer Saisonarbeitskräfte bis zum 15. Juni geeinigt“, teilte das Landwirtschaftsministerium in Berlin am Sonntag mit. Das Konzept wäre Ende Mai ausgelaufen.

Die Auflagen für den Gesundheits-, Arbeits- und Infektionsschutz blieben bestehen, ebenso wie das Kontingent von insgesamt 80.000 Arbeitskräften, hieß es weiter. Dieses sei aktuell nicht ausgeschöpft, bislang seien nur 33.000 Saisonarbeiter eingereist.

Mitte Juni soll die Situation „im Lichte des aktuellen Infektionsgeschehens grundsätzlich neu“ bewertet werden, hieß es weiter. Die Landwirte bräuchten Planungssicherheit, sagte Klöckner. Seehofer ergänzte laut Mitteilung, die Agrarwirtschaft habe gezeigt, wie man in diesen Zeiten verantwortungsvoll handle. „Verstöße hat es in der Landwirtschaft nicht mehr gegeben als in der Fußballbundesliga auch. Schwarze Schafe dürfen nicht alle anderen, die sich ordentlich verhalten, in Mithaftung nehmen.“ (dpa)

Deutsche Bank bittet Manager um freiwilligen Gehaltsverzicht

Die Deutsche Bank hat einige ihrer Manager darum gebeten, freiwillig auf ein Monatsgehalt zu verzichten. „Das ist eine freiwillige Maßnahme im Sinne des Unternehmergeists und der Disziplin, mit denen wir unser Unternehmen leiten“, teilte Konzernsprecher Jörg Eigendorf am Samstag mit. Zuvor hatte die „Financial Times“ darüber berichtet.

Demnach hätten sich Geschäftsführung und Mitglieder des Group Management Committees bereits auf einen freiwilligen Verzicht auf ein Monatsgehalt geeinigt. Nun wolle man einer größeren Gruppe von Senior Managern die Möglichkeit geben, Teil dieser Initiative zu sein, so Eigendorf weiter. Betroffen seien davon „wenige Hunderte“ Mitarbeiter, wie ein Sprecher der Deutschen Bank auf dpa-Anfrage mitteilte.

Die Deutsche Bank treibt ihren 2019 eingeleiteten Konzernumbau trotz der Corona-Krise weiter voran. Der freiwillige Gehaltsverzicht sei ein Teil der Kostensenkungen, teilte ein Sprecher des Konzerns am Samstag mit. Deutschlands größtes Geldhaus hat sich aus einigen Geschäftsfeldern zurückgezogen und das Investmentbanking geschrumpft. Zudem soll bis Ende 2022 konzernweit die Zahl der Vollzeitstellen um etwa 18.000 auf weltweit 74.000 sinken. (dpa)

Italien testet ab Montag 150.000 Menschen auf Corona-Antikörper

In Italien startet am Montag eine Antikörpertest-Studie mit rund 150.000 Teilnehmern, um die Dunkelziffer der Corona-Infizierten zu ermitteln. Das Gesundheitsministerium und die Statistikbehörde wollen mit dem nationalen Roten Kreuz Bluttests von Menschen aus 2000 Orten nehmen. Das teilte das Ministerium in Rom am Wochenende mit. Die repräsentativ ausgewählten Teilnehmer würden telefonisch um ihre Mithilfe gebeten. Die Teilnahme sei aber freiwillig, die Daten würden für die Forscher anonymisiert. Nach Angaben eines italienischen Experten gibt es zudem Hinweise darauf, dass es erste Corona-Fälle in Italien bereits im Dezember gab.

Die große Antikörper-Untersuchung war im April angekündigt worden. Derartige Tests sind wichtig, um herauszufinden, ob jemand bereits mit Corona infiziert war und dagegen Antikörper im Blut gebildet hat. So lässt sich der Kontakt mit dem Virus auch bei Menschen nachweisen, die kaum oder keine Symptome der Covid-19-Krankheit hatten. Diese wissen oft gar nichts von ihrer Infektion.

In Italien waren die ersten Ansteckungsfälle innerhalb des Landes im Februar in der Lombardei aufgefallen. Danach wurde das Land heftig von der Lungenkrankheit erfasst. Der Zivilschutz registrierte bisher rund 230.000 Menschen, die positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden sind. Die Zahl der offiziellen Covid-19-Opfer liegt bei rund 33.000. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus.

Dabei gibt es Hinweise, dass das Virus schon Wochen vor dem ersten Nachweis in Italien kursierte. So sagte ein Experte der Gesundheitsbehörden in Ligurien, Filippo Ansaldi, am Wochenende in Genua im Fernsehen, in der Region habe es nach Studien vermutlich schon am 8. Dezember erste Fälle gegeben. In Frankreich war bereits zuvor in einer Blutprobe von Ende Dezember nachträglich das Coronavirus nachgewiesen worden.

In Spanien wurde der Start einer Antikörper-Studie mit rund 90.000 Menschen im April angekündigt. In Deutschland verschob das Robert Koch-Institut (RKI) eine geplante repräsentative Untersuchung mit rund 30.000 Personen um mehrere Monate auf September. (dpa)

Corona-Fälle in Postverteilerzentrum in Stahnsdorf

In einem Postverteilerzentrum in Stahnsdorf (Landkreis Potsdam-Mittelmark) haben sich vier Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Eine Person stammt aus Potsdam-Mittelmark, eine aus Potsdam und zwei aus Berlin, wie der Landkreis am Samstag mitteilte. Der Kreis kündigte an, die Beschäftigten auf das Virus zu testen: „Beginnend mit der Nachtschicht von Sonntag auf Montag werden alle Mitarbeiter/innen abgestrichen.“ Pro Schicht arbeiteten rund 100 Menschen in dem Postverteilerzentrum. Zuvor hatte die „Märkische Allgemeine“ (online) berichtet.

527 Menschen sind mit Stand von Samstag (14.30 Uhr) im Kreis mit dem Coronavirus infiziert - das sind sechs mehr als am Vortag. 41 Menschen sind bisher im Zusammenhang mit dem Erreger Sars-CoV-2 gestorben, 227 haben sich von der Krankheit Covid-19 erholt. (dpa)

„New York Times“ ehrt Corona-Opfer mit ungewöhnlicher Titelseite 

Die Titelseite der „New York Times“ ist am Sonntag den amerikanischen Opfern der Coronavirus-Pandemie gewidmet: Die Zeitung hat in sechs Spalten ganzseitig die Namen von Hunderten Verstorbenen abgedruckt. In der Ausgabe stehen insgesamt 1000 Namen aus veröffentlichten Nachrufen und jeweils ein persönlicher Satz zu den Opfern. „Die 1000 Menschen hier stellen nur ein Prozent der Opfer dar. Keiner von ihnen war nur eine Statistik“, schrieb die Zeitung auf der über Twitter veröffentlichten Titelseite. Die Überschrift, die sich von links nach rechts über die ganze Seite erstreckte, lautete: „Fast 100.000 Tote in den USA, ein unermesslicher Verlust“.

Nach Daten der Universität Johns Hopkins sind in den USA bis Samstagabend (Ortszeit) gut 1,6 Millionen bekannte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus und rund 97.000 Todesfälle gemeldet worden. Der neue Erreger Sars-CoV-2 kann die vor allem für ältere Menschen sehr gefährliche Lungenkrankheit Covid-19 auslösen.
„Zahlen alleine können nicht die Auswirkungen des Coronavirus auf Amerika messen, sei es die Zahl der behandelten Patienten, unterbrochener Jobs oder zu früh beendeter Leben“, schrieb die „New York Times“. 

Unter den 1000 geehrten Opfern waren unter anderem folgende Menschen beschrieben:

  • Dante Dennis Flagello (62 Jahre alt) aus Rome im Bundesstaat Georgia, dessen „größte Errungenschaft die Beziehung mit seiner Frau war“.
  • Thomas E. Anglin (85) aus Cumming in Georgia „schaffte viele wunderbare Erinnerungen für seine Familie“.
  • Joseph W. Hammond (64) aus Chicago im Bundesstaat Illinois „gab seinen Beruf auf, um sich um seine Eltern zu kümmern“.
  • Lynne Sierra (68) aus dem Ort Roselle in Illinois war „eine Großmutter, die immer voller Ideen war“.
  • José Díaz-Ayala (38) aus Palm Beach im Bundesstaat Florida „hat 14 Jahre dem Büro des Sheriffs des Bezirks Palm Beach gedient“.

(dpa)

Verein „Mehr Demokratie“ will komplette Rückkehr zur Versammlungsfreiheit

Nach wochenlangen Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie fordert die Organisation „Mehr Demokratie“ eine rasche Rückkehr zur kompletten Versammlungsfreiheit in Berlin. „Es handelt sich um ein besonders wichtiges Grundrecht und eine der wenigen Möglichkeiten für Bürger, Kontrolle über Politiker beziehungsweise Regierungen auszuüben“, sagte Landesvorstandssprecher Oliver Wiedmann der Deutschen Presse-Agentur. „Das muss auch in Corona-Zeiten möglich sein. Wir fordern, die bestehende Obergrenze für Versammlungen komplett zu streichen.“ Etliche Veranstalter hätten zuletzt bewiesen, dass sie auf Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln achten.

Der Berliner Senat will am Dienstag und Donnerstag über weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen beraten. Zuletzt hatte er beschlossen, dass ab Montag (25. Mai) an Versammlungen unter freiem Himmel bis zu 100 Menschen teilnehmen dürfen. Bisher sind es 50. (dpa)

Berliner Zoo und Tierpark trotz Einschränkungen gut besucht

Rund 160.000 Besucher haben seit der Wiedereröffnung des Berliner Zoos und des Tierparks Ende April Giraffe, Elefant und Geier einen Besuch abgestattet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum liegen die Besucherzahlen damit fast auf gleichen Niveau, wie der Zoo mitteilte. Das sei eine Erleichterung, zumal den Einrichtungen durch die sechswöchige Schließzeit wegen der Corona-Krise knapp sechs Millionen Euro an Eintrittserlösen entgangen seien. An Wochenenden und bei schönem Wetter stoßen die Anlagen den Angaben zufolge an die Kapazitätsgrenzen, unter der Woche sei weniger los.

Zoo und Tierpark Berlin sind seit dem 28. April wieder täglich geöffnet. Wer jedoch hofft, die Panda-Zwillinge Pit und Paule zu sehen, muss werktags in den Zoo gehen. „Da wir die Erfahrung gemacht haben, dass beim Anblick der putzigen Bärenbrüder bei vielen die aktuellen Abstandsregeln in den Hintergrund geraten, können wir die Tiere derzeit nur an vergleichsweise schwächer besuchten Tagen zeigen“, hieß es. Bei zu hohem Besucherandrang werde auch unter der Woche der Bereich gesperrt. (dpa)

+++ 23. Mai +++

25 neue Corona-Nachweise in Berlin - ein weiterer Todesfall

In Berlin ist die Zahl der bestätigten Corona-Fälle auf 6636 gestiegen. Das waren 25 mehr als am Vortag, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Samstagabend mitteilte.

Im Krankenhaus liegen noch 166 Menschen, 58 von ihnen intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Infizierten sind häuslich isoliert. 191 erkrankte Berliner sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben - das ist ein Todesfall mehr als am Freitag. 6049 Betroffene gelten als genesen. (dpa)

Corona-Krise: Todeszahl in New York erstmals wieder zweistellig

Im besonders heftig von der Coronavirus-Pandemie betroffenen US-Bundesstaat New York ist die Zahl der Toten an einem Tag erstmals seit rund zwei Monaten wieder zweistellig. Am Freitag seien in dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern 84 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben, sagte Gouverneur Andrew Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz am Samstag. «Diese Nachrichten sind gute Nachrichten», sagte Cuomo weiter. «Das ist ein Zeichen, dass wir echte Fortschritte machen.» Auch die Zahl der Neuinfektionen ging in dem Bundesstaat weiter zurück.

Zum Höhepunkt der Krise in New York im März und April waren bis zu 800 Menschen pro Tag gestorben. Insgesamt haben sich in dem Bundesstaat bislang mehr als 360.000 Menschen angesteckt, rund 29.000 sind gestorben.

Mehr als 178.000 Corona-Nachweise in Deutschland - Über 8220 Tote

Bundesweit sind bis Samstagnachmittag über 178.000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: mehr als 177.500 Infektionen). Mindestens 8222 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 16.15 Uhr: 8187). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Freitag bei 0,85 (Datenstand 22.5. 0.00 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,91. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Rund 159.900 Menschen haben die Infektion überstanden

Nach weiteren Schätzungen des RKI haben in Deutschland rund 159.900 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 46.400 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2383 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 37.100 Fällen und mindestens 1554 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 34.300 bestätigten Fällen und mindestens 1692 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert sowohl von Bundesland zu Bundesland als auch unter Umständen von Tag zu Tag.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 355,1 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 214,1. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch. (dpa)

Gesundheitsamt: Mehr als 40 Corona-Infizierte nach Gottesdienst

Nach einem Gottesdienst in einer Kirchengemeinde der Baptisten in Frankfurt haben sich mehr als 40 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt, René Gottschalk, am Samstag mit. „Die weitaus meisten sind nicht sonderlich krank. Nach unserem Kenntnisstand ist auch nur eine Person in einem Krankenhaus.“ Der stellvertretende Vereinsvorsitzende der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten, Wladimir Pritzkau, war davon ausgegangen, dass sechs Betroffene in Krankenhäusern sind.

Die Stadt Hanau teilte mit, dass nach Informationen des Main-Kinzig-Kreises sich im Zusammenhang mit dem Gottesdienst „mindestens 16 Personen aus Hanau mit dem Coronavirus infiziert haben“. Deshalb hätten der Landkreis und die Stadt ein für Sonntag geplantes Fastengebet von Muslimen im Hanauer Herbert-Dröse-Stadion abgesagt. Die Veranstaltung wäre mit Blick auf die Geschehnisse in Frankfurt unverantwortlich. (dpa)

Berlins Regierender Bürgermeister Müller hält unter Vorbehalt weitere Lockerungen für möglich

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat weitere Lockerungen der Beschränkungen in der Corona-Krise in Aussicht gestellt - wenn der Pandemieverlauf das zulasse. „Natürlich ist uns ein uneingeschränktes Demonstrationsrecht besonders wichtig“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Infrage kämen auch Freizeitbereiche wie Open-Air-Kinos oder Fitnessstudios. Allerdings gibt es Müller zufolge hier keinen Automatismus.

„Weitere mögliche Lockerungen sind vom Infektionsgeschehen in der Stadt abhängig“, betonte er. „Der Senat beobachtet den Verlauf hier sehr genau und ordnet die Entwicklung der Pandemie auch mit Hilfe des Ampelsystems ein, das der Senat beschlossen hat und das bundesweit einmalig ist“, sagte Müller. „Aber in der kommenden Woche werden wir uns in zwei Senatssitzungen darüber verständigen, wann die nächsten Lockerungen umgesetzt werden können.“

Dennoch müsse allen klar sein, dass die Corona-Pandemie längst nicht vorüber sei, so der Regierende Bürgermeister. „Die positiven Entwicklungen der Infektionszahlen sind das Ergebnis unserer Maßnahmen und des besonnenen Verhaltens der Berlinerinnen und Berliner. Diesen Vorsprung dürfen wir nicht verspielen.“ Die Hygiene- und Abstandsregeln blieben weiterhin oberste Prämisse, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. „Ich hoffe sehr, dass sich alle auch am Wochenende an diese Regeln halten, auch wenn es schwerfällt.“ (dpa)

NBA-Legende Patrick Ewing mit Coronavirus infiziert

NBA-Legende Patrick Ewing ist an Covid-19 erkrankt. Wie der frühere Basketball-Profi am Freitagabend (Ortszeit) mitteilte, habe er sich mit dem Coronavirus infiziert. „Dieses Virus ist schwerwiegend und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden“, schrieb der 57-Jährige auf Twitter.

Der langjährige Center der New York Knicks, der auch noch für die Seattle Supersonics und Orlando Magic spielte, befindet sich derzeit in einem Krankenhaus bei Washington in Isolation, wie die Georgetown Universität mitteilte. Dort coacht der zweimalige Olympiasieger das College-Team Georgetown Hoyas. Ewing sei der Einzige im Basketballprogramm, der bisher positiv getestet wurde, teilte die Universität mit.

„Mit geht es gut und wir werden das alle überstehen“, sagte Ewing. „Ich möchte alle ermutigen, in Sicherheit zu bleiben und auf sich und seine Lieben aufzupassen.“ (dpa)

Brasilien hat die zweitmeisten Corona-Infizierten weltweit

Brasilien hat nach jüngsten Angaben die zweithöchste Zahl von Infizierungen mit dem neuartigen Coronavirus weltweit und liegt damit nun vor Russland - nur die USA haben noch mehr Fälle. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Freitag 20 803 Infizierte mehr als am Donnerstag. Damit stieg die Zahl der Infizierten in dem mit 210 Millionen Einwohnern größten Land Lateinamerikas auf 330.890. Russland kam nach Aufzeichnungen der amerikanischen Johns Hopkins Universität zuletzt auf 326.448 Fälle. Die USA überstiegen am Freitagabend (Ortszeit) die Marke von 1,6 Millionen nachgewiesenen Infizierungen.

Mindestens 21.048 Menschen sind in Brasilien im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben. Bei der Zahl der Todesopfer liegt das Land damit weltweit weiter auf Platz sechs. Der Nothilfe-Koordinator der Weltgesundheitsorganisation, Michael Ryan, sagte im WHO-Briefing zur Coronavirus-Pandemie am Freitag, dass Südamerika das „neue Epizentrum der Krankheit“ und „das am meisten betroffene“ Land sicherlich Brasilien sei. Ryan erwähnte auch die Situation im Amazonas-Gebiet, wo sowohl die Infektionsrate als auch die Mortalitätsrate in Brasilien am höchsten sind. Das Gesundheitssystem und das Bestattungswesen in der strukturschwachen Region sind vielerorts kollabiert. Zudem sind die Indigenen in Amazonien besonders anfällig für das Virus der Weißen. (dpa)

+++ 22. Mai +++

Erstmals zeigt an Menschen getesteter Corona-Impfstoff kleine Erfolge

Erstmals hat sich ein möglicher Impfstoff gegen das Coronavirus bei Tests an Menschen zumindest teilweise als wirkungsvoll gezeigt. Der Wirkstoff Ad5-nCoV habe sich im sogenannten Phase-1-Versuch als sicher und gut verträglich herausgestellt, hieß es in einer am Freitag im Fachjournal „The Lancet“ veröffentlichten Studie des Beijing Institute of Biotechnology. Vor allem aber habe er eine Immunabwehr-Reaktion auf das Virus Sars-CoV-2 im menschlichen Körper erzeugt.

Weitere Versuche seien jedoch notwendig, um herauszufinden, ob diese Reaktion auch eine Infektion mit dem Virus verhindere. „Diese Ergebnisse stellen einen wichtigen Meilenstein dar“, erklärte Institutsprofessor Wei Chen als Studien-Verantwortlicher in Peking.

Eine einzelne Dosis von Ad5-nCoV reiche demnach aus, um in 14 Tagen bei den Probanden virus-spezifische, neutralisierende Antikörper und eine entsprechende Reaktion spezieller Abwehrzellen (T-Zellen) zu erzeugen. Er riet dazu, die Ergebnisse dennoch „vorsichtig“ zu interpretieren. „Es zeigt sich eine vielversprechende Vision für eine Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen, aber wir sind immer noch weit entfernt von einem Impfstoff, der allen zugänglich ist“, sagte er. Ad5-nCoV wurde 108 gesunden Freiwilligen im chinesischen Wuhan verabreicht und die Wirkung bis 28 Tage danach ausgewertet. Eine finale Auswertung soll es nach sechs Monaten geben. Eine Doppelblind-Studie mit Kontrollgruppe wurde als Phase 2-Versuch mit dem Wirkstoff ebenfalls in Wuhan bereits gestartet. (dpa)

403 aktive Corona-Fälle in Berlin - 6018 Menschen genesen

6611 Menschen haben sich in Berlin bislang nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Abend mit. 6018 Menschen gelten als genesen. 190 Infizierte sind gestorben. Damit gelten 403 Menschen noch als aktive Corona-Fälle.

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 167 Personen, davon werden 59 intensivmedizinisch behandelt. Die verstorbenen Patienten staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: drei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, elf 50 bis 59 Jahre alt, 20 Verstorbene waren 60 bis 69 Jahre alt, 49 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 73 waren 80 bis 89 Jahre alt und 34 verstorbene Patienten waren 90 Jahre und älter. Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren. (BLZ)

Bezirksämter sollen gegenüber Restaurantbesitzern großzügig sein

Die Bezirksämter sollen großzügig sein, wenn es um die Erlaubnis für Restaurants geht, Gäste auch auf Gehwegen oder Parkplätzen zu bewirten. Das hat die Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr den Bezirken empfohlen. Sie sollten entsprechende Anträge auf Ausweitung der Stellflächen im Freien genehmigen und auf Sondernutzungsgebühren verzichten, teilte am Freitag die Senatsverwaltung mit, die ein entsprechendes Schreiben an alle Bezirksämter geschickt hat. Diese müssten die jeweilige Situation aber auf Antrag der Gastronomiebetriebe im Einzelfall bewerten.

Flächenausweitungen auf Gehwegen seien erlaubt, solange das Durchkommen und Begegnungen von Fußgängern barrierefrei möglich bleibe. Auch Parkplätze für Autos könnten dafür in Anspruch genommen werden. Flächen von Nebenstraßen kommen der Senatsverwaltung zufolge ebenfalls dafür infrage. Die Verkehrssicherheit müsse aber in jedem Fall gewährleistet sein, unter anderem durch entsprechende Schilder und Absperreinrichtungen. (dpa)

Staatssekretär: Corona-Behandlungszentrum startet mit 84 Betten

Das Corona-Behandlungszentrum auf dem Berliner Messegelände soll mit zunächst 84 Betten starten. Das sagte Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz (SPD) am Freitag dem RBB. Er rechne kommende Woche bei der abschließenden Überprüfung nicht mit Problemen. Damit die Betten belegt werden könnten, stehe nur noch die routinemäßige Abschlussprüfung durch das Gesundheitsamt aus. Die Bauabnahme sei bereits am 11. Mai erfolgt, die ordnungsbehördliche Genehmigung durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales am 18. Mai, sagte Matz laut dem Bericht von RBB24 online.  (dpa)

Berliner Senat will bei Sperrstunde während des Derbys Auge zudrücken

Wer das Fußball-Derby zwischen den beiden Hauptstadtclubs am Freitagabend in einer offenen Gaststätte in Berlin sehen will, wird dort voraussichtlich auch den Schlusspiff erleben – obwohl das Spiel etwas länger dauern wird als die vorgeschriebene Corona-Sperrstunde um 22 Uhr. Die Kontrolleure würden mit Augenmaß vorgehen, sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Inneres und Sport am Freitag auf Anfrage.

Der Hauptgeschäftsführer des Berliner Gastroverbandes Dehoga, Thomas Lengfelder, war sich sogar sicher: „Es wird heute Abend keine Kontrollen geben.“ Allerdings empfahl er, die persönliche Analyse unmittelbar nach Spielende auf den Heimweg zu verschieben.

Das Derby zwischen Hertha BSC und Union Berlin beginnt um 20.30 Uhr. Der Abpfiff dürfte daher frühestens um 22.15 Uhr erfolgen – Nachspielzeiten nicht mit eingerechnet. Die Wirte hatten befürchtet, dass sie ihre Gäste wegen der vom Senat verordneten Sperrstunde während der Corona-Krise kurz vor Schluss rausschmeißen müssten. (dpa)

Söder: Obergrenze für Corona-Schulden bei weiteren 100 Milliarden

Der Bund soll nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder in diesem Jahr nur noch maximal 100 Milliarden Euro zusätzliche Schulden aufnehmen dürfen. Der bayerische Ministerpräsident unterlegte damit am Freitag in seiner Rede auf dem Internet-Parteitag in der CSU-Geschichte erstmals die Forderung der CSU nach einer Obergrenze für die deutschen Staatsschulden mit einer konkreten Summe. (dpa)

Corona-Gegner und Gegendemonstranten machen erneut mobil

Auch an diesem Samstag stellt sich die Polizei auf zahlreiche Proteste gegen die Corona-Einschränkungen und Gegendemonstrationen in Berlin ein. „Wir haben eine Gemengelage mit vielen angemeldeten und angekündigten Protesten“, sagte ein Sprecher der Polizei am Freitag. Ziel sei es, die angemeldeten Proteste zu ermöglich und gleichzeitig eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Die Zahl der Einsatzkräfte soll am Samstag bekanntgegeben werden. Vergangene Woche hatte die Polizei mit rund 1000 zusätzlichen Kräften für den nötigen Abstand bei 19 angemeldeten Demonstrationen in Mitte gesorgt.

Angemeldet sind diesen Samstag ab Mittags viele kleinere Kundgebungen und Versammlungen vor allem auf dem Alexanderplatz, rund um den Rosa-Luxemburg-Platz und vor dem Reichstagsgebäude. Die Gruppierung „Demokratischer Widerstand“, die vor zwei Monaten mit Demonstrationen vor der Volksbühne begann, will um 14.30 Uhr vom Großen Stern zum Brandenburger Tor laufen. Auch der bekannte Vegan-Koch Attila Hildmann rief im Internet wieder zu Protesten gegen die Bundesregierung und ihre Beschränkungen auf. Die Polizei konnte eine Anmeldung am Freitag zunächst nicht bestätigen. (dpa)

Illustration des Coronavirus. Foto: imago images

Sieben weitere Infizierte in Flüchtlingsunterkunft in Buch

Sieben weitere Menschen aus einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Buch sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Zahl der Infizierten stieg damit auf 23, wie ein Sprecher der Senatsverwaltung für Integration am Freitagnachmittag sagte. Drei davon wurden bereits in eine Quarantäne-Unterkunft des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) in der Buchholzer Straße verlegt. Die übrigen 20 hielten sich - getrennt von den anderen Bewohnern - zunächst noch in der gewohnten Unterkunft auf, sagte der Sprecher. Das Gesundheitsamt werde entscheiden, wie mit ihnen und ihren Kontaktpersonen weiter verfahren werde.

Die Auswertung der Abstriche, die am Mittwoch genommen wurden, laufe noch. In der Unterkunft leben rund 410 Menschen. (dpa)

Bericht: Scholz plant Familienbonus von 300 Euro pro Kind

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will die Kaufkraft nach der Corona-Krise einem Bericht zufolge mit einem Familienbonus stärken. Eltern sollten für jedes Kind einmalig 300 Euro bekommen, berichtete der Spiegel am Freitag über Pläne aus dem Finanzministerium. Die Maßnahme könne den Bund zwischen fünf und sechs Milliarden Euro kosten und Teil des für Juni geplanten Konjunkturpakets sein. Außerdem sollten Gastwirte und Künstler einen Ausgleich für entgangenes Einkommen bekommen – gemessen am Durchschnittsverdienst der vergangenen Jahre. Für Unternehmen plant Scholz laut Spiegel Erleichterungen bei Abschreibungen oder Investitionszulagen. Das Konjunkturpaket werde bis zu 150 Milliarden Euro umfassen. Das Finanzministerium kommentierte den Bericht zunächst nicht. (dpa)

Krankenkassen wollen Geld für Corona-Tests vom Staat zurückbekommen

Die Krankenkassen pochen angesichts der geplanten Ausweitung von Corona-Tests darauf, dass der Staat die Kosten mitträgt. „Im Rahmen der Pandemiebekämpfung die Tests auszuweiten, erscheint auf jeden Fall sinnvoll“, sagte der Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Als staatliche Aufgabe müssten Tests in diesem Rahmen auch vom Staat finanziert werden.

Das forderte auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. „Wir sind gesetzlich verpflichtet, in vielen Fällen die Reihentests zunächst zu finanzieren“, erklärte der Sprecher. Wie hoch die Gesamtkosten würden, hänge davon ab, wie ihre Zahl sich entwickle. „Bei 59 Euro Kosten pro Test liegt es auf der Hand, dass wir am Ende vermutlich von einer gewaltigen Summe reden werden“, sagte er. „Selbstverständlich werden wir bei den Finanzberatungen im Herbst darauf drängen, dass die gesetzliche Krankenversicherung diese Kosten aus dem Bundeshaushalt erstattet bekommt.“ Verdi sieht das ähnlich. „Die Kostenübernahme darf nicht den gesetzlich Versicherten aufgebürdet werden“, sagte ein Sprecher am Freitag der dpa. „Die Vorbeugung übertragbarer Krankheiten und die Verhinderung der Weiterverbreitung von Infektionen sind originäre Aufgabe des Staates. Deshalb sind solche Testungen als versicherungsfremde Leistungen durch Steuermittel zu finanzieren.“ (dpa)

Forscher weisen erstmals Coronavirus in Muttermilch nach

Virologen aus Ulm haben das neue Coronavirus erstmals in der Muttermilch einer an Covid-19 erkrankten Frau nachgewiesen. Auch ihr Säugling sei an dem Virus erkrankt, teilten die Wissenschaftler um Jan Münch und Rüdiger Groß von der Universität Ulm am Freitag mit. Es sei aber noch nicht klar, ob das Kind sich wirklich über die Muttermilch angesteckt habe. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal The Lancet.

Die Virologen hatten die Muttermilch von zwei Frauen auf Erbgut (RNA) des neuen Coronavirus untersucht, die sich nach der Entbindung im Krankenhaus zusammen mit ihren Neugeborenen ein Zimmer teilten. Als eine der Frauen Krankheitssymptome entwickelte, wurde sie mit ihrem Neugeborenen isoliert und beide positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Die Zimmernachbarin bemerkte erst später Symptome, wurde dann aber – ebenso wie ihr Kind – auch positiv getestet. In den Muttermilch-Proben der zuerst erkrankten Frau fanden die Wissenschaftler keine Hinweise auf das neue Coronavirus. Das Ergebnis in den Proben der zweiten Mutter war dagegen viermal positiv.

Woran das liegt, sei derzeit noch nicht klar, sagte Münch. Nach 14 Tagen sei kein Virus mehr in der Muttermilch nachweisbar gewesen und die Mutter sowie ihr Kind erholten sich von Covid-19. Die später erkrankte Mutter hatte beim Umgang mit ihrem Kind einen Mund-Nasen-Schutz getragen und Hände und Brüste desinfiziert. Zudem sterilisierte sie regelmäßig die Utensilien für das Stillen. Es bleibe unklar, ob sich das Baby tatsächlich beim Stillen infizierte, betonen die Forscher. „Unsere Studie zeigt, dass Sars-CoV-2 bei stillenden Frauen mit akuter Infektion in der Muttermilch nachweisbar sein kann. Aber wir wissen noch nicht, wie oft dies der Fall ist, ob die Viren in der Milch auch infektiös sind und durch das Stillen auf den Säugling übertragen werden können.“ (dpa) 

Geringerer Anstieg der Sterbefallzahlen in der zweiten Aprilhälfte

Der Anstieg der Sterbefälle in Deutschland wegen der Corona-Pandemie hat sich im Laufe des Aprils abgeschwächt. In der Woche vom 20. bis zum 26. April seien mindestens 17.974 Menschen gestorben, drei Prozent mehr als im Durchschnitt der vier Vorjahre, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. In der vorangegangenen Woche hatte die Abweichung acht Prozent betragen. Die erhöhten Sterbefallzahlen zeigen sich den Statistikern zufolge seit der Woche vom 23. bis zum 29. März. Die bislang höchste Abweichung wurde demnach zwei Wochen später mit 13 Prozent registriert. „Die aktuelle Entwicklung der Sterbefallzahlen ist auffällig, weil die Grippewelle in diesem Jahr bereits seit Mitte März als beendet gilt“, erläuterte das Statistische Bundesamt. Üblicherweise beeinflussten Grippewellen bis Mitte April die Sterblichkeit. „Es ist deshalb naheliegend, dass die aktuell beobachtete leichte Übersterblichkeit in einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie steht.“ Die Statistiker betonten zugleich, im europäischen Vergleich sei das Ausmaß der Übersterblichkeit in Deutschland eher gering. (AFP)

Trotz Corona zweite Runde der Kommunalwahlen in Frankreich

Ungeachtet der Corona-Pandemie soll Ende Juni die zweite Runde der Kommunalwahlen in Frankreich stattfinden. Als Termin für die Stichwahlen legte die Regierung den 28. Juni fest, wie Premierminister Edouard Philippe am Freitag in Paris bekannt gab. Da es in Frankreich keine Briefwahl gibt, müssen die Bürger persönlich zu den Urnen gehen. Das demokratische Leben müsse „trotz Virus weitergehen“, sagte Philippe. Für die Stichwahl zum Amt der Bürgermeister und Gemeindevertreter in Paris und rund 5.000 weiteren Kommunen schreibt die Regierung eine Maskenpflicht vor. Zudem soll es strenge Abstands- und Hygieneregeln geben. Der Wahlkampf soll vorwiegend im Internet stattfinden. Der Virologen-Beirat hatte solche Auflagen gefordert. Fände die Stichwahl nicht bis Ende Juni statt, müsste auch die erste Runde wiederholt werden. Sie fand am 15. März statt – zwei Tage vor Inkrafttreten der fast zweimonatigen Ausgangssperre in Frankreich. (AFP)

Uni Oxford startet zweite Phase von Corona-Impfstofftest

Die Universität Oxford sucht Tausende Freiwillige für die zweite Phase eines Tests mit einem möglichen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. Die klinische Studie laufe „bislang sehr gut“, erklärte Andrew Pollard von der Impfstoff-Forschungsabteilung der Uni am Freitag. In der zweiten Phase solle nun untersucht werden, wie gut der Impfstoff bei älteren Erwachsenen anschlage und ob das Mittel der gesamten Bevölkerung Schutz bieten könne. Wann der mögliche Impfstoff zur Verfügung stehen könne, sei allerdings „unmöglich vorherzusagen“, sagte Pollard der BBC. Vieles hänge davon ab, dass für die zweite Phase genügend Probanden gefunden werden, die bereits mit dem neuartigen Coronavirus infiziert waren.

Die Universität hat sich mit dem Pharmariesen AstraZeneca zusammengetan, der das Mittel in großen Mengen produzieren will, sobald seine Wirksamkeit bewiesen ist. Der mögliche Corona-Impfstoff basiert auf Schimpansen-Adenoviren, die genetisch so verändert sind, dass sie die Vermehrung von Sars-CoV-2 beim Menschen verhindern. (AFP)

US-Amerikaner wegen gefälschtem Covid-Attest angeklagt

Weil er bei seinem Arbeitgeber ein gefälschtes Covid-19-Attest vorgelegt haben soll, ist ein Mann im US-Bundesstaat Georgia wegen Betrugs angeklagt worden. Das Unternehmen im Raum Atlanta stellte daraufhin den Betrieb ein, um alles zu desinfizieren und bezahlte seine Angestellten während der Zwangspause weiter, wie die Staatsanwaltschaft erklärte. Dadurch sei dem Arbeitgeber ein Schaden von mehr als 100.000 US-Dollar (91.000 Euro) entstanden und den Arbeitskollegen und deren Familien unnötiger Stress zugefügt worden, hieß es am Donnerstag (Ortszeit) weiter. Die Bundespolizei FBI leitet demnach die Ermittlungen gegen den 34-jährigen Verdächtigen. (dpa)

Russland meldet Rekordzahl an Corona-Todesopfern

Russland hat am Freitag eine Rekordzahl an Todesopfern durch das Coronavirus binnen 24 Stunden gemeldet: Seit Donnerstag starben 150 Menschen an den Folgen des Virus, wie die Regierung in Moskau mitteilte. Insgesamt stieg die Zahl der Todesopfer laut offiziellen Angaben auf mehr als 3.200, mehr als 320.000 Infektionsfälle wurden nachgewiesen. Russland steht bei den Infektionen inzwischen weltweit an zweiter Stelle hinter den USA. Die Zahl der Corona-Toten in Russland liegt im internationalen Vergleich dagegen extrem niedrig. Kritiker werfen den russischen Behörden vor, Todesfälle durch das Virus zu verschleiern. Die Regierung bestreitet dies. (AFP)

Indien: Mehr als 6.000 neue Corona-Infektionen an einem Tag

In Indien sind innerhalb von 24 Stunden 6.088 neue Corona-Infektionen bekannt geworden. Das ist nach Angaben des indischen Gesundheitsministeriums der höchste Anstieg an einem Tag seit dem Beginn der Pandemie im zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt mit 1,3 Milliarden Einwohnern. Seit einiger Zeit lockert das Land die weltgrößte Ausgangssperre zunehmend, und in den vergangenen Tagen gibt es immer wieder neue Tagesrekorde. Insgesamt gibt es in Indien inzwischen mehr als 118.000 Infektionen, davon sind mehr als 3.500 an der Lungenkrankheit gestorben. Besonders betroffen von bekannten Corona-Fällen ist die Millionenmetropole Mumbai sowie ihr Bundesstaat Maharashtra. Dort gehen nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden die Betten auf den Intensivstationen und Beatmungsgeräte aus. Krankenhäuser müssten Patienten abweisen. (dpa)

Tokio meldet nur noch drei Corona-Neuinfektionen

In Japans Hauptstadt Tokio sind die täglichen Corona-Neuinfektionen auf den niedrigsten Stand seit Ausrufung des Notstands gefallen. Wie der japanische Fernsehsender NHK am Freitag meldete, sank die Zahl der an einem Tag bestätigten Neuinfektionen auf drei Fälle. Insgesamt zählt die Millionen-Metropole damit bisher 5.136 Infektionsfälle. Ministerpräsident Shinzo Abe hatte am Vortag erklärt, dass der eigentlich noch bis zum 31. Mai geltende Notstand in Tokio möglicherweise am Montag aufgehoben werden könnte. Bis auf Tokio und das nördliche Hokkaido ist er bereits beendet worden. (dpa)

Großbritannien will Ankömmlinge aus dem Ausland 14 Tage unter Quarantäne stellen 

Großbritannien will wegen der Corona-Pandemie Ankömmlinge aus dem Ausland künftig für 14 Tage unter Quarantäne stellen. Die zweiwöchige Quarantäne solle dazu beitragen, das neuartige Coronavirus im Vereinigten Königreich einzudämmen, sagte der für Nordirland zuständige Minister Brandon Lewis am Freitag dem Fernsehsender Sky News. Aus dem Ausland einreisende britische Bürger könnten zu Hause in Quarantäne gehen, andere Einreisende müssten entsprechende Vorkehrungen für ihre Isolierung treffen. Laut Brandon soll die Aufrechterhaltung dieser Maßnahme alle drei Wochen überprüft werden. Sie soll die schrittweise Lockerung anderer Corona-Beschränkungen ab dem 1. Juni begleiten. Bei der Quarantäne-Pflicht für Einreisende seien „zum jetzigen Zeitpunkt“ keine Ausnahmen für Länder mit niedrigen Infektionszahlen vorgesehen. Ausnahmen sind jedoch geplant für Lastwagenfahrer, medizinisches Personal sowie für Bürger des Nachbarlandes Irland. (AFP)

Schon mehr als 20.000 Corona-Tote in Brasilien

In Brasilien hat die Zahl der Corona-Toten die Schwelle von 20.000 überschritten. Mit einem neuen Rekord von 1.188 gemeldeten Todesfällen binnen 24 Stunden wuchs die Zahl der Todesopfer auf 20.047, wie das brasilianische Gesundheitsministerium am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Im bevölkerungsreichsten Land Südamerikas wurden mittlerweile 310.000 Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen. Brasilien ist damit nach den USA und Russland das am stärksten von der Pandemie betroffene Land weltweit. Nach Schätzungen von Experten könnten die Infektionszahlen in Brasilien sogar um das 15-fache höher sein als offiziell erfasst, da vergleichsweise wenig getestet wird. Experten erwarten zudem, dass der Höhepunkt der Ausbreitung des neuartigen Virus in Brasilien erst im Juni erreicht wird. In den vergangenen elf Tagen hat sich die offizielle Zahl der Corona-Toten in Brasilien bereits verdoppelt. (AFP)

Großbritannien nimmt wegen Corona so viele Schulden auf wie noch nie

Der britische Staat hat im vergangenen Monat so viele Schulden aufgenommen wie nie zuvor. Das teilte die Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) am Freitag in London mit. Demnach belief sich die Neuverschuldung der öffentlichen Hand im April auf rund 62 Milliarden Pfund (knapp 69 Milliarden Euro), das sind 51 Milliarden mehr als im Vorjahreszeitraum. Die britische Regierung hat wegen der Coronavirus-Pandemie ein großzügiges Programm für Unternehmen aufgelegt, die ihre Arbeitnehmer freistellen. Die Gehälter werden noch bis Ende Juni zu 80 Prozent vom Staat gezahlt. Vergangene Woche kündigte Schatzkanzler Rishi Sunak an, das Programm werde bis Oktober verlängert, wenn auch mit geringerer Beteiligung vom Staat. Gleichzeitig sind die Steuereinnahmen eingebrochen. Ende März führte die Regierung weitgehende Ausgangsbeschränkungen ein, die nun nur sehr vorsichtig aufgehoben werden sollen. Läden und Restaurants sind weiterhin geschlossen. Entsprechend fiel auch der Umsatzeinbruch beim Einzelhandel aus. Die Erlöse seien im April im Vergleich zum Vormonat um 18,1 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt mit – so stark wie nie zuvor.  (dpa)

Altmaier will mehr Tempo bei weiteren Corona-Hilfen für Firmen

Angesichts der massiven wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise dringt Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) auf schnelle weitere Hilfen für Firmen. „Manchen Unternehmen bleibt schlicht keine Zeit mehr“, sagte Altmaier am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Ich habe deshalb Vorschläge vorgelegt, wie sie die nächsten Wochen überbrücken können.“ Er sei dazu im Gespräch mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD). „Das ist zeitkritisch.“ Altmaier sprach sich außerdem für eine Pause bei Bürokratielasten und Regulierungen für Firmen aus sowie für Entlastungen beim Strompreis. (dpa)

Vier neue Corona-Fälle in Brandenburg: Infektionszahl bleibt gering 

In Brandenburg bewegt sich die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen weiterhin auf niedrigem Niveau. Das Gesundheitsministerium in Potsdam meldete am Freitag mit Stand 10.00 Uhr einen Anstieg um vier Fälle auf 3.228. Rund 2.900 Menschen im Land gelten als genesen von der Krankheit Covid-19 – das waren 20 mehr als am Tag zuvor. Bisher starben landesweit 168 Menschen im Zusammenhang mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Die meisten Infizierten wurden mit 631 weiterhin in Potsdam gezählt, gefolgt vom Kreis Potsdam Mittelmark mit 519 gemeldeten Fällen und dem Landkreis Barnim mit 406. In der Prignitz waren es bisher nur 25 Infektionen, in Frankfurt (Oder) wurden 29 Fälle registriert. (dpa)

Spahn will bald präventive Corona-Tests in Pflegeheimen ermöglichen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will bald die Grundlage für mehr Tests auf das Coronavirus in Krankenhäusern und Pflegeheimen schaffen. „Mein Ziel ist es, noch im Mai eine Verordnung vorzulegen, die präventive Reihen-Tests in Krankenhäusern und Pflegeheimen ermöglicht“, sagte der CDU-Politiker der Zeitung Die Welt (Freitag). „Wenn Patienten und Bewohner aufgenommen oder verlegt werden, sollten Sars-CoV-19-Tests die Regel sein.“

Dem Bericht zufolge soll im Fall einer Infektion in einer Einrichtung zudem beim gesamten Personal sowie bei allen Bewohnern und Patienten vorsorglich ein Test gemacht werden. Auch symptomfreie Kontaktpersonen von Infizierten sollten erstmals Anspruch auf Testung haben. (dpa)

Die CSU will mit Steuersenkungen und Investitionen aus Corona-Krise

Weniger Steuerlast, mehr Investitionen und Prämien, weniger Bürokratie und mehr Digitalisierung: Die CSU will Deutschland mit einem großen Konjunkturpaket aus der Corona-Krise herausführen. Dies geht aus dem siebenseitigen Leitantrag des Parteivorstandes mit dem Titel „Deutschland stark machen – Aus Corona lernen und wachsen“ hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in München vorliegt und der am Freitag auf dem Online-Parteitag der CSU beschlossen werden soll. Wie viel Geld die zehn genannten Maßnahmenpakete kosten sollen oder wie es finanziert werden kann, lässt der Antrag offen. (dpa)

Wirtschaftsweise lehnen Autoprämie ab 

Um der deutschen Wirtschaft in der Corona-Krise wieder auf die Beine zu helfen, setzen die fünf Wirtschaftsweisen auf eine Energiepreisreform und eine stärkere Digitalisierung. Die derzeit diskutierte Kaufprämie für Autos lehnt der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung indes ab. Die Regierung dürfe dem Druck einzelner Branchen nicht nachgeben, schreiben die Experten in einem Beitrag für die Süddeutsche Zeitung (Freitag). Solche Projekte würden die tendenziell bestehenden Strukturen verfestigen, ohne eine durchschlagende konjunkturelle Wirkung zu erzielen. (dpa)


+++ 21. Mai +++

30 neue Corona-Nachweise in Berlin – 405 aktive Fälle

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle ist in Berlin auf 6582 gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden kamen bis Donnerstag laut der Statistik der Senatsverwaltung für Gesundheit 30 neue Fälle hinzu. 190 erkrankte Berliner sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben – das sind vier mehr als am Tag zuvor. 172 Infizierte werden derzeit im Krankenhaus isoliert und behandelt, 62 von ihnen liegen auf der Intensivstation. 5.987 Betroffene gelten als genesen. Damit sind 405 Betroffene aktuell Corona-infiziert. (BLZ)

Tschetscheniens Machthaber möglicherweise mit Coronavirus infiziert

Der tschetschenische Regionalpräsident Ramsan Kadyrow hat sich möglicherweise mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Er sei mit einem Flugzeug nach Moskau gebracht worden, wo er nun unter „medizinischer Überwachung“ stehe, berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass am Donnerstagabend. Demnach war sein Zustand „stabil“. Laut der Agentur Ria-Nowosti wird der 43-Jährige in einer Moskauer Klinik behandelt.

Die tschetschenischen Behörden kommentierten die Berichte zunächst nicht und betonten nur, Kadyrow leitete die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Der seit 2007 autoritär herrschende Kadyrow geht angesichts der Corona-Krise noch härter gegen Kritik und abweichende Meinungen in seinem Land vor als sonst. Aus seinem isolierten Machtbereich dringen neue Vorwürfe von Pressezensur und Einschüchterungen durch die Polizei nach außen. (AFP)

Mehr als 177.180 Corona-Nachweise in Deutschland – über 8.173 Tote

Bundesweit sind bis Donnerstagabend über 177.180 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.00 Uhr: mehr als 176.400 Infektionen). Mindestens 8.173 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.00 Uhr: 8.117). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag bei 0,89 (Datenstand 21.5., 0.00 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit vergangener Woche gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,92. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

Bericht: Logistische Probleme bei Auslieferung von Schutzmasken

Bei der Auslieferung von Schutzmasken, die durch die Regierung beschafft wurden, gibt es einem Medienbericht zufolge Verzögerungen. Das Bundesgesundheitsministerium habe auf Anfrage „logistische Probleme“ bei der Auslieferung eingeräumt, berichteten NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung am Donnerstagabend.

Dem Bericht zufolge begründete das Haus von Minister Jens Spahn (CDU) dies damit, dass in den vergangenen beiden Wochen eine Vielzahl von Lieferungen in den Logistiklagern gleichzeitig eingetroffen seien, so dass es nun zu Verzögerungen in der Auslieferung komme. Die Prüfung der Ware durch den Tüv sei außerdem sehr aufwendig. Etwa 20 Prozent der gelieferten Schutzmasken entsprächen nicht den hohen Normanforderungen. „Mangelhafte Produkte werden nicht abgenommen und nicht bezahlt“, zitierten die Medien einen Sprecher des Ministeriums. Erst zehn Prozent der Lieferanten seien bezahlt worden.

Nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung liegen bei vom Gesundheitsministerium beauftragten Logistikunternehmen mehr als 130 Millionen medizinische FFP2-Masken. Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, sagte in dem Bericht jedoch, in einigen Kliniken werde das Einmalmaterial während der gesamten Schicht verwendet, zum Teil mehrere Tage hintereinander. „Das ist ein Zeichen dafür, dass noch nicht genug Material vor Ort ist“, führte sie aus. „Wenn es wirklich auf den Höfen lagert, irgendwo, dann bitte ausliefern an die Kliniken, an die Praxen, an die Altenheime, damit dann das medizinische Personal diese Schutzkleidung auch nutzen kann.“ (dpa)

Vergleichsweise niedriger Anstieg der Covid-Opferzahl in Frankreich

In Frankreich sind seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie 28.215 Menschen gestorben, das sind 83 mehr als noch am Vortag. Das teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend in Paris mit. Es handelt sich um einen vergleichsweise niedrigen Anstieg. Frankreich gehört in Europa zu den besonders betroffenen Ländern der Corona-Krise.

Die Regierung hatte die strengen Ausgangsbeschränkungen für Bürger vor rund eineinhalb Wochen gelockert. Es gibt aber weiterhin Einschränkungen; so sind Reisen mit einer Entfernung von über 100 Kilometern nur bei besonderen beruflichen oder privaten Anlässen erlaubt. Die Behörden riefen mehrfach dazu auf, bei den sommerlichen Temperaturen die Sicherheits- und Abstandsregeln einzuhalten. (dpa)

CSU fordert Obergrenze für Staatsschulden in Deutschland

Deutschland braucht nach Ansicht der CSU eine Obergrenze für die deutsche Staatsverschuldung auch in Krisenzeiten. „Mit Soforthilfeprogrammen, Krediten, Bürgschaften und Konjunkturprogrammen gehen wir an die Grenze des finanziell Leistbaren. Wir tun dies in der Absicht, private und wirtschaftliche Existenzen zu sichern und die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Klar ist aber auch: Verschuldung muss die Ausnahme bleiben“, heißt es im Leitantrag des CSU-Vorstandes, der am Freitag auf dem Parteitag beschlossen werden soll. Deshalb müsse es eine Obergrenze für die deutsche Staatsverschuldung in Krisenzeiten geben.

Die grundgesetzlich verankerte Schuldenbremse müsse in Deutschland das „finanzpolitische Bollwerk gegen eine Verschuldungsspirale, wie wir sie aus anderen europäischen Ländern kennen“, bleiben. Staatliche Verschuldung dürfe kein Selbstzweck sein, sondern müsse Wachstum und Innovation dienen. (dpa)

Corona-Pandemie: Ärger wegen überfüllter Strände in England

Zahlreiche Strände in Großbritannien waren auch am Donnerstag trotz der Corona-Krise überfüllt. Das schöne Wetter hatte Ausflügler vor allem an die südenglische Küste, etwa nach Bournemouth, gelockt. Die britische Regierung erlaubt inzwischen Tagesausflüge in England, fordert aber die Einhaltung des 2-Meter-Abstands von Personen, die nicht in einem Haushalt leben.

„Hunderte sterben jeden Tag, und die Leute denken hier, sie können ihren Spaß am Strand haben“, schimpfte ein Spaziergänger in Southend östlich von London. In Cornwall an der südwestlichen Spitze Englands übernachteten Menschen in ihren Wohnmobilen, obwohl dies nicht erlaubt war. Hotels, aber auch viele öffentliche Parkplätze und Toiletten sind noch geschlossen. Einheimische fürchten, dass sich das Coronavirus durch Tagesausflügler wieder stark ausbreiten könnte. (dpa)

USA geben Milliarden-Finanzspritze für Impfstoff aus Großbritannien

Die USA unterstützen das Pharmaunternehmen AstraZeneca bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus mit bis zu 1,2 Milliarden US-Dollar (1,1 Milliarden Euro). Das teilten das US-Gesundheitsministerium und der britisch-schwedische Konzern am Donnerstag mit. Die Finanzspritze soll die Entwicklung des Vakzins beschleunigen und die Lieferung von Millionen Impfdosen auch an die USA sichern. Noch ist der Impfstoff jedoch nur in der Testphase. Er ist einer von vielen Kandidaten, die weltweit in der Entwicklung sind.

AstraZeneca verfügt nach eigenen Angaben über Herstellungskapazitäten für eine Milliarde Dosen und sucht hierfür Kunden. Feste Zusagen hat sich das Unternehmen der Mitteilung zufolge bislang für die Abnahme von mindestens 400 Millionen Dosen gesichert. Der Impfstoff beruht auf Arbeiten von Forschern der renommierten Universität Oxford. (dpa)

Serbien öffnet Grenzen für Ausländer – ohne Auflagen

Die serbische Regierung öffnet die Grenzen des Landes für Ausländer, ohne dass diese einen Corona-Test vorlegen oder sich in Quarantäne begeben müssen. Dies beschloss das Kabinett am Donnerstag. Bislang war die Einreise nach Serbien für ausländische Staatsbürger nur in Ausnahmefällen möglich. Die neue Regelung tritt am Freitag in Kraft.

Reisende erhalten an den Grenzübergängen lediglich Informationsblätter, die sie auf die Gefahren der Corona-Pandemie aufmerksam machen. Das Land liegt an wichtigen Transitrouten, die aus Westeuropa in den Südosten des Kontinents führen.

Serbien hatte in den letzten Wochen rückläufige Ansteckungszahlen verzeichnet. Bis zum Donnerstag waren in dem Balkanland 10.919 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. 237 Tote wurden gemeldet. (dpa)

Mehr als 20.000 Corona-Infizierte in Polen

Polen hat am Donnerstag die Marke von 20.000 Infektionen mit dem Coronavirus überschritten. Das Gesundheitsministerium bestätigte am Spätnachmittag 20.143 Infektionsfälle mit Sars-CoV-2 und bisher 972 Todesfälle. In den vergangenen Wochen verzeichnete das Land regelmäßig mehrere hundert Neuinfektionen pro Tag. Anzeichen für eine Abschwächung der Ausbreitung gibt es vorerst nicht.

In den vergangenen Tagen konzentrierten sich die Neuinfektionen auf die Kohlebergbauregion Oberschlesien. Die polnischen Behörden intensivierten deshalb die Corona-Tests bei Bergleuten des Kohlereviers und deren Familienangehörigen. Von den am Donnerstag hinzugekommenen 405 Corona-Neuinfektionen wurden 251 in Oberschlesien verzeichnet.

„Wir werden die Situation weiter genau beobachten und sind überzeugt, dass die Zahlen innerhalb einer Woche deutlich sinken sollten“, erklärte der stellvertretende Gesundheitsminister Janusz Cieszynski dazu vor Journalisten. Rund 8500 Menschen seien von der Viruserkrankung Covid-19 in Polen bereits genesen, teilte der Politiker mit. Bisher wurden in dem EU-Land rund 700.000 Corona-Tests durchgeführt. (dpa)

Über 50 neue Coronavirus-Infektionen in Fleischunternehmen in Dissen

Nach weiteren Tests haben sich unter den Beschäftigten des Fleischunternehmens Westcrown in Dissen bei Osnabrück 54 neue Coronavirus-Fälle bestätigt. Das sei das Ergebnis des zweiten Tests bei 126 Mitarbeitern, die im ersten Durchlauf in der vergangenen Woche noch negativ getestet worden seien, teilte der Landkreis Osnabrück am Donnerstag mit. 38 dieser neuen bestätigten Fälle seien bereits als Kontaktpersonen in Quarantäne, weitere 16 Menschen müssten nun ebenfalls in Quarantäne. Ihre Kontaktpersonen würden ermittelt. Nach dem bisherigen Notbetrieb werde Westcrown für zwei Wochen geschlossen.

Die gemeinsame Tochterfirma von Westfleisch und Danish Crown hatte am Dienstag den Notbetrieb aufgenommen – bis zu drei Tage lang durfte der Betrieb vorhandene Fleischvorräte abarbeiten. Die Arbeit in dem Zerlegebetrieb war eingestellt worden, weil bei einer Reihenuntersuchung bei 92 von 278 getesteten Beschäftigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt wurden. (dpa)

Söder will in Bayern deutlich mehr Menschen auf Corona testen lassen

In Bayern sollen nach den Worten von Ministerpräsident Markus Söder künftig deutlich mehr Menschen auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus getestet werden. „Wir werden nächste Woche ein Konzept beschließen, Tests insgesamt massiv auszuweiten“, sagte der CSU-Chef dem „Münchner Merkur“ (Freitag). „Ich möchte, dass wir alle Kapazitäten klug nutzen. Priorität hat das Personal in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen.“

Söder betonte, er wolle aber auch über deutlich mehr freiwillige Tests bei Erziehern und Lehrern reden: „Generell soll sich auch die Dauer verkürzen. Wir brauchen da raschere Ergebnisse.“ Die vermehrten Tests im ganzen Land seien auch wichtig, um über weitere Lockerungen von Beschränkungen zu sprechen.

Mit Blick auf die Betreuung von kleinen Kindern gab sich Söder optimistisch, dass bis zu den Sommerferien alle Beschränkungen in Bayern fallen könnten. „Am Montag starten die Vorschulkinder und nach Pfingsten weitere Gruppen. Immer dann, wenn die Zahlen stabil bleiben. Wenn es gut läuft, könnten vor Sommer noch mal alle Kinder ihre Kita sehen.“ (dpa)

Trumps Ex-Anwalt Cohen wegen Corona-Pandemie vorzeitig aus Gefängnis freigekommen

Wegen der Corona-Pandemie ist der wegen Betrugs verurteilte Ex-Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Michael Cohen, vorzeitig aus dem Gefängnis freigekommen. Wie ein AFP-Fotofraf beobachtete, verließ der 53-Jährige am Donnerstag das Gefängnis in New York. Den Rest seiner Freiheitsstrafe soll er nun im Hausarrest verbüßen.

Cohen war seit Mai 2019 im Bundesgefängnis Otisville im Nordwesten des Bundesstaates New York in Haft und sollte dort eigentlich noch bis November 2021 bleiben. Seine Anwälte hatten bereits im März beantragt, dass Cohen wie mehr als 2000 andere Häftlinge in Bundesgefängnissen von der Ausnahmeregelung profitiert, wegen der erhöhten Gefahr einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus in Haftanstalten seine Strafe statt im Gefängnis zu Hause absitzen zu dürfen.

Ein New Yorker Gericht hatte Cohen im Dezember 2018 wegen Steuer- und Finanzdelikten sowie Falschaussagen verurteilt. Die Delikte beging Cohen großteils im Zusammenhang mit seiner früheren Tätigkeit für Trump und dessen Konzern. Im Zuge der Ermittlungen gegen Cohen entzweiten sich Trump und sein früherer Anwalt. (AFP)

UN kritisieren Malta wegen Flüchtlingen auf Quarantäne-Schiffen

Zwei UN-Organisationen haben Malta scharf kritisiert, weil rund 160 aus Seenot gerettete Migranten auf zwei Quarantäne-Schiffen im Mittelmeer festsitzen. Ihre Kritik richtete sich auch an die weiteren EU-Staaten. Es sei wichtig, die Menschen bald an Land gehen zu lassen, da sie bereits seit rund zwei Wochen auf den Schiffen seien, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) sowie der Organisation für Migration (IOM).

Eine Gruppe von 21 Menschen habe vor einigen Tagen bereits in Malta an Land gehen können, die weiteren Flüchtlinge und Migranten säßen aber noch auf den Schiffen fest. Inzwischen hätten sie mit Blick auf das Coronavirus schon eine 14-tägige Quarantäne abgesessen. „Es ist nicht zu akzeptieren, dass Menschen länger auf See gehalten werden als notwendig - vor allem unter den schwierigen Bedingungen“, hieß es in der Mitteilung.

UNHCR und IOM betonten, die Staaten hätten eine Verpflichtung, Menschen in Not sofort zu helfen. Die aufgrund der Corona-Krise eingeführten Maßnahmen wie etwa Quarantänen und das Abstandhalten dürften nicht zu Diskriminierung führen. „Die Staaten müssen weiterhin aus Seenot gerettete Menschen an Land lassen und einen Zugang zu Asyl und humanitärer Hilfe sicherstellen.“ (dpa)

Mindestens 16 Corona-Fälle in Flüchtlingsheim in Berlin-Buch

In einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Buch haben sich mindestens 16 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Insgesamt stehen 82 der 407 Bewohner der Unterkunft derzeit unter Quarantäne, wie ein Sprecher der Senatsverwaltung für Integration am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Das zuständige Gesundheitsamt Pankow veranlasste den Angaben nach am Mittwoch weitere Abstriche unter den Kontaktpersonen der Infizierten. Die Ergebnisse lagen am Donnerstag noch nicht vor. Außerdem sollen weitere Kontakte identifiziert werden. Keiner der Erkrankten müsse derzeit im Krankenhaus behandelt werden, hieß es. 13 der 16 Infizierten und 30 weitere Angehörige und Kontaktpersonen befinden sich demnach in häuslicher Quarantäne in der Unterkunft. 39 Bewohner, die im Rahmen des Heims in Buch nicht isoliert werden konnten, zogen am Mittwoch in eine gesonderte Unterkunft für Quarantänefälle an der Buchholzer Straße in Pankow. Derzeit leben laut Senatsverwaltung etwa 20 000 Menschen in den Flüchtlingsunterkünften des Landes. Von ihnen seien seit Beginn der Pandemie insgesamt 104 Bewohner positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Aktuell gebe es in Berliner Unterkünften 27 positiv getestete Personen, hieß es weiter am Donnerstag. (dpa)

Gewerkschaft UFO: Beim Rettungspaket für Lufthansa fehlt Absicherung der Jobs

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO befürchtet, dass beim geplanten staatlichen Rettungspaket für die Lufthansa Arbeitnehmerinteressen zu kurz kommen. „Es zeichnet sich ab, dass die Bundesregierung der Lufthansa keinerlei Vorgaben für Mitarbeiter- und Kündigungsschutz macht“, sagte UFO-Geschäftsführer Nicoley Baublies den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). „Es ist sehr zu bedauern, dass sich die Konzernlobby in diesem Punkt durchgesetzt hat.“

Baublies beschrieb die Lage als „dramatisch“ für die Mitarbeiter. Allein durch das bevorstehende Aus der Lufthansa-Tochter Germanwings stünden mehrere tausend Arbeitsplätze auf dem Spiel. „Die Germanwings-Mitarbeiter werden in den Verhandlungen als Faustpfand genutzt, um weitere Einschnitte beim Personal zu erzwingen“, kritisierte Baublies.

Der Gewerkschafter begrüßte grundsätzlich das Modell, dass für die Staatshilfe im Gespräch ist. Dabei soll sich der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) mit 20 Prozent direkt am Lufthansa-Grundkapital beteiligen. Hinzu kommen soll eine sogenannte Wandelanleihe des Fonds, die in weitere fünf Prozent plus eine Aktie umgetauscht werden könne. (AFP)

Tesla lässt Klage gegen Corona-Einschränkungen fallen

Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat die Klage gegen die Ausgehbeschränkungen in der Corona-Krise am Standort seines Stammwerks in Kalifornien fallengelassen. Der Richter stellte das Verfahren daraufhin ein, wie aus Gerichtsunterlagen von Mittwoch hervorgeht. Tesla hatte den Bezirk Alameda County vor gut zehn Tagen verklagt, weil die Vorschriften zur Coronavirus-Eindämmung aus Sicht der Firma die Wiederaufnahme der Produktion ungerechtfertigterweise verhinderten.

Tesla-Chef Elon Musk hatte damals auch angekündigt, das Werk in einem Verstoß gegen die Vorschriften einfach wieder zu öffnen. Inzwischen erlaubte das Gesundheitsamt im Alameda County, dass Tesla das Hochfahren des Werks diese Woche vorbereiten und dafür auch mehr Mitarbeiter an ihren Arbeitsplatz holen darf. Unklar ist bisher, wie viele der rund 10.000 Beschäftigten wieder in die Fabrik kommen. Tesla bekam vor einigen Tagen auch Besuch von der örtlichen Polizei, die die Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen wie der Nutzung von Masken überprüfte.

Tesla kündigte unterdessen dem Finanzdienst Bloomberg zufolge in einer E-Mail an die Mitarbeiter an, dass ab Freitag die generelle Anwesenheitspflicht wieder gelten solle. Beschäftigte, die aus Angst vor der Ansteckungsgefahr nicht zur Arbeit gehen wollen, dürfen demnach unbezahlten Urlaub bis Ende Mai nehmen. Mitarbeiter, die vom Arzt in Quaratäne geschickt wurden oder Covid-19-Symptome hätten, seien von der Anwesnheitspflicht ausgenommen, hieß es. (dpa)

Fast 39 Millionen Arbeitslose in der Corona-Krise in den USA

Fast 39 Millionen Menschen haben in den USA während der Corona-Krise seit Mitte März ihren Job verloren. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit schwächte sich in der vergangenen Woche zwar ab, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Demnach meldeten sich aber zwischen dem 10. und 16. Mai 2,43 Millionen weitere Menschen arbeitslos. Seit Mitte März verloren damit in den USA 38,6 Millionen Menschen ihren Job.

In der Woche vor dem 10. Mai waren noch knapp 2,7 Millionen neue Anträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt worden. Ende März waren es binnen einer Woche sogar knapp 6,9 Millionen Arbeitslose gewesen. In der vergangenen Woche beantragten zudem 2,2 Millionen Unternehmer und Freiberufler Unterstützung über ein spezielles Corona-Arbeitslosenprogramm der Regierung. (AFP)

Giffey: Öffnung von Kitas und Schulen aus Sicht des Kindeswohls wünschenswert

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hält eine baldige flächendeckende und zugleich verantwortungsvolle Öffnung von Schulen und Kitas für wünschenswert. „Aus Sicht des Kinderwohls wäre es das Beste, wenn alle Kinder so schnell wie möglich wieder wie gewohnt in ihre Kitas und Schulen gehen könnten“, sagte Giffey dem "Tagesspiegel" (Freitagsausgabe). „Denn Kinder brauchen Kinder.“

„Sie leiden unter der jetzigen Situation und können Schaden nehmen, je länger diese anhält“, fügte Giffey hinzu. Für die Entwicklung von Kindern aus sozial schwierigen Verhältnissen und auch für alle anderen sei es problematisch, wenn sie so lange ohne professionelle Bildungsanleitung auskommen müssten.

Dennoch müssten weiterhin Schritte zur weiteren Öffnung und der Gesundheitsschutz miteinander abgewogen werden, betonte Giffey. Zudem sei es wichtig, dass die Entwicklung in der erweiterten Notbetreuung und im eingeschränkten Regelbetrieb wissenschaftlich begleitet werde. Dies geschehe in mehreren Ländern bereits und auch das Familienministerium beteilige sich an einer bundesweiten Corona-Kita-Studie. (AFP)

Pflegebeauftragter will durch Scheiben getrennte Besuchsräume

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, fordert als Konsequenz aus der Corona-Krise, dass Besuchsmöglichkeiten mit Infektionsschutz Standard in Pflegeheimen werden. Als Beispiel nannte er in der «Rheinischen Post» (Donnerstag) abgetrennte Besuchszonen, «in denen sich Pflegeheimbewohner und Angehörige in einem wohnlichen Umfeld durch eine Scheibe getrennt sehen können». So sollen Besuche auch in Zeiten von Infektionswellen und Pandemien möglich sein. (dpa)

Trump erwägt G7-Gipfel doch als reales Treffen - nicht per Video

US-Präsident Donald Trump erwägt, den diesjährigen G7-Gipfel nun doch als reales Treffen und nicht per Video abzuhalten. Trump schrieb am Mittwoch auf Twitter, da sich das Land von der Corona-Krise erhole, denke er darüber nach, die Zusammenkunft am ursprünglich geplanten Termin oder an einem «ähnlichen Datum» in Camp David, dem Landsitz des US-Präsidenten, zu veranstalten. Dies wäre ein großartiges Signal der Normalisierung, erklärte er. Die anderen Länder starteten auch bereits ihr Comeback, schrieb Trump weiter. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich betont zurückhaltend zu dem überraschenden Vorstoß aus dem Weißen Haus.

Zahl der weltweiten Corona-Infektionen überschreitet Fünf-Millionen-Marke 

Rund fünf Monate nach dem Auftreten der ersten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus hat die Zahl der weltweit registrierten Ansteckungen die Schwelle von fünf Millionen überschritten. Laut einer auf amtlichen Daten basierenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP stieg die Zahl bis Donnerstag auf 5.012.630 Fälle. Mehr als 328.000 Infizierte starben bislang. Am stärksten betroffen sind Europa und die USA, derzeit breitet sich der Erreger aber auch rasant in Südamerika aus. (AFP)

Wiener Prater startet nach Corona-Pause am 29. Mai 

Der Vergnügungspark im Wiener Prater mit dem bekannten Riesenrad öffnet nach der Corona-Zwangspause am 29. Mai wieder. Die Attraktionen und anderen Betriebe hätten Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, sagte eine Sprecherin der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Donnerstag. Dazu zählten etwa Abstandsmarkierungen, um dichtes Gedränge vor den Attraktionen zu vermeiden. Zudem soll eine Zuteilung der Sitzplätze auf den Fahrgeschäften erfolgen. Das Personal werde mit Schutzmasken und Handschuhen arbeiten. Außerdem würden die Fahrgeschäfte und anderen Betriebe regelmäßig desinfiziert. (dpa)

Apple und Google veröffentlichen Schnittstellen für Corona-Warn-Apps 

Gesundheitsbehörden in 22 Ländern können ab sofort Corona-Warn-Apps veröffentlichen, die mit iPhones und Android-Telefonen zusammenspielen. Google und Apple machten am Mittwochabend ihre Smartphone-Schnittstellen offiziell verfügbar. Pro Land soll nur eine App darauf zugreifen können, um einen Flickenteppich aus verschiedenen Anwendungen zu verhindern. Bisher wurde der Zugang dazu 22 Ländern zugesagt. Weitere dürften in den kommenden Wochen hinzukommen.

Die Corona-Apps sollen helfen, Ansteckungen nachzuverfolgen, wenn die Ausgehbeschränkungen gelockert werden. Sie sollen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind - und Nutzer warnen, wenn sich herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufhielten. (dpa)

Drei Monate Corona: Italiens Regierungschef dankt Bürgern

Drei Monate nach dem Ausbruch der Corona-Welle in Italien hat Ministerpräsident Giuseppe Conte seine Landsleute für ihre Disziplin im Kampf gegen das Virus gelobt. „Wenn das Schlimmste hinter uns liegt, dann haben wir das den Bürgern zu verdanken, die ihren Lebensstil geändert haben“, sagte Conte in einer Rede vor der Abgeordneten-Kammer am Donnerstag in Rom. Allerdings würden die Herausforderungen der nächsten Monate noch schwieriger werden. Italien müsse die notleidende Wirtschaft in Gang bringen und zugleich die Infektionsraten im Griff behalten. (dpa)

US-Forscher: Mehr als fünf Millionen Corona-Infektionen weltweit 

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich US-Wissenschaftlern zufolge weltweit mehr als fünf Millionen Menschen nachweislich mit dem neuartigen Virus infiziert. Das ging am Donnerstag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Demnach starben bereits rund 328 000 Menschen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Knapp jede dritte Infektion wurde in den USA nachgewiesen.

Die Webseite der Forscher wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Experten gehen in jedem Fall von einer hohen Dunkelziffer aus. (dpa)

EU empfiehlt Schutzmasken und Abstandsregeln bei Flugreisen 

Die EU hat Leitlinien zu Flugreisen während der Corona-Pandemie vorgelegt. Passagiere und Bordpersonal seien aufgerufen, medizinische Schutzmasken zu tragen, teilten die EU-Behörde für Luftfahrtsicherheit (EASA) und die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde (ECDC) am Mittwochabend mit. Zudem müssten Abstandsregeln "im Rahmen des Möglichen" eingehalten werden.

Die EU wolle erreichen, dass sich Reisende auf ihren Flügen sicher fühlen, erklärte EU-Verkehrskommissarin Adina Valean. Der Lufverkehrsindustrie könne so geholfen werden, die Folgen der Pandemie in den Griff zu bekommen. (AFP)

Verwaltungsgericht: Spielhalle gegenüber Gastronomie benachteiligt 

Eine Hamburger Spielhallenbetreiberin hat mit einem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht Hamburg Erfolg gehabt und darf wieder öffnen, falls die Entscheidung von der nächsten Instanz bestätigt werden sollte. Das Verwaltungsgericht stellte fest, dass die Verordnung des Senats zur Eindämmung des Coronavirus dem Betrieb der Spielhalle mit höchstens acht Besuchern und einem Hygienekonzept nicht entgegensteht (Az: 3 E 2054/20), teilte das Gericht am Donnerstag in der Hansestadt mit. Es verstoße gegen den Gleichheitsgrundsatz, wenn alle Spielhallen geschlossen bleiben müssten, während gleichzeitig die gastronomischen Betriebe öffnen dürften. (dpa)

Turkish Airlines verlängert Flugstopp

Die halbstaatliche türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines hat ihren Flugstopp wegen der Coronavirus-Pandemie erneut verlängert. Wie die Gesellschaft in der Nacht auf Donnerstag mitteilte, bleiben Inlandsflüge nun bis zum 4. Juni ausgesetzt, internationale Flüge bis zum 10. Juni. Zuvor war geplant gewesen, Verbindungen Ende Mai wieder aufzunehmen. Die Billigfluglinie Pegasus teilte mit, sie habe ihre Flüge bis zum 3. Juni ausgesetzt. (dpa)

Corona-Pandemie schickt älteste US-Fernsehserie in die Zwangspause

Die am längsten laufende US-Fernsehserie „General Hospital“ muss wegen der Corona-Pandemie eine Zwangspause einlegen. Zum ersten Mal seit dem Start 1963 und mehr als 14.500 Folgen muss der Fernsehsender ABC die Serie unterbrechen, die vorerst letzte Folge soll am Donnerstagabend ausgestrahlt werden.

Die Produktion von „General Hospital“ war wegen des Coronavirus im März unterbrochen worden, ebenso wie die Dreharbeiten zu den meisten anderen Fernsehserien und Filmen. Seitdem hatten die Produzenten die einzelnen Folgen durch das Einbauen von Rückblenden künstlich gestreckt und beliebte Episoden wiederholt - doch nun ist der Nachschub endgültig versiegt. (AFP)

Billigflieger Easyjet nimmt im Juni wieder Flüge auf

 Der britische Billigflieger Easyjet will vom 15. Juni an wieder erste Flüge anbieten. Dabei werden hauptsächlich Strecken innerhalb Großbritanniens angeboten, wie das Unternehmen am Donnerstag in London mitteilte. Bedient werden sollen insgesamt 22 Flughäfen, darunter London-Gatwick, Edinburgh, Glasgow und Belfast. (dpa)


+++ 20. Mai +++

Spanien verlängert Notstand bis zum 6. Juni

Im Corona-Hotspot Spanien ist der Lockdown trotz heftigen Widerstands der Opposition und zunehmender Proteste verärgerter Bürger zum fünften Mal verlängert worden. Das Parlament in Madrid nahm einen entsprechenden Antrag der linken Regierung am Mittwochabend mit knapper Mehrheit an. Der bereits seit Mitte März geltende Alarmzustand samt strenger Ausgehbeschränkungen wird nach dieser Entscheidung mindestens bis 24.00 Uhr am 6. Juni anhalten. Die Minderheitsregierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez wollte den «Estado de alarma», die dritthöchste Notstandsstufe des Landes, eigentlich gleich um einen ganzen Monat verlängern lassen. Dafür bekam sie aber nicht genug Unterstützung. Am Dienstag wurde aber mit der liberalen Partei Ciudadanos am Vorabend der Abstimmung ein Kompromiss über eine zweiwöchige Verlängerung erzielt, berichtet dpa. 

49 Neuinfizierte in Berlin an einem Tag  

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle ist in Berlin auf 6552 gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden kamen bis Mittwochmittag laut der Statistik der Senatsverwaltung für Gesundheit 49 neue Fälle hinzu. Der Anstieg seit dem Vortag bewegte sich etwa im Rahmen der in der vergangenen Woche täglich schwankenden Zahlen. Den Angaben zufolge kam kein neuer Todesfall hinzu. 186 erkrankte Berliner sind demnach im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. 185 Infizierte werden derzeit im Krankenhaus isoliert und behandelt, 66 von ihnen liegen auf der Intensivstation. 5959 Betroffene gelten als genesen, berichtet dpa.

EU geht fest von zweiter Corona-Welle aus: "Virus ist bei uns"

Die EU-Seuchenschutz-Agentur ECDC geht fest davon aus, dass eine zweite Corona-Welle auf uns zurollt. "Die Frage ist, wann und wie stark sie sein wird", sagte ECDC-Direktorin Andrea Ammon dem britischen Guardian. Die frühere Beraterin der Bundesregierung warnte vor zu großen Lockerungen der Corona-Beschränkungen: "Das Virus ist bei uns, viel stärker als im Januar oder Februar. Dies ist nicht die Zeit, um alle Maßnahmen zu lockern." (BLZ)

Prämie für „Corona-Helden“ soll in absehbarer Zeit fließen

Die in Berlin geplante Prämie von bis zu 1.000 Euro für Tausende in der Corona-Pandemie besonders geforderte Landesbeschäftigte soll in absehbarer Zeit fließen. Die Finanzverwaltung bereitet jetzt ein Schreiben an Behörden und Landesbetriebe mit konkreten Informationen zur Umsetzung des Vorhabens vor, wie eine Sprecherin am Mittwoch auf dpa-Anfrage mitteilte.

Demnach sollen die jeweiligen Leitungen der Dienststellen festlegen, welcher Beschäftigte eine Prämie in welcher Höhe bekommt. Das Geld werde den Betreffenden dann mit ihrem Gehalt überwiesen. Bei Angestellten freier Träger von Kitas oder Horten, die ebenfalls in den Genuss der Prämie kommen sollen, läuft die Auszahlung über deren Arbeitgeber.

Das Geld soll an bis zu 25.000 „Alltagshelden“ gehen, die vor allem in der erste Phase der Corona-Krise Außergewöhnliches leisteten und oft einer Gesundheitsgefahr ausgesetzt waren. Dazu zählen Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungskräfte, Justizbedienstete und Mitarbeiter von Gesundheits- und Ordnungsämtern. Das gilt auch für Erzieherinnen in der Notbetreuung sowie für bestimmte Beschäftigte in Jobcentern.

Ärzte und Pfleger der landeseigenen Krankenhauskonzerne Vivantes und Charité haben von den Kliniken bereits eine Prämie von je 450 Euro zugesagt bekommen, die gestaffelt über drei Monatsgehälter ausgezahlt wird. Wie viel Geld der Senat zu dem vom Bund geplanten Bonus für Pflegekräfte in Höhe von 1.000 Euro dazugibt, ist laut Finanzverwaltung noch offen. Möglich wären bis zu 500 Euro. (dpa)

Bahn fährt wieder mit dem Sprinter von Berlin nach München

Fahrgäste zwischen Berlin und München können von Juni an wieder Sprinter-Züge nutzen. Damit legen sie die Strecke planmäßig wieder in knapp unter vier Stunden zurück. „Ab Anfang Juni fahren wir die Sprinterverbindungen nach Berlin hoch“, kündigte Michael Peterson, Fernverkehrschef der Deutschen Bahn, am Mittwoch an. Diese Züge halten unterwegs seltener als andere ICE. Auf den wichtigen Verbindungen zwischen Berlin und Frankfurt beziehungsweise Stuttgart gibt es jetzt schon wieder Sprinterverkehr. München kommt am 2. Juni hinzu, berichtet dpa. Zunächst fährt ein Zug morgens von München nach Berlin und am Nachmittag zurück. Das Angebot soll nach und nach steigen. Die Bahn hatte es mit Beginn der Corona-Krise zurückgefahren. So waren zuvor zwischen München und Berlin sechs Sprinter-Verbindungen üblich.

Ministerin: Flughafenbetreiber hat wegen Corona keine Hilfe beantragt 

Der Betreiber des neuen Hauptstadtflughafens BER hat nach Angaben von Brandenburgs Finanzministerin Katrin Lange (SPD) keine coronabedingte Liquiditätshilfen beantragt. Das betonte Lange am Mittwoch in einer Sondersitzung des Finanz- und Haushaltsausschusses des Brandenburger Landtages. Der AfD-Abgeordnete Daniel Münschke hatte das Thema auf die Tagesordnung setzten lassen. Er äußerte Befürchtungen, dass der angekündigte Mehrbedarf der Flughafen GmbH durch das Land über den Corona-Rettungsschirm bedient werde.

Ministerin Lange betonte, dass eine Businessplan vorliege, in dem der Bedarf beziffert werde. Danach solle die Hälfte über Kredite finanziert werden, der Rest von den Gesellschaftern unter Vorbehalt der Haushaltsgesetze, sagte sie. (dpa)

Bei den Blutspendediensten werden die Vorräte knapp

In vielen Regionen in Deutschland gehen den Blutspendediensten die Konservenvorräte aus. „Corona hat das Blutspendewesen sehr deutlich durchgerüttelt“, sagte Stephan Küpper vom Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Mittwoch. Dass die zur Verfügung stehenden, gekühlten und getesteten Reserven mancherorts nicht einmal den Bedarf eines durchschnittlichen Tages decken könnten, liege aber nicht an mangelnder Spendenbereitschaft, betonte Küpper. Das Problem sei der Wegfall vieler Gelegenheiten zur Blutspende etwa in Firmen und Universitäten und an mobilen Blutspendefahrzeugen. Das Rote Kreuz deckt über zwei Drittel des Bedarfs an Blutkonserven in Deutschland ab. (dpa)

Bis zu 20 Wochen Lohnersatz bei geschlossener Kita

Eltern, die wegen der Schließung von Kitas und Schulen in der Corona-Krise nicht arbeiten können, bekommen künftig deutlich länger Lohnersatz vom Staat als bislang. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch nach Angaben aus Regierungskreisen einen Gesetzentwurf, mit dem die maximale Bezugsdauer auf bis zu 20 Wochen ausgedehnt wird. (dpa)

Kultur in Corona-Zeiten: Minister veröffentlichen Papier

Die Kulturminister von Bund und Ländern haben Vorschläge veröffentlicht, wie weitere Einrichtungen trotz Corona-Pandemie öffnen könnten. „Es ist Zeit für einen Neustart für Kunst und Kultur unter den veränderten Bedingungen“, teilte Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU) als Vorsitzender der Kulturministerkonferenz am Mittwoch mit.

Das Papier empfiehlt diverse Eckpunkte. Kontaktdaten von Besuchern sollen erfasst werden, es sollen mindestens 1,5 Meter Abstand gelten und dafür zum Beispiel Theatersitze freigelassen werden. Auch Künstler sollen Distanz halten.

Das Papier stelle eine Vorlage für Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten dar, teilte die Ministerrunde mit. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sprach von einer „praxisorientierten Grundlage“. (dpa)

Kabinett beschließt freiwillige Lösung für Reisegutscheine 

Wer wegen der Corona-Krise eine Pauschalreise nicht antreten kann, kann sein Geld zurückverlangen. Eine zuerst von der Bundesregierung geplante Gutschein-Lösung soll es nur noch als freiwillige Möglichkeit für Verbraucher geben. Das hat das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) appellierte gleichwohl an Betroffene, einen Gutschein zu akzeptieren: „Wer sich für einen Gutschein entscheidet, leistet auch einen wichtigen Beitrag dazu, die Vielfalt der Angebote und Dienstleistungen im Reisesektor zu erhalten.“ (dpa)

Hessen meldet bessere Luftqualität durch Corona-Lockdown 

Die Luftqualität in Hessen hat sich durch den Corona-Lockdown verbessert. Wegen des verringerten Straßenverkehrs sanken die Stickstoffdioxidwerte an verkehrsnahen Messstationen durchschnittlich um rund 35 Prozent, wie das hessische Umweltministerium am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. An manchen Stationen seien noch nie so niedrige Werte gemessen worden. Das Ministerium berief sich auf Messungen des hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG).

Verglichen mit der Zeit vor dem Corona-Lockdown ging der Straßenverkehr im Mittel um 30 bis 40 Prozent zurück. Weil gleichzeitig seit Mitte März auch der Flugverkehr am Frankfurter Flughafen einbrach, sank die Konzentration sogenannter ultrafeiner Partikel (UFP) in Raunheim bei Wind aus Richtung Flughafen im Schnitt um 40 Prozent. Normalerweise sind bei gleichen Windbedingungen stark erhöhte UFP-Konzentrationen zu beobachten. (AFP)

Weitere Corona-Lockerungen in Brandenburg: Freibäder und Sportstudios öffnen

Die Brandenburger Landesregierung lockert mit Kabinettsbeschlüssen weitere Corona-Beschränkungen. So sollen Freibäder und Fitnessstudios am 28. Mai wieder öffnen, wie Ministerpräsident Dietmar Woidke am Dienstag in Potsdam erklärte. Am 13. Juni sollen dann Thermen und Schwimmhallen wieder öffnen dürfen.

Damit für Eltern in Brandenburg mehr Kita-Plätze zur Verfügung stehen, sollen die Einrichtungen ab 25. Mai im eingeschränkten Regelbetrieb arbeiten, wie Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Dienstag ankündigte. Demnach sollen Eltern, die bisher unter die Notfallbetreuung fielen, weiterhin den gleichen Rechtsanspruch auf eine Betreuung haben. Dazu wird für weitere Kinder ein eingeschränkter Rechtsanspruch geschaffen. (dpa)

Weltärztepräsident für Impfpflicht zum Schutz gegen Coronavirus

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat eine allgemeine Impfpflicht zum Schutz gegen das neuartige Coronavirus gefordert. Wenn künftig ein Serum gegen das Virus zur Verfügung stehe und sich manche Bürger dann der Impfung verweigerten, stellten sie ein hohes Risiko für ihre Mitbürger dar, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden könnten, warnte Montgomery in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben).

„Wir müssen deshalb möglichst viele Menschen impfen“, sagte der Präsident des Weltärztebundes. Auch im Fall der Masern hatte sich Montgomery für die Impfpflicht eingesetzt, die seit März gilt. Die Bundesregierung strebt allerdings keine Impfpflicht im Kampf gegen das Coronavirus an.

Die Impfung solle freiwillig sein, hatte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) den Funke-Blättern in einem am Wochenende veröffentlichten Interview gesagt. Wer die Impfung nicht wolle, „muss das Risiko einer Infektion selbst tragen“. (AFP)


+++ 19. Mai +++

Tische auf der Fahrbahn und im Park: Senat räumt Restaurants mehr Platz ein

Draußen sitzen.
Foto: Imago/Steinach

Restaurant- und Hotelbesitzer dürfen in der Corona-Krise nun ohne Gebühren auf Gehwegen ihre Tische aufstellen. Die sogenannte Sondernutzungsgebühr entfalle bis zum Ende des Jahres für die Gastronomie wie Hotellerie, teilte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag mit. Das habe der Senat in seiner Sitzung beschlossen.

Der Senat wolle es Gastronomen in Zukunft außerdem erlauben, zusätzliche Flächen auf Gehwegen, in Parks und sogar auf Fahrbahnen zu nutzen, sagte Müller. Entscheiden müssen das allerdings die Bezirke und Ordnungsämter vor Ort. Bisher kostet die Nutzung der Gehwege je nach Lage und Straße zwei bis 7,50 Euro pro Monat und Quadratmeter. (BLZ)

Köln hält trotz Corona an Karneval 2021 fest

Köln will trotz der Corona-Epidemie 2021 Karneval feiern. Eine Komplettabsage sei «keine Option», erklärte das Festkomitee Kölner Karneval am Dienstag nach einer Treffen von rund 100 Präsidentinnen und Präsidenten. Klar sei, dass es 2021 ein Dreigestirn, ein Kinderdreigestirn, eine Proklamation und auch einen Umzug geben werde. Kölns oberster Karnevalist, Christoph Kuckelkorn, erklärte, das Fest sei in der Stadt ein «starkes verbindendes Element». «Diese soziale Kraft brauchen wir gerade schweren Zeiten wie jetzt.»

Zugleich ist die Planung sehr kompliziert, weil unklar ist, welche Einschränkungen gelten werden. Das Festkomitee bereitet daher nach eigenen Angaben zwei möglich Varianten vor – eine für den besten, einen für den schlechtesten Corona-Fall. Es sei Kreativität gefragt. Kuckelkorn nannte etwa eine Proklamation des Dreigestirns «im kleinen Rahmen» mit Livestream-Übertragung.

Die Kölner Karnevalisten fahren damit einen anderen Kurs als etwa ihre Kollegen im nahen Euskirchen. Diese hatten am Montag mitgeteilt, man werde die bevorstehende Session um ein Jahr «verschieben». (dpa)

Trotz Corona: IFA in Berlin findet statt

Die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin soll trotz der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr stattfinden. Die zuständigen Behörden hätten grünes Licht gegeben, teilte die Messegesellschaft am Dienstag mit. Die weltgrößte Technikmesse sei für Anfang September geplant.

Die diesjährige Sonderausgabe der IFA, die an drei Tagen - vom 3. bis 5. September – geplant ist, wird alle durch die COVID-19-Pandemie notwendig gewordenen Auflagen berücksichtigen. Eine Teilnahme an der IFA 2020 ist nur nach Registrierung oder auf Einladung möglich. Damit wird die Teilnehmerzahl limitiert. (BLZ)

Hoffnung auf weitere Hotel-Lockerungen in Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommerns Tourismusminister Harry Glawe (CDU) hat Hoffnungen auf weitere Lockerungen für Hotels ab dem 15. Juni gemacht. Vor dem Hintergrund zweier Klagen gegen die Belegungsobergrenze von 60 Prozent der Betten sagte Glawe am Dienstag in Schwerin, nach der Öffnung für auswärtige Gäste am 25. Mai wolle man drei Wochen lang schauen, wie es gehe. Bei anhaltend niedrigen Infektionen mit dem Coronavirus könne die Regierung danach weitere Lockerungen im Tourismus vornehmen. (dpa)

Bayern senkt Grenzwert für Corona-Hotspots auf 35 Neuinfektionen 

Bayern verschärft seinen Grenzwert im Frühwarnsystem für die Corona-Neuinfektionen. Das Landeskabinett setzte den Grenzwert auf 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in einer Stadt oder einem Landkreis herab, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag in München mitteilte. Das Frühwarnsystem sei ein «probates Mittel», um lokale Ausbruchsgeschehen schnell zu erkennen. Bund und Länder hatten sich auf den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner geeinigt. Auch das Land Berlin hält dies für zu viel und hat ein eigenes Warnsystem entwickelt, das bereits bei 30 auf Rot schaltet. (dpa)

RKI: Über 20 400 Mitarbeiter im Gesundheitswesen mit Corona infiziert 

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge in Deutschland mehr als 20 400 Mitarbeiter von Kranken- und Pflegeeinrichtungen mit dem neuartigen Virus infiziert. Alleine in Krankenhäusern, Praxen, Dialyseeinrichtungen und bei Rettungsdiensten verzeichnete das RKI bislang mehr als 11 800 Corona-Fälle (Stand 18.5. 0 Uhr). In Pflege- und anderen Wohneinrichtungen waren es mehr als 8500 Infektionen. Insgesamt 895 erkrankte Mitarbeiter mussten demnach stationär behandelt werden, 61 sind gestorben.

Personal in Gesundheitseinrichtungen werde allerdings nur punktuell auf das Virus getestet, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ (Dienstag). Das RKI habe auf Anfrage der Zeitung eingeräumt, es sei dem Institut nicht bekannt, wie umfassend in den Einrichtungen getestet werde. (dpa)

Ordnungsämter: Kaum schwere Corona-Verstöße in Restaurants

Mit der Überwachung der Corona-Vorgaben in den wieder geöffneten Restaurants sind auch die Ordnungsämter der Bezirke befasst - schwere Verstöße bleiben ihnen zufolge aber die Ausnahme. „Unser Ordnungsamt hat bislang etwa 60 Gaststättenbetriebe kontrolliert, wobei kein schwerwiegender Verstoß festgestellt wurde“, teilte etwas das Bezirksamt Neukölln am Dienstag mit. Lediglich in einem Fall wurde die Schließung der Außengastronomie angeordnet, „da es sich um eine reine Schankwirtschaft handelte“, hieß es.

Ansonsten hätten sich alle Betreiber der kontrollierten Gaststätten in Neukölln Gedanken gemacht, wie die Hygieneregeln einzuhalten seien. „Grundsätzlich besteht aber eine hohe Unsicherheit seitens der Gastronomie, welche Regeln zu beachten und wie sie umzusetzen sind.“ (dpa)

Robert-Koch-Institut startet Corona-Studie mit 8000 Teilnehmern

In einer kleinen Gemeinde in Baden-Württemberg startet eine größere Untersuchung des Robert Koch-Instituts zum Coronavirus. In Kupferzell (Hohenlohekreis) sollen ab Mittwoch 2000 Menschen befragt und auch getestet werden. Insgesamt sollen in den kommenden Monaten 8000 Menschen in vier besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Orten an der Studie „Corona Monitoring lokal“ teilnehmenm, wie RKI-Forscher am Dienstag sagten.

Sie wollen herausfinden, wie viele Menschen bereits mit dem Virus in Kontakt waren und Antikörper gebildet haben. Außerdem erhoffen sie sich Erkenntnisse über den Anteil der Infektionen ohne Symptome, welche Menschen häufiger betroffen sind und wie oft eine Erkrankung so schwer verläuft, dass Betroffene ins Krankenhaus müssen. Ziel ist laut RKI auch, Faktoren zu ermitteln, die eine Ausbreitung vorantreiben oder hemmen.

Eine ähnliche Studie - allerdings nicht vom RKI - hatte es im stark vom Coronavirus betroffenen Gangelt im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg gegeben. Die Ergebnisse dieser Studie seien wichtig, bezögen sich aber nur auf die Gemeinde Gangelt, sagte Thomas Lampert, Leiter der Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring am RKI. (dpa)

Chef der Wirtschaftsweisen rät zu Nullrunde beim Mindestlohn 

Der Vorsitzender der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, plädiert bei der im Sommer anstehenden Entscheidung über die mögliche Erhöhung des Mindestlohns für Zurückhaltung. „Gerade Branchen mit eher geringen Lohnniveaus sind von der Krise besonders erfasst worden“, sagte er der „Wirtschaftswoche“, wie das Magazin am Dienstag berichtete. „Meines Erachtens kann deshalb in dieser tiefen Rezession der Mindestlohn nicht weiter erhöht werden.“ (AFP)

Fast 300.000 Corona-Infektionen in Russland nachgewiesen 

In Russland sind nach offiziellen Angaben inzwischen rund 300.000 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. In den vergangenen 24 Stunden sei die Zahl der landesweiten Corona-Fälle um 9263 auf 299.941 gestiegen, teilten die Gesundheitsbehörden am Dienstag mit. Die Zahl der Todesopfer habe sich um 115 auf 2.837 erhöht. Russland steht bei den Infektionen inzwischen weltweit an zweiter Stelle hinter den USA. (AFP)

Chinesische Wissenschaftler arbeiten an vielversprechendem Corona-Medikament

Chinesische Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben ein vielversprechendens Medikament gegen das neuartige Coronavirus entwickelt. Das Mittel auf der Grundlage von Antikörpern sei bereits erfolgreich an Tieren getestet worden, teilten die Forscher von der renommierten Peking-Universität mit. Es könnte demnach bei der Behandlung von Infizierten eingesetzt werden und deren Genesung beschleunigen, aber auch kurzfristig vor einer erneuten Ansteckung schützen. (AFP)

Auto-Anmeldungen in EU fallen wegen Corona-Krise auf ein Viertel 

Der europäische Automarkt ist im April wegen der Coronavirus-Pandemie zusammengebrochen. In der Europäischen Union (EU) wurden 270 682 Pkw neu zugelassen, das waren 76,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie der zuständige Branchenverband Acea am Dienstag in Brüssel mitteilte. Bereits im Januar und Februar waren die Zulassungszahlen zurückgegangen, ehe sie dann im März um mehr als die Hälfte absackten. Der Einbruch im April im Zuge der sich zuspitzenden Virus-Krise fiel nun nochmals deutlich stärker aus. (dpa)

Trump droht WHO mit endgültigem Zahlungsstopp und Austritt

US-Präsident Donald Trump hat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit einem endgültigen Zahlungsstopp gedroht. Sollte sich die WHO innerhalb der kommenden 30 Tage nicht zu „wesentlichen Verbesserungen“ verpflichten, werde er zudem die Mitgliedschaft der USA in der Organisation überdenken, heißt es in einem Schreiben an WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus, das Trump am Montagabend auf Twitter veröffentlichte. (dpa)

Maskenpflicht in Israel wegen Hitzewelle vorübergehend gelockert 

Die israelische Regierung hat die im Zuge der Corona-Pandemie verhängte Maskenpflicht vorübergehend gelockert. Grund ist eine Hitzewelle in dem Land mit Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius.

Bis zum Wochenende sei es Schülern gestattet, ihre Masken in Klassenräumen abzusetzen, teilte der neue Gesundheitsminister Juli Edelstein am späten Montagabend mit. Auch auf öffentlichen Plätzen sei die Maskenpflicht vorerst ausgesetzt, ausgenommen bei Versammlungen. Der Kampf gegen das Coronavirus sei wichtig, sagte Edelstein, aber auch die Hitzewelle könne gefährlich sein. (dpa)


+++ 18. Mai +++

Ausschuss im Abgeordnetenhaus fordert einstimmig Demonstrationen ohne Beschränkung 

Der Rechtsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses hat den Senat einstimmig aufgefordert, Demonstrationen trotz Corona-Pandemie wieder ohne Teilnehmer-Beschränkung zuzulassen. Auch beim Besuch von Kirchen sollte es keine Begrenzungen mehr geben, hieß es in einem Beschluss am Montag, den die Regierungsfraktionen von SPD, Linken und Grünen vorgelegt hatten und dem die Opposition von CDU, FDP und AfD in einer Sondersitzung zustimmte. Der rot-rot-grüne Senat solle die entsprechenden Rechtsverordnungen zur Eindämmung der Pandemie ändern, berichtet dpa. 

Derzeit dürfen in Berlin bis zu 50 Teilnehmer zu einer Demonstration an einem Ort zusammenkommen. Ab 25. Mai können sich unter freiem Himmel wieder bis zu 100 Menschen versammeln und bewegen. Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte angekündigt, womöglich könne im Juni wieder ohne Teilnehmerbeschränkung demonstriert werden - wenn die Corona-Infektionszahlen niedrig bleiben.

20 Neuinfizierte an einem Tag in Berlin 

In Berlin gibt es derzeit 6474 Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind. Das sind 20 mehr zum Vortag. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 211 Personen, davon 71 intensivmedizinisch, teilte die Senatsgesundheitsverwaltung am Montagabend mit. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. 182 Patienten sind bislang verstorben. Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren. (BLZ) 

US-Labor Moderna: „Positive Zwischenergebnisse“ bei klinischen Impfstoff-Tests

Das US-Biotech-Unternehmen Moderna hat von „positiven Zwischenergebnissen“ in der ersten Phase von klinischen Tests eines möglichen Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus berichtet. Der gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelte Impfstoff mRNA-1273 habe bei acht von 45 Studienteilnehmern eine Immunreaktion hervorgerufen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Diese ähnelte demnach der Reaktion infizierter Menschen auf das Virus.

„Obwohl sie als vorläufig zu betrachten sind, zeigen die Zwischenergebnisse der ersten Phase, dass eine Impfung mit mRNA-1273 eine Immunreaktion in der gleichen Größenordnung auslösen kann, wie sie durch eine natürlich ausgelöste Infektion hervorgerufen wird“, erklärte Tal Zaks, medizinischer Leiter von Moderna. Die vollständigen Ergebnisse der ersten Phase der klinischen Tests sind jedoch noch nicht bekannt.

Das Unternehmen realisiert die klinische Studie gemeinsam mit der Gesundheitsbehörde NIH. Die US-Regierung investierte fast eine halbe Milliarde Dollar in das Forschungsprojekt. Drei Gruppen aus jeweils 15 Teilnehmern erhielten in der ersten Phase drei verschiedene Dosen des Impfstoffs. An der zweiten Phase, die den Angaben zufolge demnächst beginnt, soll voraussichtlich eine größere Zahl von Menschen teilnehmen

Die dritte sowie letzte und wichtigste Phase der klinischen Tests soll im Juli beginnen. Sie ist ausschlaggebend für eine mögliche Anerkennung der Wirksamkeit des Impfstoffs. Laut Moderna ergaben zusätzliche Tests an Mäusen, dass der Impfstoff eine Verbreitung des Virus in den Lungen der Mäuse verhindert.

Bislang gibt es weltweit keinen zugelassenen Impfstoff gegen das Virus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslöst. (AFP)

Berlin und Paris für Wiederaufbauplan in Höhe von 500 Milliarden Euro

Deutschland und Frankreich schlagen gemeinsam ein europäisches Programm im Umfang von 500 Milliarden Euro zur wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise vor. Dies geht aus einer deutsch-französischen Erklärung hervor, die der Deutschen Presse-Agentur am Montag vorlag. (dpa)

50 Berliner Pflegeheime von Corona betroffen

In Berlin sind in bislang 50 Pflegeheimen Infektionen mit dem Coronavirus bekannt geworden. Nach Angaben der Gesundheitsverwaltung vom Montag gibt es unter den Bewohnern 203 bestätigte Fälle. Außerdem haben sich mindestens 118 Mitarbeiter angesteckt. Bei 46 gestorbenen Bewohnern wurde eine Corona-Infektion nachgewiesen. Ältere Menschen sind besonders gefährdet, an einer Coronavirus-Infektion zu sterben. 87 Prozent aller Toten sind laut Robert Koch-Institut 70 Jahre und älter. (dpa)

Alle erwachsenen Dänen können sich nun auf Corona testen lassen 

Alle Erwachsenen in Dänemark bekommen die Möglichkeit, sich auf das neuartige Coronavirus testen zu lassen. Angesichts der dänischen Strategie, die Zahl der getesteten Dänen massiv zu erhöhen, können alle volljährigen Bürger im Laufe der Woche einen Termin für einen Corona-Test vereinbaren. Selbst beim kleinsten Verdacht, sich möglicherweise angesteckt zu haben, solle man dies tun, erklärte Gesundheitsminister Magnus Heunicke am Montag. (dpa)

Innensenator: Große Unvernunft von Schaulustigen bei Demonstrationen

Nach dem Wochenende mit vielen Demonstrationen gegen die Corona-Einschränkungen hat Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) vor allem vor Infektionsgefahren durch zu viele Schaulustige gewarnt. „Das ist die geballte Unvernunft, die sich da Bahn bricht“, sagte er am Montag im RBB-Inforadio. „Die Schaulustigen sind von einer Sorglosigkeit getrieben, die mir wiederum Sorgen macht.“ Menschenmengen erhöhten nun einmnal die Gefahr des Infektionsrisikos. Schon am 1. Mai habe die Polizei Schwierigkeiten gehabt, zwischen Gewalttätern und Schaulustigen zu unterscheiden.

Allerdings sei die Polizei bei den Demonstrationen rund um die Corona-Beschränkungen am vergangenen Wochenende taktisch erfolgreich gewesen und habe etwa den Alexanderplatz weiträumig abgesperrt, sagte Geisel. Die Menschen seien auf diese Weise zerstreut worden und hätten nicht so geballt auftreten können. (dpa)

China stellt zwei Milliarden Dollar für weltweiten Kampf gegen Corona bereit

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie stellt China zwei Milliarden Dollar bereit. Der chinesische Staatschef Xi Jinping sagte am Montag in einer Videobotschaft zum Auftakt des Jahrestreffens der Weltgesundheitsversammlung (WHA) in Genf, sein Land sei „immer“ transparent im Umgang mit der Pandemie gewesen. Sollte China einen Impfstoff gegen die Lungenkrankheit Covid-19 entwickeln, werde dieser weltweit zur Verfügung gestellt werden, versprach der chinesische Präsident. (AFP)

Schleswig-Holsteins Nordseeinseln für Tagestouristen weiter gesperrt

Tagestouristen dürfen zu Christi Himmelfahrt und am darauf folgenden Wochenende sowie Pfingsten nicht auf Schleswig-Holsteins Nordseeinseln und die meisten Halligen. Auch für St. Peter-Ording gilt an beiden Wochenenden ein Betretungsverbot. Darauf haben sich Land und Kommunen am Montag verständigt.
Hintergrund ist die Angst vor einem Massenandrang von Tagesbesuchern.

„Schleswig-Holstein bietet Platz für alle, aber nicht für alle gleichzeitig in bestimmten Top-Destinationen wie Sylt oder Timmendorfer Strand“, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP). Etwaige Beschränkungen des Tagestourismus seien auch über Pfingsten hinaus möglich. Für Helgoland gilt das Betretungsverbot für Tagesurlauber bereits seit diesem Montag.

Für die Badeorte an der Ostsee wie Scharbeutz gelten die generellen Einschränkungen nicht. Damit ist an beiden Wochenenden auch ein Besuch der Ostseeinsel Fehmarn möglich. Gleiches gilt für Nordstrand und die Hamburger Hallig an der Nordseeküste. (dpa)

Guterres: Welt zahlt „hohen Preis“ für widerstreitende Corona-Strategien

UN-Generalsekretär António Guterres hat die uneinheitliche Reaktion der Weltgemeinschaft auf die Corona-Pandemie scharf kritisiert. „Verschiedene Länder haben verschiedene und manchmal widersprüchliche Strategien befolgt, und wir zahlen alle einen hohen Preis dafür“, sagte er am Montag in einer Videobotschaft zum Auftakt des Jahrestreffens der Weltgesundheitsversammlung (WHA). Die Jahrestagung der WHA findet in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie erstmals virtuell statt. (AFP)

Petersdom nach mehr als zwei Monaten wieder für Besucher geöffnet 

Der Petersdom hat nach fast zehnwöchiger Corona-Pause wieder seine Pforten für Gläubige geöffnet. Die ersten Besucher versammelten sich Montagmorgen unter Einhaltung eines Sicherheitsabstands vor der Basilika im Vatikan, wie AFP-Reporter beobachteten. Unter Aufsicht von Polizisten wurde ihnen vor dem Betreten der Kirche die Temperatur gemessen. Zudem mussten sie sich die Hände desinfizieren. Der Petersdom und der Petersplatz waren wegen der Coronavirus-Pandemie am 10. März geschlossen worden. (AFP)

Österreich: Viele Kinder können nach Corona-Pause wieder zur Schule 

Ein Großteil der österreichischen Kinder und Jugendlichen kann nach der Corona-Pause wieder zur Schule gehen. Seit Montag werden die 6- bis 14-Jährigen wieder unterrichtet. Für rund 700 000 Schüler endet damit in dieser Woche das coronabedingte Homeschooling - durch die Aufteilung mancher Klassen ist der erste Schultag aber für einige erst am Donnerstag.

Bei der Wiederaufnahme des Unterrichts für diese Jahrgänge handelt es sich um den zweiten Schritt beim Neustart der österreichischen Schulen. Bereits seit 14 Tagen werden Schüler unterrichtet, die kurz vor einem Abschluss stehen, etwa Abiturienten. Ab dem 3. Juni startet die Schule dann auch wieder für Jugendliche über 14 Jahre.

Für den Neustart der Schulen hat das österreichische Bildungsministerium ein Hygienehandbuch geschrieben. In der Schule muss grundsätzlich ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, der erst am Platz in der Klasse abgenommen werden darf. Zudem werden die Klassen ab 19 Schülern in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe darf dann von Montag bis Mittwoch in die Schule, die zweite Gruppe am Donnerstag und Freitag. In der Woche darauf werden die Tage getauscht. Schularbeiten gibt es keine mehr, auch Turn- und Nachmittagsunterricht entfallen vorerst. (dpa)

Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland 

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Montag mit 174.697 angegeben - ein Plus von 342 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 176.369 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 7935 Todesfälle, die JHU 7962 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 154.600. (AFP)

Notenbank: US-Wirtschaft könnte dieses Quartal um bis zu 30 Prozent schrumpfen

Die US-Wirtschaft könnte im laufenden Quartal nach Einschätzung der Notenbank Fed um bis zu 30 Prozent schrumpfen. Es sei gut möglich, dass das Bruttoinlandsprodukt um 20 bis 30 Prozent abnehme, sagte Fed-Direktor Jerome Powell am Sonntagabend (Ortszeit) in einem Interview des Fernsehsenders CBS. Er sehe aber eine „gute Chance“, dass es im dritten Quartal dann wieder eine Zunahme des Wachstums gebe. (AFP)

Brasilien vermeldet mehr als 16.000 Corona-Tote 

Zwei Monate nach dem ersten registrierten Todesfall sind in Brasilien mehr als 16.000 Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Dies ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Sonntag hervor. Demnach starben in Brasilien nach offiziellen Angaben bislang 16.118 Menschen an der Lungenkrankheit. 241.080 Infizierte wurden inzwischen verzeichnet. Nach den Daten der in den USA beheimateten Johns-Hopkins-Universität liegt das Land mit kontinentalen Ausmaßen damit bei der Zahl der Todesopfer weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten auf Platz vier der am schwersten betroffenen Länder vor Italien und Spanien.  (dpa)

Auch Japan rutscht wegen der Corona-Krise in eine Rezession

Auch Japans Wirtschaft bekommt die Folgen der Corona-Krise drastisch zu spüren. Die Nummer Drei der Weltwirtschaft steckt genauso in einer Rezession wie Deutschland. Und es dürfte noch schlimmer kommen. Wie Deutschland ist auch Japan im Zuge der Corona-Krise in eine Rezession gerutscht. Japans Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im ersten Vierteljahr gegenüber dem Vorquartal um 0,9 Prozent, wie die Regierung in Tokio am Montag auf vorläufiger Basis bekanntgab. Auf das Jahr hochgerechnet sank das BIP um 3,4 Prozent. Die vor Deutschland drittgrößte Volkswirtschaft der Welt war bereits im Schlussquartal 2019 wegen Erhöhung der Mehrwertsteuer geschrumpft, und zwar nach neuesten Berechnungen um eine hochgerechnete Jahresrate von 7,3 Prozent. Sinkt die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer „technischen Rezession“. (dpa)


+++ 17. Mai +++

Infizierte Lehrkraft in Spandau: Grundschule wird geschlossen

Wegen einer mit dem Coronavirus infizierten Lehrkraft wird in Berlin-Spandau die Grundschule am Weinmeisterhornweg vorübergehend ganz geschlossen. Die Maßnahme gilt bis zum 26. Mai, sagte die Amtsärztin und Leiterin des Spandauer Gesundheitsamtes, Gudrun Widders, dem rbb am Sonntag.

Laut dem rbb hatte die Lehrkraft Kontakt zu zwei Klassen der Grundschule am Weinmeisterhornweg, zu anderen Lehrern der Schule und zum Hort. 

In einer zweiten Spandauer Grundschule am Birkenhain hatte die coronainfizierte Lehrkraft dem Bericht zufolge nur eine abgeschlossene Lerngruppe unterrichtet und nach Angaben der Amtsärztin Kontakt zu vier anderen Personen. Deshalb entschied die Amtsärztin, lediglich die Lehrkraft, die vier Kontaktpersonen und die betroffene Lerngruppe unter Quarantäne zu stellen. Der Rest der Grundschule am Birkenhain bleibt offen. (BLZ)

6454 bestätigte Corona-Fälle in Berlin, kein neuer Todesfall

In Berlin gibt es derzeit 6454 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Abend mit.

3185 Personen sind männlich, 3263 weiblich. Bei sechs Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 229 Personen, davon werden 87 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. 180 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten sind bislang verstorben. Die Senatsverwaltung korrigierte die Zahl der Verstorbenen am Sonntagabend - am Samstag hatte sie noch 181 Tote gemeldet. Die verstorbenen Patienten staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: zwei waren 40 bis 49 Jahre alt, elf 50 bis 59 Jahre alt, 19 verstorbene Patienten waren 60 bis 69 Jahre alt, 45 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 69 waren 80 bis 89 Jahre alt und 34 verstorbene Patienten waren 90 Jahre und älter. Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren. (BLZ)

Maas will Ende der Reisewarnung

Bundesaußenminister Heiko Maas will am Montag mit Amtskollegen beraten, wie die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie nach und nach gelockert werden können. An der Videokonferenz sollen Griechenland, Kroatien, Portugal, Malta, Slowenien, Spanien, Italien, Österreich, Zypern und Bulgarien teilnehmen. Bei dem Treffens soll ein koordiniertes Vorgehen bei der Öffnung der Grenzen für Touristen besprochen werden.

Im „Bericht aus Berlin“ der ARD kündigte Maas an, dass es nach dem 15. Juni keine weltweite Reisewarnung mehr geben solle. Stattdessen sollten Reisehinweise Urlaubern ermöglichen, die regionalen Risiken abzuschätzen. (BLZ)

70 Corona-Fälle in St. Augustiner Flüchtlingsheim

Auch in einer Flüchtlingseinrichtung in St. Augustin bei Bonn sind 70 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab die Bezirksregierung Köln am Sonntag bekannt. Insgesamt wurden in der Unterkunft 300 Personen getestet. 

Die Infizierten wurden in einen Isolierbereich verlegt. Weitere Testergebnisse stehen noch aus. In dem Flüchtlingsheim finden bis zu 600 Personen Platz. Der Großteil der positiv getesteten Menschen zeige keine oder schwache Symptome, teilte die Bezirksregierung weiter mit. 60 negativ getestete Menschen wurden unterdessen in anderen Einrichtungen untergebracht. (dpa)

Offenbar mehrere Corona-Fälle in Flüchtlingsunterkunft in NRW

In einem Flüchtlingsheim in Nordrhein-Westfalen sind einem Zeitungsbericht zufolge mehr als 100 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach einem ersten positiven Test am Donnerstag sei die Zentrale Unterbringungseinrichtung in Sankt Augustin-Niederpleis unter Quarantäne gestellt worden, berichtete der „Kölner Stadt-Anzeiger“. Tests für alle fast 500 Bewohner seien angeordnet worden. (BLZ)

Mehr als 28.000 Corona-Tote in Frankreich

In Frankreich sind seit Beginn der Pandemie 28.108 Todesfälle registriert worden, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Nach Angaben des Ministeriums wurden 10.642 der Todesfälle in Alten- und sozialen Pflegeeinrichtungen registriert.

Seit Beginn der Epidemie seien in Frankreich rund 98.500 Menschen in Krankenhäusern behandelt worden, davon rund 17.500 auf Intensivstationen. Inzwischen sinke die Zahl der schwer an Covid-19 erkrankten Menschen. (BLZ)

Krankenhauspersonal bereitet belgischer Regierungschefin frostigen Empfang 

Das Personal einer Brüsseler Klinik hat der belgischen Regierungschefin Sophie Wilmès einen frostigen Empfang bereitet. Als Wilmès am Samstag das St.Peter-Krankenhaus in der belgischen Hauptstadt besuchte, wandten ihr die zum Empfang vor der Klinik stehenden Mitarbeiter demonstrativ den Rücken zu. Nach belgischen Medienberichten handelte es sich um einen Protest unter anderem gegen die schlechte personelle Ausstattung trotz der Corona-Krise. (AFP)

So wenig Corona-Tote in Spanien wie zuletzt zu Beginn der Pandemie

Die Zahl der pro Tag in Spanien mit Covid-19 gestorbenen Menschen ist bis Sonntag auf 87 gefallen, so wenig wie seit zwei Monaten nicht mehr. Das habe Ministerpräsident Pedro Sánchez bei einer Videokonferenz mit den Chefs der Regionalregionen mitgeteilt, berichteten nationale Medien. Seit dem 17. März hatte die Zahl der Corona-Toten in Spanien jeden Tag über 100 gelegen, Anfang April waren sogar mehr als 900 Tote pro Tag im Zusammenhang mit Covid-19 registriert worden. Allerdings könne die jetzt genannte Zahl von 87 leicht höher gewesen sein, weil am Wochenende nicht alle Todesmeldungen sofort weitergegeben würden, hieß es.

Mit mehr als 27 500 Toten und über 230.000 Infektionsfällen ist Spanien eines der von der Pandemie weltweit am schwersten betroffenen Länder. Die Zahlen werden aber seit Wochen besser. „Wir machen Fortschritte, aber die Gefahr ist noch da“, warnte Sánchez. Deshalb will er den im Land auf immer mehr Kritik stoßenden Notstand um einen Monat bis Ende Juni verlängern. (dpa)

Gewerkschaft befürchtet bei der Bahn Abbau von mehr als 10.000 Stellen

Wegen der Corona-Krise sind bei der Deutschen Bahn nach Berechnungen der Eisenbahngewerkschaft EVG mehr als 10.000 Jobs gefährdet. „Es droht ein dramatischer Stellenabbau“, warnte EVG-Chef Klaus-Dieter Hommel in der „Bild am Sonntag“. Die Bahn wolle im Gegenzug für staatliche Hilfen etwa fünf Milliarden Euro einsparen, davon etwa 2,25 Milliarden beim Personal.

„Die Umsetzung dieser Vereinbarung zwischen dem Konzern und der Bundesregierung heißt im Klartext: Abbau von weit über 10.000 Stellen bei der Deutschen Bahn im gesamten Bundesgebiet“, sagte Hommel. Dies müsse unbedingt verhindert werden. Die Bahn-Mitarbeiter hätten in der Corona-Krise schließlich „jeden Tag ihre Gesundheit aufs Spiel gesetzt“, um den Zugverkehr aufrechtzuerhalten, betonte der Gewerkschaftschef. (dpa)

Umfrage zur Reaktion auf Pandemie: Stimmung in Großbritannien kippt

Einer Umfrage zufolge sind inzwischen mehr Briten davon überzeugt, dass ihre Regierung schlecht mit der Coronavirus-Pandemie umgeht als umgekehrt. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Opinium, die am Sonntag veröffentlicht wurde. Demnach zeigten sich 42 Prozent der Befragten unzufrieden mit der Reaktion der konservativen Regierung von Premierminister Boris Johnson auf den Coronavirus-Ausbruch. Nur 39 Prozent stehen hinter den Entscheidungen in der Downing Street. Befragt wurden rund 2000 Erwachsene in Großbritannien am 13. und 14. Mai. Es ist Opinium zufolge das erste Mal, dass sich in der öffentlichen Meinung das Blatt gegen die Regierung wendet. (dpa)

Röttgen kritisiert Laschets Politik in Corona-Krise

Der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Norbert Röttgen, hat dem Mitbewerber und nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet vorgeworfen, sich in der Corona-Krise parteipolitisch profilieren zu wollen. „Nach dem Erfolg der ersten fünf Wochen haben sich aus taktischen und parteipolitischen Interessen heraus die Lockerungsforderungen verselbstständigt“, sagte Röttgen dem „Tagesspiegel am Sonntag“. Konkret angesprochen auf Laschet sagte der CDU-Außenexperte, der Lockdown werde nun oft dargestellt als eine eigene Gefahr, und zwar für die Wirtschaft: „Das ist ein Denkfehler, den ich bei jedem kritisiere, der ihn macht.“

Wenn man die Pandemie nicht unter Kontrolle bringe, werde auch die Wirtschaft weiter leiden, mahnte Röttgen. „Politiker und Parteien, die diese beiden Aspekte in der Regel aus taktischen Gründen vermengen, schwächen uns in der Bekämpfung einer so großen Gefahr wie dieser Pandemie“, sagte der Außenexperte, ohne Laschet namentlich zu nennen. Es gehe hier „um Profilierung“. Er stimme ausdrücklich der Kanzlerin zu, die das Vorgehen einiger Ministerpräsidenten als zu forsch bezeichnet hatte, sagte Röttgen, der ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen stammt. (dpa)

Über 174.700 Corona-Nachweise in Deutschland

Bundesweit sind bis Sonntag über 174.700 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 174 300 Infektionen). Mindestens 7931 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 7913). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstagfrüh bei 0,88. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. (dpa)

Tansania will Einreise von Touristen wieder erlauben

Tansania will sich trotz bestehender Coronavirus-Beschränkungen wieder dem Tourismus öffnen. Anders als in vielen anderen afrikanischen Ländern sollen sich per Flugzeug einreisende Urlauber aus dem Ausland künftig nicht erst in eine mehrtägige Quarantäne begeben müssen, sagte Präsident John Magufuli am Sonntag. Die Behörden hätten Anweisung erhalten, den Weg dafür frei zu machen. Die US-Botschaft in dem ostafrikanischen Land hatte vergangene Woche allerdings vor einem rasanten Anstieg von Corona-Fällen gewarnt und gerügt: „Die Regierung hat seit dem 29. April keine Daten über Covid in Tansania herausgegeben.“ (dpa)

Slowakei beharrt auf strengen Corona-Grenzkontrollen

Auch wenn andere europäische Länder ihre Grenzen schrittweise wieder öffnen wollen, bleibt die Slowakei bei strengen Reisebeschränkungen und Grenzkontrollen. Das stellte die Regierung in Bratislava am Wochenende klar. „Es sieht sehr hoffnungsvoll für weitere bedeutende Lockerungen bei uns in der Slowakei aus, aber mit dem Schutzwall an unseren Grenzen müssen wir weiterhin wachsam und vorsichtig bleiben“, schrieb der konservative Regierungschef Igor Matovic am Sonntag auf Facebook. (dpa)

Hamster beweisen Wirksamkeit von OP-Masken

Hongkonger Forscher haben an Hamstern nachgewiesen, dass sich durch OP-Masken die kontaktlose Übertragung des Coronavirus deutlich verringern lässt. Die Übertragungsrate wurde durch den Einsatz der Masken um mehr als 60 Prozent reduziert, wie aus einer am Sonntag vorgestellten Studie der Universität Hongkong hervorgeht. Ohne chirurgische Maske infizierten sich zwei Drittel der Hamster binnen einer Woche.

Bei den Tieren, die sich trotz Maske infizierten, war der Virenbefall zudem weniger stark als bei Infektionen ohne Maske. Für die Studie wurden mit dem Coronavirus infizierte Hamster neben einen Käfig mit gesunden Tieren gesetzt. Zwischen die beiden Käfige wurden OP-Masken platziert. Es sei deutlich geworden, dass das Maskentragen durch Infizierte, insbesondere wenn sie keine Symptome zeigen, "sehr viel wichtiger ist als alles andere", sagte Studienleiter Yuen Kwok-yung, einer der weltweit führenden Coronavirus-Experten. (AFP)

Tourismusindustrie wirft Bundesregierung Feigheit vor Brüssel vor 

Die deutsche Tourismuswirtschaft hat der Bundesregierung Feigheit vor Brüssel vorgeworfen, weil sich der Bund nicht über die Ablehnung der EU von Reisegutscheinen hinwegsetze. Verbandspräsident Michael Frenzel sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“: „Zwölf Länder haben obligatorische Gutscheine eingeführt, nur Deutschland traut sich nicht.“ Deshalb sei die Gutscheinlösung für ausgefallene Reisen wohl vom Tisch. Bisher habe kein Minister die notwendige Traute. „Ein Irrsinn“, so Frenzel.

Die Europäische Union (EU) und Verbraucherschützer verlangen, dass Kunden für nicht angetretene Reisen ihr Geld zurückbekommen, die Branche will den Kunden stattdessen Gutscheine geben. Frenzel sagte der „FAS“: „Das Geld der Kunden haben die Veranstalter weitergeleitet an Airlines und Hotels, da ist gegenwärtig nichts zu holen.“ Es gehe um 4,4 Milliarden Euro bis Ende Juni, knapp sieben Milliarden Euro bis Ende August. Weil ohne staatliches Eingreifen Reiseveranstalter reihenweise in die Knie gehen würden, zahle der Steuerzahler am Ende in jedem Fall. (AFP)

Corona lässt erstmals seit 2009 Vermögen der Reichen in Großbritannien schrumpfen 

Die Corona-Pandemie hat das Vermögen der tausend reichsten Menschen in Großbritannien erstmals seit rund einem Jahrzehnt schrumpfen lassen. Wie die „Sunday Times“ berichtete, verloren die Superreichen in den vergangenen zwei Monaten insgesamt 54 Milliarden Pfund (60 Milliarden Euro). Die Zahl der Milliardäre sank demnach um vier auf 147.

Laut der seit 1989 von der „Sunday Times“ veröffentlichten Liste der tausend Reichsten im Land musste die Hälfte der Milliardäre Verluste von bis zu sechs Milliarden Pfund hinnehmen. Das hat es seit 2009, im Gefolge der großen Finanzkrise, nicht mehr gegeben.

Auf Platz eins mit einem Vermögen von 16,2 Milliarden Pfund schaffte es zum ersten Mal der für seine beutellosen Staubsauger bekannte britische Erfinder und Unternehmer James Dyson. Sein rasanter Aufstieg von Platz fünf im vergangenen Jahr liegt nach Einschätzung des Blatts nicht nur am Erfolg seiner Firmen, sondern auch an den hohen Verlusten seiner Konkurrenten unter den Top Ten.

So verloren die letztjährigen Erstplatzierten, die Brüder Sri und Gopi Hinduja mit ihrem gleichnamigen indischen Mischkonzern, sechs Milliarden Pfund. Mit einem Vermögen von nur noch 16 Milliarden Pfund landeten sie nun gemeinsam mit den Unternehmern David und Simon Reuben auf dem zweiten Platz. Gemeinsam verfügen die Superreichen laut der Liste über ein Vermögen von 743 Milliarden Pfund. (AFP)

US-Warenhauskette J.C. Penney meldet in Corona-Krise Insolvenz an 

Die Corona-Krise hat die traditionsreiche US-Warenhauskette J.C. Penney nach einem jahrelangen Niedergang schließlich in die Knie gezwungen. Das 118 Jahre alte Unternehmen meldete Insolvenz an und will sich mit der Aufgabe von Läden neu aufstellen sowie nach einem Käufer suchen. Nach den Insolvenzanträgen der Ladenketten Neiman Marcus und J. Crew ist J.C. Penney das bisher größte Corona-Opfer im US-Einzelhandel. Für die Firma arbeiten rund 85.000 Menschen. Es blieb zunächst offen, wie viele Läden J.C. Penney dauerhaft dichtmachen wird.

Die Gläubiger geben J.C. Penney eine Finanzierungszusage in Höhe von 900 Millionen Dollar, um das Überleben in der Corona-Krise mit ihren vorübergehenden Ladenschließungen zu sichern. Das Unternehmen hat noch rund 500 Millionen Dollar (462 Mio Euro) an Barbeständen. Man gehe davon aus, dass Finanzierungszusagen und laufende Umsätze ausreichten, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und Umstrukturierungen zu ermöglichen, teilte J.C. Penney mit. (dpa)

Corona in Schlachthöfen: SPD-Fraktion will weitere Branchen prüfen

Nach den Coronavirus-Ausbrüchen in Schlachtbetrieben fordert die SPD-Fraktion im Bundestag strengere Regeln auch in anderen Branchen. «Die Fleischindustrie steht jetzt im Mittelpunkt. Es geht aber um ein Geschäftsmodell, dass es auch in anderen Bereichen gibt», sagte Fraktionsvize Katja Mast der Deutschen Presse-Agentur. „Wir werden auch die Lebensbedingungen der Saisonarbeitskräfte nochmals genau anschauen müssen, genauso wie die Pflegebranche.“

Zuvor hatte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) härtere Auflagen für die Fleischindustrie gefordert. Dem schloss sich Mast an. In der Branche werde Verantwortung durch undurchsichtige Vertragskonstrukte auf Subunternehmer geschoben. „Deshalb werden wir durch Gesetze und Kontrollen das Geschäftsmodell der Fleischindustrie fairer machen“, kündigte sie an.

Verfassungsschutz warnt von Ausnutzen der Corona-Proteste durch Extremisten 

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) warnt vor einem Ausnutzen der aktuellen Proteste gegen die Corona-Beschränkungen durch Extremisten. Vor allem Rechtsextremisten versuchten, die Demonstrationen zu instrumentalisieren, sagte Präsident Thomas Haldenwang der „Welt am Sonntag“. Während Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) wenig Verständnis für die Proteste zeigte, warnte sein sächsischer Kollege Michael Kretschmer (CDU) vor einer pauschalen Diskreditierung der Teilnehmer.

„Wir sehen einen Trend, dass Extremisten, insbesondere Rechtsextremisten, das Demonstrationsgeschehen instrumentalisieren“, sagte Verfassungsschutz Präsident Haldenwang. Was im Internet mit Propaganda, Verschwörungstheorien und Falschnachrichten begonnen habe, werde nun in die reale Welt getragen.

Der Verfassungsschutz-Präsident zeigte sich besorgt, „dass Extremisten die aktuelle Lage genauso nutzen wie in der sogenannten Flüchtlingskrise“. Der „Trend der Entgrenzung“, den man seit den Protesten gegen die Migrationspolitik beobachte, könne sich fortsetzen und eine noch größere Dimension annehmen. (AFP)

Polizei löst Proteste gegen Regierung in Warschau gewaltsam auf

Die polnische Polizei hat am Samstag eine Anti-Regierungs-Demonstration gewaltsam aufgelöst. Die Demonstranten hätten sich trotz eines Verbots wegen der Coronavirus-Pandemie in der Hauptstadt Warschau versammelt, teilte die Polizei mit. Sie setzte Tränengas gegen hunderte Menschen ein, die sowohl gegen die Verletzung von Bürgerrechten, als auch gegen die ihrer Meinung nach zu geringe finanzielle staatliche Unterstützung in der Corona-Krise protestierten.

Die Organisatoren des Protests betonten im Internetdienst Facebook ihre Unabhängigkeit von politischen Parteien. Die nationalkonservative Regierung Polens hatte im März im Zuge der Coronavirus-Pandemie Beschränkungen der Versammlungsfreiheit verfügt. (AFP)

Tourismusbeauftragter sieht gute Chancen für Sommerurlaub in Europa 

Momentaufnahme vom Strand von Glyfada bei Athen Griechenland. 
Foto: imago images/Antonis Nikolopoulo

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, sieht gewachsene Chancen für einen Sommerurlaub auch in anderen europäischen Ländern. "Die Chancen stehen gut, dass wir unsere Sommerferien nicht nur im Inland, sondern auch im europäischen Ausland verbringen können", sagte Bareiß der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Montagsausgaben). Ziel sei, dass wieder alle Länder in Europa bereist werden können.

Nach der Ankündigung Italiens, am 3. Juni wieder die Einreise von Touristen zu gestatten, wird es dem CDU-Bundestagsabgeordneten zufolge Gespräche über die konkrete Umsetzung geben. Es müsse sichergestellt sein, "dass wir nicht zu früh starten - denn gerade in den besonders vom Tourismus abhängigen Regionen Südeuropas ist der Druck zur Wiedereröffnung von Hotels und Ferienanlagen besonders groß". Er sei aber überzeugt, "dass die weltweite Reisewarnung nach dem 14. Juni Geschichte sein wird". (AFP)

Polizei geht schärfer gegen Verstöße bei Corona-Demonstrationen vor

Am Rande der Hygienedemo gegen die Coronamaßnahmen der Bundesregierung vor dem Reichstagsgebäude kommt es zu einigen Verhaftungen. 
Foto: dpa/
Friedrich Bungert

Die Polizei ist nach der Häufung von Verstößen bei den Corona-Protesten am Wochenende schärfer gegen die Demonstranten vorgegangen. In Stuttgart verhängte die Polizei alleine wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht Bußgelder von rund 20.000 Euro, in München erteilte die Polizei 600 Platzverweise. Das Bundesamt für Verfassungsschutz sieht derweil eine drohende Instrumentalisierung der Demonstrationen durch Rechtsextreme.

Im Vorfeld hatten mehrere Bundesländer und Kommunen strengere Regeln für die Demonstrationen beschlossen. Damit reagierten sie darauf, dass teilweise bewusst Abstandsregeln und Hygienevorschriften missachtet wurden.

In Stuttgart etwa erlaubten die Behörden für die Kundgebung auf dem Wasen nur noch 5000 Teilnehmer. Diese Teilnehmerzahl war schnell erreicht, weshalb den weiter zum Kundgebungsort strömenden Demonstranten eine zweite Versammlungsfläche zugewiesen werden musste. Dorthin kamen mehrere hundert Menschen.

Im Vorfeld hatte die Stadt zur Abschreckung das Bußgeld für Verstöße gegen die Maskenpflicht erheblich auf 300 Euro erhöht. Alleine bei der An- und Abfahrt mit den Stadtbahnen seien mehr als 60 Menschen ohne Maske angetroffen und angezeigt worden, womit die Stadt hier nun Bußgelder von über 18.000 Euro eintreiben kann.

In München hatte die Stadt wegen der ausgeuferten Demonstrationen in der Vorwoche nur 1000 Teilnehmer statt der angemeldeten 10.000 Teilnehmer zugelassen und den Demonstrationsort vom Marienplatz in der Innenstadt auf die unbebaute Theresienwiese verlagert.

Auch in München war diese Obergrenze schnell erreicht, laut Polizei mussten 2500 Menschen von der Theresienwiese weggeschickt werden. Teilweise hätten diese im Umfeld des Geländes enger als erlaubt zusammen gestanden. Es seien insgesamt über 600 Platzverweise erteilt worden, außerdem seien mehr als zwanzig Menschen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt worden. Die Polizei setzte tausend Beamte ein.

Auch in anderen Städten fanden Kundgebungen statt. In Berlin, wo weiter nur Versammlungen mit bis zu 50 Teilnehmern erlaubt sind, gab es 19 Demonstrationen und sieben Zusammenkünfte. Es seien weit über hundert Anzeigen erstattet worden, teilte die Polizei mit. Auch in Frankfurt, Nürnberg, Leipzig und Bremen gab es Proteste. In Halle wurde verschiedenen Medienberichten zufolge ein ZDF-Team verbal attackiert, die Polizei habe eine Eskalation verhindert.

Verfassungsschutz-Präsident Thomas Haldenwang sagte der "Welt am Sonntag", "wir sehen einen Trend, dass Extremisten, insbesondere Rechtsextremisten, das Demonstrationsgeschehen instrumentalisieren." Was im Internet mit Propaganda, Verschwörungstheorien und Falschnachrichten begonnen habe, werde nun in die reale Welt getragen. Der Verfassungsschutz-Präsident zeigte sich besorgt, "dass Extremisten die aktuelle Lage genauso nutzen wie in der sogenannten Flüchtlingskrise".

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte der "Bild am Sonntag": "Ich nehme jede politische Meinungsäußerung ernst, aber in diesem Fall fällt es mir schwer, damit umzugehen." Die Fakten lägen "so klar auf dem Tisch, dass man sich nicht ernsthaft darüber austauschen kann, ob Corona eine Verschwörung ist".

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) rief in der "BamS" dazu auf, niemanden zu diskreditieren, "nur weil er anderer Meinung ist". Der CDU-Politiker hatte am Samstag in Dresden mit Corona-Demonstranten gesprochen und dabei die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie verteidigt.

Er habe "manche Nacht nicht schlafen können" angesichts von Entscheidungen, ob Kindergärten oder der Einzelhandel geschlossen werden müssten, sagte Kretschmer laut einem auf seinem Twitter-Account verbreiteten Video. Aber letztlich sei er erleichtert, dass es "hier keine großen Lkw-Kolonnen mit Toten wie in Bergamo" gegeben habe. (dpa)

Berliner Corona-Demos stoßen auf Widerstand

Die Gegner der Corona-Regeln in Berlin lassen nicht locker, aber der erhoffte Zulauf blieb am Samstag aus. Im Vergleich zu den mehr als 1200 Versammelten vor einer Woche waren es diesmal nur einige Hundert. Innensenator Andreas Geisel (SPD) erklärte am Sonntag auf Twitter, dass die meisten Menschen friedlich demonstriert und ihre Grundrechte wahrgenommen hätten. Es sei Aufgabe der Polizei, diese Grundrechte zu sichern.

„Das hat sie auch am Samstag sehr professionell getan“, betonte Geisel. „Es ist mir allerdings schleierhaft, warum Demo-Schaulustige sich an den Absperrungen ballen, ohne Abstand zu halten.“ Die 1,5-Meter-Regel sei ja keine staatliche Schikane, sondern ein Gebot des Gesundheitsschutzes. (dpa)

80 Mitarbeiter mit Corona infiziert: DPD im Kreis Heinsberg betroffen

Wie der WDR unter Berufung auf den Heinsberger Landrat Stephan Pusch berichtete, wurden bislang rund 80 der insgesamt 400 Mitarbeiter positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Demnach wurden bislang etwa 340 Proben ausgewertet. 

Der Paketdienst DPD hat sein Paketdepot in Hückelhoven im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen wegen zahlreicher Corona-Infektionen von Mitarbeitern vorübergehend geschlossen. Im Einvernehmen mit dem Gesundheitsamt des Kreises seien alle Beschäftigten vorsorglich in Quarantäne geschickt worden, teilte DPD am Samstag mit. (dpa)

Brasilien meldet fast 15.000 neue Corona-Infektionen binnen eines Tages

Ein junger Mann bringt ein Kreuz für eine Grab auf dem Friedhof „Nossa Senhora Aparecida“ in Manaus.
Foto: dpa/Alex Pazuello

In Brasilien sind inzwischen mehr als 15.000 Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Im ganzen Land hätten sich mehr als 233.000 Menschen mit dem neuartigen Virus angesteckt, teilten die Behörden am Samstag mit. Damit hat Brasilien, dessen ultrarechter Präsident Jair Bolsonaro die Pandemie als "kleine Grippe" bezeichnet hat, weltweit die vierthöchste Zahl an Infektionen.

Laut den am Samstag veröffentlichten Zahlen steckten sich innerhalb von 24 Stunden fast 15.000 Menschen neu mit dem Coronavirus an, die Zahl der Toten stieg um mehr als 800 auf 15.633. Experten gehen davon aus, dass die wahre Infektionszahl bis zu 15 Mal höher liegt, weil nicht ausreichend getestet werde.

Trotz dieser Entwicklung kritisierte Bolsonaro erneut die von mehreren Bundesstaaten verhängten Ausgangsbeschränkungen. "Arbeitslosigkeit, Hunger und Elend werden die Zukunft derjenigen sein, die die Tyrannei der totalen Isolation unterstützen", schrieb der Präsident auf Twitter. Er fordert die Lockerung der Beschränkungen, weil diese seiner Meinung nach die Wirtschaft unverhältnismäßig stark belasten. (AFP)

OSZE: Corona-Hilfspakete für Wirtschaft beflügeln Korruption

Ein Mitarbeiter hält ein Teströhrchen für einen Covid-19-Antikörpertest in der Hand. ++ |
Foto: dpa/AP/Lee Jin-Man

Die Korruption dürfte durch die riesigen Corona-Hilfspakete für die Wirtschaft aufblühen, weil Behörden überfordert sind - das befürchtet die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). «Wir vermuten, dass wir in den nächsten Monaten sehr viel mehr Korruption sehen werden», sagte der OSZE-Generalsekretär Thomas Greminger der österreichischen Nachrichtenagentur APA. «Die Kriminellen passen sich rasch an die Systemschwächen an, die durch die Covid-Krise hervorgerufen werden.» Covid-19 ist die Krankheit, die das neue Coronavirus auslösen kann.

Auch der Menschenhandel dürfte zunehmen, meinte der Schweizer Diplomat. Durch die Einführung der Kontrollen an den Binnengrenzen seien die Grenzbehörden im Schengen-Raum überfordert. An anderen Stellen fehlten dadurch Ressourcen. Das nutzten Kriminelle aus. Leider habe die Corona-Krise die Tendenz zu «sehr nationalen Reflexen, Alleingängen und unilateral isolationistischen Ansätzen verstärkt».

Die OSZE mit Sitz in Wien ist eine Staatenkonferenz mit 57 Mitgliedern. Sie will den Frieden in Europa sichern. Der Kampf gegen Korruption und Menschenhandel gehört zu ihren Aufgaben. (dpa)

Brandenburg: Corona-Infektionen nehmen nur noch leicht zu - kein neuer Todesfall

Die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen ist in Brandenburg zuletzt nur leicht gestiegen. Das Gesundheitsministerium in Potsdam meldete am Sonntag einen Anstieg um sieben Fälle auf 3204 bestätigte Infektionen. Die meisten Infizierten wurden weiter in Potsdam mit 627 gezählt, während es in der Prignitz nur 25 Infektionen waren. Inzwischen gelten rund 2750 Menschen in Brandenburg als genesen von der Krankheit Covid-19, das waren 10 mehr als am Tag zuvor. Aktiv erkrankt seien derzeit rund 290 Menschen. Bisher starben 166 Covid-19-Patienten landesweit, zum Vortag kam kein neuer Todesfall hinzu. (dpa)

Kulturminister definieren „Eckpunkte für Öffnungsstrategien“

Zur Zeit finden aufgrund der Pandemie keine Vorstellungen im Theater Schaubühne am Kurfürstendamm statt. 
Foto: imago images/Stefan Zeitz

Die Kulturminister von Bund und Ländern haben sich auf Eckpunkte für die weitere Öffnung des kulturellen Lebens in der Corona-Krise verständigt. In einem sechsseitigen Konzept für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder spricht sich die Ministerrunde für „eine planvolle Öffnung weiterer kultureller Einrichtungen und Aktivitäten“ aus. „Eine dauerhafte Schädigung der reichhaltigen Kulturlandschaft hierzulande muss verhindert werden“, heißt es in dem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Papier.

Mit der Öffnung erster Bibliotheken, Museen oder Ausstellungshäusern seien bereits wichtige Schritte gemacht worden. Nun sollen Vor-Ort-Konzepte entwickelt werden, „die individuell an die jeweilige Spielstätte, Einrichtung oder Veranstaltung angepasst sind“. In Theatern sollen Sitzplätze und ganze Sitzreihen ausgelassen werden. Künstlerische Programme sollen den veränderten Bedingungen angepasst werden, etwa durch kleinformatige Darbietungen oder Freiluftaufführungen. Für Kinos sollen, soweit nicht bereits in den Ländern festgelegt, „möglichst nahe beieinanderliegende Wiedereröffnungstermine angestrebt werden“. (dpa)

Mehr Proteste gegen Corona-Beschränkungen in Brandenburg 

In Brandenburg hat die Zahl der Proteste gegen die Beschränkungen zum Schutz vor dem Coronavirus deutlich zugenommen. In den zwei Wochen zwischen dem 20. April und dem 3. Mai seien 31 Versammlungen gegen die Maßnahmen wegen der Ausbreitung des Coronavirus angemeldet worden, teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums auf Anfrage in Potsdam mit. In den eineinhalb Wochen zwischen dem 4. Mai und dem 13. Mai seien es 52 Versammlungen mit diesem thematischen Bezug gewesen. Auch am Samstag gab es wieder Kundgebungen in mehreren Städten gegen Beschränkungen - in Prenzlau hatte die AfD dazu aufgerufen. Dort gab es auch eine Gegendemo. (dpa)

Brandenburg: Corona-Maßnahmen beschäftigen Verwaltungsgerichte

Maskenpflicht, Einreiseverbot, Kita-Notbetreuung: In Brandenburg beschäftigen die coronabedingten Einschränkungen die Verwaltungsgerichte zusätzlich. Überwiegend gehen Eilverfahren gegen die Maßnahmen ein, wie die Vereinigung der Verwaltungsrichterinnen und Verwaltungsrichter des Landes Brandenburg mitteilte. Da sich die Regelungen immer wieder ändern, haben sich viele Verfahren bereits erledigt, bevor die Richter eine Entscheidung treffen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur an den Verwaltungsgerichten ergab. Allein am Potsdamer Verwaltungsgericht sind bis Mitte vergangener Woche 37 Verfahren im Zusammenhang mit Corona-Beschränkungen eingegangen. Der Vorsitzende der Richter-Vereinigung, Martin Schröder glaubt: „Das wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen.“ (dpa)


+++ 16. Mai +++

WHO: Corona-Ansteckung durch Berührung von Oberflächen nicht bewiesen

Ob Menschen sich beim Berühren von Klinken, Haltegriffen oder Computertastaturen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 anstecken können, ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch nicht bekannt. Gleichwohl seien Desinfektionen empfehlenswert, heißt es in einer am Samstag in Genf veröffentlichten Hygiene-Empfehlung der WHO. Darin erwähnt sie eine Studie, wonach das Virus auf der Außenseite einer medizinischen Gesichtsmaske bis zu sieben Tagen überleben kann.

Sämtliche Studien über die Lebensfähigkeit des Virus auf Oberflächen seien aber mit Vorsicht zu genießen. Sie seien in Laboren durchgeführt und ließen keine Rückschlüsse auf die echte Lebenswelt zu, so die WHO.

In der erwähnten Studie habe das Virus auf Edelstahl und Plastik bis zu vier Tage, auf Glas bis zu zwei Tage und auf Stoff und Holz einen Tag überlebt. In einer anderen Studie seien es vier Stunden bei Kupfer, 24 Stunden bei Pappe und 72 Stunden bei Plastik und Edelstahl gewesen. Obwohl bislang keine Studie Ansteckungen mit Sars-CoV-2 über die Berührung von Oberflächen nachgewiesen habe, sei dies nach Erfahrungen mit anderen Coronaviren nicht auszuschließen. Deshalb sei Desinfizieren wichtig - in Kliniken, aber auch außerhalb, etwa bei Waschbecken, Toiletten, elektronischen Geräten, Handläufen von Treppen, Böden und Wänden. (dpa)

6443 bestätigte Corona-Fälle in Berlin, 181 Tote

In Berlin gibt es derzeit 6443 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Abend mit. Der Anstieg hat sich damit weiter verlangsamt, am Tag davor waren noch 31 neu nachgewiesene Fälle registriert worden. Der Großteil der berlinweit Betroffenen gilt inzwischen als genesen.

3181 Personen sind männlich, 3256 weiblich. Bei sechs Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 231 Personen, davon werden 92 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. 181 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten sind bislang verstorben. Die Verstorbenen staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: zwei waren 40 bis 49 Jahre alt, zwölf 50 bis 59 Jahre alt, 19 verstorbene Patienten waren 60 bis 69 Jahre alt, 45 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 69 waren 80 bis 89 Jahre alt und 34 verstorbene Patienten waren 90 Jahre und älter. Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren. (BLZ)

Trump: Noch keine endgültige Entscheidung über WHO-Beiträge

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben noch keine endgültige Entscheidung über die amerikanischen Beitragszahlungen für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) getroffen. Derzeit lägen alle Beiträge auf Eis, schrieb Trump am Samstag auf Twitter. Eines von „zahlreichen“ Konzepten, die die Regierung in Erwägung ziehe, sehe vor, künftig nur noch zehn Prozent der bisherigen US-Beiträge zu bezahlen, was den „viel niedrigeren“ Zahlungen Chinas entspreche, sagte Trump.

Der US-Präsident hatte vor einem Monat einen Zahlungsstopp an die WHO veranlasst - mitten in der Coronavirus-Pandemie. Die Maßnahme stieß international auf Kritik. (dpa)

Mindestens 42 Infektionen bei Paketzusteller DPD im Kreis Heinsberg

Ein Bus des Katastrophenschutz des Kreis Heinsberg steht auf dem Gelände des Paketzustellers DPD. 
Foto: dpa/Roberto Pfeil 

Der Paketzusteller DPD hat einen Standort im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen mit Hunderten Mitarbeitern wegen eines Corona-Ausbruchs vorübergehend geschlossen. Bislang seien 42 Beschäftigte positiv auf das Virus getestet worden, erklärte ein Unternehmenssprecher am Samstag. Es seien aber noch nicht alle Proben ausgewertet worden. Alle 400 Mitarbeiter aus dem Standort in Hückelhoven sind demnach in zweiwöchiger Quarantäne. Zuvor hatte der WDR berichtet.

Die Zustellung von Paketen und Abholung von Sendungen bei Kunden werde von benachbarten Standorten übernommen und sei sichergestellt, sagte der Sprecher.

Die ersten Fälle waren demnach in dieser Woche bekanntgeworden und dem Gesundheitsamt gemeldet worden. Die Behörde habe dann mobile Teststationen veranlasst, sagte der Sprecher. Das Depot soll nun gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Andere DPD-Standorte seien nicht betroffen. (dpa)

Spanien verlängert Ausnahmezustand um rund einen Monat

Spanien will den wegen der Corona-Pandemie verhängten Ausnahmezustand um rund einen Monat verlängern. Der Ausnahmezustand werde noch „etwa einen Monat“ andauern, bis die stufenweise Lockerung der Corona-Beschränkungen beendet sei, kündigte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Samstag in einer Fernsehansprache an. Nach seinen Worten soll es sich um die letztmalige Verhängung des Ausnahmezustands handeln. Dieser solle bis zum Ende der Beschränkungen dauern. Anstatt der zunächst geplanten Verlängerung um 15 Tage, werde nun eine einmonatige Verlängerung angestrebt. (AFP)

Mehr als 174.100 Corona-Nachweise in Deutschland - Über 7900 Tote

Bundesweit sind bis Samstag über 174.100 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 172 900 Infektionen). Mindestens 7906 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 7873). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagabend bei 0,80. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Nach Angaben des RKI haben in Deutschland rund 152.600 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 45.600 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2288 Toten.

Thailand verlängert Stopp für internationale Flüge in das Land

Thailand hat den Stopp für internationale Passagierflüge in das südostasiatische Land um einen Monat bis zum 30. Juni verlängert. Das teilte die Luftfahrtbehörde am Samstag mit. Es ist bereits das vierte Mal in der Corona-Krise, dass diese Frist verlängert wird. Ausnahmen gelten unter anderem für Fracht-, Hilfs- und Militärflüge sowie für Notlandungen. Für Passagiere an Bord solcher Flüge sei eine 14-tägige Quarantäne vorgesehen. (dpa)

Erstmals keine Corona-Neuinfektionen in Sachsen-Anhalt gemeldet

Zum ersten Mal seit Auftreten der Corona-Pandemie in Sachsen-Anhalt sind dem Sozialministerium im Vergleich zum Vortag keine neuen Corona-Infektionen gemeldet worden. Das teilte eine Ministeriumssprecherin am Samstag mit. Von einer Trendwende zu sprechen, sei aber viel zu früh, zumal am Wochenende generell weniger Testergebnisse eingingen, hieß es. „Aber es ist sehr ermutigend“, teilte Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) der Deutschen Presse-Agentur mit. (dpa)

Nur leichter Anstieg der Corona-Infektionen in Brandenburg

Die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen hat sich in Brandenburg zuletzt nur leicht erhöht. Das Gesundheitsministerium in Potsdam meldete am Samstag einen Anstieg von sechs Fällen auf 3197 bestätigte Infektionen. Die meisten Infizierten werden in Potsdam gezählt, dort waren es 627. Im Kreis Potsdam-Mittelmark wurden 504 Fälle registriert, dagegen waren es in der Prignitz nur 25 und in Frankfurt (Oder) 29 Infektionen. Inzwischen gelten rund 2740 Menschen landesweit als genesen von der Krankheit Covid-19, das waren 20 mehr als am Tag zuvor. Bisher starben 166 Covid-19-Patienten in Brandenburg. (dpa)

Russland meldet Rekordzahl von 119 Coronavirus-Toten

In Russland sind 119 weitere Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben - so viele wie noch nie an einem einzigen Tag. Damit seien nun insgesamt 2537 Menschen nachweislich an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilten die Behörden in Moskau am Samstag mit. Der Anstieg der bestätigten Neuansteckungen hat sich dagegen verlangsamt: Mit 9200 neuen Fällen wurde die niedrigste Zahl seit zwei Wochen gemeldet.

Mit insgesamt 272.043 bestätigten Infektionsfällen steht Russland weltweit an zweiter Stelle hinter den USA, die Sterberate ist laut den offiziellen Statistiken aber vergleichsweise gering. Die russischen Behörden weisen den Vorwurf zurück, die Zahlen zu schönen. Sie verweisen auf eine Ausweitung der Virus-Tests. Zudem habe der relativ späte Beginn der Virus-Ausbreitung in Russland den Gesundheitsbehörden mehr Zeit zur Vorbereitung gegeben. (AFP)

Corona-Demos in Berlin: Polizei mit Großaufgebot im Einsatz

Polizisten stehen auf dem Alexanderplatz. 
Foto: dpa/Christophe Gateau

Mit einem Aufgebot von etwa 1000 Beamten will die Polizei am Samstag in Berlin-Mitte bei mehreren angekündigten Demonstrationen für Abstand sorgen. Der Alexanderplatz, auf dem am vergangenen Samstag mehr als 1200 Menschen unerlaubt zusammenkamen, war mit Gittern abgesperrt. Gegen 13.30 Uhr waren dort sowie vor der Volksbühne so gut wie keine Demonstranten zu sehen. Auch am Bundestag versammelten sich laut Polizei zunächst keine Menschen.

Obwohl größere Kundgebungen wegen der Infektionseindämmung nicht erlaubt sind, gibt es im Internet Aufrufe für Versammlungen auf dem Rosa-Luxemburg-Platz vor der Volksbühne und auf dem Alexanderplatz. Auch vor dem Reichstag wollten sich Menschen versammeln. 

Wie schon an den vergangenen Wochenenden ist mit zahlreichen Teilnehmern zu rechnen. Sie wollen gegen die Vorschriften und Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie protestieren. Unter den Versammelten waren in der Vergangenheit auch Rechtspopulisten und Anhänger von Verschwörungstheorien. Gleichzeitig haben linke Initiativen und Anwohner Gegendemonstrationen in der Nähe angekündigt. (dpa)

1000 Teilnehmer bei Demo gegen Corona-Auflagen in München

Bei einer Demonstration in München gegen die Corona-Politik ist die genehmigte Teilnehmerzahl von 1000 kurz vor Veranstaltungsbeginn erreicht worden. Die Polizei ließ am Samstagnachmittag keine Menschen mehr auf das abgesperrte Gelände auf der Theresienwiese. Über Lautsprecher wurden die nicht zugelassenen Demonstranten aufgefordert, nach Hause zu gehen. Eine Rednerin kündigte an, «nächste Woche hier mit 10 000 Menschen stehen» zu wollen.

Die Stadt hatte maximal 1000 Menschen unter Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern und zeitlicher Begrenzung auf zwei Stunden zugelassen. Die Veranstalter hatten 10 000 Teilnehmer angemeldet. Die Polizei ist mit zahlreichen Beamten und deutlich sichtbar auf dem Gelände unterwegs.

Bayernweit wollen am Wochenende Kritiker der coronavirusbedingten Auflagen bei rund 70 Demonstrationen in mehreren Städten ihren Unmut kundtun. (dpa)

Spaniens Regierung will Corona-Notstand um einen Monat verlängern

Im Corona-Hotspot Spanien will die linke Regierung den im Land auf immer mehr Kritik stoßenden Notstand um einen Monat bis Ende Juni verlängern. Er werde beim Parlament eine «letzte Verlängerung» des Alarmzustands «um ungefähr einen Monat» beantragen, kündigte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Samstag in einer Rede an die Nation an. Zuletzt wurde diese dritthöchste Notstandsstufe vom Parlament bis zum 23. Mai verlängert.

Nur im Rahmen dieses bereits seit zwei Monaten geltenden Notstands darf die Zentralregierung die Rechte der Bürger im ganzen Land stark einschränken. Es gilt zum Beispiel eine strikte Ausgehsperre, die erst seit kurzer Zeit schrittweise gelockert wird. Den Plänen der Regierung zufolge werden die Spanier erst Ende Juni nach Abschluss der sogenannten «Phase 3» der Lockdown-Lockerungen ihre Provinz verlassen dürfen. Einen Termin für eine Grenzöffnung für Touristen gibt es noch nicht. (dpa)

RKI-Chef lehnt Impfpflicht gegen Coronavirus ab

Der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI) hat sich gegen eine Impfpflicht gegen das Coronavirus ausgesprochen. „Wir haben keinen Anlass, an eine Impfpflicht zu denken“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Samstag in Schwerin. Die Bürgerinnen und Bürger seien definitiv klug genug zu wissen, wenn es einen sicheren Impfstoff gebe, dass dieser ihre Gesundheit fördern würde.

Zum Thema Impfstoff sei vor einigen Wochen eine Arbeitsgruppe beim RKI gegründet worden. Diese würde sich damit befassen, sofern es einen Impfstoff gebe, welche Bevölkerungsgruppen wie geimpft werden könnten. (dpa)

Air Canada entlässt wegen Corona-Krise mindestens die Hälfte seiner Belegschaft 

Die Fluggesellschaft Air Canada entlässt wegen der Corona-Krise mindestens die Hälfte ihrer Belegschaft. Aufgrund der weltweiten Grenzschließungen und anderer Beschränkungen im Kampf gegen die Pandemie habe Air Canada sein Angebot um 95 Prozent reduzieren müssen, hieß es am Freitag in einer Mitteilung der Fluglinie an ihre Angestellten, die der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Sie rechnet demnach nicht mit einer baldigen Rückkehr zum normalen Flugbetrieb.

Air Canada hat derzeit rund 38.000 Beschäftigte und wickelte in normalen Zeiten 1500 Flüge am Tag ab (AFP)

Tschechien verlängert weitgehenden Einreisestopp für Ausländer

In Tschechien läuft der wegen der Coronavirus-Pandemie verhängte Ausnahmezustand in der Nacht von Sonntag zu Montag aus. Doch der Einreisestopp für Touristen aus Deutschland und anderen Ländern bleibe auf anderer Grundlage bestehen, stellte ein Sprecher des Innenministeriums in Prag auf dpa-Anfrage klar. Das tschechische Gesundheitsministerium veröffentlichte am Samstag eine diesbezügliche Verordnung zum „Schutz vor einer Einschleppung von Covid-19“. Sie gilt ab dem 18. Mai vorerst unbefristet.

Ausnahmen gibt es wie bisher für Ausländer, die über einen dauerhaften Wohnsitz in Tschechien verfügen. Sie müssen bei der Wiedereinreise indes einen negativen Coronavirus-Test vorweisen oder sich einer 14-tägigen Heimquarantäne unterziehen. Sonderregelungen bestehen auch für grenzüberschreitende Berufspendler, Lkw-Fahrer, Diplomaten, Geschäftsreisende und Studierende. In den meisten Fällen muss das für den Aufenthaltsort zuständige Gesundheitsamt vorab informiert werden. (dpa)

Berliner Virologe sieht Korea und Taiwan als Vorbild für Corona-Schutz

Der Chef der Kommission zur Aufarbeitung des Virusausbruchs am Bergmann-Klinikum, Frank Hufert, hält Korea und Taiwan für Vorbilder im Umgang mit dem Coronavirus. «Gucken sie dort auf die Straße und hier. Hier tragen die meisten die Maske leider nur als Kinnschutz», sagte der Virologe der «Märkischen Allgemeinen» (Samstag). Außerdem müsse die Corona-App zum Einsatz kommen. «Eine echtzeitnahe Fallverfolgung spart sehr viel Zeit und verringert damit potenzielle Neuinfektionen.»

Der Direktor des Instituts für Mikrobiologie und Virologie der Medizinischen Hochschule Brandenburg leitet mit Brandenburgs Ex-Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) die Kommission, die den Coronavirus-Ausbruch am Klinikum Ernst von Bergmann untersuchen soll. Dabei sei wichtig, ob das Virus von außen hereingetragen worden oder der Ausbruch innerhalb des Klinikums zustande gekommen sei, sagte Hufert. (dpa)

Bergmann-Klinik will sicherstes Pandemie-Krankenhaus werden

Das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam will als Konsequenz aus dem Coronavirus-Ausbruch bei der Sicherheit in Deutschland die Nummer eins werden. «Unsere Vision für das nächste Jahr ist, dass wir das sicherste Krankenhaus bundesweit werden, was die Versorgung von Pandemie-Patienten betrifft», sagte Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt der Deutschen Presse-Agentur. Das gelte schwerpunktmäßig in Brandenburg, «aber vielleicht auch als Vorzeigeprojekt für andere Krankenhäuser». Sicherheit habe die oberste Priorität, sagte Schmidt mit Blick auf ein neues Konzept für die Versorgung.

In dem Krankenhaus hatten sich im März Covid-19-Infektionen bei Patienten und Mitarbeitern gehäuft. Anfang April trat ein Aufnahmestopp für neue Patienten außer Notfällen in Kraft. Bisher starben insgesamt 45 Covid-19-Patienten. Bis Juli soll das Krankenhaus wieder in Normalbetrieb gehen. Geplant ist ein Umbau in eine «Covid-Klinik», eine «Nicht-Covid-Klinik» und eine Klinik für Verdachtsfälle. Inzwischen werden alle Patienten nach Angaben von Co-Geschäftsführer Tim Steckel alle vier Tage auf den Errger Sars-CoV-2 getestet, auch die Mitarbeiter, in besonderen Risikobereichen noch häufiger. (dpa)

US-Repräsentantenhaus beschließt Corona-Hilfspaket von drei Billionen Dollar

Das von den oppositionellen Demokraten kontrollierte US-Repräsentantenhaus hat ein neues gigantisches Corona-Hilfspaket beschlossen, das aber vermutlich im Senat von den Republikanern gestoppt wird. Für das Paket in Höhe von drei Billionen Dollar (2,8 Billionen Euro) stimmten am Freitag in Washington 208 Abgeordnete, dagegen 199. Mit dem Geld sollen die sozialen und ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie abgemildert werden.

Die Gesetzesvorlage war von den Demokraten eingebracht worden. Sie sieht auf 1815 Seiten unter anderem weitere direkte staatliche Zuschüsse an Millionen von Bürgern vor: Pro Haushalt sollen Schecks über 6000 Dollar ausgestellt werden.

Zudem sind Hilfen für Beschäftigte des Gesundheitswesens und der Rettungsdienste, eine Ausweitung der Lebensmittelhilfen für arme Familien und zusätzliche Finanzhilfen für kleine Firmen vorgesehen. Bundesstaaten und Regionalregierungen sollen insgesamt rund eine Billion Dollar bekommen, um den Folgen der Pandemie begegnen zu können. (dpa)

+++ 15. Mai +++

Coronavirus: Derzeit 6424 bestätigte Fälle in Berlin – 181 Tote

In Berlin gibt es derzeit 6424 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am frühen Abend mit.

Die Kontaktpersonen werden weiterhin im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert. 3170 Personen sind männlich, 3248 weiblich. Bei sechs Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 259 Personen, davon werden 93 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert.

181 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten sind bislang verstorben. Die verstorbenen Patienten staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: zwei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, zwölf 50 bis 59 Jahre alt, 19 verstorbene Patienten waren 60 bis 69 Jahre alt, 45 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 69 waren 80 bis 89 Jahre alt und 34 verstorbene Patienten waren 90 Jahre und älter. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren. (BLZ)

Grenzkontrollen zu Österreich, Frankreich und der Schweiz werden gelockert

Die wegen der Corona-Pandemie verhängten Grenzkontrollen zu Österreich, Frankreich und der Schweiz werden ab Samstag gelockert. Reisende dürfen aus geschäftlichen Gründen und für Familienbesuche wieder in die Nachbarländer. Eine Einreise aus touristischen Gründen, zum Einkaufen oder zum Tanken ist weiterhin nicht gestattet.

Die Kontrollen an der Grenze zu Luxemburg fallen komplett weg. Die Grenzkontrollen zu Dänemark werden vorerst fortgeführt. Innenminister Horst Seehofer (CSU) hatte die Schritte zur stufenweisen Grenzöffnung am Mittwoch angekündigt. Demnach sollen die Grenzkontrollen zu Österreich, Frankreich und der Schweiz ab dem 15. Juni ganz beendet werden. Im Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie waren die Grenzen Mitte März geschlossen worden. (AFP)

Corona-Testzentrum in Mitte auch für Radfahrer und Fußgänger offen

Im Corona-Testzentrum des Bezirksamts Mitte können sich nun auch Fahrradfahrer, Motorradfahrer und Fußgänger testen lassen. Bisher konnten nur Autofahrer das Angebot nutzen. Das teilte der Bezirksstadtrat für Gesundheit, Ephraim Gothe, am Freitag mit. Im Testzentrum auf dem Zentralen Festplatz am Kurt-Schumacher-Damm werden ausschließlich Bürger aus Mitte, die Kontakt mit einer nachweislich infizierten Person hatten und Covid-19-Symptome aufweisen, getestet, sowie Reiserückkehrer mit Symptomen und Saisonarbeiter mit Symptomen. Bei Personal aus Kliniken, Apotheken und Pflegeeinrichtungen sowie Polizei und Feuerwehr sind Tests auf das Sars-CoV-2-Virus auch ohne Symptome möglich. Notwendig ist in jedem Fall eine telefonische Anmeldung beim Gesundheitsamt Mitte. (dpa)

WHO untersucht möglichen Zusammhang von Coronavirus und seltener Kinderkrankheit

Die Weltgesundheitsorganisation untersucht einen möglichen Zusammenhang zwischen dem neuartigen Coronavirus und einer seltenen entzündlichen Erkrankung bei Kindern. Es gebe erste Berichte darüber, dass jüngste Fälle der Kinderkrankheit mit dem Coronavirus in Verbindung stünden, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag. Er forderte Mediziner in aller Welt dazu auf, mit der WHO und den nationalen Gesundheitsbehörden zusammenzuarbeiten um das Syndrom „besser zu verstehen“.

Erstmals hatten Ärzte in Großbritannien im April auf das multi-entzündliche Syndrom bei Kindern (MIS-C) hingewiesen, das Ähnlichkeiten mit dem seltenen Kawasaki-Syndrom aufweist. Inzwischen wurde es auch bei mehr als hundert Kindern in New York nachgewiesen, drei von ihnen starben.

Am Freitag meldete ein Krankenhaus im französischen Marseille den ersten Todesfall durch das Syndrom in Frankreich. Ein Neunjähriger sei infolge „neurologischer Schäden im Zusammenhang mit einem Herzstillstand“ gestorben, sagte der zuständige Arzt Fabrice Michel der Nachrichtenagentur AFP. (AFP)

Spanien beschränkt Einreisen von Ausländern weiter

Im Kampf gegen das Coronavirus hat Spanien am Freitag seine Einreisebeschränkungen für Ausländer ohne ständigen Wohnsitz im Land verschärft. Nur noch Pendler, Mitarbeiter im Gesundheitswesen und der Altenpflege sowie Diplomaten dürfen ins Land kommen. Ausnahmegenehmigungen gibt es in „Notsituationen“ und für reine Geschäftsreisen. Bei allen Ankommenden wird noch am Flughafen Fieber gemessen. Bis auf wenige Ausnahmen müssen dann alle in eine zweiwöchige Quarantäne. Die Maßnahmen gelten zunächst bis 15. Juni, teilte das Innenministerium mit.

Von der Quarantänepflicht ausgenommen sind nur Grenzgänger, Transportpersonal im Warenverkehr, das Personal von Fluggesellschaften und Gesundheitspersonal - allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sie vor der Einreise keinen Kontakt zu Corona-Infizierten hatten. (AFP)

Giffey will 300-Euro-Einmalzahlung pro Kind für alle Familien

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey fordert eine Extrazahlung für Familien mit Kindern in der Corona-Krise. Dem „Spiegel“ sagte die SPD-Politikerin: „Ich will einen Familienbonus: 300 Euro einmalig zur freien Verfügung für jedes Kind.“Giffey zufolge würde das nicht nur den Familien helfen, sondern auch einen „starken Konjunkturimpuls setzen“. Unklar bleibt, inwieweit es dazu möglicherweise schon konkrete Pläne innerhalb der Regierung gibt. Auf Nachfrage nannte das Familienministerium in Berlin keine weiteren Details.

Laut Statistischem Bundesamt gibt es in Deutschland rund acht Millionen Familien mit Kindern, davon vier Millionen Familien mit mindestens zwei Kindern und mehr. Eine Zahlung von 300 Euro pro Kind würde also mehr als dreieinhalb Milliarden Euro kosten. (dpa)

Zwei neue Corona-Fälle bei Schlachthofmitarbeitern im Kreis Segeberg

Bei zwei weiteren im Kreis Segeberg wohnenden Mitarbeitern des Schlachthofes Bad Bramstedt ist eine Covid-19- Infektion nachgewiesen worden. Beide hätten sich bereits in häuslicher Quarantäne befunden, teilte eine Sprecherin des Kreises Segeberg am Freitag mit. Damit habe sich die Zahl der positiven Testergebnisse rund um den Bad Bramstedter Schlachtbetrieb auf 51 erhöht, sagte die Sprecherin. 45 davon seien unmittelbar am Betriebsablauf beteiligte Personen, bei sechs Personen handele es sich um Kontaktpersonen der Infizierten. (dpa)

Urteil zu Corona-Klage: Lehrerin muss unterrichten

Eine Grundschullehrerin hat erneut vor einem Gericht in Hessen verloren und muss zum Präsenzunterricht erscheinen. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof wies eine Beschwerde der Klägerin zurück (Aktenzeichen VGH: 1 B 1308/20), wie das oberste Verwaltungsgericht des Landes am Freitag in Kassel mitteilte. Die Frankfurter Lehrerin hatte versucht, gegen eine vorangegangene Entscheidung des Verwaltungsgerichts Frankfurt vorzugehen.

Die verbeamtete Lehrerin wollte dem Land wegen der Covid-19-Pandemie untersagen lassen, sie zum Präsenzunterricht beordern zu lassen, bis Arbeitsschutzmaßnahmen getroffen worden seien. Es ging ihr den Angaben zufolge unter anderem um eine schulbezogene Gefährdungsbeurteilung, ein Schutzkonzept und eine schriftliche Dokumentation.

Der beim VGH für das Beamtenrecht zuständige 1. Senat begründete die zurückgewiesene Beschwerde damit, dass hinreichende Vorkehrungen getroffen worden seien zum Schutz vor der Lungenkrankheit. Die Lehrerin hätte sich nur weigern können zum Unterricht zu kommen, wenn dies unzumutbar gewesen wäre - etwa durch eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben. Dies sei aber nicht der Fall. (dpa)

Lettland, Estland und Litauen öffnen ihre Binnengrenzen

Nach zwei Monaten haben die drei baltischen Staaten die Schließung ihrer Binnengrenzen wegen der Coronavirus-Pandemie wieder aufgehoben. Seit Freitag dürfen Esten, Letten und Litauer ihre Nachbarländer innerhalb des Baltikums wieder besuchen. Die Grenzen zu Russland und Weißrussland bleiben aber geschlossen.

Die baltischen Staaten sind Mitglieder der EU und des Schengen-Raums.

In Lettland starben nach offiziellen Angaben bisher 19 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus, in Estland 63 und in Litauen 54. (AFP)

Umfrage: Menschen weniger beunruhigt wegen Corona-Pandemie

Die Menschen in Deutschland sind einer Umfrage zufolge inzwischen etwas weniger beunruhigt wegen der Coronavirus-Pandemie. Dies zeigt der am Freitag veröffentlichte achte «Corona-Monitor» des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Während in der ersten Erhebung im März nur 28 Prozent der Befragten glaubten, sich vor einer Infektion schützen zu können, sind es nun 41 Prozent. Auch sank der Anteil derer, die große Auswirkungen auf ihre Gesundheit befürchten, im selben Zeitraum von 37 auf 26 Prozent, wie Präsident Andreas Hensel erklärte.

Zugleich wächst laut der Umfrage der Wunsch nach Lockerungen der einschneidenden Alltagsbeschränkungen. Während in der ersten Erhebung die Schließung von Kultureinrichtungen wie Kinos oder Theater noch von 97 Prozent der Befragten befürwortet wurde, wird dies sieben Wochen später nur noch von 77 Prozent als angemessen beurteilt. In punkto Einschränkung von Reisen und Kontrollen an den deutschen Grenzen wandelt sich ebenfalls die Einstellung: Auch dies wird zwar nach wie vor von der Mehrheit akzeptiert, über die letzten Wochen zeigte sich aber ein Abwärtstrend. (dpa)

Stuttgart erlaubt 5000 Teilnehmer bei Kundgebung gegen Corona-Maßnahmen

In Stuttgart dürfen sich am Samstag bei einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen bis zu 5000 Menschen versammeln. „Es war eine Abwägung von Infektionsschutz und der Versammlungsfreiheit“, erklärte Ordnungsbürgermeister Martin Schairer (CDU) zur Entscheidung der Stadt am Freitag. Das Gesundheitsamt erinnerte daran, dass Teilnehmer die Mindestabstände einhalten und bei der An- und Abreise im öffentlichen Nahverkehr Masken tragen müssten. (AFP)

Erstmals seit März kein neuer Corona-Todesfall in Dänemark gemeldet 

Erstmals seit knapp zwei Monaten ist in Dänemark an einem Tag kein neuer Corona-Toter gemeldet worden. Deutschlands nördlichstes Nachbarland steht damit weiterhin bei 537 Covid-19-Todesfällen, wie aus am Freitagnachmittag veröffentlichten Zahlen des dänischen Gesundheitsinstituts Statens Serum Institut hervorging. Insgesamt sind jetzt 10 791 Corona-Infektionen in Dänemark nachgewiesen worden, was einem Anstieg um 78 im Vergleich zum Vortag entsprach. 8959 davon haben die Erkrankung bislang überstanden. Zahlen des Instituts zeigten, dass es zuletzt am 13. März einen Tag ohne Todesfall gegeben hatte.

Dänemark war in der ersten März-Hälfte besonders früh mit strikten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus vorgegangen. Seither hat sich die Corona-Lage bei den Dänen deutlich verbessert, die Zahlen der Neuinfektionen und Todesfälle gehen kontinuierlich zurück. Mehrere Corona-Maßnahmen wurden seit Mitte April wieder gelockert. (dpa)

Ausgangssperre für New York bis Mitte Juni verlängert

Der Gouverneur des US-Bundesstaates New York hat die wegen des Coronavirus verhängte Ausgangssperre bis Mitte Juni verlängert. Ein am Donnerstagabend von Gouverneur Andrew Cuomo unterzeichnetes Dekret verlängert die Beschränkungen für die Metropole New York City und die umgebenden Landkreise bis zum 13. Juni.

Ausgenommen sind lediglich fünf weniger dicht besiedelte Regionen des Bundesstaates. Dort dürfen bestimmte Wirtschaftszweige schrittweise wieder hochfahren.

New York ist das am stärksten vom Coronavirus betroffene Gebiet der USA. In der Metropole wurden bereits mehr als 20.000 Tote durch die vom Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 registriert. (AFP)

Erste Corona-Fälle im Rohingya-Flüchtlingslager aus Bangladesch

In Bangladesch sind in einem der größten Flüchtlingslager weltweit erstmals Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es handle sich dabei um einen Rohingya-Flüchtling aus dem benachbarten Myanmar und einen Einheimischen, der ebenfalls im Lager lebe, sagten die zuständigen Behörden der Deutschen Presse-Agentur. Die beiden würden in ein Isolationszentrum innerhalb des Lagers gebracht. Zweitausend ihrer engen Kontakte sollten demnach ebenfalls in Quarantäne.

Deutschland will nun zehn weitere Millionen für Entwicklungshilfe vor Ort zur Verfügung stellen, um die Verbreitung des Virus möglichst einzudämmen, wie Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) der Deutschen Presse-Agentur sagte. «Ein Corona-Ausbruch hat hier verheerende Folgen», sagte er. «Isolation, Abstand und Händewaschen sind nicht im erforderlichen Maße möglich.» Momentan würden Abwässer quer durch die Lager fließen. Das Geld soll zusätzlich zu 15 Millionen kommen, die der Minister bei einem Besuch im Lager vor drei Monaten angekündet hatte, und innerhalb von drei Jahren ausgegeben werden. Es soll unter anderem für den Bau neuer Toiletten und Schulen, für Abwasserreinigung, Seife zum Händewaschen sowie den Aufbau von Gesundheitsstrukturen verwendet werden. (dpa)

Tausende Menschen in chinesischer Metropole Shenyang unter Corona-Quarantäne

Nach dem Auftreten von drei Corona-Infektionsfällen in der nordostchinesischen Metropole Shenyang haben die Behörden tausende Bewohner der Stadt unter Quarantäne gestellt. Die drei Fälle stünden in Zusammenhang mit einem Infektionsherd in der 500 Kilometer entfernten Stadt Shulan in der Provinz Jilin, teilten die Behörden am Donnerstag mit. Die für diesen Freitag geplanten Schulöffnungen wurden verschoben.

Insgesamt seien 7500 Menschen, die Ende April aus Shulan nach Shenyang gereist seien sowie die Kontaktpersonen der drei nachweislich Infizierten unter eine dreiwöchige Quarantäne gestellt worden, teilte die Stadtregierung mit. Zudem müssten sich die Isolierten drei Tests unterziehen.

Der erste Corona-Infektionsfall seit 89 Tagen in Shenyang war am Montag aufgetreten, zwei weitere Infektionen wurden am Donnerstag festgestellt. Auch in der Großstadt Jilin in der gleichnamigen Provinz sowie in der zentralchinesischen Metropole Wuhan, wo das neuartige Coronavirus Ende 2019 seinen Ausgang genommen hatte, verzeichneten die Behörden zuletzt wieder einen Anstieg bei den Infektionsfällen. (AFP)

Katar führt Maskenpflicht ein: 51.000 Euro Strafe droht

Das reiche Emirat Katar führt im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine Maskenpflicht ein und droht mit drakonischen Strafen. Nach Angaben des Innenministeriums drohen Geldstrafen bis zu einer Höhe von umgerechnet knapp 51.000 Euro oder maximal drei Jahre Gefängnis. Die Maskenpflicht gelte für alle Menschen, die das Haus verlassen, teilte das Innenministerium am späten Donnerstagabend auf Twitter mit. Ausgenommen seien Personen, die allein in einem Fahrzeug unterwegs seien. (dpa)

Heil will Lohnfortzahlung für Eltern bei Kitaschließungen verlängern 

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) setzt sich dafür ein, die Lohnfortzahlung für Eltern bei Corona-bedingten Schul- und Kitaschließungen zu verlängern. Es werde eine Anschlussregelung angestrebt, teilte das Ministerium am Freitag in Berlin mit. Zuvor hatte es einen Bericht gegeben, wonach das Ministerium keine Verlängerung der Lohnfortzahlung plane. (AFP)

Bundesrat billigt Gutschein-Lösung für Tickets wegen Corona 

Für wegen der Corona-Krise ausgefallene Kultur- und Sportveranstaltungen müssen Ticketkäufer vorübergehend auch Gutscheine akzeptieren. Der Bundesrat billigte am Freitag die im Bundestag beschlossene Lösung, die die Kulturszene vor Liquiditätsengpässen schützen soll. Betroffen sind alle Tickets, die vor dem 8. März gekauft wurden - für Konzerte, Festivals, Theatervorstellungen, Vorträge, Lesungen, Fußballspiele und andere Sportwettkämpfe. Auch Dauerkarten und Abos für Theater oder Fitnessstudios sollen über Gutscheine kompensiert werden.

Die Wertgutscheine können entweder für eine Nachholveranstaltung oder für ein anderes Angebot des Veranstalters eingelöst werden. Kunden können aber eine Auszahlung verlangen, wenn ein Gutschein wegen persönlicher Lebensverhältnisse unzumutbar ist. Nicht eingelöste Gutscheine werden Ende 2021 ausgezahlt. (dpa)

Datenschutzbeauftragte konkretisiert Vorgaben für Restaurants

Schon länger empfiehlt der Berliner Senat den am Freitag öffnenden Restaurants dringend, Besucher zu registrieren und eine Kontaktverfolgung möglich zu machen - nun hat die Datenschutzbeauftragte der Hauptstadt die Vorschläge konkretisiert. Demnach gehören zu den erforderlichen Daten der Name, die Telefonnummer sowie der Zeitraum des Aufenthalts der Gäste. Es müsse sichergestellt sein, dass Kunden die Angaben anderer Gäste nicht zu Gesicht bekommen. „Die Daten sollten also beispielsweise für jede Person auf einem gesonderten Blatt erfasst werden“, teilte die Behörde auf Anfrage mit. (dpa)

Kurzarbeiter und Erwerbslose bekommen in der Corona-Krise mehr Unterstützung

Wer wegen der Corona-Krise in Kurzarbeit gehen muss oder seinen Job verliert, bekommt künftig mehr Unterstützung. Der Bundesrat billigte am Freitag das Sozialpaket II, das der Bundestag am Donnerstag beschlossen hatte. Das Kurzarbeitergeld wird damit von derzeit generell 60 Prozent des entgangenen Nettolohns auf 70 Prozent ab dem vierten Monat erhöht. Ab dem siebten Monat steigt der Satz auf 80 Prozent.

Für Eltern erhöht sich die Leistung von 67 auf 77 beziehungsweise 87 Prozent. Diese Regelung gilt bis Ende des Jahres. Wer in Kurzarbeit ist, darf zudem ab dem 1. Mai bis Ende des Jahres Geld dazuverdienen - die Grenze liegt bei der vollen Höhe des Monatseinkommens ohne Kurzarbeit.

Der Versicherungsschutz in der Arbeitslosenversicherung wird außerdem verbessert: Für Menschen, deren Anspruch auf Arbeitslosengeld sich in der Zeit vom 1. Mai 2020 bis zum 31. Dezember 2020 erschöpfen würde, wird die Anspruchsdauer einmalig um drei Monate verlängert.

Kinder und Schüler, die auf existenzsichernde Leistungen angewiesen sind, sollen auch bei der pandemiebedingten Schließung von Kita und Schule weiter ein warmes Mittagessen erhalten. Dies gilt auch für Kinder im Kinderzuschlags- oder Wohngeldbezug.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verwies in der Länderkammer darauf, dass die Corona-Krise zum „tiefsten Einschnitt“ in der Geschichte der Bundesrepublik bezüglich der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) geführt habe. Mit dem Kurzarbeitergeld und den Wirtschaftshilfen würden Arbeitsplätze gesichert. Das koste zwar viel Geld, aber Arbeitslosigkeit sei letztlich teurer. (AFP)

Bundesregierung will Lohnfortzahlung für Eltern nicht verlängern

Die Bundesregierung will die Lohnfortzahlung für Eltern, die in der Corona-Krise wegen geschlossener Kitas oder Schulen nicht arbeiten können, wohl doch nicht verlängern. „Angesichts der verstärkt öffnenden Schulen und Kindergärten wird es nach heutigem Stand keine Verlängerung der Regelung geben“, sagte eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ/Freitag). Eltern hatten seit dem 30. März für sechs Wochen Anspruch, vom Staat 67 Prozent des entgangenen Nettoeinkommens zu erhalten - bis zu einer Grenze von 2016 Euro im Monat.

Für manche Eltern wären die Zahlungen damit Mitte Mai erschöpft. Allerdings hat nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums jedes Elternteil einen eigenen Anspruch, „so dass insgesamt 12 Wochen häusliche Betreuung möglich sind“. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte im April in Aussicht gestellt, die Lohnausfallzahlungen zu verlängern. Auch Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte eine „Anschlussregelung“ angekündigt. Auch aus der CDU waren Rufe nach einer Verlängerung der Lohnfortzahlung für Eltern gekommen. (dpa)

Pandemie überstanden: Slowenien öffnet die Grenzen für EU-Bürger 

Das EU-Land Slowenien hat nach einem erheblichen Rückgang der Ansteckungszahlen die Corona-Pandemie für beendet erklärt und seine Grenzen für EU-Bürger geöffnet. Das entschied die Regierung in Ljubljana am späten Donnerstagabend. EU-Bürger können nun einreisen, ohne sich in die bislang vorgeschriebene siebentägige Heimquarantäne begeben zu müssen, wie die Nachrichtenagentur STA am Freitag berichtete. (dpa)

Behörde bezweifelt Zuverlässigkeit von Corona-Test in den USA

Bei einem unter anderem im Weißen Haus verwendeten Corona-Schnelltest in den USA gibt es zunehmend Zweifel an der Zuverlässigkeit. Die US-Arzneimittelaufsicht FDA warnte am Donnerstag (Ortszeit), dass das vom Gesundheitskonzern Abbott hergestellte Testsystem womöglich falsche Ergebnisse liefere. Die FDA verwies dabei auf mehrere Studien. Für den Test hatte Abbott erst im März eine Notfallzulassung der FDA erhalten. US-Präsident Donald Trump, Vizepräsident Mike Pence sowie Top-Mitarbeiter werden derzeit täglich mit Hilfe des Schnelltests auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet.

Das System namens „ID Now“ soll mit Material von Nasenabstrichen eine Infektion mit Sars-CoV-2 nachweisen können. Die FDA äußerte die Besorgnis, dass es dabei womöglich häufiger zu falschen Resultaten kommt: Infizierte Personen könnten womöglich ein negatives Testergebnis erhalten. Sie wähnen sich dann gesund und können in der Folge unwissentlich andere Menschen anstecken.

Nicht bezweifelt werde die Zuverlässigkeit des Tests, wenn dieser ein positives Ergebnis liefert, hieß es. Die FDA sei zudem noch in der in der Überprüfungsphase und befinde sich im direkten Kontakt mit Abbott. Das Unternehmen teilte mit, es werde derzeit untersucht, wie die Stichhaltigkeit der Ergebnisse verbessert werden könne. Es verwies darauf, dass Nutzer bisher eine sehr geringe Fehlerquote gemeldet hätten. Zudem sei das Gerät in einigen Studien nicht sachgerecht verwendet worden. Fehler bei Handhabung, Lagerung und Transport des Systems könnten das Ergebnis beeinflussen. (dpa)

Corona-Krise: Heidi Klum erstmals nicht persönlich beim „GNTM“-Finale

Heidi Klum ist zum Finale ihrer Castingshow „Germany's next Topmodel“ dieses Jahr erstmals nicht persönlich anwesend. Grund sind offensichtlich die Reisebeschränkungen wegen des Coronavirus. „Dieses Jahr ist bei „Germany's next Topmodel“ alles etwas anders“, zitierte Haussender ProSieben die 46-Jährige in einer Mitteilung. „Ich entschuldige mich - ich kann leider nicht nach Berlin reisen. Daher mussten wir uns etwas anderes überlegen, um trotz der Pandemie ein spannendes und unterhaltsames Finale für meine Finalistinnen und für die Fans von #GNTM auf die Beine zu stellen. Ich werde live aus Los Angeles meine Siegerin küren.“ Sie sei dennoch sicher: „Das wird wieder ein sehr besonderer Moment.“ Auch mehrere Medien berichteten.

Das Live-Finale von „GNTM“ am 21. Mai (20.15 Uhr) steht ganz im Zeichen der Corona-Krise: ProSieben sendet aus einem klassischen Fernsehstudio. „Ohne Publikum, mit Sicherheitsabstand und mit einem verkleinerten Produktionsteam“, wie der Sender betonte. (dpa)

Pandemie könnte zu zig Millionen verschobenen Operationen führen 

Hochrechnungen von Wissenschaftlern zufolge könnten infolge der Coronavirus-Pandemie weltweit geschätzt rund 30 Millionen geplante Operationen verschoben oder abgesagt werden. Das geht aus einer Analyse der Universität Birmingham hervor, deren Ergebnisse am Donnerstagabend veröffentlicht wurden. Die Werte gelten dabei nur unter bestimmten Voraussetzungen, etwa der, dass die Kliniken im Mittel drei Monate unter höchster Belastung stehen.

Betroffen vom pandemiebedingten Aufschub sind demnach vor allem orthopädische Eingriffe wie das Einsetzen künstlicher Knie- und Hüftgelenke. Doch die Wissenschaftler rechnen auch damit, dass es weltweit gut zwei Millionen verschobene oder abgesagte Krebs-Operationen geben könnte. Allein in Großbritannien wird von etwa 36 000 verschobenen Krebs-OPs ausgegangen. (dpa)

Maas will mit Urlaubsländern über Reisebeschränkungen beraten 

Bundesaußenminister Heiko Maas will in der nächsten Woche mit seinen Kollegen aus beliebten Urlaubsländern der Deutschen darüber beraten, wie die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie nach und nach gelockert werden können. Zu der Videokonferenz am Montag sind Spanien, Italien, Österreich, Griechenland, Kroatien, Portugal, Malta, Slowenien, Zypern und Bulgarien eingeladen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Auswärtigen Amt erfuhr.

Ziel des Treffens ist ein koordiniertes Vorgehen bei der Öffnung der Grenzen für Touristen. In Deutschland gilt vorerst bis zum 14. Juni eine weltweite Reisewarnung für Touristen. Maas will sie danach schrittweise aufheben, soweit es keinen Rückschlag bei der Pandemie-Bekämpfung gibt - zuerst für europäische Länder. (dpa)

Mehr als 300.000 Corona-Todesfälle weltweit

Weltweit sind inzwischen mehr als 300.000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Mehr als 80 Prozent der insgesamt 300.140 Todesopfer wurden in den USA und Europa verzeichnet, wie aus einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben hervorgeht. Die Zahl der weltweit nachgewiesenen Infektionen stieg am Donnerstag auf mehr als 4,4 Millionen.

Die USA sind mit großem Abstand das Land mit den meisten Corona-Sterbefällen weltweit. 85.194 Infizierte starben dort. Dahinter folgen Großbritannien mit 33.614 Toten, Italien mit 31.368 Opfern sowie Frankreich und Spanien mit jeweils mehr als 27.000 Sterbefällen. (AFP)

SPD-Chef hält höhere Steuern und Abgaben für unvermeidbar

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hält höhere Steuern und Abgaben zur Bewältigung der Corona-Krise für unvermeidbar. Wenn die staatliche Neuverschuldung begrenzt werden solle, müsse es „zumindest in einigen Bereichen höhere Einnahmen aus Steuern und Abgaben geben“, sagte Walter-Borjans der „Passauer Neuen Presse“ (Freitagsausgabe). An dieser Logik führe kein Weg vorbei: „Alles andere geht nach Adam Riese nicht.“

Konkrete Angaben dazu, in welchen Bereichen und in welchem Volumen Steuern und Abgaben angehoben werden könnten, machte der SPD-Vorsitzende nicht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwoch bei einem Auftritt im Bundestag Steuererhöhungen zur Finanzierung der enormen Folgekosten der Corona-Krise zum gegenwärtigen Zeitpunkt ausgeschlossen. (AFP)


+++ 14. Mai +++

Zahl der Corona-Patienten in Berliner Kliniken deutlich gesunken

In Berlin gibt es derzeit 6393 bestätigte Fälle des Coronavirus - 55 mehr als noch am Vortag. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Abend mit.

3155 Personen sind männlich, 3232 weiblich, bei sechs Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Die Zahl der Infizierten, die in Krankenhäusern behandelt werden müssen, ist weiter gesunken: Von 352 auf 282 binnen eines Tages. Am vergangenen Donnerstag waren sogar noch 508 Infizierte in stationärer Behandlung.

177 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten sind bislang verstorben. Die Verstorbenen staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: zwei waren 40 bis 49 Jahre alt, elf 50 bis 59 Jahre alt, 19 waren 60 bis 69 Jahre alt, 44 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 68 waren 80 bis 89 Jahre alt und 33 verstorbene Patienten waren 90 Jahre und älter. Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren. (BLZ)

Scheeres: Schüler sollen Schulstoff in Sommerferien nachholen

Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) möchte Schulstoff, der wegen der Corona-Pandemie weggefallen ist, in den Sommerferien nachholen lassen. „Generell ist unser Ziel, die Lernlücken so klein wie möglich zu halten. Deswegen werden wir auch Sommerschulen anbieten“, sagte Scheeres der Tageszeitung „taz“ am Freitag. Eine Kürzung der Sommerferien sei dies jedoch nicht. „Das ist ein Angebot für sozial benachteiligte Kinder, für das wir mehrere Millionen Euro in die Hand nehmen“, wird Scheeres zitiert. Für den Unterricht in der Zeit nach den Sommerferien würden unterschiedliche Szenarien entwickelt. Wie genau es weitergehen soll, solle vor den Sommerferien mitgeteilt werden.

Nach wochenlanger Unterbrechung ging in Berlin am 11. Mai für die ersten, fünften und siebten Klassen der Unterricht wieder los. (dpa)

CureVac meldet erste Erfolge bei Impfstoff-Suche

Der Tübinger Pharmakonzern CureVac hat erste Erfolge bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoff vermeldet. Der führende Impfstoffkandidat des Unternehmens habe in „präklinischen Untersuchungen bei einer Dosierung von nur zwei Mikrogramm positive Ergebnisse erzielt“, heißt es in einer Mitteilung. Die vorliegenden Daten zeigten eine „ausgewogene Immunantwort, verbunden mit der Bildung einer hohen Anzahl von virusneutralisierenden Titern und T-Zellen“. Im Juni sollen erste klinische Studien mit gesunden Freiwilligen starten. (BLZ)

Mehr als 172.900 Corona-Nachweise in Deutschland - Über 7700 Tote

Bundesweit sind bis Donnerstagabend über 172.900 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 172.000 Infektionen). Mindestens 7788 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 7711). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstagabend bei 0,75. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Donnerstag gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,88. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 150.300 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. (dpa)

Erster Corona-Fall in Rohingya-Flüchtlingslager in Bangladesch

In den überfüllten Flüchtlingslagern von Bangladesch ist eine erste Coronavirus-Infektion aufgetreten. Ein Rohingya-Flüchtling sei positiv auf das Virus getestet worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag mit. Ein weiterer Mann, der in der Nähe des Lagers wohnt, hat sich nach Behördenangaben ebenfalls infiziert. Die Behörden isolierten die Erkrankten und versuchen nun, ihre Kontakte zu ermitteln.

Die Hilfsorganisation Save the Children warnte vor einer raschen Ausbreitung des Virus in dem Lager. Sie rief die internationale Staatengemeinschaft auf, Bangladesch finanziell und mit medizinischen Gütern zu unterstützen, um die Rohingya-Flüchtlinge und die Bevölkerung zu schützen. (AFP)

Daten von US-Forschern: Bereits mehr als 300.000 Corona-Tote weltweit

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie sind nach Angaben von US-Forschern weltweit bereits mehr als 300.000 Menschen infolge einer Infektion gestorben. Die Universität Johns Hopkins in Baltimore verzeichnete bis Donnerstagnachmittag (Ortszeit) gut 4,4 Millionen bekannte Infektionen und 300.074 Todesfälle. Das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen.

Die von der Universität veröffentlichten Infektions- und Todeszahlen sind in der Regel höher als jene der Weltgesundheitsorganisation (WHO), weil sie regelmäßiger aktualisiert werden. In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Die WHO hatte bis Mittwoch rund 4,2 Millionen nachgewiesene Infektionen und knapp 290.000 Todesfälle gemeldet. (dpa)

Paris gibt Milliarden für Tourismus - Urlaub im Land ab Juli möglich

Frankreichs Regierung greift der durch die Corona-Krise gebeutelten Tourismusindustrie mit einem Milliardenplan unter die Arme. Zähle man alle Unterstützungen zusammen, komme man auf 18 Milliarden Euro, sagte Premierminister Édouard Philippe am Donnerstag. Es sei ein „beispielloser Plan“, der Tourismus stehe vor der schlimmsten Prüfung der modernen Geschichte. Der Solidaritätsfonds werde bis Ende 2020 für den Tourismus offen bleiben, der Premier kündigte außerdem ein Investitionsprogramm von 1,3 Milliarden an.

Philippe erklärte außerdem, dass die Franzosen im Juli und August in Frankreich Urlaub machen können. Es dürfte dabei regionale Unterschiede geben, außerdem müsse man die Entwicklung der Epidemie im Land im Blick behalten. Reisen für diese Zeit sollen gebucht werden können. Der Staat stellte Entschädigungen in Aussicht, falls die Entwicklung der Epidemie Urlaub unmöglich macht. Eine Wiedereröffnung von Cafés und Restaurants sei ab dem 2. Juni in den als grün eingestuften Départements möglich - endgültig soll darüber in der Woche vom 25. Mai entschieden werden. (dpa)

Dänische Regierung behält sich Entscheidung zur Grenzöffnung noch vor

Dänemark hat weiterhin noch keine Entscheidung getroffen, wann es seine Grenzen nach Deutschland, Schweden und Norwegen wieder öffnen will. Es sei vereinbart worden, dass die Regierung bis zum 1. Juni Neuigkeiten zu den Grenzen bekanntgeben werde, sagte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Donnerstagabend bei der Ankunft zu einer TV-Debatte mit den Spitzen der weiteren dänischen Parlamentsparteien. Daran werde festgehalten.

Mehrere Parteien wollen, dass Dänemark schon jetzt eine Vereinbarung mit Deutschland trifft, damit der Tourismus im Land in die Gänge kommen kann. Deutsche Urlauber stellen traditionell den Großteil der Gäste in den dänischen Ferienhäusern, weshalb die Situation an der deutsch-dänischen Grenze besonders wichtig für den Reisesektor ist. Die Regierung von Frederiksen steht deshalb im Inland stark unter Druck, früher als geplant zu klären, wann die Grenzen wieder für Touristen geöffnet werden können. Dieser Druck wurde dadurch verstärkt, dass Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erklärt hatte, Deutschland sei bereit, die Grenze nach Dänemark zu öffnen. (dpa)

Umfrage: 56 Prozent wollen Corona-Einschränkungen beibehalten

Mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten will an den derzeit bestehenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie festhalten. Das ergab eine Umfrage von infratest-dimap für den neuen ARD-Deutschlandtrend. Demnach sehen 56 Prozent der Bürger weitere Normalisierungsschritte kritisch. 40 Prozent der Befragten befürworten dagegen eine Lockerung der Maßnahmen in den kommenden Wochen. 3 Prozent antworteten mit „weiß nicht“, während 1 Prozent keine Angaben machte. Vor allem Anhänger der FDP (63 Prozent) und der AfD (61 Prozent) sind für eine weitere Öffnung.

Unmittelbar bevor die Lockerungen in der vergangenen Woche beschlossen wurden, hatten sich noch 54 Prozent der Bürger für eine Lockerung ausgesprochen, 41 Prozent wollten an den Maßnahmen festhalten, hieß es. (dpa)

Trump will Schulen öffnen - entgegen Warnungen von Experten

Ungeachtet eindringlicher Warnungen ranghoher Gesundheitsbeamter will US-Präsident Trump die Wiedereröffnung von Schulen und Universitäten vorantreiben. Das neue Schuljahr solle wie geplant im Herbst beginnen, zumal das Coronavirus „sehr wenig Auswirkungen“ auf jüngere Menschen habe, sagte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) im Weißen Haus. „Wir müssen unsere Schulen öffnen“, sagte Trump auch in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview mit dem Sender Fox Business. „Wir müssen unser Land öffnen.“ Ausdrücklich widersprach er dabei der Einschätzung von Experten, die vor übereilten Schritten warnen.

Die Entscheidung zur Lockerung der Corona-Auflagen liege bei den Gouverneuren der 50 Bundesstaaten, Schulen seien dabei aber wichtig, sagte Trump im Weißen Haus. „Ein Staat ist nicht offen, wenn die Schulen nicht geöffnet sind.“

Hochrangige Beamte mahnten dagegen zur Vorsicht. „Ohne klare Planung und Umsetzung der Schritte, die ich und andere Experten umrissen haben, wird 2020 der dunkelste Winter der jüngeren Geschichte sein“, warnte Rick Bright, Ex-Direktor der dem Gesundheitsministerium untergeordneten Behörde BARDA, am Donnerstag bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus. (dpa)

Moskau plant Massentests auf Corona-Antikörper

Massentests in Moskau sollen Aufschluss geben über den tatsächlichen Verlauf der Corona-Pandemie in der russischen Hauptstadt. Künftig sollen alle drei Tage 70.000 Bürger eingeladen werden, um sich auf Corona-Antikörper untersuchen zu lassen, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin am Donnerstag mit. Moskau ist das Epizentrum der Corona-Krise in Russland. Die Zahl der landesweiten Neuinfektionen fiel am Donnerstag erstmals seit Anfang Mai unter die Marke von 10.000.

Die freiwilligen Tests sollen nach Angaben von Sobjanin das wahre Ausmaß der Corona-Infektionen in Moskau zeigen. Viele Einwohner hätten sich womöglich angesteckt, ohne dies zu merken, sagte der Bürgermeister im Fernsehen. Die Massentests seien weltweit „einzigartig“, sagte der Bürgermeister. (AFP)

Abgeordnetenhaus ändert wegen Corona-Pandemie Berliner Bauordnung

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat wegen der Corona-Krise eine umstrittene Änderung der Bauordnung beschlossen. Behörden haben nunmehr für die Genehmigung von Bauvorhaben mehr Zeit. Bauwirtschaft und Opposition kritisieren die Regelung scharf, weil die Bautätigkeit in Berlin dadurch zusätzlich gebremst werde. Das betreffe etwa dringend benötigte Wohnungen, Schulen oder Radwege.

Aus Sicht von Rot-Rot-Grün ist die Änderung nötig, weil der Dienstbetrieb der Bauaufsichtsbehörden aufgrund der Corona-Pandemie und Regelungen etwa zum Arbeits- und Gesundheitsschutz derzeit stark eingeschränkt sei. Beteiligungs- und Bearbeitungsfristen könnten deshalb nicht mehr eingehalten werden. Da eine Genehmigung in bestimmten Fällen nach Ablauf einer Frist auch ohne Bescheid als erteilt gilt, bestehe ohne Verlängerung der Fristen die Gefahr rechtswidriger Entscheidungen. (dpa)

Save the Children: Kliniken im Süden Jemens schließen in Corona-Krise

Die Hilfsorganisation Save the Children warnt vor einer dramatischen Entwicklung der Gesundheitssituation in der südjemenitischen Hafenstadt Aden. Mehrere Krankenhäuser in der Stadt hätten geschlossen, medizinisches Personal weigere sich aufgrund fehlender Schutzausrüstung weiter zu arbeiten, teilte die Hilfsorganisation am Donnerstag mit. In der vergangenen Woche seien mindestens 385 Menschen in der Stadt gestorben, die an typischen Symptomen von Covid-19 gelitten hätten. Im gesamten Jemen sind nach Zahlen der Johns Hopkins Universität bislang nur zwölf Tote durch das Coronavirus und insgesamt nur 85 Infizierte gemeldet. Die Todeszahlen erhöhten nach Ansicht der Hilfsorganisation die Befürchtungen, dass die Verbreitung des Virus in dem Bürgerkriegsland deutlich höher sei als offiziell bestätigt.

Auch der UN-Sondergesandte der Vereinten Nationen, Martin Griffiths, sprach am Donnerstag von einer besorgniserregenden Situation. „Aden ist ein Beispiel für den Horror, der den Jemen erwartet“, sagte Griffiths in einer Unterrichtung des UN-Sicherheitsrates. Die Todeszahlen stiegen täglich. „Aber niemand weiß warum, weil das Gesundheitssystem so schlecht ausgestattet ist, um Menschen zu diagnostizieren und zu behandeln.“ (dpa)

Konzerthäuser und Theater können für Corona-Ausfälle Gutscheine ausgeben

Konzerthäuser, Theater und Museen können für Schließungen und Veranstaltungsabsagen in der Corona-Krise Gutscheine an betroffene Kunden ausgaben. Der Bundestag beschloss am Donnerstag, dass dies alternativ zur Rückzahlung des Eintrittspreises möglich ist. Die Regelung gilt für „Musik-, Kultur-, Sport- oder sonstige Freizeitveranstaltungen“, für die vor dem 8. März ein Ticket erworben wurde.

Für viele Veranstalter und Betreiber hätten Schließungen und Absagen in der Corona-Krise „zu enormen und zum Teil existenzbedrohenden Umsatzeinbrüchen geführt“, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Die Gutschein-Lösung helfe, „einen wichtigen Kulturbereich in Deutschland durch die Corona-Krise zu retten, der für viele Künstler so ein Überleben sichern kann.“

Die Gutscheine sollen für „eine gleichwertige Veranstaltung“ bis spätestens zum 31. Dezember 2021 gelten. Nutzen die Kunden den Gutschein nicht, erhalten sie von den Veranstaltern ihr Geld zurück. „Die Aussicht auf ein kulturelles Erlebnis bleibt genauso erhalten wie den Veranstaltern unzumutbare Härten erspart werden“, lobte Grütters. (AFP)

Schweden verlängert Einreiseverbot aus Nicht-EU-Ländern bis 15. Juni

Schweden hat sein in der Corona-Krise erlassenes vorübergehendes Einreiseverbot um einen weiteren Monat bis zum 15. Juni verlängert. Das Verbot, das die schwedische Regierung bereits am 19. März eingeführt hatte, gilt für alle Menschen, die von außerhalb der EU, Großbritanniens und der Länder der Europäischen Freihandelszone nach Schweden reisen wollen. Der Entschluss zur Verlängerung wurde auf Empfehlung der EU-Kommission getroffen und soll wie bereits zuvor die Ausbreitung des Coronavirus verringern, wie das schwedische Justizministerium am Donnerstag mitteilte.

Ausnahmen etwa für Diplomaten und Saisonarbeiter bleiben bestehen. Schwedische Staatsbürger und Menschen mit Wohnsitz in Schweden können weiter ins Land zurückkehren. (dpa)

Europarat-Beobachter: Aserbaidschan nutzt Corona-Krise für Repression

Die autoritär regierte Südkaukasusrepublik Aserbaidschan hat nach Ansicht von Beobachtern des Europarats die Coronavirus-Krise genutzt, um gegen Dissidenten vorzugehen. Mehr als 15 oppositionelle Aktivisten und Medienschaffende seien wegen Verstößen gegen Corona-Beschränkungen zu bis zu 30 Tagen Haft verurteilt worden, teilten die Beobachter der Parlamentarischen Versammlung der Staatenorganisation, Steffan Schennach und Roger Gale, am Donnerstag mit. Sie äußerten sich besorgt über politische Gefangene, deren Gesundheit und Leben durch eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus gefährdet sei.

Nach Angaben der parlamentarischen Beobachter gibt es zahlreiche Berichte über Repressionen gegen Regierungsgegner und Einschränkungen der Meinungsfreiheit sowie Haftstrafen. „Leider folgen diese Festnahmen einem langjährigen Muster der Unterdrückung von Regierungskritikern“, sagten Gale und Sennach in der gemeinsamen Mitteilung. Auch der Zugang einiger Aktivisten zum Internet sei unter dem Vorwand von Sicherheitsmaßnahmen wegen der Covid-19-Pandemie eingeschränkt worden. (dpa)

Wieder Bus-Protest im Regierungsviertel

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen haben Busreise-Anbieter vor dem Brandenburger Tor auf ihre schwierige Lage in der Corona-Krise hingewiesen. Vor dem Wahrzeichen übergaben sie am Donnerstag eine Petition an den Deutschen Bundestag. Darin fordern sie Staatshilfe und den Reiseverkehr komplett freizugeben.

Die gesamte Tourismusbranche leidet unter den Kontakt- und Reisebeschränkungen. Erst am Mittwoch hatten Busunternehmer gemeinsam mit Reisebüro-Inhabern in Berlin demonstriert. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) kündigte am Mittwoch an, die Busbranche mit Hilfen von rund 170 Millionen Euro zu unterstützen. (dpa)

Kitas in Sachsen-Anhalt sollen nach Pfingsten für alle Kinder öffnen

Nach Pfingsten soll in Sachsen-Anhalt wieder jedes Kind in einer Kindertageseinrichtung betreut werden können. „Jedes Kind hat dann die Möglichkeit, Krippe, Kita oder Hort zu besuchen“, sagte Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Donnerstag. Die Landesregierung soll demnach mit der sechsten Corona-Landesverordnung eine eingeschränkte Betreuung für alle Kinder beschließen. Das Kabinett muss den Plänen noch zustimmen. Die fünfte Landesverordnung läuft am 27. Mai aus. Die Kitas hatten Mitte März wegen des neuartigen Coronavirus für die meisten Kinder geschlossen.

Mit der sechsten Verordnung werde sich der Fokus der Landesregierung bei der Kinderbetreuung ändern, sagte Grimm-Benne. Das Land werde damit von der erweiterten Notbetreuung in die eingeschränkte Regelbetreuung übergehen. „Bisher war vorrangig der Betreuungsbedarf der Eltern entscheidend, die in Schlüsselfunktionen beschäftigt sind“, sagte die Ministerin. „Dann ist es wieder der gleichberechtigte Zugang aller Kinder zu frühkindlicher Bildung.“ (dpa)

Corona-Labortest darf in Tschechien maximal 60 Euro kosten

Tschechien deckelt den Preis für Labortests auf eine Infektion mit dem Coronavirus. Für Selbstzahler und Behörden darf dies nun maximal 1674 Kronen, umgerechnet rund 60 Euro, kosten. Das teilte Gesundheitsminister Adam Vojtech am Donnerstag bei Twitter mit. Man wolle damit den Preis für die Menschen akzeptabel gestalten und größere Preisunterschiede verhindern. Der Marktpreis lag bisher beim Anderthalbfachen bis Doppelten dieser Summe.

Die sogenannten PCR-Tests weisen das Virus selbst nach und dienen damit der Diagnose einer akuten Infektion. Tschechische Berufspendler, die in Deutschland oder Österreich arbeiten, müssen einmal im Monat ein aktuelles negatives Testergebnis vorlegen. Zudem müssen Urlaubsrückkehrer den Test vorweisen, falls sie nicht in eine 14-tätige Heimquarantäne wollen. Die tschechischen Krankenkassen übernehmen die Kosten nur bei akuten Symptomen. (dpa)

Brandenburg: Landtag lehnt erweiterte Soforthilfe für Soloselbstständige ab 

Mit der Mehrheit der rot-schwarz-grünen Koalitionsfraktionen hat der Brandenburger Landtag eine Erweiterung der Soforthilfe für Soloselbstständige und Kleinunternehmen abgelehnt. Die oppositionellen Fraktionen der Linke und der Freien Wähler hatten in der Plenarsitzung am Donnerstag beantragt, dass diese Unternehmer und Betriebe wieder die vollständigen Hilfen von 9000 Euro beziehungsweise 15.000 Euro für Kleinunternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern erhalten. Auch die AfD stimmte für diesen Antrag.

Dies war die ursprüngliche Regelung in Brandenburg ab dem 24. März. Eine Woche später hatte die Landesregierung die Regel entsprechend der Richtlinie des Bundes geändert. Danach können die Kleinunternehmen nur noch betriebliche Ausgaben geltend machen. Für ihren Lebensunterhalt müssen die Selbstständigen Grundsicherung beantragen.

Diese Neuregelung sei auch rückwirkend angewendet worden und treffe rund Zweidrittel der mehr als 75.000 Antragsteller, kritisierte Linke-Fraktionschef Sebastian Walter. Dies zerstöre das Vertrauen der Bürger in die Politik, „weil Sie Menschen, die sich ein Leben lang etwas aufgebaut haben, in die Armut schicken“, warf Walter der Landesregierung vor. „Die Menschen haben sich auf die Landesregierung verlassen und werden enttäuscht.“ Ebenso argumentierte der Abgeordnete Philip Zeschmann von den Freien Wählern. (dpa)

Verfassungsbeschwerden gegen Corona-Regeln in Karlsruhe gescheitert

Das Bundesverfassungsgericht hat den grundsätzlichen Kurs der deutschen Politik aus Lockerungen und zugleich weiterhin bestehenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens in der Corona-Pandemie gestützt. Das höchste deutsche Gericht in Karlsruhe nahm in am Donnerstag veröffentlichen Beschlüssen zwei Verfassungsbeschwerden nicht zur Entscheidung an, von denen sich eine gegen die Lockerungen der Maßnahmen und die andere gegen die anhaltenden Einschränkungen richteten. (Az. 1 BvR 1027/20 und 1 BvR 1021/20)

Ein 65-jähriger Beschwerdeführer wollte erreichen, dass Bund und Länder die beschlossenen Lockerungen der Corona-Maßnahmen wieder zurücknehmen. Dagegen zielte die Klage eines jüngeren Manns darauf, die in Bayern geltenden Einschränkungen für unter 60-Jährige weiter zu lockern. Die damit befassten Kammern des Gerichts stuften beide Verfassungsbeschwerden als unzulässig ein. (AFP)

Coronavirus in Pflegeheimen: Kritik an britischer Regierung wächst

Der Druck auf die Regierung in London wegen ihres Umgangs mit der Coronavirus-Pandemie wächst weiter. Immer mehr in den Fokus rückt dabei die Situation in Pflegeheimen, wo knapp ein Viertel der bislang etwa 40.000 auf Covid-19 zurückgeführten Todesfälle registriert wurden.

Kritisiert wird vor allem, dass bis Mitte April Patienten aus Krankenhäusern in Pflegeheime verlegt wurden, ohne vorher standardmäßig auf das Coronavirus getestet worden zu sein. Es sei offensichtlich, dass jeder hätte getestet werden müssen, sagte Ex-Gesundheitsminister Jeremy Hunt von der konservativen Regierungspartei der BBC am Donnerstag. Am Mittwoch hatte bereits Oppositionschef Keir Starmer von der Labour-Partei Premierminister Boris Johnson aufgefordert, Fehler einzugestehen.

Befürchtet wird, dass die Zahl der Sterbefälle in Pflegeheimen weitaus höher ist als bislang bekannt, weil viele Infektionen möglicherweise nicht entdeckt wurden. Darauf weist eine im Vergleich zu den vergangenen Jahren überdurchschnittlich hohe Zahl an Todesfällen hin. Jüngsten Zahlen des Statistikamts ONS (Office for National Statistics) zufolge ereigneten sich in der letzten Aprilwoche sogar 40 Prozent aller Covid-19-Todesfälle in Pflegeheimen. (dpa)

Potsdam: Kommission prüft Ursachen für Virusausbruch in Bergmann-Klinik

Eine Expertenkommission will seit Donnerstag den Ursachen des Coronavirus-Ausbruch am Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann auf den Grund gehen. Dabei gehe es auch um die Frage, ob es grundlegende Defizite in Hygiene und Organisation der Klinik gebe und ob dies zu einem Fehlverhalten beim Ausbruch geführt habe, teilte die Kommission am Donnerstag nach ihrer Konstituierung mit.

Sie wird von Ex-Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) und dem Direktor des Instituts für Mikrobiologie und Virologie der Medizinischen Hochschule Brandenburg, Frank Hufert, geleitet. In der Klinik hatten sich im März Covid-19-Infektionen bei Patienten und Mitarbeitern gehäuft, später auch Todesfälle.

Anfang April trat ein Stopp für Neuaufnahmen von Patienten bis auf Notfälle in Kraft. Seit vergangenem Freitag fährt der Rettungsdienst das Krankenhaus bei Notfällen der Urologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Augenheilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie sowie Kinder- und Jugendmedizin an, die im Liegen transportiert werden. (dpa)

Berliner Freiluftkinos werben für Wiedereröffnung

Einige Sitzreihen sind ausgebaut, Tickets gibt es online und Besucher halten Abstand: So könnten Freiluftkinos in Zeiten von Corona aussehen. Mehrere Betreiber von Berliner Open-Air-Kinos haben am Donnerstag mit einem Konzept für eine Wiedereröffnung zu Pfingsten geworben. „Wir könnten alles einhalten, was Abstand, Anstand und Höflichkeit angeht“, sagte Arne Höhne von Piffl Medien. Der Filmverleih betreibt die Freiluftkinos Friedrichshain, Kreuzberg und Rehberge.

Das Konzept sieht vor, deutlich weniger Sitzplätze zu belegen - in Friedrichshain etwa 400 von rund 1600. Besucher würden zum Beispiel beim Einlass Mundschutz tragen. Für Höhne wäre es denkbar, die Freiluftkinos mit ihren reduzierten Kapazitäten vielleicht auch für andere Einrichtungen zu öffnen. „Wir könnten die Bühne für andere kulturelle Träger zu anderen Zeiten nutzbar machen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Bisher sind alle Kinos in der Hauptstadt wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Spekulationen, dass sich das schon bald ändere, hatte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag eine Absage erteilt. Auch die Theater in Berlin sind weiterhin dicht. (dpa)

Obduktionsergebnisse von elf Covid-19-Toten in Berlin: „Kausal durch Covid-19 bedingt“

In Berlin sind bislang mindestens elf Covid-19-Tote obduziert worden. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort der Senatsverwaltung für Gesundheit auf eine parlamentarische Anfrage des Linke-Abgeordneten Wolfgang Albers hervor. Als Todesursachen wurden demnach am häufigsten Blutvergiftung bei Lungenentzündungen (vier Fälle), Lungenversagen (drei Fälle) und Herzversagen (zwei Fälle) festgestellt. In allen elf Fällen habe das Pathologie-Institut der Charité festgestellt, dass die Todesursachen „kausal durch Covid-19 bedingt“ gewesen seien, hieß es.

In Berlin sind mit Stand Mittwochabend 173 Todesfälle bei Corona-Infizierten erfasst. Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte zu Beginn der Epidemie - vor dem Hintergrund eines Infektionsrisikos durch die Leichenöffnung - das Vermeiden von Obduktionen empfohlen. Dies wurde aber inzwischen geändert. Pathologen-Verbände hatten mehr Obduktionen bei gestorbenen Corona-Infizierten gefordert. (dpa)

Innensenator verspricht Vereinen 8,2 Millionen Euro

Mit einem Millionen-Rettungsschirm will der Berliner Senat den durch die Corona-Krise in Not geratenen Sportvereinen der Hauptstadt helfen. „Insgesamt stehen 8,2 Millionen Euro bereit, davon werden sechs Millionen an den Landessportbund gehen, damit das Geld an die gemeinnützigen Vereine, die sich in Zahlungsschwierigkeiten befinden, weitergereicht wird“, sagte Sportsenator Andreas Geisel (SPD) dem Radiosender 105'5 Spreeradio am Donnerstag.

Mit dem Geld sollen sowohl gemeinnützige Vereine aus dem Breitensport als auch einzelne Proficlubs unterstützt werden. Bereits in der kommenden Woche solle die Summe ausgezahlt werden. „Der Rettungsschirm ist dafür da, Vereine, die in Zahlungsschwierigkeiten stecken und deren Existenz gefährdet ist, zu retten“, sagte Geisel.

Begünstigte könnten auch Clubs wie Alba Berlin, die Füchse Berlin, die BR Volleys, der SCC sowie das ISTAF sein. Es gehe aber ausdrücklich nicht darum, „Gehaltsausfälle in der ersten Bundesliga zu decken“, betonte der SPD-Politiker. Er verwies besonders auf die Nachwuchsarbeit von Basketball-Spitzenclub Alba Berlin. 12 000 Kinder in 150 Schulen würden von Alba betreut. „Das dürfen wir in der Corona-Krise nicht zusammenbrechen lassen“, sagte Geisel. (dpa)

Studie: Coronavirus befällt auch Nieren und andere Organe

Das neue Coronavirus befällt laut einer Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) neben der Lunge auch zahlreiche andere Organe. „Sars-CoV-2, das neuartige Corona-Virus, ist nicht nur ein Lungenvirus, sondern ein Multiorganvirus“, sagte der Leiter der Studie, Tobias Huber, am Donnerstag in Hamburg. Das hätten Untersuchungen von 27 an Covid-19 gestorbenen Patienten gezeigt. Das am zweithäufigsten betroffene Organ seien in dieser Untersuchung die Nieren gewesen, „nicht selten bis hin zum totalen Organausfall“. Außerdem habe man den Erreger in Herz, Leber, Gehirn und Blut nachweisen können. Die höchsten Konzentrationen hätten sich aber in den Zellen der Atemwege gefunden. (dpa)

Krankschreibungen per Telefon nur noch bis Ende Mai 

Arbeitnehmer können sich noch bis Ende Mai auch nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt krankschreiben lassen. Ab 1. Juni soll dann aber wieder ein Praxisbesuch dafür nötig sein, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen am Donnerstag einstimmig beschloss. Das Ende der Sonderregelung wegen der Corona-Krise stehe im Einklang mit der aktuellen Einschätzung der Gefährdungslage, die zu Lockerungen in vielen Bereichen geführt habe, machte der Vorsitzende des Gremiums, Josef Hecken, deutlich.

Noch bis 31. Mai gilt nun, dass Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen wegen leichter Atemwegserkrankungen für bis zu sieben Kalendertage auch telefonisch zu bekommen sind. (dpa)

Innensenator: Komplette Versammlungsfreiheit womöglich im Juni 

In Berlin können Demonstrationen womöglich im Juni wieder uneingeschränkt stattfinden. Das kündigte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus an. Zwar seien Prognosen in der Corona-Pandemie schwierig. „Aber wenn ich trotzdem eine Prognose wage, würde ich sagen, dass, wenn die Infektionszahlen so niedrig bleiben wie sie gegenwärtig sind, wir im Laufe des Juni zur vollständigen Versammlungsfreiheit zurückkehren können, wie das Thüringen schon getan hat. “(dpa)

Trump plädiert für Öffnung von Schulen und stellt sich gegen Corona-Chefberater

US-Präsident Donald Trump hat ein rasches Ende der Schulschließungen in den Vereinigten Staaten gefordert und sich damit explizit gegen Empfehlungen seines Chefberaters in der Corona-Krise gestellt. „Wir öffnen unser Land, die Menschen wollen es offen, die Schulen werden geöffnet sein“, sagte der Präsident am Mittwoch zu Reportern im Weißen Haus. Der Seuchenexperte Anthony Fauci hatte am Vortag in einer Senatsanhörung vor einer vorschnellen Lockerung der Corona-Restriktionen und auch einer baldigen Öffnung der Schulen und Universitäten gewarnt. (AFP)

Covid-19 könnte bei Kindern schwere Entzündungserkrankung verursachen

Weltweit gibt es Berichte über schwere Entzündungen bei Kindern im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Nun beleuchtet eine Studie aus Bergamo, dem Zentrum der Pandemie in Italien, die charakteristischen Merkmale der seltenen Entzündungskrankheit, die dem sogenannten Kawasaki-Syndrom ähnelt. Wie die Ärzte im Fachblatt «The Lancet» berichten, könne diese tatsächlich mit Covid-19 in Verbindung stehen - die Mediziner betonen aber, dass nur ein geringer Anteil jüngerer Patienten betroffen ist.

In der Regel verläuft eine Corona-Infektion bei Kindern eher mild. Doch in einigen wenigen Fällen kann die Erkrankung anscheinend zu Symptomen führen, die an das Kawasaki-Syndrom, eine seltene Kinderkrankheit, erinnern. Dieses Syndrom führt zu einer Überreaktion des Immunsystems, die vermutlich durch Bakterien oder Viren ausgelöst wird.

Dass auch das Corona-Virus eine derartige Überreaktion bewirken kann, ist von Erwachsenen bereits bekannt. Eine direkte Verbindung zwischen Kawasaki und Covid-19 wurde indes noch nicht belegt. Allerdings gibt es mittlerweile Berichte aus mehreren Ländern über Kinder, bei denen entzündete Blutgefäße, Hautausschläge und Fieber auftreten - Symptome, die einer Kawaski-Erkrankung zumindest ähneln. (dpa)

Studie: Gewinn der Dax-Konzerne bricht um rund ein Viertel ein 

Die Corona-Krise hat deutliche Spuren in den Bilanzen deutscher Börsenschwergewichte hinterlassen. Der operative Gewinn (Ebit) der Dax-Konzerne schrumpfte im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 24 Prozent auf zusammengerechnet rund 20,3 Milliarden Euro, zeigt eine Auswertung des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY. Der Umsatz der Dax-Konzerne - ohne Banken - stieg zwar leicht um 1,6 Prozent auf insgesamt 339,5 Milliarden Euro. Dies sei allerdings vor allem auf die Übernahme von Innogy durch den Energiekonzern Eon zurückzuführen.

Elf Dax-Unternehmen schafften immerhin ein Gewinnplus, darunter der Pharmakonzern Merck, der Energieriese RWE und der Pharma- und Agrarchemie-Riese Bayer. (dpa)

Japan hebt Covid-Notstand vorzeitig auf - Tokio ausgenommen

Japan hebt den Corona-Notstand in den meisten Landesteilen vorzeitig auf. Regierungschef Shinzo Abe gab dies am Donnerstag nach Beratungen mit Experten bekannt. Ausgenommen sind städtische Großräume wie Tokio und Osaka. Der Notstand hätte eigentlich überall noch bis zum 31. Mai gegolten - wobei das keine harte Ausgangsbeschränkungen wie in Europa bedeutet. Die Bürger sind nur gebeten, möglichst zu Hause zu bleiben. (dpa)

WHO: Coronavirus verschwindet vielleicht nie wieder

Der Nothilfekoordinator der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist skeptisch, dass das neue Coronavirus nach der rasanten Ausbreitung rund um den Globus noch eliminiert werden kann. „Dieses Virus kann in der Bevölkerung heimisch werden, es kann sein, dass es nie mehr verschwindet“, sagte Michael Ryan am Mittwochabend in Genf.

Auch HIV, das Virus, das die Immunschwächekrankheit Aids auslöst, sei nie wieder verschwunden. Im Fall von HIV sei es der Welt gelungen, Medikamente und Präventionsmaßnahmen zu schaffen, so dass das Virus seinen Schrecken verloren habe. «Ich will die Krankheiten nicht vergleichen, aber wir müssen realistisch sein, sagte Ryan. (dpa)

Kein Mundschutz, kaum Abstand: Österreichs Kanzler Kurz in Kritik

Der erste offizielle Besuch außerhalb Wiens seit Beginn der Corona-Krise hat Österreichs Kanzler Sebastian Kurz heftige Kritik eingebracht. Der konservative Politiker war am Mittwoch im Kleinwalsertal ohne Mundschutz unterwegs. Außerdem wurde der Sicherheitsabstand von einem Meter vielfach nicht eingehalten. Von dem Besuch kursierten am Donnerstag Aufnahmen im Internet, unter anderem von den „Vorarlberger Nachrichten“. Zu sehen ist, wie Besucher und Politiker ohne Maske eng beieinander sind. (dpa)

Spahn hält Immunitätsausweis weiter für nötig

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält in der Corona-Krise die Einführung eines Immunitätsausweises trotz des SPD-Widerstands weiter für erforderlich. Andere Staaten planten bereits, die Einreise von einem derartigen Nachweis abhängig zu machen, sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstagsausgaben). „Wir werden uns also weiter mit dem Thema beschäftigen müssen.“ Die Lösung könne nicht sein, dass die Bundesbürger „nicht mehr in Länder reisen können, die solche Regelungen planen“. (AFP)

Alljährliches UN-Treffen der Staatenlenker fällt wohl aus 

Ausgerechnet 75 Jahre nach Gründung der UNO wird das alljährliche Treffen von Staats- und Regierungschefs aus aller Welt in New York voraussichtlich ausfallen. Er halte es angesichts der Corona-Pandemie für „wenig wahrscheinlich“, dass das Treffen im September zur Generaldebatte der UN-Vollversammlung stattfinden könne, sagte UN-Generalsekretär António Guterres in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der französischen Wochenzeitung "Paris-Match". (AFP)